Chelsea Bobulski: Das Hotel der Erinnerung

Nell hat den Großteil ihres Lebens in Hotels verbracht, doch das Grand Winslow Hotel ist anders als alles, was sie kennt. Zum einen ist es größer, beeindruckender und teuer als alle anderen Hotels, in denen ihr Vater bisher gearbeitet hat, zum anderen scheint es aber auch ein dunkles Geheimnis zu hüten.

Kaum hat Nell die Eingangshalle betreten, hört sie Stimmen, die niemand sonst hört und hat das unerklärliche Verlangen, wegzurennen. Das Traumschloss entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Albtraum. Sie fühlt sich verfolgt und bedroht, versteckt das jedoch vor ihrem Vater, der als Manager des Hotels seinen Traum lebt.

Auf sich allein gestellt, versucht sie mit der Panik umzugehen und sich abzulenken, indem sie hilft, alte Akten des Hotels für eine Ausstellung zu sortieren. Dabei stößt sie auf Zeitungsartikel über ein Mädchen, das vor Jahren in dem Hotel starb. Ohne es wirklich zu verstehen, fühlt Nell sich mit ihr verbunden und versucht, mehr über ihr Schicksal herauszufinden.

Ihre Suche führt sie immer wieder zu dem Hotelangestellten Alec, der sie gleichermaßen abweisend wie besorgt behandelt und ihr auf eine unheimliche Art vertraut vorkommt.

Welche Antworten kann Alec ihr geben? Und warum wird Nell in ihren Träumen von einem kleinen Jungen heimgesucht, der sie vor ihrem Tod warnt? Weiterlesen

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Edoardo Albinati: Ein Ehebruch

Erri und Clementina verbringen ein gemeinsames Wochenende auf einer Insel irgendwo im Mittelmeer. Sie sind verheiratet, aber nicht miteinander. Ihren Ehepartnern haben sie irgendwelche Lügengeschichten aufgetischt.

Der 1956 geborene italienische Schriftsteller Edoardo Albinati hat dem Ehebruch einen schmalen Roman gewidmet, den Verena von Koskull übersetzt hat.

Die Lust der beiden Protagonisten aufeinander ist so groß, dass sie schon übereinander herfallen, als ihr Hotelzimmer noch nicht fertig ist – im Wasser, während sie sich an einem gemieteten Motorboot festklammern. Und so geht es dann die nächsten 128 Seiten mehr oder weniger weiter. Man hat Sex miteinander. Viel Sex.

Gleichzeitig sorgen sich die beiden Liebenden, die sich erst seit drei Wochen kennen. Wie wird es nach dem Wochenende weitergehen? Sollen sie ihre Ehepartner verlassen? Weiterlesen

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Valérie Perrin: Unter den hundertjährigen Linden

Eine Frau lebt auf einem Friedhof, sie ist dort Friedhofswärterin. Sie ist genügsam, schweigsam, einsam. Violette Toussaints kennt alle Gräber auf „ihrem“ Friedhof, sie besucht täglich „ihre“ Toten, sie versorgt sogar, wenn die Angehörigen verhindert sind, die Blumen auf den Gräbern. Und sie hört zu, sie hört den vielen Besuchern zu, die zu ihr kommen, mit ihr Tee trinken und ihre Geschichten erzählen.

Violette ist mittleren Alters und lebt allein, seit ihr Mann vor vielen Jahren spurlos verschwand. Er ging einfach fort und sie hat seither nie wieder von ihm gehört. Sie weint ihm keine Träne nach, er hat sie schlecht behandelt. Sie hat ihn kennengelernt, als sie noch minderjährig war. Violette wuchs in einem Waisenhaus auf und für sie war Philippe Toussaints nicht nur der Mann ihre Träume, sondern auch die Erlösung aus dem Waisenhaus. Als sie schwanger wurde, zogen sie auf ein winziges Dorf und wurden Schrankenwärter.

