Die Wechseljahre hat Andrea Schnidt, die Heldin aus Susanne Fröhlichs Romanreihe, hinter sich. Im zehnten Band betritt die Anfang 50-Jährige ungewohntes Terrain. Seit der Geburt ihres ersten Kindes begleitet Susanne Fröhlich ihre Heldin Andrea Schnidt. Genau 20 Jahre nach dem ersten Band der Bestsellerreise ist nun der zehnte Teil erschienen. In „Verzogen“ zieht Andrea Schnidt mit ihrem zweiten Partner, dem Arzt Paul, aufs Land, in das kleine Waldrand-Nest Palsdorf bei Fulda. Mit ihrer dementen Mutter, deren Pflegerin zieht Andrea Schnidt in das Haus eines Arztes, den Paul ein Jahr lang vertreten soll, ein – die Hühner im Gartenstall inklusive. Jeder kennt jeden in dem kleinen Dorf, und die Dorfbewohner scheuen sich auch nicht, eben mal bei „Frau Doktor“ reinzuschneien. Andrea verzweifelt, ihre Mutter blüht auf. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Clemens J. Setz: Bot: Gespräch ohne Autor
Der Österreicher Clemens J. Setz (Jahrgang 1982) ist freier Schriftsteller und wurde 2011 für seine Erzählungen „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2015 erhielt er den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Dieser über 1000seitige „Liebes“-Roman provozierte Lesende und Rezensierende. Und nun „Bot – Gespräch ohne Autor“, das neueste Werk von Clemens J. Setz, das am 12. Februar 2018 im Suhrkamp Verlag erschienen ist.
Clemens J. Setzs Werke zeichnen sich nicht nur durch ihre sperrigen Titel, sondern auch durch ihre anspruchsvollen Inhalte aus, die nicht jedermanns bzw. jederfraus Geschmack treffen. In „Bot – Gespräch ohne Autor“ bleibt Setz dieser Linie treu.
Darin geht es um folgende Versuchsanordnung: Clemens J. Setzs Lektorin Angelika Klammer führt ein Interview mit einem Clemens-Setz-Bot. Die Fragen, die Angelika Klammer stellt, werden nicht von dem Schriftsteller Setz persönlich beantwortet, sondern von der Lektorin per Stichwortsuche aus seinem elektronischen Tagebuch gefischt. Weiterlesen
D. Nolan Clark: The Silence 01: Der verratene Planet
Was passiert, wenn eine Gesellschaft in Bürokratie erstickt, ist uns allen bekannt. Die Wirtschaft wird ausgebremst, der Fortschritt stagniert, die Menschen werden unzufrieden weil es nichts vorangeht. Als ultimative Lösungsmöglichkeit wird immer die Privatisierung, das freie Spiel der Märkte hochgehalten. Wie man angesichts der gerade in letzter Zeit ans Tageslicht gekommenen Skandalen sieht, scheint auch dies kein wirklich überzeugender Lösungsweg zu sein.
Was dies mit einem Science Fiction Roman zu tun hat, möchten sie jetzt doch endlich einmal wissen? Nun, D. Nolan Clark hinter dem sich der Bestsellerautor Daniel Wellington verbirgt zeigt uns eine zukünftige Welt, in der eben jene Zustände dazu führen, dass Menschen im Stich gelassen werden.
