Cécile Chomin: Schneeflockenmagie

Im ersten Satz von Cécile Chomins Roman „Schneeflockenmagie“ taucht bei insgesamt sieben Wörtern vier Mal „Mist“ auf. Ein Indiz, der auf die Qualität des Romans verweist? Mitnichten, eher der Fingerzeig auf den Humor in der Erzählweise. Kurzum, ein Anfang der neugierig macht.

Die Leichtigkeit der Sprache, die sich hier andeutet, wird konsequent durchgehalten. Anders ausgedrückt: Hier wurde fleißig aufgeschrieben, was die Figuren gerade über sich und die anderen denken. Warum auch nicht?

Flüssig, flüchtig fliegt LeserIn über die Seiten und wird von keiner allzu komplizierten Handlung ausgebremst. Die Handlung ist in der Tat kurz erzählt und kommt bei oberflächlicher Betrachtung wie schon mal gehört vor. Weiterlesen

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Spica Aoki: Monstermäßig verknallt

Kuroe ist Schülerin und hat es nicht leicht. Sie wird von ihren Mitschülern gemieden und wie eine ausgestoßene behandelt. Darüber hinaus verwandelt sie sich in ein Monster, wenn ihr Herz zu schnell schlägt und ihre Emotionen überkochen. Als sich der Schulschwarm Arata für sie interessiert und die beiden zusammen ausgehen, kommt es zum Supergau. Kuroe verwandelt sich in ein gigantisches Monster, welches das Interesse der Presse auf sich zieht!

Hat eine Beziehung zwischen den beiden wirklich eine Zukunft?

„Monstermäßig verknallt“ war wirklich erfrischend. Die Grundidee ist nicht ausgelutscht, sondern mal was Neues, was ich sehr begrüßt habe. Mit Kuroe und ihrer unsicheren Art konnte ich mich gut identifizieren. Ich war in ihrem Alter selbst so. Weiterlesen

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Kisetsu Morita: Ich habe 300 Jahre lang Schleim getötet und aus Versehen das höchste Level erreicht 01

Azusa Aizawa ist 27 Jahre alt, als sie im Büro an Überarbeitung stirbt. Statt ihr Dasein jedoch im Himmel zu fristen, wird sie in einer anderen Welt wiedergeboren. Als Hexe der Hochebene ist sie im nah gelegenen Dorf Flatta beliebt und kümmert sich um die dort lebenden Dorfbewohner. Um sich ihr Leben zu finanzieren, tötet sie Schleime und verkauft die Edelsteine, welche von diesen bei ihrem Tod ausgeschieden werden. 300 Jahre lang geht dies so, ehe sie eines Tages ein weiteres Mal ihr Level messen lässt. Statt dem erwarteten Level 3 oder 4 ist Azusa wider aller Erwartungen Level 99, was das höchste Level dieser Welt darstellt. Schnell verbreiten sich die Gerüchte und die junge Hexe wird von Abenteurern aufgesucht, welche gegen die kämpfen wollen. Als dann auch noch der Drache Laika auftaucht und ihr Haus zerstört, ist Azusas ruhiges Leben endgültig vorbei.

Dieser Manga von Kisetsu Morita hat mir gut gefallen. Azusa ist total sympathisch und all die anderen Charaktere stehen ihr in nichts nach. Es ist schön zu sehen, wie sie sich ihr Leben aufbaut. Ihre unbedarfte und unschuldige Art ist wirklich niedlich. Darüber hinaus ist sie bescheiden und vielleicht auch ein wenig naiv, was der Geschichte ein gewisses Gefühl gibt. Es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht ihre Anfänge in dieser fremden Welt mitzuerleben. Weiterlesen

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Jin Yong: Die Legende der Adlerkrieger

Kennen, nein besser, mögen oder lieben Sie gar Kung-Fu Filme? Streifen, in denen Krieger durch die Luft fliegen, in denen sie sich nur mit ihrem Körper bekämpfen oder versiert mit geschliffenem Stahl aufeinander losgehen und versuchen, Gerechtigkeit zu finden? Nun, dann hätte ich vielleicht etwas für Sie. Eine Trilogie aus Fernost, besser gesagt aus Hongkong, die sowohl in Taiwan wie auch in Festland-China ein Bestseller war und ist, der sich bis heute mehr als doppelt so häufig wie Tolkiens „Herr der Ringe“ verkauft hat. Unnötig zu erwähnen, dass die Geschichte diverse Male sowohl für die große Leinwand, als auch für TV-Serien adaptiert wurde und in China wirklich jedes Kind die Handlung und ihre Helden kennt.

Der erste Band der Adlerkrieger Saga beginnt damit, dass wir zwei Bauern kennen lernen, die aus dem annektierten Norden in den Süden geflohen sind. Dass Beide auf eine mehr als angesehene Familiengeschichte zurückschauen können – einer derUrgroßväter war ein berühmter General, der andere gehörte zu den Rebellen des Lian Shan Po – sorgt dafür, dass sie des Kämpfens nicht unbedarft sind. Der Eine weiß einen Speer gar meisterlich zu handhaben, der Andere beherrscht die hohe Kunst des Kung Fu. Weiterlesen

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Anthony Powell: Eine Frage der Erziehung (1951)

„… Damals jedoch war mir nicht so klar bewusst, dass die Wahl zwischen Würde und unbefriedigter Neugier eine grausame, aber notwendige Entscheidung darstellte.“ (S. 143)

Für Nicholas Jenkins sind die letzten Jahre vor seinem Studium nicht nur eine Frage der Erziehung sondern auch eine, ob er sich zwischen den Gleichaltrigen aus der englischen Oberschicht behaupten kann. Sie symbolisieren gleichzeitig ein unsichtbares Räderwerk aus Beziehungen und Geld, das seine Schützlinge in wichtige Positionen des gesellschaftlichen Lebens hieven wird. Während Jenkins sein Studium zum Abschluss bringen will, sucht er einen Platz in dieser Gesellschaft, die nach dem Ersten Weltkrieg den Aufbau des Landes vorantreibt.

Bei Einladungen in die Familien seiner Freunde erfährt Jenkins, wer zum inneren Kreis gehört und wer nicht. Sehr schnell erfährt der Betroffene, wie es sich anfühlt, im Zentrum von Missachtung und seltsamen Späßen zu stehen und mit seinen Peinigern gemeinsam zu lachen. Und wenn zum Spaß auch noch Rachegelüste hinzukommen, wird die Person non grata bei passender Gelegenheit als vermeintlich gesuchter Verbrecher angezeigt, um die Aufregung nach dessen Verhaftung zu genießen. Weiterlesen

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Hallgrímur Helgason: 60 Kilo Sonnenschein

In Island wurde er als bester Roman des Jahres ausgezeichnet. Kein Wunder: Hallgrímur Helgason hat ein aberwitziges, fantasievoll überbordendes Stück Literatur geschrieben, einen Grenzgänger zwischen Prosa, Saga und Lyrik. Er begleitet seine Landsleute auf dem Weg in die Moderne, zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Während der Rest der Welt schon volle Dampfkraft voraus im motorisierten Zeitalter angekommen ist, leben die ausgemergelten Bewohner in den abgelegenen Fjorden Islands noch im Steinzeitalter. So etwas prägt die Menschen. Diese kennenzulernen mit ihren Macken, Hoffnungen und Lastern bereitet Leselust vom Feinsten!

Eine Kirche, die von einem Wintersturm über den Fjord gefegt wird, gleicht einem „Jesus läuft übers Wasser“-Wunder. Frauen, deren Röcke beim Pipimachen vom Sturm erfasst und die bis auf den kilometerweit entfernten Nachbarhof geweht werden, gehören schon eher zum isländischen Alltag. Familien binden sich nachts mit Seilen im Schlaf aneinander, um im Falle einer Schneelawine schneller gefunden zu werden. Leichen, die im Dauerfrostboden nicht tief genug eingegraben wurden, schwimmen im frühjährlichen Tauwetter wieder munter durchs Meer. Dafür endet der Gang eines dauerbetrunkenen Pfarrers in einem offenen Grab. Weiterlesen

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Lilly Bernstein: Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück

Anfang der 1930er Jahre bricht Marie mit einem neugeborenen Kind im Arm vor einer Kölner Bäckerei zusammen. Es ist für sie der Anfang eines neuen Lebens, denn die jüdische Familie Kohn, der das Haus gehört, nimmt sie mit dem Baby Anna auf, gibt den beiden Obdach, Essen und Arbeit. Und dann ist da noch Matthias, der Bäcker, der Marie vor der Tür gefunden hat. Langsam kommen sich die beiden näher, heiraten und ziehen – als Tante Marie und Onkel Matthias – Anna wie ihr eigenes Kind auf.

Anna ist ein kluges Kind, vor allem Rechnen kann sie gut. Matthias führt sie nach und nach in die Geheimnisse der Backstube ein und lässt ihr immer wieder Leckerbissen zukommen. Die kleine Familie führt ein zwar arbeitsames, aber harmonisches Leben. Doch 1941 ist es damit vorbei. Der Krieg lässt sich nicht mehr verleugnen und plötzlich ist die Familie Kohn verschwunden. Anna ist verzweifelt, weil sie nicht weiß, was mit ihrer Freundin Ruth passiert ist. Dann wird auch noch Matthias eingezogen und muss an die Front. Weiterlesen

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Jennifer Estep: Protect the Prince: Die Splitterkrone 2

Seit Everleigh Blair ihre hinterhältige und mordende Cousine Vasilia getötet hat, ist sie selbst Königin von Bellona – und das ist das letzte, was sie will. Nicht nur die Adeligen am Hof machen ihr mehr zu schaffen den je, auch ihre große Liebe Lucas Sullivan weigert sich, eine Beziehung mit ihr einzugehen, solange der Standesunterschied zwischen ihnen steht. Dass Vasilia eine schreckliche Königin war, die ihre Familie für den Thron ermordet hat und ihr Volk in einen Krieg führen wollte, ändert nichts daran, dass die meisten Untertanen in Evie eine Versagerin sehen, die nie an die Macht hätte kommen sollen.

Trotz der ständigen Kritik, den Vorwürfen und ihrem gebrochenen Herzen kämpft Evie für Bellona. Sie ist fest entschlossen, alles Nötige zu tun, um ihr Land und dessen Bewohner zu schützen. Aus diesem Grund tritt sie eine Reise nach Andvari an, um mit dessen König einen neuen Friedensvertrag auszuhandeln – ein riskantes Unterfangen, denn der Prinz und sein Gefolge des Landes wurden genau wie Evies Familie von Vasilia ermordet. Weiterlesen

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Brent Weeks: Licht Saga 07: Lichtbringer

Der Welt der sieben Satrapien steht ihr Untergang bevor. Das Reich, das auf der Ausnutzung der wenigen Begabten, die Licht in Luxin zu wandeln imstande sind, fußte, wird von der Flotte des Farbprinzen, einem selbsternannten Gott, Gottesbanne und den ausgebrannten Wandlern, die sich um ihn geschart haben, angegriffen.

Der Herrschende Lord Prisma, Gavon Guile ist derweil weitab der Chromeria beschäftigt. Er führt seine persönliche Vendetta mit dem Gott zu einem auch für ihn selbst überraschenden Ende. Seine Frau Karris, die als eiserne Weisse bereit ist ihr Leben für die ihr anvertrauten Mündel zu geben, wird derweil als vermeintliche Verräterin gefangen gesetzt. Kip und sein Großvater, Andross Gavine ahnen noch nicht, wer sich von ihnen Beiden als der verheissene Lichtbringer, Retter und Beschützer der Strapien und der Welt erweisen wird. Letztendlich dürfte dies aber auch, angesichts der drohenden Niederlage Dank der immens übermächtigen Flotte der Angreifer egal sein. Erschwerend kommt hinzu, dass auch das gebrochene Auge, der Assassinen-Orden, der schon so vielen Schwarzgardisten das Leben gekostet hat, sich als Verräter auf die Seite des Farbprinzen geschlagen hat. Teia, die den Orden vernichten sollte ist gescheitert – doch dann bekommt sie noch eine Chance entscheidend einzugreifen – doch der Preis dafür wäre immens … Weiterlesen

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Tamara Bach: Sankt irgendwas

„Schräg.“ Dies sagt einer, der nicht dabei war.

„Jedenfalls war keiner im Gefängnis und es gab wohl keine Brandstiftung.“ (S. 120)

Die 10d begibt sich mit ihrem Klassenlehrer, Dr. Utz, auf eine Studienfahrt ins Ausland. Für alle ist diese Reise mit viel Extraarbeit verbunden, denn Utz hat jedem der 28 Schülerinnen und Schülern ein Referat über eines der Ausflugsziele aufgegeben. Darüber hinaus muss täglich ein Protokoll geschrieben werden. Abgesehen davon, dass Utz nicht gerade zu den beliebtesten Lehrern gehört und zwischen ihm und der Klasse schon einige Differenzen ausgetragen worden sind, merken die Protokollanten schnell, dass sie ihre Berichte auf keinen Fall dem Klassenlehrer aushändigen dürfen. Denn wer würde schon gern von seinen Entgleisungen und dem Desaster seiner Studienfahrt lesen wollen? Weiterlesen

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