Ein sehr spannender Thriller aus Skandinavien: Julie ist jung, hübsch und gerade erst vom Land nach Kopenhagen gezogen, um dort Literatur zu studieren. Doch ihre Pläne kann sie niemals verwirklichen. Sie wird ermordet aufgefunden. Pikantes Detail: Der Täter hat ihr mit einem Messer ein merkwürdiges Muster ins Gesicht geritzt, teilweise als sie noch bei Bewusstsein war. Ein Zeichen? Ein irres Kunstwerk? Kommissar Jeppe Korner und seine Kollegin Anette Werner haben bald alle Hände voll zu tun. Es stellt sich heraus, dass die engelsgleiche Julie längst kein Unschuldslamm war. Vor ihrem Tod hat sie mit einem mysteriösen, älteren Fremden angebandelt. Dann präsentiert Julies Vermieterin Esther de Laurenti das Manuskript zu ihrem ersten Roman, in dem der Mord exakt so beschrieben wird. Wer hatte Zugang zu der Druckschrift? Die Liste der Verdächtigen wird immer länger, ein zweiter Mord passiert. Es stellt sich die Frage, ob die Tat nicht nur Mittel zum Zweck war, um eine ganz andere Person zu treffen. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Tommi Kinnunen: Wege, die sich kreuzen
In einer nordfinnischen Stadt lässt die todkranke Lahja ihr Leben, das mit einem belastenden Geheimnis behaftet ist, Revue passieren. Nur ihre Schwiegertochter Kaarina weiß von diesem Geheimnis, nachdem sie auf dem Dachboden einen Brief findet, der eine Tragödie preisgibt. Obwohl Kaarina sich nie gut mit ihrer eigenwilligen Schwiegermutter verstanden hat, bewahrt sie Stillschweigen und vernichtet den Brief.
Der Rückblick beginnt mit dem Jahr 1895 und Maria, der alleinstehenden Mutter von Lahja. Maria war Hebamme gewesen. Sie legte Wert darauf, ihr Geld selbst zu verdienen und gesellschaftlich respektiert zu werden. Die Menschen holten Maria nur bei langen und schweren Geburten zu Hilfe, was aber fast jeden Tag vorkam. Hier lesen sich so schonungslose Geschichten wie die, als Maria einer Gebärenden ihr totes Kind mit dem Messer aus dem Leib schneidet, damit die Mutter überleben kann. Am Fluss kocht sie die blutigen Schürzen aus. Weiterlesen
Petra Hammesfahr: Als Luca verschwand
Ein neun Monate alter Junge verschwindet vor einer Drogerie. Wer könnte ein Motiv für diese grausame Tat haben? Zuerst geraten die Mutter sowie eine verwirrte Alte ins Visier der Ermittler. Doch gibt es Verbündete? Geht es um Lösegeld, Rache, menschliches Versagen? Weitere Personen streifen das Geschehen, mit Motiven, die im Dunkeln liegen. Durch gut gehütete Geheimnisse, mysteriöse Zufälle und Verluste, an denen sie zu zerbrechen drohen. Petra Hammersfahr ist ein exzellenter Pagetuner mit Gänsehautgarantie gelungen. Ohne blutiges Gemetzel schafft sie Horrorszenarien, die hinter Fassaden lauern. Subtil, einfühlsam und daher umso erschreckender.
Welche Mutter stellt ihr Baby mitten im Januar unbeaufsichtigt vor einer Drogerie ab, um ungestört Lippenstifte zu kaufen? Für die Ermittler ist Mel, die Mutter des verschwundenen Luca, von Anfang an verdächtig. Hat die offensichtlich überforderte Frau, deren ältester Sohn Max ebenso allein durch den Laden streift, ihr Kind getötet und will es nun als Entführung vertuschen? Zeugen haben jedoch auch die „verrückte Alte im Poncho“ am Kinderwagen beobachtet. Sie soll kleinen Kindern Süßigkeiten schenken und schon mehrmals Familien gestalkt haben. Max traf vor dem Kinderwagen zudem auf einen mysteriösen „Buhmann“, der ihn absichtlich erschreckt und somit abgelenkt hat. Weiterlesen
Susanne Fischer: Wolkenkönigin
Für Corinna ist nach dem Umzug vor dem Umzug mit dem üblichen Ablauf: neue Schule, neue Klassenkameraden und der erste Platz bei den Außenseitern. Häufig wird ihr Name für Hänseleien genutzt. Mit den Worten »Iih, Corry zieht ins Kanakennest!« (S. 13) wird sie verabschiedet. Aus diesem Grund will sie die immer gleichen Abläufe ändern. Bei ihrer Anmeldung in der neuen Schule behauptet sie einfach, ihr Name sei Corinna Marie und Marie der Rufname. In ihrer neuen Klasse gibt es nur noch einen freien Stuhl. Wie es der Zufall so will, saß dort vor kurzem noch eine andere Marie, die Pechmarie. Pechmarie musste die Schule verlassen.