Und nun ist Violette Friedhofswärterin. Sie begegnet vielen Menschen, darunter auch dem Kommissar Julien Seul, dessen Mutter neben einem Mann, der auf Violettes Friedhof liegt und von dem Julien nie zuvor gehört hatte, begraben werden möchte. Im Laufe der Zeit, während Julien und Violette die Geschichte seiner Mutter in deren Tagebuch lesen, kommen die beiden sich näher. Weiterlesen

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Christian von Aster: Sieben Arten Dunkelheit

Krigk ist der Schüler des dahinscheidenden Nachtzähmers, die die Dunkelheit in Schach hält. In Kürze soll Krigk selbst diesen Job übernehmen. Doch er scheitert schon früh in seiner Ausbildung und ausgerechnet seine jüngere Schwester R’hee rettet ihn – ein Mädchen! Ausgerechnet. Doch dann will der Nachtzähmer die beiden dennoch auf eine gefährliche Mission schicken, die sie nur gemeinsam schaffen können.

Auch David hat es in seinem Leben nicht leicht. Er ist 15 Jahre alt und wird von seinen Mitschülern gehänselt, weil er die Dunkelheit fürchtet. Als die blinde Ayumi in seine Klasse kommt, wendet sich da Blatt allerdings. Wie schrecklich muss es sein, jeden Tag in Dunkelheit zu verbringen? Doch David schöpft Hoffnung, als Ayumi ihm ein kleines Fläschchen gibt, welches er in der Not öffnen soll. Der Zauber ist gewaltig und setzt seine Widersacher schachmatt. David muss unbedingt mehr über die Dunkelheit erfahren.

Christian von Aster ist eine Geschichte über die Dunkelheit und all die Wesen in ihr gelungen. Sie wird in Schach gehalten von drei Personen, die alle Geheimnisse der Dunkelheit kennen und die darin gesprochene Sprache namens Nächtisch beherrschen. Weiterlesen

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Martha Wells: Tagebuch eines Killerbots

Ich bin kein Kampfbot, ich bin Security. Dass ich mein Chefmodul gehackt habe, wusste niemand. Ich wollte nicht noch einmal gezwungen werden Menschen, die ich eigentlich beschützen sollte, umzubringen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Vor einiger Zeit habe ich, eine einzelne SecUnit, 57 Menschen und Augmentierte umgebracht. Warum und wo, das weiß ich nicht mehr. Schließlich hat man meine Erinnerungen geschreddert, doch dass ich ein Mörder bin, das weiß ich ganz genau.

Mein erster Einsatz, nachdem ich mein Chefmodul gehackt und so einen freien Willen bekommen habe, führt mich als Security auf einen urweltlichen Planeten. Ich soll meine Auftraggeber schützen – vor der unbekannten Flora und Fauna, mehr noch aber, vor ihren Mitmenschen, die bereits eine andere Expedition gekillt haben. Es geht um Überbleibsel verschollener Alien-Zivilisationen. Wie sie wissen stehen diese unter einem besonderen Schutz. Wenn also bekannt wird, dass hier Relikte liegen, ist der Bergung und Verkauf ausgeschlossen – das ist gewissen Kreisen schon ein paar Morde wert .

Kaum habe ich meine Aufgabe erfüllt, und dabei überraschend meine Freiheit bekommen, mache ich mich auf zu der Stelle, an der ich einst gewütet und gemordet haben soll. Ich muss wissen, was damals geschah. Dass ich dabei angeheuert werde, eine Forschergruppe, die um die Ergebnisse ihrer Arbeit gebracht wurden zu schützen, erweist sich als diffizil, will der Dieb doch endgültige Fakten schaffen. So nebenbei kann ich endlich meine persönliche Historie klären. Weiterlesen

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Lene Schwarz: Waldesgrab

Fünf Jahre nach seinem Nervenzusammenbruch und dem Unfalltod seiner Frau geht es dem Koch Leon Bosch einigermaßen gut. Er kocht wieder, und zwar in dem hauptsächlich von Jägern besuchten Waldgasthof Quellenbach. Auch seine Tochter Thea hat es aus ihrem Tief geschafft. Es sieht so aus, als könne sie ihr Abitur doch noch schaffen. Vater und Tochter könnten ein glückliches Leben führen.

