Ray Celestin: City Blues Quartett 01: Höllenjazz in New Orleans

New Orleans, 1919: Eine Serie von Morden hält die Stadt in Atem. Immer wieder werden italienische Ladenbesitzer mit einer Axt gemeuchelt. Schnell glaubt die Polizei, den Täter in den Reihen der italienisch stämmigen Bevölkerung des multikulturellen Städtchens suchen zu müssen, als auch ein Deutscher sich in die Reihen der Opfer einreiht. Angst und Schrecken gehen um, Michael Talbot übernimmt die Ermittlungen bei der Polizei. Aber auch andere Personen in der Stadt haben ein Interesse an der Aufklärung, etwa die forsche junge Frau Ida Davis, die für ein Detektivbüro arbeitet, hier aber in eigener Sache und Neugier unterwegs ist. Luca d’Andrea war selbst einmal Polizist, gehörte aber auch der italienischen Mafia an und arbeitete im Hintergrund für sie, bis das mal schief ging. Dann war er jahrelang im Gefängnis. Nun ist er in der Stadt zurück und interessiert sich ebenfalls für die Mordserie.

„Höllenjazz in New Orleans“ ist ein klasse Buch, so viel nur vorweg. Ray Celestin fängt auf den Seiten perfekt die Stimmung in der Stadt ein, die von Jazzmusik geprägt ist und in der sehr viele Einwanderer aus den unterschiedlichsten, vor allem europäischen Ländern wohnen. Weiterlesen

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Laline Paull: Das Eis

Die Eisdecke in der Arktis schmilzt unaufhörlich und auch im Sommer gibt es kein Eis mehr im Nordpolarmeer. Raffgierige Unternehmen wittern ihre Chance und wetteifern um einen Platz im einstmals „ewigen Eis“.  In diese Szenerie gerät ein Kreuzfahrtschiff mit gut zahlenden, anspruchsvollen Gästen, die ihre Reise auf dem luxuriösen Schiff unter dem Motto „Im Reich des Eiskönigs“ gebucht haben. Diesen Eiskönig, einen echten Eisbären, wollen sie nun sehen. Unzufrieden mit schmutzigen Gletscherzungen, gelangweilt von der Aussicht auf die sterbende Arktis, drohen sie bereits mit einer Klage. Der Kapitän des Schiffs lenkt ein und nimmt Kurs auf einen gesperrten Fjord.

Hier erleben die Gäste das Kalben eines Gletschers, der Eisberg bricht und treibt ins Meer. Dieses Naturschauspiel fördert spektakulär eine männliche Leiche zutage Weiterlesen

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John Bude: Mord in Cornwall (1935)

Deduktion statt DNA-Analyse: Auch dieses erstmals ins Deutsche übersetzte Fundstück von 1935, reiht sich nahtlos in die herrlich nostalgische Krimireihe des Klett-Cotta Verlages ein. Hier werden Spuren anhand von Fußabdrücken und Kieselsteinchen verfolgt, hier fährt der Inspektor den möglichen Fluchtweg selbst mit dem Auto ab, um die Zeit zu stoppen. Der Spannung tut dies keinen Abbruch. Im Gegenteil. Weil hier keine traumatisierten oder hochbegabten Ermittler am Werke sind, sondern sympathisch-schrullige Charaktere, wähnen wir uns als Leser ganz dicht am Geschehen. Als wandelten wir selbst die Küstenpfade Cornwalls entlang – zu einer Zeit, als diese vor Rosamunde-Pilcher-Verklärung und Massentourismus einen ganz eigenen Charme versprühte.

Boscawen, eine idyllische 400-Seelen-Gemeinde in den 30er Jahren: Die Welt ist in Ordnung, die Dinge gehen ihren geregelten Gang. Wer nach dem großen Abenteuer sucht, weicht auf die Literatur aus. Wie Reverend Dodd und Dr. Pendrill, eingefleischte Junggesellen und älteste Freunde. Jeden Montag treffen sie sich bei Dodd vor dem Kaminfeuer, gehen den Inhalt ihrer neu bestückten Bücherkiste durch und tauschen sich über Krimis aus. Bis an einem gewitterigen Montagabend ein Anruf eingeht: Der alte Julius Tregarthan liegt in seinem Wohnzimmer – Tod durch Kopfschuss! Weiterlesen

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Frank Goldammer: Tausend Teufel

