Peter Terrin: Monte Carlo

monteMonte Carlo 1968: Kurz vor dem Start des Formel-1-Rennens kommt es just in dem Moment zu einer gefährlichen Stichflamme, als die umjubelte Schauspielerin Deedee einen Gang durch die Boxen unternimmt.

Einer der Mechaniker wirft sich zwischen sie und die Flamme und wird dabei schwer verletzt. Die Schauspielerin aber kann unversehrt von ihrem Leibwächter in Sicherheit gebracht werden. Soweit die Ausgangssituation in Peter Terrins kurzem Roman „Monte Carlo“.

Doch was hier wie ein Heldenepos à la „Bodyguard“ mit Whitney Houston und Kevin Costner klingt, entpuppt sich im weiteren Verlauf als psychologisches Drama. Weiterlesen

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Marie Malcovati: Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte

allesUm dieses Buch für mich zu einer kleinen literarischen Sensation zu machen, genügt ein kleines Zitat aus Seite 109: „Einer spielte Memory mit seinem Hund, aber der Hund war nicht ganz bei der Sache“. Großartig. Wie überhaupt die ganze Story so verrückt und gleichzeitig so tragisch-komisch ist, dass es einfach gute Laune macht.

Eine Entdeckung ist dieses Romandebut von Marie Malcovati allemal. Es gibt drei Protagonisten und ein paar Randfiguren. Lucy, genannt nach unserer afrikanisch – Altvorderen und den Beatles; Simon, Millionärssohn, aber schwarzes Schaf einer pharmazeutischen Familien – Erfolgsgeschichte und ein kränkelnder Cop mit Hinkebein namens Marotti, der grad auch noch von seiner Frau verlassen wurde und der trotz Krankenschein, die Videoüberwachung einer Schalterhalle in Basel übernommen hat. Weiterlesen

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J. K. Rowling: Harry Potter und das verwunschene Kind

potterNeun Jahre hat Joanne K. Rowling die Harry-Potter-Fans auf eine Fortsetzung der magischen Geschichten aus Hogwarts warten lassen. Nun ist „Harry Potter und das verwunschene Kind“ auf Deutsch erschienen.

Das Buch hat nicht die Erzählkraft der vorherigen Bände, was daran liegt, dass es das Theaterskript ist, das da abgedruckt ist. Das ist anstrengend zu lesen, aber am Schluss doch noch spannend.

Rowling holt nicht so weit aus wie in den sieben dicken Büchern zuvor. Der achte Band hat nur 324 groß und zu zwei Drittel bedruckte Seiten; die ersten drei Schuljahre von Harry Potters Sohn Albus werden auf gerade einmal fünf Seiten abgehandelt. Und man vermisst die Beschreibungen des Alltagslebens in Hogwarts – all’ das, was das Internatsleben früher ausgemacht hat. In einem Theaterstück ist das eben schlecht zu realisieren. Und auch die Charaktere zeichnet Rowling nicht so stark wie in den ersten Bänden. Weiterlesen

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James L. Cambias: Meer der Dunkelheit

meerDie Menschheit hat sich aufgemacht, das All zu erforschen. Seit Jahrzehnten werden Forschungsexpeditionen ausgesandt, man hat eine intelligente, technisch überlegene Rasse, die Sholen entdeckt, und sich auf ein Procedere verständigt. Solange die Menschheit nicht zu aggressiv vorgeht, so lange sie bei ihren Forschungen jeglichen Kontakt mit jungen Alienrassen vermeidet, darf im All wie auf fremden Planeten geforscht werden.

Auf Ilmatar wurden die Forscher fündig. Tief unter der Oberfläche des ewigen Eispanzers, im immerwährenden Halbdunkel des dortigen Ozeans existiert eine Rasse von intelligenten Meereskreaturen. Eine Forschungstation wird errichtet, die Beobachtung in der Tiefsee beginnt. Dann kommt es zu einem Zwischenfall, einem bedauerlichen Ereignis, wie die Diplomaten es immer so schön ausdrücken. Weiterlesen

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Jodi Picoult: Die Spuren meiner Mutter

mutterTod und Trauer sind ja schon in mehreren der letzten Bücher von Jodi Picoult ein großes Thema, ebenso wie Schuld. Dieses mal verbindet sie das mit den Tieren, die für ihre Trauer, ihr langes Gedächtnis, aber für ihr gnadenloses Verfolgtsein bekannt sind: Elefanten. Elefanten trauern, da ist sich Alice Metcalf ganz sicher. So sicher, dass sie ihre Forschungsarbeit darauf ausrichtet. Das war vor 10 Jahren. Dann verschwand sie.

Heute ist ihre Tochter Jenna 13 und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Gemeinsam mit dem ehemaligen Medium Serenity und dem abgehalfterten Privatdetektiv Virgil versucht sie herauszufinden, was vor 10 Jahren im Elefantengehege ihrer Eltern geschah. Wurde die Pflegerin wirklich von der Elefantenkuh niedergetrampelt oder hatte Jennas Mutter etwas damit zu tun und ist deshalb geflohen? Weiterlesen

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Laurent Mauvignier: Mit leichtem Gepäck

28076_4cEs gibt Bücher, die brechen über den Leser herein, entwickeln einen Sog, wie eine literarische Naturgewalt. Laurent Mauvignier hat eine davon geschaffen, zumal sein Roman mit jenem Tsunami beginnt, der am 11. März 2011 über Japan hinwegfegte.