Als Leon neben seinem Parkplatz am Waldgasthof den ausgeweideten Körper seiner Kollegin entdeckt, kommt nach dem Schock allmählich die Erkenntnis, der Mörder habe es auf ihn abgesehen. Mit Hilfe der befreundeten Nachbarin Marlene beginnt seine quälende Suche nach dem Motiv.

Wenige Tage später findet er seine Freundin, ähnlich aufgeschnitten und im Wald drapiert. Für die Polizei sieht es so aus, als wäre Leon der Mörder. Er wird verhaftet und nur wegen der unklaren Beweislage vorläufig freigelassen.

Weil im Brustkorb der Frauen jeweils ein besonderer Stein liegt, glauben Leon und Marlene an eine von langer Hand vorbereiteten Rache, die ebenfalls mit dem mysteriösen Baumsterben im Wald zusammenhängen muss. Denn in der Nähe der abgestorbenen Buchen hatten sie vor ein paar Jahren die von Thea gestohlene Mineraliensammlung vergraben. Heimlich suchen Leon und Marlene den Mörder. Weiterlesen

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Annie Ernaux: Eine Frau

Der Roman beginnt mit dem Ende, dem Tod der Mutter. Annie Ernaux beschreibt durchdringend, wie sie dieses Ende erlebt und blickt zurück in ihre Kindheit und das einstige Leben ihrer Mutter. Sie verbindet  die Vergangenheitsbewältigung mit dem Eintauchen in das Leben einer Frau, die um die Jahrhundertwende in der Normandie geboren wurde. Die Wahrheitsfindung ist nicht leicht, denn das Ende dieser Frau und Mutter wurde von einem langsamen Zerfall durch die Alzheimerkrankheit geprägt. Die Mutter war eine Frau gewesen, die immer kämpfte. Für ihren eigenen Status und den der Familie und dafür, dass die Tochter ein besseres, ein gutes Leben haben sollte. Die Erinnerungen an früher lassen Bilder aufleben an eine Mutter in farbenfrohen Kleidern, die sich von der Arbeiterin zur Ladenbesitzerin hinaufarbeitet, sich um Bestellungen und Abrechnungen kümmert, über das Geld herrscht und deren größter Wunsch es immer war, der Tochter all das zu geben, was sie selbst nicht gehabt hatte.

Mit dem Vater hatte sie Spaß, erinnert sich Annie Ernaux. Die Mutter war, hineingeboren in ein beherrschtes Milieu, das sie hinter sich lassen wollte, die Dominante, das Gesetz. Problemhaft war später die eigene Pubertät und der von Restriktionen und Scham begleitete Kampf der Mutter, das junge Mädchen nicht erwachsen werden zu lassen. Weiterlesen

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Jonathan Safran Foer: Wir sind das Klima!

„Die größte Herausforderung besteht darin, so viel zu retten, wie noch zu retten ist: so viele Bäume, Eisberge, Grade, Arten und Leben – bald, schnell und ohne Aufschub.“ (Seite 165)

Jonathan Safran Foer ist ein amerikanischer Autor, der vor einigen Jahren mit seinem Sachbuch ‚Tiere essen‘ bekannt wurde; einem eindringlichen Plädoyer für eine zumindest vegetarische Ernährungsweise. In seinem neuen Buch befasst er sich nun mit einem weiteren wichtigen und brandaktuellen Thema: der Klimakrise.

Die durch den Klimawandel drohenden Katastrophen sind nicht erst seit Greta Thunberg und der Fridays-for-Future-Bewegung bekannt. Bereits Al Gore machte Ende der 90er-Jahre mit ‚Eine unbequeme Wahrheit‘ auf diese uns alle betreffende Thematik aufmerksam. Die Zahl der Wissenschaftler, die die globale Erwärmung durch Untersuchungen belegt haben und immer wieder belegen, ist enorm. Zahlreiche Belege für den Klimawandel, wie Wirbelstürme und Flutkatastrophen, sind mittlerweile auch in den Nachrichten zu sehen. Und dennoch ist das Thema für die meisten Menschen nicht relevant.

