Der Scheich und die Sheikha von Alwabbi haben ein riesiges Luxusmuseum erbaut, ohne ein einziges Kunstwerk darin. Die russischen Zinn- und Kaliummagnaten Wladimir Antipowski und Dimitri Woldakow befinden sich in einem Wettstreit. Mrs. Appledore, eine achtzigjährige Grande Dame der Park Avenue, plant einen letzten Coup. Die französische Regierung will es zurück, doch die britische Regierung will es nicht hergeben. Sie alle finden in London zusammen, um sich bei einer Auktion „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ zu sichern. Dieses lange verschollene Gemälde hat die Köchin Annie McDee in einem Trödelladen gefunden – nichts ahnend, dass sie damit in das Abenteuer ihres Lebens gerät. Hannah Rothschild ist ein amüsantes, spannendes Stück Literatur über die Kunst gelungen. Kein Wunder, entstammt sie doch der berühmten jüdischen Bankiersfamilie Rothschild, die auch durch ihre Kunstsammlungen zu Ruhm und Reichtum gelangte. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Eduardo Rabasa: Der schwarze Gürtel
Für Fernando bedeutet der Schwarze Gürtel einfach alles. Er steht für den erfolgreichen Abschluss einer langen Bewährungsprobe und den Beginn einer machtvollen Karriere. Diese Auszeichnung verleiht der Chef der Beratungsfirma ‚Soluciones‘, der über Lautsprecher unverständliche Anweisungen gibt.
Jeden Tag erfahren Fernando und seine Kollegen über die elektronische Anzeigetafel ihren aktuellen Platz in der Hierarchie und wo sie arbeiten sollen. Diesem Konkurrenzdruck hält Fernando nur stand, in dem er seine Nerven mit Tabletten und Alkohol beruhigt. Eine weitere Unterstützung findet er bei dem Hausmeister Dromundo. Egal, wie seltsam Fernandos Befehle anmuten, Dromundo springt, riskiert mal seine Gesundheit oder sein Leben und trägt auf diese Weise Fernando von einem Erfolg zum nächsten. Trotzdem wird Fernando plötzlich entlassen. Weiterlesen
Arno Geiger: Unter der Drachenwand
Der Soldat Veit Kolbe hat mit seinen knapp 24 Jahren schon vier Kriegsjahre auf dem Buckel, als er Ende 1943 an der Ostfront verwundet wird. Nach einem Aufenthalt in einem Lazarett reist er zum Genesungsurlaub zu seinen Eltern in Wien. Veits Wünsche auf dem Heimweg sind bescheiden: Alleine in einem Zimmer schlafen, nicht mehr mit erfrorenen Finger unter dem LKW im Schnee liegen oder alle vier Wochen eine neue Zahnbürste bekommen. All das hat ihm im Krieg gefehlt und auch, wenn sich diese Wünsche in Wien erfüllen, kehrt er in ein ihm fremdes Zuhause zurück. Die Eltern gehen ihm auf die Nerven, er gibt vor allem seinem Vater die Schuld an einer verdorbenen Kindheit, in der die Schlagworte „Standhaftigkeit“ und „Konsequenz“ die Hauptrolle spielten.
„Was die Familie an Persönlichkeitszerstörung anfängt, setzt der Krieg fort“, notiert Veit in seinem Tagebuch. Als er es nicht mehr aushält, besorgt ihm sein Onkel Johann, Gendarmeriepostenführer in Mondsee, ein Zimmer, in dem er sich weitab der Großstadt erholen kann. Johann ist ein Opportunist, wie er im Buche steht. Davon profitiert auch Veit, der durch den Onkel zu einem funktionierenden Ofen und mancherlei anderen Vergünstigungen kommt, ihn aber dennoch für seine Haltung verachtet. Weiterlesen
David Szalay: Was ein Mann ist
Der britische Schriftsteller David Szalay geht in seinem Buch „Was ein Mann ist“ der Frage nach, was eigentlich die typischen Wesensmerkmale und Charaktereigenschaften von Männern sind. Dazu reiht er neun kürzere Erzählungen aneinander, in denen ganz unterschiedliche Männer im Alter zwischen 17 und 73 Jahren im Mittelpunkt stehen. Manche sind arm, manche reich, einige haben einen höheren, andere einen niedrigen Bildungsgrad.
Oft – und wie sollte es anders sein – stehen in diesen Geschichten die Beziehungen zu Frauen im Fokus. Aber während der 17-Jährige Simon Tag und Nacht an seine Angebetete denkt, obwohl er noch nie mit ihr gesprochen hat, geht es später um Streit in Beziehungen oder sogar gescheiterte Ehen. Weiterlesen
Dan Gemeinhart: Ein weiter Weg
Amerika, 1890: Joseph ist 13 Jahre alt und schon Vollwaise. Im letzten Jahr starben seine Mutter und seine Schwester an Typhus, erst kürzlich sein Vater bei einem Unfall. Er kommt bei einem verschrobenen alten Mann mit seinem Pferd Sarah unter. Doch als der Mann Sarah an einen Pferdehändler verkauft, sieht Joseph rot. Er schnappt sich nachts das Geld, welches der Mann durch den Verkauf erhielt und läuft davon. Nichts anderes hat er im Sinn als seine geliebte Sarah zurückzukaufen. Denn dieses Pferd ist für ihn seine einzige Heimat und durch nichts möchte er von dem treuen Tier getrennt sein.
Dan Gemeinhart ist mit „Ein weiter Weg“ ein ganz besonderer, kurzer Roman gelungen. Er beschreibt Josephs Weg über viele Meilen, um den Pferdehändler und sein Pferd zu finden. Weiterlesen
Sebastian Fitzek: Flugangst 7A, gelesen von Simon Jäger
Spannung kann er, der Sebastian Fitzek. Auch dank der eindringlichen Lesung von Simon Jäger ist Flugangst 7A ein spannungsreiches Hörbuch für schlaflose Nächte. Da stört es auch wenig, dass vieles vieles gar zu konstruiert wirkt.
