Maria Rossbauer: Großstadtbäuerin. Mein Vater, sein Land und ich

Maria Rossbauer lebt mit ihrem Mann und drei kleinen Kindern in Hamburg, als sie der Anruf ihres Vaters erreicht. Er ist Bauer in Niederbayern, 81 Jahre alt und möchte den Hof nicht mehr allein bewirtschaften. Er will ihn übergeben, sich nicht mehr um alles kümmern müssen. Tiere werden wegen des Arbeitsaufwandes und der Rentabilität ohnehin keine mehr gehalten. Maria soll den größten Anteil an Wiesen, Feldern und Wald erben, weil die anderen drei Geschwister zum Teil Geld von den Eltern erhalten und eigene Existenzen gegründet haben. In ihrem Kopf beginnt ein Gedankenkarussell zu rattern. Kann man das Vertrauen des Vaters enttäuschen? Darf man so ein Erbe, so einen Auftrag in den Wind schlagen?

Ihre Eltern haben ihr ganzes Herzblut und ihr gesamtes Leben in den Erhalt des Hofes investiert. Immer hat es sie bekümmert, dass ihre Kinder in der Enge und im Lärm der Stadt aufwachsen müssen. Ganz anders, als sie Kindheit erleben durfte. Sie beschließt, sie will sich der Aufgabe stellen. Bei wiederholten mehrwöchigen Aufenthalten in Niederbayern staunt sie nicht schlecht, was man als Bauer alles können und wissen muss. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Martina Parker: Hamdraht

„Hamdraht“ heißt auf gut Österreichisch so viel wie abgemurkst. Das kurz vorneweg zum Titel dieses „Gartenkrimis“.  Im beschaulichen Burgenland soll demnächst ein exklusives Resort in Betrieb gehen. Es gehört dem Coach und Motivationstrainer Arno Radeschnig und seiner ätherisch schönen Gattin Ophelia. Um der PR ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, wird eine Abordnung der Presse dazu eingeladen, ein paar Tage gratis im Retreat zu verbringen, um sich von dessen Vorzügen zu überzeugen.

Vera Horvath vom „Burgenländischen Boten“ ist ebenso dabei wie ein Herr vom „Kärntner Blatt“, drei weitere Gäste sind anwesend und die berühmte Influencerin und Bloggerin Sky Dujmovits mit Gatten Karel. Eben diese Sky Dujmovits wird plötzlich tot aufgefunden. Sie war im Begriff gewesen, ein Bad in Rotwein zu testen, liegt aber mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Wanne. Jemand hat ihr mehrere Flaschen Grappa ins Rotwein-Wasser gekippt.  Davon wurde sie vermutlich ohnmächtig und dann hat ihr dieser Jemand die Adern geöffnet.

Vera Horvath und ihre umtriebige Mutter recherchieren ohne polizeiliche Genehmigung und sind den Kommissaren oft eine Nasenlänge voraus, was diese ziemlich ärgert.  Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Nicola Förg: Hohe Wogen

Irmi Mangold und ihre Kollegin Kathi Reindl ermitteln in diesem 13. Band der „Alpen-Krimis“ am Starnberger See. Eine 66-jährige Frau wird auf einem SUP, einem Stand-Up-Paddle-Board tot im Wasser treibend aufgefunden. In ihrer Brust steckt ein Fünfzack. Ein Gerät, mit dem Fischer Welse aufspießen. Bei der Toten handelt es sich um die Locationscoutin Elisabeth, „Sissy“, Mühlegger. Sie war beauftragt mit der Suche nach Filmschauplätzen. Irmi Mangold und Kathi Reindl machen sich an die Ermittlungen, die sich allerdings als schwierig erweisen. Sie kommen nicht voran. Sissy Mühlegger wird von allen als im Kern herzensgut, trotzdem aber als übergriffige Dramaqueen beschrieben. Außerdem hat sie nicht gerade wenig Alkohol und chemische Substanzen im Blut. Wurde sie von einem vom Tourismus terrorisierten Einheimischen getötet, weil sie mit ihrem Board unbelehrbar durch den Schilfgürtel und das Vogelschutzgebiet getrampelt ist? Vielleicht von einem Fischer? Oder hat ihr jemand von der Filmcrew den Garaus gemacht? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ildikó von Kürthy: Morgen kann kommen

Es ist ein buntes Völkchen, das sich da in der Villa Ohnsorg einfindet, in der Ohnsorgstraße in Hamburg. Das prächtige Haus gehört Gloria Wilhelmi, Besitzerin eines Buchladens. Bei ihr wohnt Rudi „der gute Sozi“, überzeugt von der SPD und von sanftem Gemüt. In der umgebauten Remis hinter dem Haus lebt Johann, der auch irgendwie mit zum Haushalt gehört. Diese friedliche Gemeinschaft bringt Glorias Schwester Ruth ordentlich durcheinander.

