Colleen Hoover: Nur noch ein einziges Mal

Als Lily Ryle kennenlernt, will der Neurochirurg nur einen One-Night-Stand. Doch Lily ist dazu nicht bereit, sie will Liebe, den Mann auf dem weißen Ross und ein Leben für Immer und Ewig. Erst nach vielen Monaten scheint Ryle auch dazu bereit und die beiden versuchen es mit einer Beziehung. Keiner von ihnen ahnt allerdings, dass der jeweils andere noch ein wichtiges Geheimnis vor ihm verbirgt. Bei Lily ist es ihre Teenager-Liebe zu dem obdachlosen Jugendlichen Atlas, den sie einst versteckte und versorgte. Als Atlas dann tatsächlich leibhaftig vor ihr steht, überschlagen sich die Ereignisse.

Wer schon mehrere Romane von Colleen Hoover gelesen hat, der weiß, dass das bei weitem nicht alles ist. Gerade wenn man denkt, die Geschichte nimmt einen guten Lauf, wirft die talentierte Autorin die nächste emotionale Bombe und alles ist wieder durcheinander. Weiterlesen

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Claudia Rikl: Das Ende des Schweigens

Das Ende des Schweigens besiegelt der Mörder, in dem er dem Opfer die Zunge herausschneidet. Kommissar Herzberg findet schnell heraus, dass der Tote zu Lebzeiten ein unangenehmer Zeitgenosse war. Der Ex-Major zählte zu den Hardlinern im DDR-Regime und agierte seinen Soldaten gegenüber ebenso rücksichtslos wie in seiner Familie. Je tiefer Herzberg in die Geschehnisse vor der Wende eintaucht, um so mehr leidet er an den eigenen Erinnerungen, die er bisher erfolgreich verdrängt hat. Damals wurde er wie alle jungen Männer zu einem harten Wehrdienst gezwungen, der den Willen der angehenden Soldaten brechen sollte. Herzberg selbst ging danach in den Widerstand und wurde wegen der Lektüre eines verbotenen Buches inhaftiert. Weit über Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall findet er noch immer Zeitgenossen, die der DDR und der guten, alten Armeezeit hinterher trauern. Gleichzeitig gehen sie über ihre eigenen Taten schweigend hinweg. Einer dieser Männer ist sogar Herzbergs unsympathischer Kollege Sven Färber. Sehr schnell macht dieser sich verdächtig, weil er immer neue Lügen erzählt. Während ihrer Ermittlungen finden Herzberg und sein Team auch überraschend viel über Svens Vergangenheit und dessen Verbindung zu dem Opfer heraus. Weiterlesen

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Jennifer Estep: Elemental Assassin 09: Spinnenherz

Rache wird gemeinhin kalt genossen. Nicht so bei Gin Bianco, einstmals als Spinne in und um die Südstaatenmetropole Ashland als deren besten Auftragskillerin bekannt.

Sobald man aber die Menschen in ihrer direkten Umgebung, diejenigen, die sie als ihre Familie ansieht bedroht, dann ist echt Schluss mit lustig. Mit Mordanschlägen auf sie selbst kann sie umgehen, schließlich hat sie darin mehr als genug Erfahrung, seitdem sie Mab, die einstige Anführerin des organisierten Verbrechens in ihrer Heimatstadt gemeuchelt hat. Dann aber meint so ein Hinterwäldler, halb Zwerg, halb Riese zudem ein Feuerelementar ihre Kosmetikerin Jo-Jo, Ersatzmutter, Heilerin und starke Schulter zum Anlehnen und Ausheulen zu überfallen, anzuschließen und deren Schwester Sophia zu entführen. Weiterlesen

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Wioletta Greg: Unreife Früchte

Polen in den 1970er und 1980er Jahren. – Das ist weder geografisch sehr weit weg von uns, noch zeitlich allzu lange vorbei. Dennoch fühlt man sich beim Lesen gute achtzig Jahre zurückversetzt. Obwohl seit 1981 unter General Jaruzelski das Kriegsrecht in Polen herrscht, spürt man hiervon wenig im ländlich geprägten Hektary. Hier wächst die junge Wiolka inmitten ihrer Großfamilie auf.

