T. C. Boyle: Good Home

Ein Mann muss eine Leber zu einer Patientin transportieren. Doch dann gerät er wegen eines Erdrutsches in einen Megastau, und das Organ wird von Minute zu Minute unbrauchbarer. Eine liebesbedürftige Frau gerät an einen Fanatiker, der alle wild lebenden Katzen töten möchte. Ein einsamer Mann kauft sich eine Schlange, kommt aber nicht damit zurecht, dass er ihr Ratten zum Fraß vorwerfen muss, die ihm so sehr ans Herz gewachsen sind.

Die Geschichten in T.C. Boyles Story-Sammlung „Good Home“ haben es allesamt in sich und sind deshalb so atemberaubend spannend und lesenswert, dass man sich zuweilen fast nicht traut, auf die nächste Seite zu blättern, es dann aber natürlich doch tut, weil man wissen muss, wie es weitergeht.

Dass man sich alle 30 bis 40 Seiten an neues Personal und ganz neue Situationen gewöhnen muss, ist gar nicht schlimm – im Gegenteil: Es macht den Reiz dieses Buches aus. Weiterlesen

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Matthew J. Arlidge: D.I. Helen Grace 06: Eingeschlossen

Für D. I. Helen Grace ist gerade ein Alptraum wahrgeworden. Ihr Neffe hat sie so gründlich in eine Falle tappen lassen, dass sie wegen dreifachen Mordes inhaftiert wird. Zwischen Schwerkriminellen und ehemaligen ‚Kunden‘ wartet sie über mehrere Monate auf ihren Gerichtstermin und muss irgendwie die täglichen Angriffe überleben. Die erste Frau, die ihr über den schweren Anfang hinweghilft, wird eines Nachts ermordet. Als Helen zu viele Fragen stellt, wird sie übel zusammengeschlagen. Trotzdem will sie den Mörder finden. Und dann sterben in ihrem Trakt zwei weitere Frauen. Externe Beamte ermitteln, und jeder weibliche Häftling hat Angst, das nächste Opfer zu werden.

Außerhalb des Gefängnisses riskiert ihre Kollegin und Freundin Charlie alles, um Helens Unschuld zu beweisen. Weiterlesen

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Patricia Briggs: Mercy Thompson 10: Stille der Nacht

Zehn Bücher lang begleiten wir nun Mercy Thompson, die KFZ-Mechanikerin für Deutsche Autos bei ihren abenteuerlichem Leben. Mercy, die als Werkojotin bei einem Werwolfrudel aufwuchs hat sich in Tri-City einen Namen gemacht. Nicht nur hat sie die Alpha des örtlichen Werwolfrudels geheiratet, zu ihren Freunden gehören einer der mächtigsten Fae, ein uralter Vampir, eine Hexe, Polizisten und Goblins.

Das aber rückt sie auch ins Augenmerk gefährlicher Feinde. Der Herr der Nacht, Anführer der Europäischen Vampire will den gefährlichsten Übernatürlichen aus Tri-City in seine Gewalt bringen – und entführt Mercy. Dass es dieser gelingt zunächst nach Prag zu fliehen, verhindert dass er seinen Fehler früh bereut. Dann aber reist ihr Mann nebst ihren Freunden an – und die Welt steht an der Schwelle eines Krieges der übernatürlichen Völker … Weiterlesen

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John Wray: Die rechte Hand des Schlafes

Oskar Voxlauer ist als sehr junger Mann Soldat im Ersten Weltkrieg gewesen. Dann hat es ihn nach Rußland verschlagen, wo er eine Frau hatte, die an den Folgen der Säuberungsaktionen gestorben ist. 1938 kehrt er zurück in sein Österreichisches Heimatdorf und ist natürlich nicht mehr der, der er war. Aber auch das Dorf hat sich verändert und der Nationalsozialismus hält Einzug.

