Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London 04: Detektivgeschichten

Neben den mehr als erfolgreichen Romanen um „Die Flüsse von London“ (Deutsch bei dtv) erscheinen seit ein paar Jahren die extra für die Comic-Adaption geschriebene Abenteuer Peter Grants auf Deutsch bei Panini.

Peter Grant bereitet sich auf seine Prüfung zum Detective vor. Die schriftliche Arbeit war ein Klacks, die Praxis nahm er auch mit fliegenden Fahnen, doch bevor er seine Urkunde erhält, muss er noch einem Magie-Unbedarften einige seiner Fälle erläutern. Vier Fälle hat der Detective Inspector ausgewählt, über die Peter referieren soll. Dass sein Gegenüber der Magie mehr als skeptisch gegenübersteht weiß Peter, doch ihm ist auch bewusst, dass er und seine Kollegen wichtige Arbeit geleistet haben. So sitzt er angesichts der Prüfungssituation doch recht entspannt am Tisch, berichtet von dem Versuch einiger Anwälte sich mit uralten Riten zu Göttern aufzuschwingen, von dem Auftauchen einer Skizze Goyas im Apsey House, von den Ermittlungen um einen alten Mordfall aus den Zwanzigern, in den ein Medium verwickelt ist und um seinen ersten Fall, einen Exhibitionisten. Weiterlesen

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Alexander McCall Smith: Das Dezernat für heikle Fälle

Auch um diese Fälle muss sich ja schließlich jemand kümmern, sollte man meinen. Fälle, bei denen man vielleicht nicht unbedingt erwartet, dass sie in die Zuständigkeit der Polizei fallen.

Dieses Buch spielt auf absurde Weise mit dem absurden Verhalten von Menschen in absurden Situationen.

Ulf, Anna, Carl und Erik bilden das Team innerhalb der Polizei Malmö, das sich um die „heiklen“ Fälle zu kümmern hat. Da geht es beispielsweise um eine hinterhältige Attacke mit einem Messer von hinten auf die Kniekehle eines scheinbar unbescholtenen Mannes. Oder das mysteriöse Verschwinden eines jungen Mannes, vermisst gemeldet von der Freundin seiner Freundin – wobei an der Wahrheit der Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen einige Zweifel angebracht sind. Und dann der besonders heikle Fall, den Ulf persönlich für den Polizeipräsidenten aufklären soll. Nur gemordet, das wird in diesem Krimi nicht.

Die vier Mitglieder des Dezernats arbeiten schon lange zusammen und kennen sich und ihre jeweiligen Marotten gut. So zum Beispiel Erik, dessen ganzes Leben sich um das Fliegenfischen dreht oder Carl, der jede Arbeit übernimmt, um den Kollegen zu helfen oder Ulf und sein depressiver Hund Martin. Dazu noch die aufkeimenden Gefühle zwischen Anna und Ulf. Und natürlich begegnen sie bei ihrer Arbeit ständig besonders skurrilen Mitmenschen. Weiterlesen

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Ben Aaronovitch – Die Flüsse von London 03: Schwarzer Schimmel

Die dritte Comic-Umsetzung der beliebten Romanreihe um Peter Grant und das Folly, die Londoner Spezialeinheit für magische Verbrechen, führt uns in die Vergangenheit.

Schon immer war Wohnraum in der Hauptstadt des Empires rar und damit teuer. Menschen, die eine Wohnung suchen werden zur Kasse gebeten, skrupellose Vermieter und Eigentümer scheuen sich auch nicht, altgediente Mieter gewaltsam aus ihren Wohnungen zu vertreiben. Selbst Bruchbuden wurden und werden zu einem horrenden Mietzins an den Wohnungssuchenden gebracht, der Mammon lässt alle Skrupel fallen. Das war schon vor Jahrzehnten so. Gerade Migranten haben und hatten es schwer, eine Bleibe zu finden. Dies gilt auch für Musiker, mögen sie auf den Bühnen auch noch so umjubelt werden, die sich in von Schimmel und Feuchtigkeit heimgesuchten Bruchbuden, in denen sie ihre Nächte verbringen, ihre Gesundheit ruinieren.

