Jane Harper: Ins Dunkel

Der Ermittler Aaron Falk soll so schnell wie möglich Beweise vorlegen, damit eine schon lange verdächtige Melbourner Firma überführt werden kann. Ausgerechnet jetzt bricht Alice, seine wichtigste Informantin, mit einigen Kollegen und ihren Chefs zur alljährlichen Wanderung ins Giralang-Massiv auf. Jeweils fünf Frauen und Männer wandern in zwei Gruppen durch einen Wald. Jede Gruppe nimmt eine eigene Route, wer zuerst nach drei Tagen das Ziel erreicht hat, gehört zum Gewinnerteam. Das Spiel Männer gegen Frauen beginnt jedoch mit einigem Unmut, weil jeder von ihnen kurz vor einer Beförderung steht. Daniel und Jill, die Firmeninhaber, führen jeweils ihre Gruppe an. Bei Regen und Kälte geht es los. Doch in der Frauengruppe bahnen sich aus verschiedenen Gründen Konflikte an. Alte Rechnungen wollen beglichen werden. Während die Männergruppe wie erwartet pünktlich das Ziel erreicht, verirren sich die Frauen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Volker Klüpfel & Michael Kobr: Kluftinger

Kommissar Kluftinger löst seinen 10. Fall. Diesmal sieht es ganz so aus, als wäre er selbst das Opfer. Ein Grab mit seinem Namen und eine Todesanzeige deuten stark darauf hin, dass jemand es auf Kluftinger selbst abgesehen hat. Weitere Drohungen bestätigen das und der Kommissar macht sich auf die Suche, die ihn in seine eigene Vergangenheit führt.

Das ist definitiv eine interessante Idee, die sich deutlich vom Handlungsverlauf der bisher erschienen Bände abhebt. Genau das war wohl auch der Gedanke des Autorenduos Klüpfel und Kober, die zum Jubiläum des 10. Bandes etwas Besonderes bieten wollten. Das ist ihnen sicherlich gelungen. Ob es freilich den eingefleischten Klufti-Fans zusagt, erscheint mir fraglich. Während der etwas kauzige Kommissar sich bisher in relativ klar strukturierten Kriminalfällen auf die Jagd nach Verbrechern begab und diese dann auch regelmäßig zur Strecke brachte, sieht es im neuen Roman anders aus. Hier wird die Handlung von zahlreichen Rückblenden unterbrochen und es gibt ein offenes Ende. Man lernt dabei Kluftinger (und sogar seinen Vornamen) zwar näher kennen, dem Erzählfluss tut das allerdings nicht gut und schmälert insgesamt das Lesevergnügen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Nina Laurin: Escape – Wenn die Angst dich einholt

Dreizehn Jahre ist es her, dass Ella als 10-jähriges Mädchen einfach verschwand und das erstmal niemand über Wochen merkte. Erst als ihre Mutter ins Gefängnis kam, fiel das Fehlen des kleinen Mädchens auf. Drei Jahre später kann sie ihrem Entführer entkommen, bei der polizeilichen Vernehmung allerdings fast nichts über ihn zur Aussage geben. Doch etwas hat ihr ihr Vergewaltiger und Peiniger mitgegeben: Ella ist schwanger.

Mittlerweile ist Ella 23 Jahre alt, hat das Baby gleich nach der Geburt zur geschlossenen Adoption freigegeben und schlägt sich irgendwie so durchs Leben. Sie ist von Tabletten abhängig und hat mehrere Jobs, um sich über Wasser zu halten. Als sie eine Vermisstenanzeige in die Hände bekommt, glaubt sie schnell, dass ihr damaliger Peiniger wieder zugeschlagen haben könnte. Die 10-jährige Olivia passt genau in das Beuteschema ihres größten Albtraums.

Wer bei Nina Laurins Roman einen Thriller erwartet, bei dem man atemlos Seite um Seite liest und mitbangt, der wird zweifellos enttäuscht sein. So ein Buch ist „Escape – Wenn die Angst dich einholt“ nicht. Es arbeitet eher auf psychologischer Ebener, befasst sich mit Ella, die mittlerweile Laine heißt, und ihrer inneren Zerrissenheit, als sie auch noch entdeckt, dass Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Frank Goldammer: Vergessene Seelen

Dresden 1948. Ein extrem heißer Sommer. Drei Jahre nach Kriegsende ist Dresden noch immer eine riesige Baustelle und die Versorgung lässt zu wünschen übrig. Für Kriminalkommissar Max Heller hat sich hauptsächlich eins geändert: Es sind nicht mehr die Russen, die sich ständig in seine Arbeit einmischen, sondern es ist inzwischen die SED. Die ihn darüber hinaus auch noch dauernd in ihre Reihen aufnehmen will und in die sein zurückgekehrter Sohn bereits eingetreten ist. Max sieht sich einem Gegner gegenüberstehen, den er nicht bekämpfen will.