Warum ist das so? Mit dieser Frage beschäftigt sich Jonathan Safran Foer unter anderem in seinem Buch. In zum Teil sehr persönlichen und sehr nachdenklich machenden Kapiteln geht er der Frage nach, warum das Problem des Klimawandels von vielen Menschen ignoriert oder sogar in Frage gestellt wird. Immerhin ist es ein Problem, das in den kommenden Jahrzehnten dafür sorgen wird, dass unsere Welt sich deutlich zum Negativen verändern wird. Weiterlesen

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Ian McEwan: Die Kakerlake

Bereits sechs Monate nach seinem vorigen Roman „Maschinen wie ich“ legt der renommierte britische Schriftsteller Ian McEwan schon sein nächstes, allerdings mit rund 130 Seiten recht kurzes Werk vor: „Die Kakerlake“.

In einer umgekehrten kafkaesken Verwandlung sieht sich eine Kakerlake eines Morgens „nach unruhigem Schlaf“ in einen Menschen verwandelt, bei dem es sich – zufällig oder nicht – um den englischen Premierminister handelt.

Sams gewöhnt sich schnell an sein neues Dasein und setzt künftig all seine Kraft in die Durchsetzung von etwas, das er „Reversalismus“ nennt, den umgekehrten Geldfluss: Wer arbeitet, muss dafür bezahlen, wer einkaufen geht, bekommt Geld.

So satirisch-bissig kommentiert Ian McEwan das derzeitige Brexit-Chaos um den britischen Premierminister Boris Johnson. Weiterlesen

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Ian Rankin: Ein Haus voller Lügen

In meinem ganz persönlichen Krimiherbst 2019, in dem ich bisher die neuen Bücher von Jo Nesbø, Håkan Nesser und Jussi Adler-Olsen gelesen habe, macht der neue Krimi von Ian Rankin das Kleeblatt komplett. Der schottische Schriftsteller Ian Rankin (Jahrgang 1960) ist wie seine Kollegen ein sehr bekannter und ausgezeichneter Krimiautor. Seit den 1980er Jahren schreibt er über Detective Inspector John Rebus, der in der schottischen Hauptstadt Edinburgh ermittelt. Inzwischen ist Rebus im Ruhestand, mischt sich aber weiterhin in Fälle der Polizei ein. So auch in „Ein Haus voller Lügen“, das am 28. Oktober 2019 im Wilhelm Goldmann Verlag in einer Übersetzung von Conny Lösch erschienen ist.

Darin taucht die Leiche des Privatermittlers Stuart Bloom auf, der 2006 spurlos verschwand. Damals führte DCI Bill Rawlston die polizeilichen Untersuchungen und John Rebus arbeitete an dem Fall mit. Die Eltern von Stuart Bloom erhoben im Laufe der Ermittlungen schwere Vorwürfe gegen die Polizei, so dass auch der interne Anti-Corruption-Unit (ACU)  eingeschaltet wurde. Jetzt wird Stuart Bloom mit Handschellen gefesselt im Kofferraum seines Autos in einem Waldstück gefunden, das an das Haus seines damaligen Auftraggebers, des Filmproduzenten Jackie Ness, grenzt. Ness hatte Bloom den Auftrag erteilt, Sir Adrian Brand, mit dem er um ein Grundstück konkurrierte, auszuspionieren. Auch Blooms Lebenspartner, Derek Shankley, stand unter Verdacht mit dem Verschwinden seines Freundes zu tun zu haben, aber es ließ sich nicht beweisen. Pikanterweise arbeitete Shankleys Vater, Alex, bei der Mordkommission in  Glasgow. Weiterlesen

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