Tyrell Johnson: Wie Wölfe im Winter

Lynns Welt besteht meistenteils aus Schnee, es gibt nur zwei Jahreszeiten: die kalte Jahreszeit und die noch kältere. Seit ungefähr sieben Jahren lebt sie in Yukon, vorher in Eagle, Alaska, und ganz früher in Chicago. Damals gab es noch Internet, Pizza, Kino und den Sommer. Damit ist es vorbei, seit während eines Krieges die Grippe ausgebrochen ist und die meisten Menschen getötet hat. Lynns Familie ist mit wenigen Habseligkeiten rechtzeitig fortgezogen, dorthin, wo die Grippe sich wegen der Kälte und der dünnen Besiedlung weniger rasch ausbreitet als anderswo. Dorthin, wo sie hoffentlich niemand findet. Lynn ahnt nicht, dass sie nicht gefunden werden dürfen. Mittlerweile ist sie Anfang zwanzig und lebt mit Mutter und Bruder, ihrem Onkel und dessen Pflegesohn in selbst gebauten Holzhütten, weitab von jeder Zivilisation. Ihr Dad, zu dem sie ein besonders enges Verhältnis hatte, ist an der Grippe gestorben. Er hat ihr beigebracht, wie man Fallen stellt und mit dem Bogen jagt. Sie hat gelernt, zu beobachten und geduldig auf Beute zu warten. Weiterlesen

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Patricia Schröder: Fanatisch

Das Leben der 17-jährigen Nara verläuft in geordneten Bahnen. Sie ist ganz gut in der Schule, verbringt viel Zeit mit ihrer Freundin Charlotte und ihrem besten Kumpel Jamie und hat sich in Tobias aus ihrer Jahrgangsstufe verguckt. Doch dann bringt ein kleiner Zettel mit nur wenigen Worten darauf alles ins Wanken. „Stelle dich niemals gegen den göttlichen Willen! Es könnten furchtbare Dinge geschehen.“ Diesen Zettel findet Nara bei sich und misst ihm erst keine allzu große Bedeutung zu. Ein Scherz, was sonst? Doch als der Hund der Familie verschwindet und wenig später mit aufgeschlitzter Kehle gefunden wird, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Nara wird erpresst und gefangen genommen und muss in einem dunklen Zimmer gefesselt ausharren. Weiterlesen

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Bernhard Hennen: Die Chroniken von Azuhr 01: Der Verfluchte

Einst, Generationen ist es her, überfielen die Eroberer Cilia, das magische Land der Menschen vom Schwertwald, metzelten die Einwohner nieder, schliffen deren Städte und versklavten die jungen, hübschen Rothaarigen. Seitdem haben sich die letzten Verbliebenen, angeführt von den Herzögen der Schwerter der Rosen in den Schwertwald zurückgezogen, immer bedrängt von den Söldnern der mächtigen Handelshäuser und den Klerikern des Roten Klosters. Nandus Tomero dient der Kirche als oberster Priester Dhalias. Seitdem er die Zeichen erblickt hat, die Sterne, die am Firmament erlöschen, weiss er, dass ein lang prophezeiter Wechsel bevorsteht.

Drei Söhne hat er gezeugt, den Jüngsten, Milan will er mit all seiner Macht prägen und die Hierarchien der Kirche erklimmen lassen. Doch Milan hat seine eigenen Pläne, lernt er doch nicht nur eine faszinierende Diebin kennen, sondern rebelliert auch gegen den despotischen Vater. Dass er sich damit nicht nur gegen Vater und Kirche stellt, sondern gegen sein eigenes Volk weiß er. Dass er aber als Fleischweber die legendären Mären Gestalt verleiht, dass er der Prophezeiung um die Weiße Königin wahr werden lassen könnte, muss er erst erkennen … Weiterlesen

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Jens Lubbadeh: Neanderthal

Deutschland im Jahre 2053 ist gesund. Richtig gesund. Jede Tätigkeit, die nicht gesund ist, ist verpönt. Pränataldiagnostik ist Standard und das Optimieren des Embryos teils verpflichtend (wo es Krankheiten betrifft), teils teuer für die Eltern. Die Menschen tragen ein Implantat, dass ihre Krankenkasse über mögliches Fehlverhalten informiert. Wie kann da eine offensichtlich missgebildete Leiche auftauchen? Und noch seltsamer, es handelt sich nicht um Mißbildungen, sondern die Leiche ist ein Neandertaler, allerdings gerade erst gestorben. Im Neandertal bei Düsseldorf tauchen weitere solcher frischen Leichen auf und der taube Experte Max Stiller wird hinzugezogen. Er bestätigt beides, den offentsichtlich neandertalischen Knochenbau und die Jungheit der Skelette.

Deutschland im Jahre 2053 ist zwar gesund, aber nicht glücklich. Die große „German Depression“ trifft immer mehr Menschen. Es geht weit über das hinaus, was eine „normale“ Depression ausmacht und treibt immer mehr Menschen, gerade Jugendliche, in den Selbstmord. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Depression und dem optimierten Menschen? War der Neandertaler glücklicher? Weiterlesen

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Andrea Camilleri: Die Inschrift

Humor haben auch die Montalbano-Krimis von Andrea Camilleri. Aber in der Erzählung „Die Inschrift“, die jetzt auf Deutsch erschienen ist, blitzt der große Schalk des 92-jährigen Italieners auf. Ganz verschmitzt und unterhaltsam hat er auf nur rund 50 Seiten eine Satire über die grotesken Züge der Kleinbürgerwelt in einem kleinen italienischen Ort im Faschismus geschrieben. Den schmalen Band komplettiert ein Brief einer Leserin des italienischen Bestseller-Autors, in dem sie erzählt, was sie an dieser Satire begeistert und zum Nachdenken gebracht hat.

Bei einer Versammlung des faschistischen Vereins am 11. Juni 1940 geraten Michaele Ragusano und der glühende Faschist Emanuele Persico aneinander. Persico bricht zusammen und erleidet einen tödlichen Schlaganfall. Weiterlesen

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Jen White: Als wir fast mutig waren

Die 12-jährige Liberty musste schon immer Verantwortung übernehmen. Doch seit ihre Mutter bei einem Autounfall verstarb und der eher von der Bildfläche verschwundene Vater die Erziehung von ihr und ihrer 8-jährigen Schwester Billie übernehmen musste, hat dies noch zugenommen. Der Vater zeigt kein Interesse an den Mädchen, besorgt nicht mal etwas zum Frühstück und verbringt die meiste Zeit mit seinen Kameras und macht Tierfotos. Dabei könnte das eigentlich eine Gemeinsamkeit zwischen ihm und seiner Tochter sein. Denn Liberty interessiert sich sehr für Tiere, seit sie vor Jahren von ihrer Mutter erfahren hat, dass ihr Vater die Welt bereist, um diese zu fotografieren. An den Vater allerdings ist kein Rankommen und dann setzt er die Mädchen an einem heißen Tag auch noch einfach an einer Tankstelle aus! Liberty und Billie sind auf sich allein gestellt und Liberty muss erneut beweisen, dass sie viel reifer ist als ihr Alter vermuten lässt. Weiterlesen

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Ulrich Alexander Boschwitz: Der Reisende (1939)

9. November 1938: In nur wenigen Stunden und Tagen verliert der wohlhabende und angesehene jüdische Kaufmann Otto Silbermann einfach alles. Wohnung, Geschäft, Familie, Grundrechte. Mit seinem Restvermögen von 30.000 Reichsmark flüchtet er quer durch Deutschland, unschlüssig, an wen er sich noch wenden soll. Seine jüdischen Freunde werden nach und nach verhaftet, sein arischer Schwager verwehrt ihm Asyl. Silbermann hofft darauf, dass der in Paris lebender Sohn ihm ein Visum besorgen kann. Doch dieser Plan scheitert ebenso wie ein missglückter Fluchtversuch über die belgische Grenze. So „emigriert“ Silbermann in die Deutsche Reichsbahn, lässt sich ziellos von Bahnhof zu Bahnhof treiben, begegnet den unterschiedlichsten Menschen und rutscht immer tiefer in sein unaufhaltsames Verderben.

Wie lange braucht es, um einen Menschen zu brechen? In dem Roman von Ulrich Alexander Boschwitz geht dies erschreckend schnell. Binnen weniger Tage verliert seine Figur Silbermann alles, was er sich erarbeitet hat und was ihn als menschliches Wesen auszeichnet. Weiterlesen

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Alice Feeney: Manchmal lüge ich

Bereits auf dem Buchcover sind dem Titel „Manchmal lüge ich“ die beiden Sätze „Ich liege im Koma“ und „Mein Mann liebt mich nicht mehr“ vorangestellt. – Ein spannender Einstieg also, der neugierig macht. Alice Feeney gelingt es, diese Spannung über weite Teile des Textes zu halten, indem sie mit drei Erzählebenen arbeitet.

Ihre Protagonistin Amber liegt im Wachkoma und registriert alles, was um sie herum geschieht und was geredet wird. Aber sie kann sich nicht mitteilen und sie kann sich nicht mehr an alle Zusammenhänge ihres Lebens erinnern. Stumm und reglos lässt sie die Routine des Krankenhausalltags über sich ergehen und lauscht dabei den Gesprächen des Personals oder ihrer Besucher Paul und Claire.

Ambers Mann Paul ist Schriftsteller und Amber ist sich sicher, dass er sie nicht mehr liebt und etwas damit etwas zu tun hat, dass sie erinnerungslos im Krankenhaus liegt. Auch ihrer Schwester Claire, die immer das Lieblingskind ihrer Eltern gewesen war, misstraut sie. Weiterlesen

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Jojo Moyes: Mein Herz in zwei Welten

In dem nunmehr dritten Band verfolgt Jojo Moyes das Leben von Louisa Clark, die einst den Tetraplegiker Will pflegte und an ihn sein Herz verlor. Im neuen Abenteuer wagt Louisa endlich, was Will ihr vor mehr als zwei Jahren geraten hatte. Lebe und sage Ja zum Leben. Deshalb macht sich Louisa zu einem neuen Ufer auf. Sie lässt ihren Freund Sam und ihre Familie in England zurück, um die Assistentin der jungen, reichen Agnes Gopnik zu werden. Sie braucht eine Art bezahlte Begleiterin, um ihren Alltag zu strukturieren, hat aber keine körperliche Einschränkung. Anfangs weiß Lou deshalb nicht so recht, was eigentlich ihr Job ist. Doch da kommt sie bald schon dahinter …

Immer wieder hat sie auch damit Probleme, dass ihr Herz, wie der Titel andeutet, in zwei Welten zu Hause ist. Ihre Beziehung mit dem Sanitäter Sam, den sie unter besonderen Umständen im zweiten Band kennenlernte, ist noch sehr frisch und hält der Entfernung kaum stand, vor allem als er eine hübsche neue Kollegin zugeteilt bekommt. Weiterlesen

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Beate Sauer: Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Januar 1947: Mitten im „Hungerwinter“ wird in der Eifel der Kölner Alteisen- und Schrotthändler Jupp Küppers erschlagen. Schnell wird klar, dass Küppers seine Finger auch in Schwarzmarktgeschäften hatte. Nachdem in einem seiner Lager englische Waren entdeckt werden, nimmt Richard Davies von der britischen Militärpolizei die Ermittlungen auf. Doch aus dem einzigen Zeugen des Mordes, dem sechsjährigen Peter Assmuß bekommt die (männliche) Polizei kein Wort heraus. Davies fordert Unterstützung von der weiblichen Polizei in Köln an und bekommt sie in Person der jungen Polizeiassistentenanwärterin Friederike Matthée.

Friederike ist eher widerwillig Polizistin und nach einigen Fehlern schwebt über ihr schon das Damoklesschwert der Entlassung. Für sie war der Eintritt in die Polizei, der noch gar nicht lange zurück liegt, die beste (und vielleicht auch einzige) Möglichkeit, nach der Flucht aus Ostpreußen gemeinsam mit ihrer Mutter im Westen Fuß zu fassen und zu einer Unterkunft zu kommen. Weiterlesen

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