Ruth, 51, kinderlos, verheiratet mit dem Star einer Krimiserie. Sie entdeckt im Drogeriemarkt ein vergessenes Foto, das ihren Gatten in eindeutiger Pose zeigt und ist geschockt. Obendrein hat der ihr erklärt, er brauche eine Ehe-Auszeit, weil Ruth so langweilig und nicht inspirierend sei. Trennen wolle er sich allerdings nicht. Fertig mit den Nerven düst Ruth zu ihrer Schwester Gloria nach Hamburg, um sie nach 15 Jahren Funkstille zu den Vorgängen während ihrer Hochzeit zu befragen. Der Abend damals endete nämlich im Desaster. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Reinhard Kaiser-Mühlecker: Wilderer

Der Tod zweier Hunde bildet den Handlungsrahmen in diesem Roman. Sie gehören Jakob Fischer, einem jungen Bauern aus dem Alpenvorland. Die Hündin Landa wildert. Der Jagdtrieb geht mit ihr durch, sie haut ab, gehorcht nicht, macht auf eigene Faust Beute und frisst diese auch auf. Jakob vergiftet sie zu Beginn des Buches. Sie stirbt qualvoll.

Fischer betreibt auf dem heruntergekommenen Hof seiner Familie eine Geflügelmast. Erst hat man die Milchwirtschaft eingestellt, dann gingen eine Schafzucht und der Betrieb von Fischteichen daneben. Jetzt lebt Jakob also kläglich von der Hühnerfleisch-Produktion und führt ein zurückgezogenes, verschrobenes Leben. Mit am Hof wohnen seine Mutter, der Vater, der als „Nichtsnutz“ bezeichnet wird, die Oma, die nie den ersten Stock verlässt und fallweise seine Schwester Luisa, die nichts arbeitet, auftaucht, eine Weile bleibt und wieder verschwindet. Alles ändert sich, als er der unsteten und ziellosen Künstlerin Katja begegnet. Sie erkennt das Potential, das in Jakob und im Hof steckt. Mit der Freilandhaltung einer alten Schweinerasse feiert der Betrieb ein Comeback. Weil die verstorbene Großmutter Jakob viel Geld vererbt, kann er die verkauften Felder zurückholen. Es geht aufwärts. Er heiratet Katja, sie bekommen einen Sohn. Alles scheint gut zu laufen. Mit Axel kommt ein neuer Hund auf den Hof. Jakob glaubt, sein Leben im Griff zu haben, bis er entdeckt, dass auch Axel wildert. Er erwischt ihn, als er ein Rehkitz frisst. Grausamst erhängt er ihn und läutet damit den Niedergang seiner Ehe und seines Hofes ein. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Romy Fölck: Nebelopfer

Man muss sich ein bisschen orientieren in diesem Buch, wenn man die vorigen vier Bände nicht kennt, in denen Bjarne Haverkorn und Frieda Paulsen von der Kripo Itzehoe ermitteln. Nach den ersten Seiten begibt man sich aber dann wie mit alten Freunden auf Mörderjagd. Ein Erhängter wird gefunden. Bezeichnender Weise an einem ehemaligen Galgenbaum. Um den Hals trägt er ein Schild aus Pappkarton. Darauf steht, der Tote gestehe, beim Prozess gegen Cord Johannsen falsch ausgesagt zu haben. Dieser Cord Johannsen, ein Bauer, soll 2005 seine Frau und seine zwei Söhne erschossen haben. Den Jüngsten hatte er nicht gefunden, weil er in die Güllegrube flüchten konnte. Er gesteht aber die Tat nie, beteuert immer seine Unschuld. Es dauert nicht lange und es gibt einen zweiten Erhängten. Auch er trägt ein Schild um den Hals mit der Anschuldigung, gegen Johannsen falsch ausgesagt zu haben. Darüber hinaus findet Haverkorn ein Schild in seinem Garten, worauf er aufgefordert wird, den wahren Täter zu stellen. Andernfalls werde das Konsequenzen für ihn haben. Zeitlimit: 48 Stunden. Fieberhaft versuchen Haverkorn und Frieda Paulsen den alten Fall aufzurollen. Immer wieder landen sie mit ihren Ermittlungen in Sackgassen und Haverkorn gerät sogar in Lebensgefahr. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Eva Reichl: Todesdorf