Mats Krüger ist ein erfolgreicher Psychiater. Es erstaunt den geübten Thriller-Hörer wenig, dass er diesen Erfolg nicht auf sein eigenes Leben übertragen kann. Seine Frau hat er im wichtigsten Moment ihres Lebens verlassen, seine Tochter hat jahrelang nicht mit ihm gesprochen. Aber jetzt, bei der Geburt ihres ersten Babys will er unbedingt dabei sein. Deswegen überwindet er sogar seine Flugangst, denn er wohnt in Südamerika und sie in Berlin. Weiterlesen
Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore 01: Eine Idee erscheint
Der weltberühmte, japanische Schriftsteller Haruki Murakami (Jahrgang 1949) hat mit seinem neuen Roman „Die Ermordung des Commendatore I – Eine Idee erscheint“ wieder einmal die Bestseller-Listen gestürmt. Das Buch erschien am 22. Januar 2018 in einer Übersetzung von Ursula Gräfe beim DuMont Verlag.
In dem Roman, dessen zweiter Teil im April 2018 in Deutschland erscheinen wird, begibt sich ein sechsunddreißigjähriger, japanischer Porträtmaler nach der Trennung von seiner Ehefrau Yuzu, mit der er beinahe sechs Jahre verheiratet war, zunächst auf eine ziellose Autofahrt durch Japan. Schließlich kommt er in einem alten Haus in den Bergen („…eine Art Cottage im westlichen Stil.“) unter, das ihm sein Freund Masahiko Amada vermietet. Masahiko ist der Sohn des Malers Tomohiko Amada, der nun unter Demenz leidend in einer Seniorenresidenz lebt. In dem leer stehenden Haus bei Odawara hatte Masahikos berühmter Vater Bilder im klassischen japanischen Nihonga gemalt („…Bilder…, die vornehmlich unter Verwendung von Leim, Farbpigmenten und Blattgold entstehen.“). Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, gibt der Porträtmaler Kunstunterricht in einem Kulturzentrum, außerdem beginnt er eine Affäre mit einer seiner erwachsenen Schülerinnen. Weiterlesen
Alina Bronsky: Und du kommst auch drin vor
Ich bin ich. Und einzigartig! Oder?
Es ist nicht einfach, vierzehn zu sein, wenn sich die Eltern gerade getrennt haben und die Mutter nur noch in Diäten denkt, wenn die Schule nervt und sich das schmut
zige Geschirr unter dem Bett stapelt. Und dann noch dieses Buch! Niemand aus der Klasse hört bei der Lesung in der Bibliothek zu, nur Kim wird aus ihrer Lethargie gerissen. Kein Wunder, denn das Buch handelt … von Kim! Von ihrer Familie, ihrem Leben, ihren Gedanken. Zugegeben, ein paar Namen und unwichtige Details stimmen nicht, aber der Rest – ist eindeutig Kim.
Sie besorgt sich das Buch; zu lesen ist eine ganz neue Erfahrung für Kim. Es ist mühsam, ihre beste Freundin Petrowna davon zu überzeugen, dass es darin tatsächlich um sie geht. Hat nicht der Vater des Mädchens im Buch plötzlich eine dunkelhäutige Freundin, mit der er ein Baby erwartet – genau wie Kims Vater? Petrowna ist skeptisch, aber als im Buch Jonathan stirbt, der im echten Leben kein anderer sein kann als Jasper, ist klar: Jaspers Tod muss verhindert werden. Weiterlesen
Stefan Bollmann: Monte Verità
Sie sind langhaarig, Vegetarier, Aussteiger, praktizieren freie Liebe und nacktes Sonnenbaden: Nein, die Rede ist nicht von den 1968ern. Die Rede ist von den Bewohnern des Monte Verità, jenem Ort über dem Lago Maggiore bei Ascona, der zwischen 1900 und 1920 Hotspot von Anarchisten, Rebellen, Freidenkern, Künstlern und Naturmenschen war. Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringen. Raus aus dem steifen Korsett, den industrialisierten und verdreckten Großstädten. Rein in eine Selbstversorger-Kommune, die Freiheit und Selbstentfaltung verspricht. Stefan Bollmann folgt der illustren Gründertruppe und ihren Gästen, von Hermann Hesse bis Käthe Kruse. Er zeigt, dass das Vermächtnis des Monte Verità noch Generationen später weltweit Früchte trägt. Sogar sprichwörtlich: Denn ohne diese Reformbewegung hätte Steve Jobs seine Firma nicht Apple genannt! Weiterlesen
Tom Limes: Tick Tack Fuck. #echthartezeiten
„Ich hatte eigentlich schon ein völlig anderes Buch begonnen (allerdings auch reales Jugendbuch), als es mich auf dem Konzert von Heisskalt total riss. Ich wartete da inmitten vieler junger Leute zwischen Vorgruppe und Hauptact, als mir zwei junge Mädchen auf die Schulter tippten und fragten: ‚Sorry, können wir vor dich? Wir können sonst nicht richtig sehen.‘ Daraufhin sagte ich: ‚Klar, könnt ihr. Aber macht euch keine Sorgen, in wenigen Minuten wird hier nichts mehr sein, wie es gerade ist.‘ Sie schauten mich dankbar an und begriffen meine Worte, als wir wenige Sekunden nach Konzertbeginn mitten in einem pogenden Moshpit versanken. Da krallten sie sich an mir fest und ihre Stimmung wechselte von Überraschung über Irritation hin zu Begeisterung Weiterlesen