Schnell findet Corinna Marie Anschluss. Auch zu Marc, der eine Etage unter ihr wohnt und sie zu seinem Lieblingsplatz führt.
»… Schon merkwürdig, dass du mir das erzählst, wir kennen uns doch gar nicht.« … Marc lächelt schief. »Du heißt Inna, dein Vater ist mit einer Tussi weg, du gehst auf die Schwitze, vorher warst du in Neuenmarken. Dein Bruder ist ein Spasti, deine Mutter harzt. Ich bin Mark, … , meine Mutter jobt beim Billig, keine Geschwister. Vater weg. Mutter hat gerade einen neuen Typen. Kennen wir uns?« (S. 28/29) Weiterlesen
Julia Jessen: Die Architektur des Knotens
Eigentlich könnte Yvonne glücklich sein. Sie hat doch alles: Einen sympathischen, gut verdienenden Mann, zwei liebenswerte kleine Jungen, ein schönes Heim, einen guten Beruf als Grundschullehrerin, einen netten Freundeskreis…
Wieder ist es der Selbstfindungsprozess einer Frau, den Julia Jessen wie schon in ihrem ersten Roman „Alles wird hell“ beschreibt. Wieder ist eine unheilvoll gärende Story, die die Entfremdung vom Partner thematisiert.
Yvonne schleudert viel zu früh in eine Partnerschaftskrise hinein, aus der sie keinen Ausweg findet. Ihre beiden Kinder sind in einem Alter, wo sie dringend beide Elternteile brauchen. Ihr dementer Vater, der ihr sowieso keinen Halt geben kann, bezeichnet sie in seiner Verwirrung gar als läufige Hündin, was ihrem Verhalten unterschwellig schon wieder eine gewisse Legitimität gibt. Einerseits ist sie sich darüber bewusst, dass ihr intaktes Familienleben etwas Kostbares ist, das es zu bewahren gilt. Andererseits ist da eine ermüdende Abgestumpftheit in ihr. Sie fühlt sich wie eine Gefangene in einem Netz aus Erwartungshaltungen, das ihre Sehnsüchte und Träume gefangen hält. Weiterlesen
Emma Heatherington: Zehn Wünsche bis zum Horizont
Maggie O’Hara bekam vor siebzehn Jahren ein Herz geschenkt. Kein Liebesbriefherz, keine Herzohrstecker – sondern das Herz, das in ihrer Brust schlägt. Einst gehörte es der vierzehnjährigen Lucy Harte, nach deren Tod erhielt es Maggie als Organspende. An jedem Jahrestag ihres Herzgeburtstags hält Maggie Zwiesprache mit Lucy, dankt ihr und erzählt, was in ihrem Leben los ist. Im Moment läuft es nicht besonders: Ihr Ehemann hat sie ziemlich bald nach der Hochzeit für eine andere verlassen, mit der er ein Kind erwartet, Maggie versinkt in Selbstmitleid und Alkohol, verliert beinahe den Job. Zu ihrem Bruder hat sie keinen Kontakt mehr, die Eltern machen sich Sorgen um sie.