Die Autorin beschreibt autobiografische Episoden ihrer Kindheit und ihres Heranwachsens in diesem kleinen schlesischen Dorf. Diese Vergangenheitsschilderungen ohne Hektik, Handys, rastlose Aktivitäten und ohne jeglichen Überfluss erscheinen in ihrer Einfachheit fast schon wieder idyllisch.

Wiolkas Mutter hat die Taufdecke ihres kleinen Mädchens am Fenster des Hauses angebracht, bis der lange inhaftiert gewesene Vater wieder bei der Familie ist. Weiterlesen

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Peter Härtling: Der Gedankenspieler

Der im Juli des vergangenen Jahres verstorbene Peter Härtling war einer der großen deutschen Schriftsteller. Neben zahlreichen Romanen, Essays und Biografien war er auch ein sehr erfolgreicher Autor von Kinderbüchern. Bei Kiepenheuer & Witsch erschien im März 2018 sein letzter Roman „Der Gedankenspieler“.

Der dreiundachtzigjährige Johannes Wenger, Architekt oder „Baumeister“ (wie er sich selbst bezeichnet), ist nach einem Sturz auf Pflege und Hilfe angewiesen. Das passt dem intellektuellen, unabhängigen Geist nicht. Er hadert mit seinem Alter und seiner Hilfsbedürftigkeit. Aber er hat einen Freund, seinen Hausarzt Dr. Mailänder, der ihn nicht nur medizinisch versorgt, sondern sich auch in seiner Freizeit um den alten Mann kümmert. Wenger müht sich mit seiner Einsamkeit, den Tücken des Alltags als Rollstuhlfahrer und den Routinen des Pflegepersonals. Er betrachtet besorgt die Entwicklung der Welt und der Menschen. Wenger fühlt sich müde, schwach und einsam. Trotz Alter und Krankheit erhält er Anfragen für Fachartikel von Zeitschriften. Die Recherchen dazu werden mühselig und anstrengend. Einmal bricht er mit einer Unterzuckerung zusammen. Weiterlesen

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Matthew Costello & Neil Richards: Tiefer Grund

Im kleinen Städtchen Cherringham, nicht weit entfernt von Oxford, geht das Schuljahr zu Ende. Lehrer und Schüler der Abschlussklassen feiern diesen Anlass in einem Pub. Josh, einer der Lehrer, scheint dabei viel zu viel getrunken zu haben. Außer einer Kollegin nimmt das aber keiner so recht zur Kenntnis. Noch am selben Abend wird Josh tot unter einer Brücke aufgefunden. Ein Unfall?

So beginnt der neueste Fall des bereits in einer Reihe von Kriminalfällen (als E-Book bei Bastei Lübbe erschienenen) erfolgreichen Duos Sarah und Jack. Denn schnell kommen Zweifel auf, ob Josh wirklich ‚nur‘ betrunken war oder ob nicht viel mehr Drogen im Spiel waren. Diese Befürchtung hat jedenfalls Louise, die neue Direktorin der Schule. Denn sie weiß, dass es dort Drogenprobleme gibt. Weiterlesen

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Jacqueline Woodson: Ein anderes Brooklyn

Die amerikanische Autorin Jacqueline Woodson, geboren 1963, blickt in ihrem dünnen Roman „Ein anderes Brooklyn“ auf die Jugend einer Mädchenclique in den 70er-Jahren im New Yorker Stadtteil Brooklyn zurück.

In eindringlicher Sprache gelingt es der Autorin dabei, sowohl die Unbeschwertheit, den jugendlichen Lebenshunger und das Glück jener Jahre rüberzubringen, als auch das ganz private Leid, das die Mädchen zu verarbeiten haben.