Peter Grant wird von seiner Kollegin Sahra gebeten, ihr bei einer persönlichen Angelegenheit zu helfen. Eine Freundin floh panisch aus ihrem Haus in London, weil sie meinte verfolgt zu werden. Als Sahra das Haus besichtigt, fällt ihr der Schimmelbefall auf. Dass sie sich von diesem verfolgt fühlt schiebt sie zunächst noch auf ihre überbrodelnde Phantasie, doch dann greift der Schimmel an. Weiterlesen

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Nina Wähä: Vaters Wort und Mutters Liebe

Einen Roman über eine Familie mit 14 Kindern zu schreiben, ist für die Autorin eine Herausforderung. Aber auch für die Leserin. Insbesondere wenn die Autorin, wie im vorliegenden Fall, fast alle diese Kinder und ihre eigenen Geschichten ausführlich vorstellt. Dann kann das zu einigen Längen im Roman führen, auch wenn natürlich die Beleuchtung der Lebensläufe der Figuren viel zum Verständnis ihres späteren Handelns beiträgt. Von daher passt es, dass die Autorin selbst in einer Art Prolog warnt: „Vielleicht wirst du beim Lesen hin und wieder innehalten und denken: Was soll denn das jetzt? Aber hab Geduld. Reich mir die Hand, und ich werde dich durch dunkle Zeiten führen und durch helle.“ (S. 5)

Nina Wähä erzählt die Geschichte der Familie Toimi, die im Norden Finnlands auf einem Bauernhof lebt, Vater Pentti, Mutter Siri und ihre 12 noch lebenden und die zwei früh verstorbenen Kinder. Das Geschehen spielt Anfang der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts, blickt aber auch zurück auf die Jahre vor und während des Zweiten Weltkriegs.

Es ist ein karges Leben mit viel Arbeit, und die ältesten Kinder haben fast alle kurz nach dem Erwachsenwerden den elterlichen Hof verlassen und sind ihrer eigenen Wege gezogen. Bis auf Esko, den ältesten Sohn, der in der Nachbarschaft einen eigenen Bauernhof betreibt. Die älteste Tochter Annie, die eigentliche Hauptfigur des Romans, kehrt kurz vor Weihnachten zu Besuch nach Hause zurück, so wie fast alle Kinder sich wie jedes Jahr um diese Zeit hier versammeln. Sie erwartet ein Kind, findet sich aber nicht so recht in die Mutterrolle. Sie hadert ebenso wie alle ihre Geschwister mit dem herrischen, unberechenbaren Vater. Kurz vor dem Fest geschieht ein Unfall, der Vater handelt immer unbeherrschter, immer ist unvorhersehbar, was er als nächstes tun wird. Besonders leidet darunter Siri, die Mutter, die schon lange nur noch wenig spricht und die durch ihre Liebe zu den Kindern vieles auszugleichen versucht. Weiterlesen

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Mike Mignola & Christopher Golden: Baltimore oder der standhafte Zinnsoldat und der Vampir

