Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters

farbeEs tut mir leid, gleich zu Anfang sagen zu müssen, dass ich mehrfach bei diesem Roman, eher eine Art autobiographisches Tagebuch, eingeschlafen bin. Das ist überhaupt nicht meine Art – ich habe immer Respekt vor dem geschriebenen Wort und den Autorinnen und Autoren. Ich habe aber keinen Zugang gefunden. Die Namen haben mich ermüdet, die Orte und die Sätze, die unendlich, in einer mir völlig fremden Sprache, die Augen schläfrig werden lassen.

Wir befinden uns in einem Frauengefängnis in Zimbabwe, im früheren Rhodesien. Memory, so heißt die Ich – Erzählerin, ist wegen Mordes verurteilt und wartet seit Jahren, auf, na ja, auf was auch immer. Weiterlesen

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Nathan Hill: Geister

geisterEin literarisches Schwergewicht in doppelter Hinsicht legt der amerikanische Autor Nathan Hill vor. Zum einen ist sein Roman „Geister“ mit über 850 Seiten ein echter Wälzer, zum anderen ist er richtig gut.

Der Literaturprofessor Samuel Anderson ist als Kind von seiner Mutter verlassen worden – ein Trauma, das er auch 20 Jahre danach noch nicht überwunden hat. Doch nun soll er für seine Mutter bürgen. Sie hat einen republikanischen Präsidentschafts-Kandidaten angegriffen – ein Fall, auf den sich die Medien stürzen.

Doch das ist nur der Ausgangspunkt für eine ganze Reihe von Verwicklungen und überraschenden Wendungen, die mit den Studentenunruhen im Chicago des Jahres 1968 ihren Anfang nehmen und erst 2011 mit der Demonstration Occupy Wall Street enden. Weiterlesen

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Ursula Poznanski: Elanus

elaDer 17jährige Jonas ist hochbegabt und ergattert einen Studienplatz an der renommierten Victor-Franz-Hess-Uni in Rothenheim. Seine Eltern stellen ihm eine Bedingung, damit er ausziehen darf: Er soll bei einer Familie im Ort leben und darf nicht in ein Studentenwohnheim ziehen. Das passt Jonas gar nicht, denn so intelligent er ist, es fällt ihm schwer, Freundschaften zu schließen. Auf die meisten Menschen wirkt er arrogant und ablehnend. In sein neues Zuhause bringt Jonas sein Forschungsobjekt mit: Elanus.

Seinem neu gewonnenen Freund Pascal zeigt er das ungewöhnliche Teil: Eine selbst entwickelte und konstruierte Drohne. „Elanus“ ist der Name einer seltenen Habichtart und sieht messerscharf, ist unglaublich schnell und wendig und erlaubt Jonas private Einblicke in das Leben der anderen Studenten. Deutlich gesagt: Er beobachtet Mädchen und spioniert Mit-Studenten aus. Weiterlesen

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Andreas Drouve: Den Letzten beißt der Grottenolm

olmWarum Journalisten die zweitniedrigste Lebenserwartung aller Berufsgruppen haben, erschließt sich dem Leser spätestens nach der Lektüre dieser amüsant-überdrehten Satire. In deutschen Regionalredaktionen ist nicht alles Gold, was gedruckt wird. Straßenumfragen werden gefälscht, die journalistische Objektivität beugt sich dem Anzeigenetat, grottenschlechte Laientheater werden mit militärischen Fachjargon – eins zu eins aus Weltkriegsberichten kopiert – aufgewertet. Dies führt zu schmissigen, aber schlichtweg erlogenen Sätzen wie „In einer Bombeninszenierung torpedierte das Ensemble die Lachmuskeln der Besucher.“

Ob Nacktwanderwege, Karnevalsprunksitzungen, Verleihungen von Ehrennadeln  oder durchgeknallte Vernissagen wie „Hähnchen in 125 Positionen“ eines Scan-Art Künstlers: Themen wie diese verlangen von dem namenlos bleibenden Ich-Erzähler alles ab. Weiterlesen

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Arno Strobel & Ursula Poznanski: Anonym

anonymNina Salomon ist in ihrer Dienststelle angeeckt, deswegen hat sie sich nach Hamburg versetzen lassen. Hier trifft sie ausgerechnet auf den korrekten Daniel Buchholz. Dies hier ist ihr erster gemeinsamer Fall. Eine Leiche, der ein Gewinner gewesen sein soll. Ein Gewinner bei was? Im Darknet gibt es eine Seite, die wöchentlich eine Liste mit vier Namen und einer Kurzbeschreibung veröffentlicht. Der jeweilige „Gewinner“ ist das nächste Mordopfer. Wobei ja der eigentliche Gewinner der ist, der ihn nominiert hat. Die erste Woche ist bereits um, bleibt also, die Liste von der nächsten Woche zu überprüfen und die vier Nominierten möglichst zu bewahren. Das ist aber gar nicht so einfach, weil die Hinweise eher ungenau sind. Es gibt eine ganze Menge Frauen, denen man das Glück nicht gönnt und wohl auch viel zu viele Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht sauber entsorgen. Diesen „Gewinner“ können sie nicht retten, aber es wartet schon die nächste Runde. Weiterlesen

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Anja Jonuleit: Rabenfrauen

rabeDer Titel „Rabenfrauen“ von Anja Jonuleits Roman trifft den Inhalt nur am Rande: Es geht um die Sekte „Colonia Dignidad“, dessen Mitglieder in Chile unglaubliche Brutalität erleben.

Auch Christa wird Mitglied der Sekte. Im Sommer 1959 lernt sie mit ihrer Freundin Ruth Erich kennen. Auch Ruth war in Erich, der Christa dann nach Chile mitnimmt, verliebt. Die Freundinnen werden getrennt, aber teilen ein Geheimnis. 50 Jahre später reist Ruths Tochter Anne mit ihrer Mutter nach Chile. Die Reise verändert auch Annes Leben. Weiterlesen

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Jasper T. Scott: Dark Space 01: Die Menschheit ist verloren

darkEinst umfasste das menschliche Sternenreich die ganze Galaxie. Das war, bevor die insektoiden Aggressoren kamen, und die ISS dank ihrer Tarnschirme vernichtend schlugen. Billionen Menschen starben in den Gefechten, nur einer verschwindend kleinen Anzahl gelang die Flucht in den Dark Space, einem Sternenhaufen aus schwarzen Löchern, in den einst die straffälligen Verbrecher deportiert wurden. Jetzt leben dort die letzten freien Menschen. Ethan Ortane ist einer vor ihnen.

Auf einem abgehalfterten Frachter fristet er mühsam sein Dasein, hat Schulden bei einem Kredithai, der sein Geld mitleidlos eintreibt. Entweder Ethan wird schmerzhaft ums Leben kommen, oder er willigt in einen Bund mit den Teufel ein. Er soll sich, verkleidet als junger Pilot, in das einzige übergebliebene menschliche Schlachtschiff einschleichen und dieses mitsamt der gesamten 50.000 Menschen umfassenden Besatzung sabotieren. Weiterlesen

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Henning Mankell: Die schwedischen Gummistiefel

gummiIm August veröffentlichte der Zsolnay Verlag nach „Die italienischen Schuhe“ von 2007 nun „Die schwedischen Gummistiefel“ als zweiten Teil der Geschichte um den Chirurgen Fredrik Welin. Dies ist Henning Mankells letzter Roman, der schwedische Autor der Wallander-Krimis starb 2015.

Der inzwischen siebzigjährige Fredrik Welin, der während seiner Arbeit als Chirurg einer jungen Frau versehentlich den falschen Arm amputierte und sich daraufhin auf eine Insel in den schwedischen Schären zurück zog, rettet sich in letzter Minute aus seinem brennenden Haus, das einst seine Großeltern auf der Insel bauten. Auch die maßgefertigten „ italienischen Schuhe“ des Schuhmachers Giaconelli werden Opfer der Flammen. Übrig bleiben ihm der schwarzverkohlte Schuhspanner der feinen Lederschuhe und zwei linke Gummistiefel, in die er bei der Flucht mitten in der Nacht aus dem Schlaf heraus hastig geschlüpft war. So zieht er in den Wohnwagen seiner Tochter Louise, richtet sich notdürftig ein und bestellt in der örtlichen Schiffshandlung ein Paar schwedischer Gummistiefel. Weiterlesen

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Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

ferranteLila und Elena sind wie Feuer und Wasser und doch werden sie schon in der Grundschule Neapels zu besten Freundinnen, die meist fast nichts trennen kann. Es sind die 50 Jahre des letzten Jahrhunderts in denen diese weitverzweigte Geschichte ihren Lauf nimmt. Hier wachsen die beiden Mädchen in einem Milieu der Gewalt und der Unterdrückung von Frauen auf. Der Tagesinhalt der Menschen scheint einzig darin zu bestehen, gegeneinander Familienfehden auszutragen, die Ehre der Frauen wiederherzustellen und ums tägliche Überleben zu kämpfen. Nicht einfach für so zwei begabte Mädchen wie Elena und Lila es sind. Beide glänzen in der Schule, doch schnell wird klar, dass sich Lilas Familie die Bildung über den Standard hinaus nicht leisten kann. Elena hingegen kann auf eine weiterführende Schule gehen. Die Freundschaft der beiden wird auf mehr als eine harte Probe gestellt.

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Anthony Ryan: Rabenschatten 03: Die Königin der Flammen

flamme„Die Königin der Flammen“ ist der dritte Teil der Rabenschatten-Serie von Anthony Ryan. Uns begegnen im dritten Teil wieder die bekannten Protagonisten, deren Wege in diesem letzten Band zusammen führen.

Verniers, der alpiranische Geschichtsschreiber, ist, wie in den vorherigen Bänden, der einzige Ich-Erzähler. Zusammen mit seiner ehemaligen Herrin, der Volarianerin Fornella, versucht er das Rätsel des Verbündeten zu lösen und reist zu Lyrna, der Königin der Flammen, die den Kampf gegen die Bedrohung durch die Volarianer aufgenommen hat.

Lyrna hat sich seit den schweren Verbrennungen, die sie sich auf dem Sklavenschiff zugezogen hat, verändert. Gnadenlos sinnt sie auf Rache an den Volarianern und stellt ein Heer auf, um den erbarmungslosen Feind endgültig zu vernichten. Weiterlesen

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