Rechenschieber, beziehungsweise Computer entscheiden, ob es sich rechnet, existenziell bedrohten Menschen zu Hilfe zu kommen. Und, wie kaum anders zu erwarten, wenn die Kosten den vermeintlichen wirtschaftlichen Nutzen übersteigen, sind die Schicksale der Siedler einer ganzen Welt unrelevant. Das Hilfegesuch Nirayas, eines kleinen, unbedeutenden Siedlungsplaneten am Rand der menschlichen Hegemonie Weiterlesen
Emma Donoghue: Das Wunder
Irland, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die Geschichte eines 11 Jahre alten Mädchens sorgt für Aufsehen. Die kleine Anna O’Donnell hat seit vier Monaten nichts gegessen. Lediglich etwas Wasser nimmt sie zu sich. Die Katholiken im Ort und anderswo glauben sofort an ein Wunder, Pilger kommen in Scharen, um das Mädchen zu sehen. Die Krankenschwester Elizabeth Wright, genannt Lib, wird mit der Ordensschwester Michael dazu engagiert, zwei Wochen Tag und Nacht auf das Kind aufzupassen, um herauszufinden, ob es wirklich seit vier Monaten nichts gegessen hat und wie das möglich sein kann. Lib glaubt natürlich sofort an einen Schwindel. Es sollte doch einfach sein, Anna und ihre Familie innerhalb nur eines Tages zu überführen.
Emma Donoghue sorgte in 2012 mit ihrem fantastischen Roman „Raum“ für Aufsehen. In 2017 wurde dieser sogar verfilmt. Da ist es mehr als Zeit, dass der nächste Roman erscheint. Weiterlesen
Steve Hockensmith: Weiße Magie 03: direkt ins Schwarze
Wie konnte mir diese Reihe nur bislang entgehen? Sie ist witzig, voller lebhafter Protagonisten und Wendungen und macht an einem vereisten Samstagnachmittag einfach Spaß. Alanis McLachlan führt in einer amerikanischen Kleinstadt den Tarotladen ihrer verstorbenen Mutter weiter. Leider war ihre Mutter nicht der netteste Mensch auf Erden und Alanis ist ziemlich damit beschäftigt, an allen möglichen Stellen wieder gut zu machen, was diese angerichtet hat. Da taucht Biddle auf, ein Mann, der einmal ihr (schlechter) Vaterersatz war und den sie längst tot glaubte. Und plötzlich tauchen mehr und mehr Menschen auf, die ein bestimmtes Bild suchen, von dem Alanis nicht einmal wußte, dass es existierte. Schon bald säumen Leichen und Mörder ihren Weg und sie hat sehr viel zu tun, ihre kleine Schwester und sich selbst vor all dem zu beschützen. Und den Mörder zu finden. Und am Leben zu bleiben. Weiterlesen
Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfluch
Ann Kathrin Klaasen und ihr Team sind zurück. Wer diese außergewöhnliche Hauptkommissarin aus Ostfriesland kennt und mag, wird sich darüber freuen, aber auch Neueinsteiger kommen mit diesem spannenden Krimi gut zurecht. In einem Rapsfeld nahe des Deiches liegt eine nackte, tote, mit Blumen geschmückte Frau. Neben ihr, ebenfalls mit einem Schrotgewehr ermordet, ein Tourist aus Wattenscheid. Die Identitäten sind schnell geklärt und bald stellt sich heraus, dass Angela Röttgen vor ihrem Tod schon seit einiger Zeit spurlos verschwunden war. Hat sie ihre Familie verlassen, wurde sie entführt oder hat ihr Mann sie im Haus eingeschlossen?
Weitere Fälle von verschwundenen Frauen werden bekannt. Bei Freunden (oder Geliebten?) kommen Päckchen mit Frauenkleidung an. Auf Angela Röttgens Ehemann wird mit dem Schrotgewehr geschossen. Wie hängt das alles zusammen? Gibt es einen Täter oder sind es mehrere? Weiterlesen
Bergsveinn Birgisson: Die Landschaft hat immer Recht
Das Wetter hat Landschaft und Menschen vom Geirmundarfjördur, einem scheinbar am Ende der Welt liegenden Fjord in Island, geprägt. Täglich sind die Fischer den Naturgewalten, die bestimmen, wann sie zum Fischen hinausfahren können, ausgesetzt. An Tagen, in denen die Wetterhölle um sie herum so stark tobt, dass sie zu Hause bleiben müssen, fällt zudem häufig noch der Strom aus. Touristen allerdings, die an schönen Tagen dort kurz verweilen um gleich darauf wieder weiterzufahren, bezeichnen den Ort als Paradies.