Unerwartet bekommt sie einen Brief. Simon, Lucy Hartes Bruder, hat Maggie gefunden und möchte sie kennenlernen. Endlich, endlich hat Maggie die Chance, sich bei der Familie der Herzspenderin zu bedanken und ihre Schuldgefühle zu besiegen! Sie fühlt sich schuldig, denn sie kann nur leben, weil Lucy gestorben ist. Weiterlesen
Friedrich Christian Delius: Die Zukunft der Schönheit
Ein junger deutscher Dichter und Student ist im Frühjahr 1966 zu einer Tagung in New York eingeladen und steht kurz vor der Heimreise. An seinem letzten Abend will er noch etwas Besonderes erleben, deshalb besucht er gemeinsam mit zwei Freunden einen Jazzclub in einer abgelegenen, finsteren Ecke der Stadt. Doch schon bei den ersten „kreischenden, klagenden, schrillen Tönen“ des Saxophonisten Albert Ayler und seiner Band hat er das Gefühl, „von Getröte, Gezirpe, Gehämmer, Gejaule“ in die Flucht getrieben zu werden. Da er sich nicht blamieren und als unwissender Laie, als hinterwäldlerischer Provinzler erkannt werden möchte denkt er: „Lehn dich zurück und hör einfach zu oder hör weg.“
Der Freejazz ist eine neue Erfahrung für ihn und weghören will ihm nicht gelingen, so eindringlich, so aufdringlich spielen die fünf Musiker auf der Bühne. Weiterlesen
Daniel Suarez: Bios, gelesen von Uve Teschner
Noch ein Zukunftsroman, in dem die Menschheit alle Krankheit überwunden hat durch Gentechnik. Daniel Suarez beschäftigt sich mit der Frage, wie weit Gentechnik gehen kann und darf. In seiner Welt sind Designerbabys keine Frage mehr, sondern Realität. Aber was ist mit den vorher Geborenen. Sollten sie nicht auch teilhaben können. Und könnte man mit dieser Frage nicht kriminell viel Geld machen?
Kenneth Durand leitet im Jahre 2045 bei Interpol den Kampf gegen die Genkriminalität. Eines Tages findet er sich im Krankenhaus im Körper seines mächtigsten Gegners wieder. Weiterlesen
Lara Avery: Was von mir bleibt
Samantha ist 18 Jahre alt und steht kurz vor ihrem Schulabschluss. Eigentlich sollte ihr die Welt zu Füßen liegen, denn sie hat sich in der Schule stets angestrengt, um ihr großes Ziel zu erreichen: Die Universität in New York. Doch alles kommt anders und Samantha erkrankt an einem seltenen Gendefekt, der sonst eher bei jüngeren Kindern vorkommt und sie kaum bis zur Pubertät überleben lässt. Niemann-Pick Typ C wird dafür sorgen, dass sie immer mehr ihre Erinnerung verliert. Deshalb setzt Sammie alles daran, ihre Erinnerungen zu konservieren. Sie schreibt auf, was sie erlebt und was ihr wichtig ist.
Dabei ist der Einstieg für Leser, die der Pubertät selbst schon entwachsen sind, nicht ganz so einfach. Denn manchmal notiert Sammie Gespräche tatsächlich im Dialogstil mit Doppelpunkt und danach dem entsprechenden Wortbeitrag. Das wird aber nach den ersten Kapiteln besser und der Roman lässt sich gut lesen. Weiterlesen
Joshua Cohen: Buch der Zahlen
Am Tag der Anschläge auf das World-Trade-Center in New York bricht auch für den erfolglosen Autor Joshua Cohen die Welt zusammen: sein neues Buch scheitert und seine Frau verlässt ihn. Auch sonst entwickelt sich sein Leben recht aussichtslos, bis er den Auftrag erhält, die Memoiren seines Namensvetters zu schreiben: die des schwerreichen Internetmoguls Joshua Cohen.
Die beiden reisen gemeinsam um die Welt und führen lange Gespräche. Dabei erfährt der gescheiterte Autor, wie es möglich war, dass aus einem einfachen Studenten der Mann wurde, der mit seinen Suchalgorithmen das Internet revolutionierte und es zum Milliardär brachte.
Joshua Cohen ist ein junger amerikanischer Autor, dessen ‚Buch der Zahlen‘ nun auch auf Deutsch erschienen ist. Auch wenn der kurze Anriss der Handlung möglicherweise nach einer eher simplen Story klingen mag, so steckt in Cohens Buch doch wesentlich mehr. Weiterlesen