August, der Ich-Erzählerin, fehlt die Mutter, die sich umgebracht hat, und Sylvia muss sich mit ihren überstrengen Helikoptereltern – so würde man es heute ausdrücken – herumschlagen. Armut, Kindesmissbrauch, Alkohol und Drogen, zu frühe Schwangerschaften oder eine überzogene Religiosität sind weitere ständige Begleiter in dem vorwiegend von Schwarzen bewohnten Viertel, in dem die Mädchen aufwachsen. Weiterlesen

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Jan Weiler: Kühn hat Ärger

Mit den Figuren aus dem „Pubertier“ und „Maria, ihm schmeckts nicht“ haben die Krimis von Jan Weiler wenig gemeinsam. Der Kommissar Martin Kühn des 50-jährigen Düsseldorfers ist wesentlich humorfreier als Weilers Antonio oder Maria. Jetzt ist – drei Jahre nach dem ersten Band „Kühn hat zu tun“ der zweite Band der noch jungen Krimireihe erschienen: „Kühn hat Ärger“.

Ehefrau Susanne benimmt sich komisch, Martin Kühn wittert einen Seitensprung, aber der Hauptkommissar selbst streckt auch die Fühler nach anderen Frauen aus. Dabei hätte er eigentlich genug zu tun, den ein junger Mann ist erschlagen und eine Schülerin ist mit einem Joghurt aus dem Supermarkt vergiftet worden. – Zwei Fälle, die nichts miteinander zu tun haben, außer, dass sie Menschen des reichen und armen Teils von München gegenüberstellen. Und beide Fälle löst Kühn am Schluss auch nicht gerade befriedigend für den Leser. Weiterlesen

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Nina Lykke: Aufruhr in mittleren Jahren

Ich lege ein Buch zur Seite und atme erst mal tief durch. Weil ich grade parallel eine schonungslose Bestandsaufnahme des Zustandes unseres Planeten lese und über dessen  Zerstörern (Amerika auf der Couch), welches im Endeffekt erklärt, dass der Mensch, egal wo und wann er auftaucht (e), qua genetischer Disposition alles ausrottet – inklusive sich selbst. Die Witzfiguren heute an der Spitze, wie Trump zum Beispiel, sind gar nicht das Problem, sondern die Allgemeinheit – also wir –  sind es, die auf die Couch gehören. Nun was hat das mit Nina Lykke zu tun? Irgendwann in diesem beängstigenden Buch über das Leben in den „mittleren Jahren“, geht Jan, Ehemann, Ehebrecher, Liebhaber, Verzweifelter, etc…der über den ganzen Roman hin, nach und nach richtig in die Scheiße fliegt, auch zum Psychotherapeuten auf die Couch. Nutzt aber nix. Weiterlesen

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Siina Tiuraniemi: Frischluftvergiftung bei minus 20 Grad

Junge finnische Literatur – wer verbindet sie nicht mit schrägen Charakteren, rabenschwarzem Humor und jeder Menge Alkohol und Drogen? „Frischluftvergiftung bei minus 20 Grad“ erfüllt diesbezüglich alle Erwartungen! Der eigenbrötlerische Student Miska wird von seiner Mutter gebeten, ihrer älteren Cousine im Pflegeheim einen Besuch abzustatten. Birgitta entpuppt sich als zynische Dame im Rollstuhl, die ihre Beine aufgrund eines Alkoholproblems verloren hat. Sie will Miska dazu bringen, ihr Schnaps und Marihuana ins Pflegeheim zu schmuggeln. Was als kleiner Gefallen beginnt, endet in einem großen Chaos…

Miska ist 24 Jahre alt, Vegetarier, studiert Geisteswissenschaften, trägt einen zotteligen Bart, ebensolche Haare, löcherige Jeans und würde eigentlich dem Ebenbild eines Hipsters entsprechen. Nur dass er absolut nicht hip ist. Wehleidig, introvertiert, chronisch pleite, mit Hang zum Autismus, ohne Entschluss- und Motivationskraft schleppt er sich durch den Tag. Bis ihn das Leben durch zwei Ereignisse aus seiner Lethargie wirft. Weiterlesen

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