Aus den Tagebucheinträgen des jungen Fischers Halldór, die von einem weiteren Erzähler ergänzt sind, erschließt sich den LeserInnen die Welt der Menschen am Fjord. Halldórs Aufzeichnungen lesen sich fesselnd wirklichkeitsnah und ziehen mitten hinein ins Geschehen. Jeder Eintrag beginnt mit dem vorherrschenden morgendlichen Wetter und Angaben darüber, wieviel Fisch von welcher Sorte den Tag über gefangen wurde. Weiterlesen
Rachel Joyce: Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie
1988 in der Unity Street, einer Sackgasse in einer heruntergekommenen Gegend der Stadt: Franks Plattenladen ist Treffpunkt für die anderen Ladenbesitzer und für viele Menschen aus der Gegend, denn der große, freundliche und einfühlsame Mann findet für jeden die Musik, die er gerade braucht. Er schenkt Zuneigung und Verständnis und vor allem hört er zu. Zu jedem Lied, zu jedem Stück weiß er eine Geschichte zu erzählen, kennt die Wirkung, die es haben kann und zeigt damit Wege aus kleineren und größeren Krisen.
Doch die Zeiten sind schwer. Ein Laden nach dem anderen muss schließen. Eine große Firma will die Häuser aufkaufen und macht Angebote, die man fast nicht ablehnen kann. Aber der Name der Straße ist hier Programm: Große Teile der Unity-Street stehen zusammen, bilden eine Einheit und Gemeinschaft, deren Mitglieder sich gegenseitig stützen. Weiterlesen
Neal Shusterman: Scythe 01: Die Hüter des Todes
C
itra lebt in einer perfekten Welt. Es gibt keine unheilbaren Krankheiten mehr, keinen Tod, nicht mal Alter, denn man kann sich einfach ab 60 Jahren auf ein beliebiges Alter über 20 zurücksetzen lassen. Es gibt nur eine tödliche Gefahr und das sind die Scythe. Sie wurden von den Menschen beauftragt, ein bestimmtes Kontingent zu töten, denn es gibt weiterhin Kinder. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die nicht jeder geeignet ist und die niemand haben will. Ausgerechnet Citra wird berufen, sich zur Scythe ausbilden zu lassen, ein Ruf, dem man besser folgt. Aber es kommt noch schlimmer. Sie ist nicht der einzige Lehrling dieses besonderen Scythe, sondern beginnt ihre Ausbildung gemeinsam mit Rowan. Nur einer kann am Ende Scythe werden und so geraten die beiden in einen Wettkampf des Versagens. Aber das ist noch nicht das Allerschlimmste. Weiterlesen
Andreas Séché: Leuchtturmmusik
Es gibt einen besonderen Ort auf der Welt, so idyllisch, dass alle seine Bewohner friedfertig und glücklich sind – oder glücklich werden. Ein Fischerdorf am Meer, das die Touristen noch nicht entdeckt haben, wo der Wind säuselt und die Fischernetze immer voll sind. Von dort ist es nicht weit bis ins Hinterland mit riesigen Bäumen und einer alten Wassermühle, einem Flüsschen und einer Höhle. Und auch nicht weit zu einer blütengesprenkelten Lichtung mit Zitronenfaltern und Blick auf den Ozean. Dort begegnet Tristan der geheimnisvollen Fremden: Emily. Man könnte meinen, dass Emily das Dorf gehörig durcheinanderwirbelt. Schließlich stellt sie laut Klappentext das Leben aller auf den Kopf. Aber nein. Mit einer ganz besonderen Geste bringt sie die Menschen zwar zum Nachdenken, ansonsten aber fügt sie sich ins Dorfleben ein, als gehörte sie schon immer dazu. Tristan und Emily finden ineinander die große Liebe, einzigartig und vollkommen, passend in dieses Paradies. Zwar schlägt die Vorsehung grausam zu, doch die beiden Liebenden finden genügend innere Kraft und Zufriedenheit, um den Schicksalsschlag anzunehmen. Weiterlesen