Russel Harris ist eigentlich zum Tode verurteilt. Jetzt soll er zusammen mit neun anderen Todeskandidaten eine Chance erhalten. Es ist ein außerirdisches Artefakt gefunden worden, mit dem ein Transport möglich ist. Das Problem dabei ist nur, dass nicht berechenbar erscheint, wo dieser Transport enden wird. Es sind Ziele einstellbar, aber niemand weiß oder kann vorhersehen, was den Transportierten am anderen Ende erwartet. Deswegen die Todeskandidaten. Natürlich gibt es Unfälle und Verluste, trotzdem will man nicht aufgeben und herausfinden, was die Menschheit im All noch so alles erwartet. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Gabriella Engelmann: Apfelblütenzauber
Gerade erst haben Leonie, Nina und Stella ihre „Villa zum Verlieben“ in Hamburg gefunden und schon löst sich die muntere Wohngemeinschaft im neuen Roman von Gabriella Engelmann wieder auf.
In „Apfelblütenzauber“ entführt die Meisterin der romantischen Liebesromane ins Alte Land im Norden Deutschland. Dort scheint erst das ganze Leben von Leonie zusammenzubrechen: Job weg, die Villa steht zum Verkauf, und die Eltern stehen kurz vor der Scheidung. Weiterlesen
Kass Morgan: Die 100
„Die 100“, eine Gruppe straffällig gewordener Teenager, wurde in einem Raumschiff im All geboren. Sie wuchsen in einer strengen Klassengesellschaft auf und mit Geschichten und Mythen über die Erde – dem Planeten, von dem ihre Vorfahren stammen.
Sie sind die dritte Generation von Menschen, die im All geboren sind und nun scheint die Überlebenschance im Weltraum zu schinden: Luft und Wasser werden knapp.
Gegen ihren Willen werden die rechtlosen Straftäter zur Erde geschickt, ausgestattet mit Sendern. Ihr Überleben oder Scheitern auf dem Heimatplaneten soll dem Rest der Menschheit zeigen, ob die Erde nach einer atomaren Katastrophe wieder bewohnbar ist. Weiterlesen
Rolf Lappert: Über den Winter
Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2015 steht auch Rolf Lapperts „Über den Winter“. Der 1958 geborene Schweizer schreibt darin über den Künstler Lennard Salm, der von einem nicht näher benannten Ort irgendwo im Süden widerwillig zu seiner Familie nach Hamburg zurückkehrt, um an dem Begräbnis seiner Schwester teilzunehmen. Doch dann bleibt er länger als geplant und richtet sich nach und nach in der Situation ein.
Lapperts Erzählstil passt zum ruhigen Cover dieses Buches. Der Autor nimmt sich jede Menge Zeit auch für kleinste Details und schreckt auch vor längeren Beschreibungen von Landschaften oder Wohnungseinrichtungen nicht zurück. Weiterlesen
Rebecca Gablé: Der Palast der Meere
Wer hätte das gedacht, als Robin of Waringham sein zuhause und seinen Titel verlor und sich mühevoll seinen Platz im Königreich wiedereroberte? Wer hätte diese Entwicklung erwartet, als Jona Durham mit seinen ersten Wollhandels-Politik-Versuchen hoffnungslos pleite ging? Wer hätte diese Entwicklung der beiden Familien vermutet, mit der Rebecca Gable uns jetzt schon über mehrere Romane gut unterhält. Aus dem tiefsten Mittelalter sind wir inzwischen im elisabethanischen Zeitalter angelangt. Wieder ist es eine Waringham, die die engste Vertraute der Königin ist und die nicht immer ganz standesgemäß und oft unorthodox in die Regierungsgeschäfte eingreift. So gerät sie mitten in den Konflikt zwischen Elizabeth und ihre immer noch lebenden stockkatholischen Konkurrentin Mary Steward. Weiterlesen
Amy Harmon: Unendlich wir
Bonnie ist 21 Jahre alt, als sie ihre erste wirklich eigene Entscheidung trifft. Sie will in Boston von einer Brücke springen und ihrem Leben ein Ende setzen. Ein Fremder taucht aus dem abendlichen Nebel auf und hält sie gerade noch davon ab. Clyde, wie er von Freunden genannt wird, ist unterwegs nach Las Vegas und da auch Bonnie etwas hinter sich lassen möchte, schließt sie sich ihm kurzerhand an. Auf dem Weg müssen die beiden feststellen, dass sie weit mehr als nur ein Namenspaar verbindet. Weiterlesen
Henning Mankell: Treibsand: Was es heißt, ein Mensch zu sein
Im Januar 2014 hat der schwedische Betseller-Autor Henning Mankell die Diagnose Lungenkrebs bekommen. Da war er schon 22 Jahre Nichtraucher. In seinem Buch „Treibsand“ hält der 76-Jährige Rückschau auf sein Leben, erinnert sich an Reisen (auch an die nach Afrika, über die er Bücher geschrieben hat), sein erstes Buch 1973 und seine Kindheit. Die Mutter hat er erst als 15-Jähriger kennengelernt. Sie hat die Familie verlassen; es war ein kühles Wiedersehen. Weiterlesen
Irène Némirovsky: Zu zweit (1936)
Mit „Zu zweit“ aus dem Jahre 1936 schließt der Knaus-Verlag seine Irène- Némirovsky-Reihe ab, die zehn Jahre zuvor mit einem legendären Werk der 1903 geborenen französischen Schriftstellerin begann: „Suite française“, jenem erst 1996 wiederentdeckten Roman. Die aus Russland stammende Jüdin starb 1942 in Auschwitz.
In „Zu zweit“ zeigt sie, wie die Beziehung zweier Menschen, Antoine und Marianne, sich im Laufe eines Lebens verändert. Aus einer ungestümen, spielerischen Liebelei wird eine Ehe, in der sich die Partner zwar immer noch brauchen, die Gefühle füreinander aber seit Jahren erloschen sind. Weiterlesen
Mark B. Mills: Warten auf Doggo
Der Klappentext von Mark B. Mills Roman „Warten auf Doggo“ liest sich vielversprechen, aber das Buch ist eine Enttäuschung. Daniel ist die Freundin Clara über Nacht weggelaufen. Da gelassen hat sie ihm den hässlichen Hund Doggo. Und so trottet Daniel nun durch ein relativ ereignisloses Leben.
Man erfährt viel über seinen Beruf als Werbetexter – der Autor aus Oxford ist auch einer. Betont witzig sind die Szenen im Büro beschrieben, aber wirklich lustig sind sie nicht. Und spannend auch nicht.
Clara taucht später noch mal auf, Daniel hat zwischendurch andere Bekanntschaften, Doggo darf natürlich bleiben und wird Daniels Freund. Nichts überraschendes. Das Buch lässt die Leser mit allem ratlos zurück.
Mark B. Mills: Warten auf Doggo.
Bastei Lübbe, September 2015.
256 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.
Ulrich Peltzer: Das bessere Leben
Ulrich Peltzers „Das bessere Leben“ steht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2015. Als Leser braucht man sehr viel Kraft und eisernen Willen, um diesen Roman durchzustehen. Der 1956 geborene Autor taucht in die Köpfe einer fast unüberschaubaren Vielzahl von Figuren ein und bedient sich dabei der literarischen Technik „Bewusstseinsstrom“ – das heißt, er schreibt das auf, was die Figuren gerade denken. Und da Gedanken eben oft aus Halbsätzen bestehen oder wild durcheinander von einem Thema aufs nächste springen, ist das Ergebnis ein gewisses Text-Wirrwarr. Weiterlesen