Die Schrecken des Krieges sind allgegenwärtig. Junge Männer, einst der Stolz ihres Landes und voller Zuversicht aufgebrochen, die Ehre ihrer Heimat auf den Schlachtfeldern Europas zu verteidigen, kehren von der Front zurück. Oft fehlen Gliedmaßen, ist die Lunge angegriffen, oder sind sie blind. So manches Mal aber ist es keine offensichtliche Verletzung, keine Erkrankung des Leibes, die sie zu Versehrten macht – die Psyche, das was sie in den Schützengräben erlebt, überlebt aber nie verarbeitet haben hat sie innerlich gebrochen. Lord Henry Baltimore zog wie so viele seiner Generation aus, die Glorie Britanniens auf dem Festland gegen die Teutonen zu verteidigen. Als er eines Tages den Befehl erhält, in der Nacht einen Angriff auf die Hessen anzuführen ahnt er, dass dieses Kommando eine Selbstmordmission ist. Die Deutschen warten mit ihren MG-Nestern nur auf die blind Anstürmenden. Alle werden vom Kugelhagel niedergemäht, auch Lord Baltimore selbst wird getroffen. Als er bedeckt von Leichen zu sich kommt, glaubt er in einem Albtraum, vielleicht gar der Hölle zu sein. Merkwürdige geflügelte Wesen näheren sich von den Siechenden und Toten. Es gelingt ihm, eines der Wesen zu verletzten, bevor dieses seinen fauligen Odem in Baltimores Wunde entlässt. Das Bein muss abgenommen, und durch eine Holzprothese ersetzt werden. Seitdem hat der Lord sein Dasein dem Kampf gegen das Böse gewidmet. Weiterlesen

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Lana Lux: Jägerin und Sammlerin

Alisa steht kurz vor dem Abitur. Sie ist gut in der Schule, hat Talent zum Zeichnen, verdient mit Nebenjobs ihr eigenes Geld. Doch leider gelingt es ihr nie, den Erwartungen der anderen gerecht zu werden, vor allem nicht den Erwartungen ihrer Mutter. Denn sie ist ein unfähiger Trampel. Zu groß, zu schwer, mit Höckernase und schlechter Haut. Unfähig, die einfachsten Dinge zu tun. Die Einzige, die es langfristig bei Alisa aushält, ist Mia. Alle anderen gehen früher oder später: der Vater zurück in die Ukraine, die Mutter zu ihrem neuen Mann, ihre Freundin Mascha zur Tanzausbildung. Mia jedoch bleibt. Sie bringt Alisa dazu, unkontrolliert zu fressen – und anschließend zu kotzen. Mia ist ein Monster. Mia ist Bulimie. Sie bestimmt Alisas Leben, ihr ganzes Denken. Tag für Tag versucht Alisa, gegen sie anzukommen.

Schonungslos schildert Lana Lux die Krankheit. Die Leere im Inneren, die es zu füllen gilt, die Verzweiflung, den Ekel, den Selbsthass, die Macht der Waage, die Einsamkeit. Während einer Therapie wird Alisa empfohlen, ihre Vergangenheit für sich aufzuschreiben. Sie schafft es, in Gedanken zurück in ihre Kindheit zu gehen, zu ihrer wunderschönen Mutter, dem Vater, der nach der Auswanderung nach Deutschland im Kummer versank, zur unglücklichen Ehe der beiden. Zu ihrer Kindheitsfreudin mit der Ballerinafigur. Und sie erkennt, was sich ändern muss.

Auch Alisas Mutter schreibt schließlich ihre Geschichte auf. Es ist die Geschichte eines Mädchens mit einer verlorenen Kindheit und großen Träumen, einer Frau, die noch immer auf der Suche nach ihrem Platz im Leben ist. Beide Schicksale, das der Tochter und das der Mutter, berühren. Weiterlesen

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Karosh Taha: Im Bauch der Königin

Dieses Buch lässt sich in die Coming-of-Age-Romane einreihen.  Erzählt wird aus Sicht der beiden jungen Migranten Raffiq und Amal. Karosh Taha gibt treffende Einblicke in deren Konflikte innerhalb ihres muslimisch geprägten Wohnviertels und in die  jeweiligen Familienstrukturen. Die Probleme der Protagonisten sind keineswegs nur ihrer adoleszenten Phase, in der sie mittendrin stecken, geschuldet. Außer dem wachsenden Auflehnen gegen die Erwartungshaltungen der Eltern müssen sie sich mit ihrer Ambivalenz zwischen zwei Kulturen und dem anstehenden Umbruch mit Richtungs- und Wegfindung nach dem Abitur auseinandersetzen.