Max Heller ist in Dresden auch nach dem Zusammenbruch es Dritten Reiches noch oder wieder (nur) Oberkommissar. Dresden ist ein einziges Trümmerfeld und gehört zur sowjetischen Besatzungszone, oder wie die Zeitgenossen es ausdrücken würden: die Russen haben jetzt hier das Sagen. Trotzdem oder gerade deswegen gibt es noch ein Komissariat, in dem in Mordfällen ermittelt wird. Es fehlt an allem, an Mitarbeitern, an Material und eigentlich auch an Zeit, aber man gibt sein Bestes. Ausgerechnet zwei russische Offiziere werden kurz hintereinander ermordet, und zwar auf eine Art und Weise, die nicht unbedingt auf einen Täter schließen lässt, der bloß das Kriegsende verschlafen hat.

Frank Goldammer lässt die Zeit 1947 wieder zum Leben erwachen. Der Leser spürt den Hunger, die Angst und auch die verschiedenen Traumata an jeder Stelle des Romans, der trotzdem noch ein solider Krimi ist. Weiterlesen

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Kathryn Croft: Während du schläfst

Tara freut sich auf ein Wochenende allein. Ihre 17-jährige Tochter Rosie schläft bei einer Freundin, der Sohn Spencer bei den Großeltern und ihr Mann ist beruflich im fernen New York. Tara will endlich weiter an ihrem Gemälde arbeiten. Als sie eine Nachricht von ihrer Nachbarin Serena erhält, geht sie sofort nach nebenan. Doch es scheint ein Problem bei der Zustellung der Nachricht gegeben zu habe, denn Serena ist gar nicht da, ihr Ehemann Lee aber schon. Lee lädt Tara auf ein Glas Wein ein. Es werden zwei, dann drei. Am nächsten Morgen erwacht Tara in einem fremden Bett, Lees und Serenas Bett! Nackt. Neben ihr der ebenfalls unbekleidete Lee. Auf den zweiten Blick muss Tara feststellen, dass Lee tot ist. Erstochen liegt er neben ihr. Tara flüchtet kopflos und geht auch nicht zur Polizei. Doch als sich der Verdacht erhärtet, dass ihre eigene Tochter Rosie etwas mit der Sache zu tun haben könnte, beginnt Tara erst recht zu zweifeln.

Kathryn Crofts neuer Roman ist im Wesentlichen gut. Es passiert in der Nachbarschaft ein Mord und alle älteren Mitglieder einer anderen Familie kommen als Tatverdächtige in Frage. Weiterlesen

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Andrea Camilleri: Eine Stimme in der Nacht

In schöner Regelmäßigkeit schreibt Andrea Camilleri (Jahrgang 1925) an seiner Krimireihe über den sizilianischen Kommissar Salvo Montalbano weiter. Mit „Eine Stimme in der Nacht – Commissario Montalbano hört auf sein Gewissen“ erschien am 27. April 2018 der zwanzigste Band bei Bastei Lübbe. Rita Seuß und Walter Kögler übersetzten ihn aus dem Italienischen. Den Krimi mit dem Originaltitel „Una voce di notte“ verfasste Camilleri allerdings schon 2012.

Ausgerechnet an seinem 58. Geburtstag muss Commissario Salvo Montalbano sich zuerst mit einem Verkehrsrowdy und dann mit einem Überfall auf einen Supermarkt in Piano Lanterna, bei dem die Tageseinnahmen gestohlen wurden, beschäftigen. Der Verkehrsrowdy, Giovanni Strangio, entpuppt sich als Sohn des Provinzpräsidenten Michele Strangio, der ihm sogleich den Anwalt Nullo Manenti auf den Hals hetzt. Weiterlesen

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Horst Eckert: Der Preis des Todes

25 Jahre ging Sarah ihrem Vater aus dem Weg. Damals hatte er sie und ihre Mutter verlassen.  25 Jahre hat sie ihr Leben ohne ihn gelebt, bis der Zufall ihre Wege kreuzt.

Nach der Ermordung ihres Freundes Christian steht sie ihrem Vater im Präsidium gegenüber. Der Düsseldorfer Kommissar Sellin ist inzwischen alt und grau geworden und untersucht gerade den Mord an einer jungen Frau. Sein neuer Fall und der Tod von Christian Wagner haben zwei Gemeinsamkeiten. Beide Opfer kannten sich über eine Hilfsorganisation und waren in Dadaab, dem größten afrikanischen Flüchtlingslager. Während der Tod des Staatssekretärs Christian Wagner mediale Wellen schlägt, interessiert sich kaum einer für junge Frau.

Nach 25 Jahren braucht Sarah ihren Vater. Er verfügt über Insiderinformationen, die ihr für die Suche nach Christians Mörder fehlen. Im Gegenzug berichtet Sarah ihm die Ergebnisse ihrer Recherchen. Vater und Tochter kommen sich dabei näher und geraten, ohne es zu ahnen, in den Fokus einer kriminellen Organisation. Deren Wirkungskreis ist erschreckend groß und vernichtend zugleich. Weiterlesen

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Nicholas Searle: Verrat

Bridget ist katholisch und lebt in Nordirland. Seit ihrer Kindheit kennt sie nichts anderes als Kämpfe zwischen Protestanten und Katholiken, aber auch Brutalität von Seiten der britischen Soldaten oder Polizisten. Sie erfährt Armut, Kälte und ständig Ungerechtigkeit, die ihr ein normales Leben mit Ausbildung, gut bezahlter Arbeit und einem angstfreien Alltag unmöglich machen. Nach der Schule wollte sie studieren. Doch ihre Mutter bat sie, noch eine Weile damit zu warten. Und während sie auf den geeigneten Moment wartet, begegnet sie Francis, einem erfahrenen Freiheitskämpfer, der für ein vereintes Irland Menschen tötet. In sein verwegenes Lächeln verliebt sie sich. Nach ihrer Heirat bleibt ihre einzige Fortbildung das Rauf- und Runterlesen der mobilen Bücherei. Häufig verschwindet Francis ohne eine Erklärung. In den Zeitungen liest Bridget von diversen Angriffen im Süden oder in England, die wiederum Angriffe in Nordirland nach sich ziehen.

Bridget kennt ihr ganzes Leben lang nur die Eskalation von Gewalt. Sie hat Angst um Francis, und sie hat Angst um sich. Ständig sucht sie einen Ausweg, der unverhofft über Sarah, einer britischen Geheimagentin, angeboten wird. Weiterlesen

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A. J. Finn: The Woman in the Window

Eine ans Haus gefesselte Frau beobachtet durch ihr Fenster, wie ihre neue Nachbarin ermordet wird. Doch niemand glaubt ihr. Kommt Ihnen das bekannt vor? A. J. Finn macht keinen Hehl aus seinen Anleihen an das Hitchcock-Meisterwerk „Das Fenster zum Hof“ aus dem Jahr 1954. Absolut spektakulär ist seine Umsetzung in die Moderne gelungen! Überraschende Wendungen, beklemmende Einblicke in eine traumatisierte Seele und drei verschiedene Suspense-Ebenen machen das Buch zu einem Pageturner par excellence. Da geriet sogar Stephen King ins Schwärmen…

Die ehemalige Kinderpsychologin Anna Fox leidet an Agoraphobie. Menschenmassen, offene Plätze und alles, was sich außerhalb ihrer vier Wände abspielt, machen ihr Angst. Seit einem traumatischen Vorfall vor zehn Monaten hat sie ihr Haus in New York nicht mehr verlassen. Mann und Tochter sind fort, ihren Job musste sie aufgeben. Derart um eine eigene Existenz gebracht, verbringt sie ihre Zeit neben ihrer Leidenschaft für alte Schwarz-Weiß-Krimis damit, ihre Nachbarn zu beobachten. Weiterlesen

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Herbert Dutzler: Am Ende bist du still

Mit Mitte zwanzig dachte Sabine eigentlich, dass sie sich von ihrer Mutter losgeeist hätte. Dass ihre Mutter nicht mehr über Sabines Leben bestimmen würde. Dass sie ganz allein alle Hindernisse meisten würde. Doch auch heute ruft ihre Mutter noch mehrmals täglich an, lässt sich nicht ignorieren, mischt sich ständig ein und gibt auch gerne ungefragt ihre Meinung preis. Sabine hält es einfach nicht mehr aus – diesen Terror seit Jahren! Und dann passiert etwas Überraschendes. An Weihnachten entfacht in ihrem Elternhaus ein Brand und die Mutter kommt dabei zu Tode. Hat ihre so auf Sicherheit bedachte Mutter wirklich vergessen, die Kerzen am Adventskranz zu löschen?

Herbert Dutzler hat mit „Am Ende bist du still“ eine Mischung aus Kriminalroman und Psychothriller geschrieben. Weiterlesen

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