Eine neue, bessere Welt. Seitdem die Gläsernen Nationen die Vereinigten Staaten abgelöst haben, ist Amerika ein besserer Ort. Die Zeit der Kriminalität und Diskriminierung ist vorbei, es gibt keine Gruppen und Rassen mehr, die Ausgeschlossen werden könnten. Alle Menschen werden in zwei Kategorien gestuft: Ratio und Senso.
Den Rationalen wird die Führung des Landes überlassen, sie haben die mächtigen Positionen und die Berufe, in denen wichtige Entscheidungen gefällt werden müssen. Zu ihrer eigenen Sicherheit werden diese Berufe den Emotionalen verboten – durch ihr gefühlsbasiertes Handeln sind sie oft nicht in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Stattdessen werden sie im Erziehungsbereich eingesetzt, in Pflegeheimen und anderen Stellen, wo eine mitleidige Hand gebraucht wird.
Die 16-Järige Skye hat ihr Leben in der Überzeugung verbracht, rational zu sein. Als sie zu ihrer Testung einberufen wird überschlagen sich jedoch die Ereignisse und sie beginnt an ihrer Bestimmung zu zweifeln. Das schöne, glänzende Leben, das ihr als Rationale bevorsteht, will sie jedoch auf keinen Fall aufgeben und versucht sich im Testungszentrum mit allen Mitteln Rational zu verhalten. Mit Erfolg, denn sie ist eine der Wenigen, die in jeder Prüfung als Rationale besteht. Weiterlesen

de aus Büchern in die Wirklichkeit herauslesen kann. Das verstehen sie jetzt nicht? Nun, Charley hat die Gabe Figuren, Lebewesen und Gegenstände aus Büchern in der Realität Gestalt annehmen zu lassen. Wenn er besonders tief in ein Buch versinkt, dies passiert ihm als promovierten Literaturwissenschaftler bedauerlicherweise viel zu oft, nehmen die Gestalten mit denen er sich gerade beschäftigt in der Realität Leben an. Als Kind hat er Millie-Radcliffe-Dix, ja, die jugendliche Detektivin und Sherlock Holmes als Begleiter ausgewählt, inzwischen hat er sich auf Charles Dickens spezialisiert und just Uriah Heep, den Bösewicht aus Dickens „David Copperfield“, herausgelesen. Mitten in der Nacht schrillt bei Rob das Telefon und er bricht, sehr zum Unwillen seiner Lebensgefährtin stante pede auf, seinem Bruder beim Einfangen des flüchtigen Heep beizustehen.




Selbstbestimmtheit oder Scheiterhaufen? Der auf historischen Begebenheiten beruhende Roman Vardø schildert diesen Konflikt in beeindruckender Weise. Am Weihnachtstag 1617 zieht vor dem norwegischen Küstendorf Vardø wie aus dem Nichts ein gewaltiger Sturm auf. Dieser löscht mit einem Schlag alle 40 Männer des kleinen Ortes aus, die gerade zum Fischen aufs Meer hinausgefahren sind. Zurück bleiben die Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen, um nicht während des langen Winters zu verhungern. Sie beginnen die Rentiere zu hüten, die Felder zu bestellen, Handel mit Schiffsleuten zu betreiben und wagen sich sogar selbst mit Fischerbooten aufs Meer hinaus. Bislang eine hundertprozentige Männerdomäne. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen! Denn emanzipierte Frauen, die keinem Manne Untertan sind, passen nicht in das patriarchalische Weltbild der Herrscher und Kleriker. Noch dazu, wo in diesem entlegenen Teil Norwegens die indigene Bevölkerung der Sami alte Riten pflegen, die als pures Teufelswerk abgetan werden. Folge: Absalom Cornet, der bereits in Schottland Hexenprozesse geleitet hat, wird nach Vardø geschickt, um den Ort wieder „gottgefällig“ zu machen. Für manche Frauen hat dies fürchterliche Konsequenzen…