Shahira, die Mutter ihres gemeinsamen Freundes Younes, spielt eine tragende Rolle im Plot. Shahira geht ihren eigenen Interessen in dem von dominierenden Männern geprägten muslimischen Wohnviertel nach. Sie kleidet sich freizügig und pflegt viele unterschiedlichen Männerbeziehungen. Die anderen Frauen verachten und meiden Shahira deshalb, ihre Männer begehren sie. Ihrem Sohn Younes, der die Männerfreundschaften seiner Mutter mit den verschiedenen Onkels lange nicht durchschaut, ist sie eine liebende Mutter.

Die junge Amal fühlt sich schon als Kind von den unterschiedlichen Kulturen zwischen denen sie aufwächst, überfordert. Ihr Vater, ein Architekt, geht zurück nach Kurdistan, weil seine berufliche Qualifikation in Deutschland nicht anerkannt wird und er sein Geld als einfacher Arbeiter ohne gesellschaftliche Anerkennungen verdient. Weiterlesen

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Devid Striesow & Axel Ranisch: Klassik drastisch – Lippenbekenntnisse zweier Musik-Nerds

Devid Striesow ist als Schauspieler in Deutschland ein bekanntes Gesicht mit einer beeindruckenden Fülle von Auftritten im Theater, in Film und Fernsehen. Wie gut er seine Sache macht, belegen auch seine zahlreichen Auszeichnungen. Nicht ganz so bekannt ist, dass er mit der klassischen Musik eng verbunden ist. Das hat er mit Axel Ranisch gemeinsam, der ebenfalls (vielfach ausgezeichnet) als Schauspieler, aber auch als Regisseur, Autor und Opernschreiber sein Brot verdient. Für mich ist er das Highlight in der Krimi-Fernsehreihe „Zorn“ (als Schröder) und auch als Regisseur und Drehbuchschreiber von „Ich fühl mich Disco“ hat er mich schwer beeindruck.

Nun haben die beiden mit „Klassik drastisch – Lippenbekenntnisse zweier Musik-Nerds“ ein Buch über klassische Musik geschrieben, in dem sie darüber berichten, wie sich ihre Leidenschaft entwickelt hat und was diese Musik für sie bedeutet. Übrigens sind sie mit einer gleichnamigen Reihe auch in „Deutschlandfunk Kultur“ zu hören, die zum Teil in dieses Buch eingeflossen ist.

Los geht es mit einem Bekenntnis von Axel Ranisch: „Ich bin ein Klassik-Nerd. Ich habe nicht ein Konzert-Abo, sondern zwei. Ich besitze nicht 100, sondern 1472 CDs (und noch mal 1148 Schallplatten).“ (Seite 7)

Höchst unterhaltsam und charmant erzählt er, wie es dazu gekommen ist, obwohl er in seiner Familie eher von Sportlern als von Musikern umgeben war. So richtig angefangen hat es mit einer Stereoanlage, die sein Vater (mitsamt einer Sammlung von 20 Doppel-CDs mit klassischer Musik) in der Tschechoslowakei gekauft hat und die seine Mutter nicht haben wollte. Dann kam eins zum anderen. Weiterlesen

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Rick Riordan: Die Abenteuer des Apollo 04: Die Gruft des Tyrannen

Seitdem sein Vater, der allmächtige Zeus höchstselbst, seinen vorlauten, oberflächlichen und egoistischen Sohn Apollo in einem menschlichen Körper gesteckt und der Gnade einer menschlichen Jugendlichen ausgeliefert hat, musste der einstige Gott der Musik einige bittere Pillen schlucken. Im Kampf gegen drei ehemalige römische Kaiser, die sich zu den Herren der Welt aufschwingen wollen, gab es herbe Verluste zu beklagen. Im Camp Jupiter soll nun der im Kampf gefallene Jason Grace beigesetzt werden. Einen der Kaiser aus dem Triumvirat konnten Apollo und seine Mitstreiter schwächen, nur wachsen ihre Gegner scheinbar schneller nach, als Unkraut sprießt.

Zwei Kaiser nähern sich der Bay Area in 50 schwer bestückten Schiffen, das bengalische Feuer brennt schon, als sich zudem eine Horde Ghule erhebt und das Camp angreift. Apollo wird mit dem Zombi-Keim infiziert und ruft um Hilfe – allein, außer seinen Gefährten scheint ihn niemand zu hören. So führt er einen verzweifelten Kampf – um das Leben der zwölften Legion, der Dryaden und Faune, seiner Freunde und nicht zuletzt, um sein eigenes Schicksal …

Eigentlich hätte der Autor mit vorliegendem Band seinen Zyklus um den in einen Menschen verbannten Gott abschließen können. Hätte, denn Riordan liebt es seine Serien auf fünf Titel auszudehnen. Dies führt dazu, dass vorliegender Band im ersten Viertel etwas geruhsam daherkommt. Die Bedrohungslage wird ausführlich geschildert, die Aussichtslosigkeit des bevorstehenden Konflikts dem Leser anschaulich vor Augen geführt, und etwas Neues in die Sagen des Rick Riordan eingeführt. Leibhaftige Zombies bevölkern plötzlich und zumindest für mich unerwartet den Plot. Weiterlesen

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Ann Patchett: Das Holländerhaus

„Es war einzig und allein die Geschichte meiner Schwester, die ich erzählen wollte, …“ (S. 384) sagt der Ich-Erzähler gegen Ende des Buchs. Und sie ist wunderbar erzählt, diese Geschichte, die auch die Geschichte eines Hauses und einer ganzen Familie ist.

Ann Patchett ist eine mit vielen Preisen ausgezeichnete amerikanische Autorin, die mit dem 2019 in den USA erschienenen Roman ein neues hochgelobtes Buch vorlegte. Die Übersetzung übernahm Ulrike Thiesmeyer.

Die nicht unbedingt chronologisch erzählte Geschichte der Familie Conroy, berichtet aus der Perspektive des Sohnes Danny, fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Wie ein roter Faden zieht sich durch den Roman die stete Rückkehr der Kinder der Familie, Danny und seine sieben Jahre ältere Schwester Maeve, an den Ort ihrer Kindheit, eben das titelgebende Holländerhaus. Sie gehen nicht hinein, sondern bleiben stets am Straßenrand vor dem Haus im Auto sitzen, unterhalten sich, blicken zurück, analysieren dabei offen und schonungslos ihr eigenes Verhalten und rauchen unzählige Zigaretten.

Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, Cyril Conroy ist verletzt zurückgekehrt, erwirbt er, als Überraschung für seine junge Frau, besagtes Haus in Philadelphia, in einer zu dieser Zeit noch weitestgehend unbewohnten Gegend. Das Haus war von einem kinderlosen holländischen Ehepaar erbaut worden und alle Hinterlassenschaften der Vorbesitzer sind im Haus verblieben. Porträts der Eheleute, französische Sessel, ungelesene Folianten und vieles mehr. Maeve, die Tochter der Conroys, ist zum Zeitpunkt des Einzugs ins Holländerhaus fünf Jahre alt, Danny noch nicht geboren.

Cyrils Frau fühlt sich in dem Haus nicht wohl, sie verschwindet immer wieder für immer längere Perioden und irgendwann, Danny ist da etwa vier Jahre alt, geht sie und kommt nicht mehr wieder. Maeve übernimmt Mutterstelle für ihren kleinen Bruder, die Beziehung der Geschwister wird inniger und unlösbarer. Dann, eines Tages, heiratet der Vater wieder, eine Frau mit zwei kleinen Töchtern, die, ganz wie die böse Stiefmutter im Märchen, die Kinder aus der ersten Ehe ihres Mannes immer mehr verdrängt. Das gipfelt nach dem Tod Cyrils darin, dass sie die Beiden aus dem Haus wirft. Sie hat wohlweislich dafür gesorgt, dass sie die Alleinerbin ist, von Haus und Firma und Vermögen. Weiterlesen

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