Guillermo und Yuko geben sich hier dem Rausch ihrer Jugend hin. Alkohol, Sex, Partys. „Ihre Körper schreien nach dem Leben“. Doch der Tod lauert bereits im Ozean. Wir begleiten das Paar auf seinen letzten Stunden, die Spannung steigert sich ins Unermessliche, die Welle und ihre Zerstörung beschreibt der Autor so, als habe er sie tatsächlich erlebt, als habe er selbst noch Tage später die schwarze, salzige Flüssigkeit aus Meerwasser, Schlamm und Todesrudimenten erbrochen.

Auch die übrigen Protagonisten dieses Buches machen sich auf die Reise, um auf Erhofftes, Unvorhergesehenes und Neuartiges zu treffen. Weiterlesen

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Alexandra Burt: Remember Mia

miaNach einem heftigen Autounfall leidet die 27-jährige Estelle unter einer Amnesie. Sie kann sich an einige Tage vor dem Unfall nicht mehr erinnern. Sie beginnt zu spüren, dass etwas Wichtiges fehlt. Wo ist ihre sieben Monate alte Tochter Mia? Ein Säugling kann doch nicht einfach verschwinden. Nach und nach kommt heraus, dass Mia schon einige Tage zuvor verschwunden sein muss. Doch warum ist Estelle nicht zur Polizei gegangen, um ihr Verschwinden zu melden? Und wo sind Mias Sachen, ihre Fläschchen, Decken, Anziehsachen, hin? Estelle muss sich in einer psychiatrischen Anstalt auf Spurensuche in ihrem Gedächtnis begeben. Weiterlesen

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John Williams: Augustus

augustusDie Geschichte

…. von Octavius, dem späteren Augustus, könnte ein Märchen sein. Er wird von seinem Onkel, Julius Cäsar, adoptiert, und die ganze römische Welt scheint ihm zu Füßen zu liegen. Doch dann wird Julius ermordet. Es ist ein Mord, hinter dem eine politische Verschwörung im großen Stil steckt. Zu diesem Zeitpunkt ist Octavius 19 Jahre alt, kränklich, schmächtig, jemand, dem die Philosophen mehr liegen als der Kampf und das Schwert.

»… Der Junge, der die Zukunft nicht kennt, hält das Leben für eine Art episches Abenteuer, eine Odyssee über fremde Meere und unbekannte Inseln, auf der er seine Kraft erproben und beweisen kann, um so seine Unsterblichkeit zu entdecken.« (S. 400)

Die Realität sieht anders aus. Traditionell müssen die Erben eines verstorbenen Herrschers mit einem plötzlichen und unfreiwilligen Ableben rechnen.  Weiterlesen

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John Burnside: Wie alle anderen

Wie alle anderen von John BurnsideJohn Burnside, einer der profiliertesten schottischen Autoren, hat einige seiner Romane autobiographisch angelegt – zum Beispiel „Lügen über meinen Vater“, in dem er radikal mit seinem Erzeuger abrechnet (2011).

Autobiographisch ist auch sein neues Werk „Wie alle anderen“, das im englischsprachigen Original bereits 2010 erschienen ist. Burnside, geboren 1955, beschreibt darin seine Versuche, ein bürgerliches Leben zu führen, um von seiner Alkohol- und Drogensucht sowie seiner Schizophrenie loszukommen. Weiterlesen

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Ken Liu: Seidenkrieger 01: Die Schwerter von Dara

daraDreiundzwanzig Jahre hat der Imperator Mapidéré dafür benötigt, seinen Traum zu verwirklichen. In unermüdlichen Kämpfen hat er die Inseln von Dara unter seiner Herrschaft vereint, hat Könige und ihre Familien meucheln, Schlachten austragen und Städte schleifen lassen.
Seitdem gilt in ganz Xana ein einheitliche Maßsystem, wird einheitlich in denselben Buchstaben geschrieben und in gleichen Zahlen gerechnet. Selbst die Straßen sind, was Breite und Aufbau anbelangt normiert, und ermöglichen ein verglichen mit früher komfortables Reisen und einen ständigen Warenaustausch. Der Handel und Wohlstand hat beständig zugenommen, die Pläne, die Inseln durch unterirdische Tunnel miteinander zu verbinden wurden vorangetrieben. Dies alles kostete Geld, viel Geld, so dass die Bevölkerung verarmt und allzu oft perspektivlos ihr Dasein fristet.

Als der Imperator trotz aller Versuche, das Altern aufzuhalten auf seinem Todesbett liegt, sehen die Hofschranzen ihre Zeit gekommen. Intrigen werden in Gang gesetzt, der Thronerbe betrogen und aus dem Weg geräumt, die Berater schwingen sich auf, die Macht im Reich zu übernehmen. Weiterlesen

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