In einer Baugrube wird ein 14jähriger Junge gefunden. Die Todesursache ist unklar. Ist er gestürzt, hat er sich wegen seines gewalttätigen Vaters umgebracht oder wurde er von Schmugglern getötet. Max tauch tief in die Welt der einfachen Leute und ihrer Sorgen und Schwierigkeiten ein und mit ihm der Leser. Es wird oft vergessen, dass mit Kriegsende eben nicht plötzlich alles wieder gut war (im Westen übrigens auch nicht). Männer kehren traumatisiert aus dem Krieg zurück und wissen sich nicht anders zu helfen, als Gewalt gegen ihre Familien auszuüben. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Karen Cleveland: Wahrheit gegen Wahrheit

Die Protagonistin Vivian arbeitet bei der CIA als Spionageabwehr-Analystin. Durch akribischen Fleiß hat sie einen Algorithmus entwickelt, mit dessen Hilfe sie russische Spione enttarnen will. Doch als es ihr schließlich gelingt, sich in das Programm eines russischen Agentenbetreuers einzuloggen, macht sie eine schreckliche Entdeckung: Nachdem sie eine Datei mit fünf Schläfern geöffnet hat, erblickt sie auf einem der Fotos ihren Mann Matt und all ihr Enthusiasmus macht einer kalten Angst Platz. Alles, wofür sie sich eingesetzt und gearbeitet hat, scheint urplötzlich zunichte zu sein. Mehr noch, die Struktur ihrer Ehe und der gesamten Familie gerät ins Wanken. Basiert ihre Ehe, ihr Familienleben auf einer Lüge? – Matt gibt Vivians Verdacht unumwunden zu.

Das Dilemma für Vivian könnte nicht perfider sein. Soll sie ihren Mann enttarnen und damit gleichzeitig ihr eigenes und das Leben ihrer Familie, alles was sie hat und liebt zerstören? Was würde aus den vier Kindern werden, wenn sie ohne den liebevollen Vater aufwachsen müssten? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Mark Johnson: Die schlichte Wahrheit

Die Umfragen in der schwedischen Bevölkerung sprechen ein paar Monate vor der Wahl für einen Regierungswechsel. Ministerpräsident Ekholm wirkt jedoch zum Erstaunen aller wenig besorgt. Denn keiner weiß von seiner Intrige gegen die gerade so beliebte Opposition. Wie bei einem raffinierten Schachspiel setzt er auf seinen letzten Bauern, der in zwei Zügen die gegnerische Dame schlagen soll.

Ekholms politischer Berater Jonatan Stark weiß noch nichts von seiner besonderen Rolle in diesem politischen Ränkespiel. Die Bitte um seine Mithilfe ist so vage formuliert, dass Jonatan nur zögernd seine Zustimmung für diesen geheimnisvollen Auftrag gibt. Kurz nach seiner Zusage wird sein Leben innerhalb von 24 Stunden ruiniert: Alles beginnt mit der Kündigung und kurz darauf mit einem dubiosen, neuen Job bei einer großen Beratungsfirma. Doch viel zu schnell geht Ekholms Finte ins Leere und bringt Jonatan in Erklärungsnot. Deshalb will ihn ein bis dahin im Hintergrund agierender Auftraggeber persönlich an Deck seines Schiffes sprechen. Noch am gleichen Tag steht Jonatan einem kriminellen Großinvestor gegenüber. Ehe er begreift, wie ernst seine Lage ist, geht das informelle Gespräch in eine Befragung auf der Folterbank über. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Sophie Hénaff: Kommando Abstellgleis

Ein Mordsspaß mitten in Paris: Anne Capestan ist eine talentierte Polizistin, die leider einen Haken hat: Sie ist äußerst hitzköpfig! Leicht erregbar, gerechtigkeitsfanatisch und schießwütig, hat sie sich bei ihrem letzten Einsatz ein paar Kugeln zu viel erlaubt. Folglich wird sie zur Leitung einer neuen Brigade abkommandiert, welche sich als ein Sammelsurium von Polizeikollegen herausstellt, mit denen keiner zusammenarbeiten will. Da ist zum Beispiel José Torrez, dessen vier letzte Partner bei Einsätzen entweder schwer verletzt oder getötet wurden. Seitdem umweht ihn die Aura des Todesengels, der nur Unglück bringt. Da sind der homosexuelle Lebreton, der Säufer Merlot (Name verpflichtet!) und der etwas debile Hacker Dax, der sich bei Boxkämpfen ein paar graue Zellen gequetscht hat. Die mondäne Eva Rosière hat nicht nur Allüren, sondern durch ihre Tätigkeit als Drehbuchautorin einer Krimiserie etliche Kollegen vor einem Millionenpublikum bloßgestellt. Die schüchterne Polizistin Evrard ist der Glücksspielsucht erlegen, während der PS-verrückte Lewitz in drei Monaten drei Dienstwagen zu Schrott gefahren hat. Zusätzlich wird die Brigade von Rosières Schoßhündchen Pilote abgerundet. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Chevy Stevens: Ich beobachte dich