Die Protagonistin Diana wird den Hof ihrer Eltern übernehmen. Der liegt in Österreich, an der Grenze zu Tschechien. Mit am Hof leben Dianas Eltern, ihr jüngerer Bruder Alexander und ihr Ehemann Oliver. Das junge Paar ist glücklich, teilt die Liebe zur Landwirtschaft und macht sich über notwendige Neuerungen im Betrieb Gedanken. Da wird Oliver mitten in der Nacht nach einem Schuss sterbend in der Scheune aufgefunden. Die polizeilichen Ermittlungen gehen von Selbstmord aus und die Staatsanwaltschaft legt den Fall ad acta. Diana aber kann nicht glauben, dass ihr lebensfroher Gatte sich umgebracht haben soll und macht sich im Alleingang auf die Suche nach dem mutmaßlichen Mörder. Tatsächlich tauchen viele Ungereimtheiten auf. Was plant ihr Vater Geheimnisvolles mit dem jahrelang angefeindeten Nachbarn? Wozu will ein Bankbeamter die zwei Männer drängen? Welche Rolle spielt Dianas Bruder Alexander im Zusammenhang mit Olivers Tod? War der am Ende gar nicht der gute Mensch, für den sie ihn gehalten hat? Im Dorf feindet man sie an, weil sie mit ihrem Schulfreund Johannes ein Cafe´ besucht. Man munkelt, sie selbst habe Oliver erschossen, um freie Bahn für einen Liebhaber zu schaffen. Wem kann Diana trauen? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Margit Schreiner: Mütter. Väter. Männer. Klassenkämpfe

Margit Schreiner schreibt Autofiktion. Deswegen heißt die Protagonistin in ihrem Buch ebenfalls Margit und lebt in kleinbürgerlichen Verhältnissen in Linz an der Donau. In „Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärung“ hat die Autorin ihre Kindheit geschildert, mit diesem neuen Buch nimmt sie die Leser mit in ihre Jugend Anfang der 1970-er Jahre.

Margit ist aufgeweckt, neugierig und macht es ihren Eltern nicht gerade leicht. Das Gymnasium steht sie mit mittelprächtigen Zensuren durch, privat lungert sie mit langhaarigen, linksorientierten Halbstarken herum, wie ihre Eltern ihre Freizeitgestaltung bezeichnen. Die Protagonistin bewegt sich zwischen Brav sein und den Verlockungen des wilden Lebens.  Gemeinsam mit ihrer Freundin Gabi passiert ihr allerlei Peinliches, Lustiges und Kurioses. Margit Schreiner schildert Urlaubsreisen nach Caorle, glückliche und weniger glückliche erotische Begegnungen und alle nur erdenklichen Nöte des Erwachsenwerdens. „Selbstbestimmung“, „Befreiung von Zwängen“, „Emanzipation“ liegen in der Luft. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Anna Herzig: Die dritte Hälfte eines Lebens

#Mit groben Pinselstrichen entwirft Anna Herzig ihre Geschichte von Krimmwing, einem Dorf irgendwo am Land, und seinen Bewohnern. Man lernt allerdings nur einzelne Figuren kennen. „Das Dorf“ bleibt als kaltherziger, ewig gestriger, erratischer Block ohne Gesichter. Vor diese Leinwand tritt z.B. Rosa Steinlachner. Sie wird sechzehnjährig vom dunkelhäutigen Jackson schwanger. Ihre Eltern stellen sich vehement gegen den Kindsvater und der räumt auch flugs das Feld, was Rosa das Herz bricht. Frustriert schleppt sie sich durch den Rest ihres Lebens. Das unerwünschte Kind Seppi wird ob seiner dunklen Hautfarbe im Dorf ausgegrenzt und natürlich von der Mutter nicht geliebt. Die katholische Schule ist ein Albtraum, eh klar, seinen einzigen Freund Frido darf Seppi nicht mehr sehen, es sei denn seine Mutter entschuldigt sich öffentlich bei der Dorfgemeinschaft. Ob sie das tut, erfährt man nicht dezidiert. Schließlich verlässt Seppi Krimmwing, um seinen Vater zu suchen. Weitere Dorfbewohner sind z.B. Lorenz Karl Ignatius Rathbauer. Er fühlt sich zum einen im falschen Körper und zum anderen im Dorf gefangen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Madeleine Becker: Erstmal für immer

Madeleine Becker studiert in Jena und ist zusätzlich Bloggerin. Ihren Lebensunterhalt bestreitet sie mit mehreren Jobs. Das ist sehr stressig. Um mal zu Atem zu kommen, beschließt sie im Spätsommer 2018, einen Roadtrip durch Österreich zu starten. In Kärnten bleibt sie auf einem Campingplatz mit Bauernhof „kleben“. Es gefällt ihr so gut in dem Ort Mörtschach, dass sie ihre gesamte Österreich-Zeit dort verbringt und wiederkommt. Schließlich ergattert sie sogar einen Praktikumsplatz auf dem Lindlerhof und letzten Endes eine feste Anstellung. Frau Becker muss am Campingplatz, in der dazugehörigen Gastro, im Garten, auf Wiese, Alm und Feld und im Kuhstall mit anpacken. Die Arbeit verlangt ihr alles ab, aber sie möchte nirgendwo anders mehr sein. Seit sie denken kann, ist das Leben mit Tieren ihr großer Traum. Hier wird er wahr. Darum schließt sie flott ihr Studium ab und wechselt vom Hörsaal in den Kuhstall.

Begeistert und mit viel Herzenswärme erzählt die Autorin von den tierischen „Mitarbeitern“ auf dem Hof, von Freud und Leid, Geburten und Tod, von vielen schönen und auch von schweren Momenten. Und Madeleine findet die Liebe… Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: