Der Roman erinnert mich an die großen amerikanischen Gesellschaftsromane von John Updike oder Jonathan Frantzen. Sonja Heiss zerpflückt eine vermeintlich normale Familienstruktur, d.h., gutbürgerliche Mittelschicht, wo man vordergründig denkt, jau, kenn ich – so weit so gut! Doch nach und nach kommen die Abgründe. Alexander und Barbara als Großeltern, wie man sie nie selbst werden wollen würde!
Der angeschlagene Alexander und die depressive Barbara haben zwei Kinder, Hans und Masha, die dabei sind, ihre Träume und Sicherheiten zu zertrümmern, weil die Brüchigkeit ihrer Lebensläufe, eine relativ gelassen Art von Glück einfach nicht vorgesehen hat. Masha ist jetzt um die vierzig und verspürt den Kinderwunsch in sich, mit all den biologischen Uhren und Bremsen, an Haut, Sexualität und Seele. Weiterlesen


Einst, vor Urzeiten, führten die Titanen einen gnadenlosen Vernichtungskrieg gegeneinander, der drohte, die Welt selbst zu vernichten. Buchstäblich in letzter Sekunde gelang es, die dunklen Götter in ihrem Treiben zu bremsen und die Titanen einzukerkern. Seitdem sind Jahrhunderte ins Land gegangen, Äonen, in denen die Menschen mit dem giftigen Odem, der ihre Welt seitdem durchzieht, zu leben und zu sterben gelernt haben. Nur streng magisch gesicherte Städte haben überdauert, jeweils angeführt von einem Archonten, der eifersüchtig über seine oder ihre Macht wacht. Einst waren sie tödliche Gegner. Die Sprache ist von Clach, dem Assassinen, der starb und als mächtige Untoter wieder aufstand. Und von Ormgair, einst ein Stammesführer, jetzt ein alter, ein mehr als zäher unbequemer alter Stammeskrieger.
So ganz neu ist das Thema ja nicht. Bereits in „Yin“ entwarf Akif Pirincci eine von Männern entvölkerte Welt, alles Maskuline dahingerafft von einer Grippe und nur eine Gesellschaft von Frauen blieb übrig. Wenig verwunderlich allerdings, dass die Kings einen völlig anderen Ansatz wählt. Sobald eine Frau in einen natürlichen Schlaf fällt, fängt ein Kokon an zu wachsen bis er sie völlig einspinnt. Theoretisch kann man die Frau dann zwar noch wecken, es ist aber wenig ratsam. Durchbissene Kehlen, erschlagene Wecker, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Ist es eine Krankheit, werden die Frauen irgendwann einfach wieder aufwachen?
Die 17-jährige Amanda zieht aus ihrem Heimatort weg, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Denn zu viele Menschen dort wissen, dass Amanda nicht immer so hieß. Geboren wurde sie als Andrew Hardy. Doch den hat sie lange hinter sich gelassen. Denn Andrew spürte schon als kleines Kind, dass er ein Mädchen ist. Die geschlechtsangleichenden Operationen hat Amanda endlich hinter sich und durch die Hormoneinnahmen ist sie auch sonst ein Mädchen. Im Wohnort ihres Vaters will Amanda neu anfangen und alles klappt erstmal total gut. Sie findet schnell neue Freunde und dann taucht sogar ein Junge auf: Grant. Amanda verliebt sich Hals über Kopf. Doch was passiert, wenn irgendjemand hier die Wahrheit herausfindet?
Dem Flüchtlingsthema widmet sich der österreichische Schriftsteller Norbert Gstrein in seinem Roman „Die kommenden Jahre“. Doch es geht in diesem Buch um mehr. Natascha, eine wortgewandte und den Menschen zugetane Autorin, lässt eine syrische Flüchtlingsfamilie in einem Sommerhaus wohnen, das sie und ihr Mann Richard an einem abgelegenen See besitzen. Doch während sie – schon auf fast verbissene Weise – alles dafür tut, es den Neuankömmlingen so einfach wie möglich zu machen, sich in ihrer neuen Umgebung einzuleben, kapselt sich Richard immer mehr ab. Er ist ein Gletscher-Forscher und träumt davon, mit seinem Freund Tim in Kanada seinen eiskalten Forschungen nachzugehen.
In der Freiheit der Straße sah der in der Seele schwer verletzte Richard seinen einzigen, zunächst provisorischen Fluchtweg. Dies wird um so verständlicher, wenn statt einer echten Hilfe nur der Drill für ein funktionsorientiertes Leben auf ihn niederprasselte.