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass Lindsey und ihre damals noch 6-jährige Tochter dem gewalttätigen Ehemann Andrew entkamen. Er kam sogar wegen einer anderen Sache ins Gefängnis. Doch nun hat er seine Strafe abgesessen und ist wieder auf freiem Fuß. Und sofort merkt Lindsey, die mittlerweile die Mutter eines 17-jährigen Teenies ist, dass in ihrer Umgebung seltsame Dinge passieren. Im Haus sind Gegenstände verrückt und sie spürt, dass jemand in ihren Räumen war. Sie fühlt sich verfolgt. Und dann taucht auch noch Andrew in dem kleinen Städtchen auf. Wer sonst soll es also gewesen sein? Doch die Ereignisse entwickeln eine Eigendynamik und schon bald kann Lindsey niemandem mehr trauen.

Mittlerweile bin ich ein großer Fan der Romane der kanadischen Autorin Chevy Stevens. Sie stehen oft für Spannung pur, interessante und häufig unterwartete Wendungen innerhalb der Geschichten und prägnant gezeichnete Figuren. „Ich beobachte dich“ erfüllt allerdings nicht alle diese Kriterien in Gänze. Spannung pur habe ich hier zum Beispiel vermisst. Die Geschichte ist ohne Zweifel gekonnt erzählt, hat die passenden Wendungen, führt Leser und Leserinnen wie betroffene Figuren oftmals in die Irre, aber der Wow-Effekt, den ich bei ihren anderen Romanen, wie etwa „Those Girls – Was dich nicht tötet“ hatte, bleibt aus. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Geheimnisse

„Die“ Bretagne gibt es nicht! Diese Wahrnehmung beschreibt der Autor, indem er die geheisvollen Seiten dieser, in der Tat, vielfältigen Landschaft zur Kulisse seines 7. Bandes erhebt. Der Titel ist selbsterklärend und mit bedacht gewählt zumal sich um den Autor selbst immer noch Geheimnisse ranken. Das Pseudonym ist enttarnt. Ein erstes bretonisches Geheimnis gelüftet: Jean-Luc Bannalec ist Jörg Bong, Literaturwissenschaftler und Geschäftsführer des S. Fischer Verlags. Ihm gelingt es zum siebten Mal, seiner persönlichen bretonischen Vorliebe im Genre eines Krimi´s Referenz zu erweisen.

Der Leser spürt sofort, dass der Autor selbst ein Stück seiner persönlichen Identität aus dieser Region bezieht. Darum ist es kein Zufall, dass die Reihe um Kommissar Dupin sehr erfolgreich ist und in weiten Teilen verfilmt wurde. Im Jahre 2016 wurde Bannalec mit einem bedeutenden Preis für seine literarischen Verdienste um die Bretagne geehrt. Immer wieder fördert er Typisches, Besonderes und Legendenhaft-Geheimnisvolles in seinen Kriminalfällen zutage. In seinem siebten Band fordert Bannalec sein Ermittlerteam heraus, sich einer besonderen Legende an einem geheimnisvollen Ort zu stellen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jenny Blackhurst: Das Böse in deinen Augen

Die 11-jährige Ellie ist vielen Gleichaltrigen und Erwachsenen unheimlich. Ihre Eltern kamen bei einem Brand um, seitdem lebt die Vollwaise in einer Pflegefamilie in dem kleinen Städtchen Gaunt. Auch hier passieren allerdings seltsame Dinge, seitdem Ellie da ist. Mitschülerinnen werden angegriffen, eine Lehrerin stirbt gar! Imogen nimmt sich ihres neuen Jobs mit viel Elan an und hat sofort eine Verbindung zu Ellie. Sie findet, dass Ellie alles andere als unheimlich ist und die Liebe der Erwachsenen benötigt. Doch als sie selbst Ellie verärgert, passiert auch ihr ein Unglück. Kann es doch sein, dass Ellie irgendwie vom Bösen besessen ist oder über besondere Kräfte verfügt, mit denen sie anderen schaden kann?

Die Geschichte ist abwechselnd von Imogen und Ellie, selten auch von anderen Personen im Geschehen, beschrieben. Imogen und ihr Mann wagen in Imogens Geburtsstadt einen Neuanfang. Sie ziehen in das Haus von Imogens mittlerweile verstorbener Mutter und allein dadurch muss sich Imogen ständig mit ihrer nicht allzu rosigen Vergangenheit auseinandersetzen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: