1941 begegnet Nicholas Jenkins seinem alten Schulkameraden Widmerpool in einer dienstübergreifenden geheimen Besprechung und ist verwundert. Denn vor kurzen geriet dieser in der Hierarchie der Armee in Misskredit. Dieses déjà vu ähnelt früheren Erlebnissen, als der Jugendliche Widmerpool ausgegrenzt, belächelt oder direkt angegangen wurde. Dank eines Zufalls sitzt er nun an einer Schlüsselstelle innerhalb der Verwaltung. Und dies nur, weil Nicholas alter Schulfreund, Peter Templer, nicht den 16-Stunden-Job leisten und die langen Sitzungen protokollieren will. Erst als es zum Eingreifen zu spät ist, begreifen Nicholas und Peter, dass Widmerpool durch seine Position entscheiden kann, wie der Zweite Weltkrieg verlaufen soll. Doch was nützt ihm der ungewohnte Einfluss, wenn er in den Kreisen von Templer und anderen aus der Oberschicht weder erwünscht noch aufgenommen wird?
Zur gleichen Zeit begegnet Jenkins der attraktiven Pamela Flittons, die als Fahrerin ihren Dienst leistet. Dunkel erinnert er sich daran, dass es sich bei der jungen Frau um die Nichte eines weiteren alten Freundes handelt. Auch Pamela befindet sich in einem Krieg. Sie hat es auf die Männer abgesehen, die sich in sie verlieben, bis ihre vermeintlich neue Liebe für das Ende ihrer Karriere verantwortlich ist, darunter befinden sich auch Nicholas Freunde und Bekannte. Weiterlesen






Bewegend, hochspannend, mit einer starken Heldin: Autor Pierre Lemaitre widmet sich in diesem Roman einer der finstersten Epochen seines Landes. 1940 kann die französische Armee den Angriffen der deutschen Wehrmacht nicht mehr standhalten, die Nationalsozialisten fallen in Frankreich ein und erobern Paris. Dies löst unendliches Leid aus, sowohl an der Front entlang der Maginot-Linie als auch bei der Zivilbevölkerung, die in endlosen Flüchtlingsströmen gen Süden aufbricht. Hungernd, entkräftet, ohne Perspektive außer dem täglichen Überlebenskampf, schafft es nicht jeder bis ans Ziel. Verwundete werden zurückgelassen, Eltern von ihren Kindern getrennt. Inmitten des Durcheinanders zeigen Menschen ihr wahres Gesicht. Und so blitzt aller Tragik zum Trotz immer wieder Mitgefühl und Menschlichkeit auf.