Bei dem Buch habe ich ständig geschwankt zwischen „wie genial“ und „ja aber“. Fasziniert hat mich zunächst einmal die Tatsache, dass überhaupt jemand ein Buch über ein Bergdorf in Österreich zur Zeit des Anschlusses an das Reich schreibt. Auch dort hat der Nationalsozialismus Einzug gehalten, auch dort kommen bestimmte Menschentypen an die Macht und andere leiden darunter.

Voxlauer will über seine Zeit in Rußland nicht reden und hat dafür gute Gründe. Die werden im Buch auch nach und nach beschrieben. Weiterlesen

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Lukas Hartmann: Ein passender Mieter

Bei Margret und Gerhard hängt der Haussegen schief. Das Paar im mittleren Alter hat sich nicht mehr viel zu sagen. Nur die langjährigen Gewohnheiten und der Sohn Sebastian sind der Halt in ihrer Ehe. An dem Tag, an dem Sebastian fluchtartig auszieht, beginnt das Fundament ihrer Ehe zu bröckeln.

Gerhard will die Anliegerwohnung des Sohnes vermieten. Was Margret will, überhört er routiniert. Nach einem Inserat und Kennenlernen lassen sie den Fahrradmechaniker Beat in das ehemalige Reich des Sohnes einziehen. Er ist in Sebastians Alter und ein stiller Zeitgenosse, der seine Freizeit fast vollständig mit Fahrradfahren ausfüllt. Als im Laufe der nächsten Monate immer häufiger von Überfällen auf junge Frauen berichtet wird, wächst in Margret ein Verdacht. Ein ungutes Gefühl nährt ihre Angst. Natürlich nimmt Gerhard sie nicht ernst. Schon seit Ewigkeiten hat er sie nicht ernstgenommen. Und Margret hat sich angewöhnt, ihre Wahrnehmungen ebenfalls zu hinterfragen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Trotzdem wird die Angst stärker und lähmt sie. Weiterlesen

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Ellen Sandberg: Die Vergessenen

Sommer, 1944: Die junge Krankenschwester Kathrin hat in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg ihre erste Arbeit gefunden. Sie möchte unabhängig sein und ihren eigenen Weg gehen. Dass sie sich dann ausgerechnet in den hochrangigen Arzt Karl Landmann verguckt, war so nicht geplant. Nach einigen Wochen merkt sie außerdem, dass die Arbeit in der Heil- und Pflegeanstalt alles andere als glatt läuft. Seltsame Vorkommnisse häufen sich und Kathrin kommt bald einem erschütternden Geheimnis auf die Spur.

Berlin, 2017: Auch das Leben der Journalistin Vera wird erschüttert, als ihre geliebte Tante Kathrin einen Schlaganfall erleidet und ins Krankenhaus kommt. Schon bald wird Vera klar, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht und sie deckt Dinge auf, über die manche Menschen lieber nicht gesprochen hätten. Weiterlesen

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Megan Miranda: TICK TACK – Wie lange kannst Du lügen?

Schon vor Jahren hat Nic ihren Heimatort verlassen – und das aus gutem Grund. Ein einziger Anruf ihres dementen Vaters wirft sie jedoch völlig aus der Bahn. Sie vermietet ihre Wohnung für ein halbes Jahr und macht sich auf den Weg nach Hause. Dabei ist nur ein kleiner Grund, dass sie ihr Elternhaus soweit in Schuss bringen muss, dass es verkauft werden kann. Viel wichtiger ist ihr, was ihr schwer dementer Vater gesagt hat: „Ich habe es gesehen, das Mädchen“. Damit kann nur ihre Freundin Corinne gemeint sein, die kurz vor Ende der Schulzeit verschwand und nie wieder auftauchte. Der Täter wurde nie gefasst, aber beinahe Nics gesamter Freundeskreis stand unter Verdacht. Jetzt ist wieder ein Mächen verschwunden, war es der gleiche Täter und wird er diesmal gefasst? Weiterlesen

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Eshkol Nevo: Über uns

Der 1971 geborene israelische Autor Eshkol Nevo hat die Bewohner eines dreistöckigen Hauses unter die Lupe genommen und ihre Eigenarten, Sorgen und Probleme in drei Kapiteln niedergeschrieben. Diese Idee ist zwar nicht ganz neu – unter anderem José Saramago für „Claraboia“ hatte sie schon –, aber interessant ist sie trotzdem.

In der ersten Etage des porträtierten Hauses ist es ein Vater, der der fixen Idee verfällt, sein an beginnender Demenz leidender Nachbar hätte seine Tochter missbraucht. Er steigert sich immer mehr in diesen Wahn hinein. Eine Etage darüber leidet Chani unter der ständigen Abwesenheit ihres Mannes. Auch dass er sich so wenig für seine Kinder interessiert, setzt ihr zu. Dann kommt der Bruder des Ehemanns, der ein gesuchter Immobilienhai ist und seinen Kunden Unsummen an Geld schuldet. Aber er tut genau das, was sein Bruder nie tut: Er hört Chani zu und kümmert sich um die Kinder. Das führt zu einer schwierigen Zwickmühle für Chani. Weiterlesen

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Bernhard Schlink: Olga

Außergewöhnliche Liebesgeschichte, hervorragende Charakterstudie und ein gelungenes Gesellschaftsporträt: Bernhard Schlink hat in diesem Roman wieder zum großen Wurf ausgeholt. Wie schon in seinem Weltbesteller „Der Vorleser“ bleibt die Liebe hier so leidenschaftlich wie unerfüllt. Es geht um die Sehnsüchte von Menschen, die andere Wege einschlagen, als der Rest ihrer Zeit. Auch die ersten Triebe des beginnenden Faschismus, der sogar in guten, „aufrechten“ Menschen Wurzeln fasst, werden meisterlich dargestellt. Olga hat das Zeug, zu einer der ganz großen Frauenfiguren der Weltliteratur aufzusteigen.

Herbert ist ein Junge, der viel rennt. Olga ist ein Mädchen, das gerne dasteht und zuschaut. Sie lernen sich als Kinder kennen. Nach dem Tod der Eltern wird Olga Ende des 19. Jahrhunderts von Breslau zur Großmutter aufs Land nach Pommern gebracht. Dort lebt Herbert mit seiner Schwester Viktoria in herrschaftlichen Verhältnissen. Seinen Eltern gehört ein großer Gutshof samt Fabrik. Trotz unterschiedlicher Herkunft werden die Drei zu Freunden. Doch als die Heranwachsenden Gefühle füreinander entwickeln, Weiterlesen

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Lavie Tidhar: Central Station

Empfinden Robots Liebe? (S. 41)

Willkommen in Central Station, der Stadt, die man früher als Tel Aviv kannte. Irgendwann einmal, vor Jahrhunderten, lange vor der UNTERHALTUNG die die Menschen durch ein Implantat jederzeit online gehen ließ, startete die Spezies Menschen von hier aus die Eroberung des Sonnensystems. Der Mond, der Mars, dann der Asteroidengürtel und die äußeren Planeten werden von den Juden, den Chinesen und den Asiaten erschlossen und besiedelt. Selbst die Robotniks, ausrangierte Kampfroboter, denen menschliche Überbleibsel übergestülpt wurden, fanden hier ein neues Zuhause.

Inzwischen aber sind die ehemaligen Shuttle-Landeplätze oftmals verwaist, hat sich ein Elendsviertel rund um die Türme gebildet. Hier leben sie alle mit- und nebeneinander – Juden, Christen, Moslems und Anhänger der Roboterreligion, Gestrandete Nachkommen der früheren Lohnarbeiter. Wo sich einst Jaffa-Orangenplantagen ausbreiteten wohin aus Auge reichte, stehen jetzt Solarmodule, Weiterlesen

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