Petros Markaris: Das Lied des Geldes: Ein Fall für Kostas Charitos

Der saudische Investor al Fallah wird in einem Vorort von Athen in der Nähe der Küste durch mehrere Messerstiche getötet. Er wollte in diesem Gebiet einen Yachthafen und ein Hotel bauen lassen. Zeugen gibt es nicht, allerdings hat ein Wachmann zur Tatzeit die Melodie eines Schlagers, in dem es um Geld geht, gehört. Kommissar Charitos muss nicht nur den Mörder finden, sondern auch den saudischen Botschafter beschwichtigen und verhindern, dass der Fall in der Presse ausgewalzt wird. Während die Ermittlungen langsam erste Erfolge versprechen, geschieht ein zweiter Mord: Im Exarchia-Viertel wird ein chinesischer Investor tot aufgefunden. Das ruft nicht nur die chinesische Botschaft auf den Plan, sondern könnte auch dafür sorgen, dass die dringend gesuchten ausländischen Investoren sich aus Griechenland zurückziehen. Und vom Täter gibt es auch hier keine Spur, er agiert offenbar sehr geschickt.

Zudem beschäftigt Kommissar Charitos noch ein ganz anderes Problem: Sein alter Freund Lambros Sissis, ein desillusionierter Altkommunist und Betreuer eines Obdachlosenheimes, hat mit den Bewohnern seines Hauses und anderen Obdachlosen die Linke symbolisch zu Grabe getragen und ruft damit eine neue Bewegung der Armen ins Leben. Er plant regelmäßige Kundgebungen. Da seine Freundschaft zum Kommissar bekannt ist, könnte diesen das in Schwierigkeiten bringen, vor allem dann, wenn sich Randalierer unter die Demonstranten mischen. Es gibt also einiges zu tun. Weiterlesen

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Martina Parker: Zuagroast. Gartenkrimi

Ein fieser, brutaler Ehemann, der „Club der grünen Daumen“, eine Stammtischrunde garten- und kräuterinteressierter Damen, eine umtriebige Journalistin und ein fescher Gärtnermeister sind die Hauptakteure in diesem „Gartenkrimi“. Gewürzt wird die Sache mit einem ordentlichen Quantum Alkohol, einer Prise Sex und jeder Menge Garten-Fachwissen.

„Zuagroaste“ sind in Österreich ganz pauschal Personen, die sich an einem Ort ansiedeln, dorthin also „zureisen“, im Gegensatz zu den dort ansässigen Einheimischen. Sie werden manchmal belächelt oder übers Ohr gehauen, weil sie mit den örtlichen, oft dörflichen, Gegebenheiten nicht vertraut sind. Der Durchschnittsösterreicher steht Zuagroasten anfangs immer skeptisch und arrogant abwartend gegenüber, bis er sich nach geraumer Zeit mit ihnen fraternisiert oder auch nicht.

Die Journalistin Vera Horvath bezieht mit ihrer Tochter das Haus ihrer verstorbenen Urgroßmutter in einem Dorf im Südburgenland an der Grenze zu Ungarn. Sie freundet sich mit Eva Achleitner an, Gattin des Architekten Paul Achleitner, ebenfalls kürzlich zugezogen. Paul ist ein wahres Ekel und schon bald wendet Eva das im „Club der grünen Daumen“ gewonnene Kräuterwissen an, um sich an ihrem Ehemann zu rächen. Weiterlesen

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Anne Mette Hancock: Narbenherz

Wenn man eine zusammenhängende Reihe von Romanen liest, mit wiederkehrenden Protagonistinnen, dann ist es ein wenig wie das Wiedertreffen von guten Bekannten. So zumindest war mein Gefühl, als ich diese Fortsetzung des Sensationserfolgs „Leichenblume“ der dänischen Autorin in die Hand nahm. Mit dem ersten Band hatte sie sämtliche Bestsellerlisten gestürmt. Und es ist zu erwarten, dass dieser zweite Roman um Heloise Kaldan dem in nichts nachstehen wird. Mich hat er jedoch nicht ganz so sehr begeistert wie die erste Folge.

Ein kleiner Junge verschwindet. Die Ermittlungen leitet Erik Schäfer, der Kommissar, der mit der Journalistin Heloise befreundet ist, seit sie sich im vorhergehenden Band zum ersten Mal begegneten. Diese wollte gerade mit Recherchen zu posttraumatischen Belastungsstörungen bei ehemaligen Soldaten beginnen, hierbei sollte ihre beste Freundin Gerda, Militärpsychologin, sie unterstützen.

Die Story entwickelt sich sehr langsam, es gibt viel Nebenhandlung, die die Spannung, die sich ohnehin nur sehr langsam aufbaut, immer wieder ausbremst. Das Privatleben von Heloise nimmt breiten Raum ein, ihre Beziehung zu Martin belastet sie, sie fühlt sich davon überfordert. Sie streitet mit Gerda, sie missbraucht das Vertrauen von Erik und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Letzteres ist typisch für diese Art von Krimis – Thriller scheint mir nicht die passende Bezeichnung für diesen Roman. Das macht es jedoch nicht weniger unrealistisch, dass die im Roman geschilderten Fälle stets in irgendeiner Weise mit den Protagonisten verbunden sind. Weiterlesen

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Stuart Turton: Der Tod und das dunkle Meer

Der Meister des Plot-Twists sorgt auch in seinem zweiten Buch für einige Überraschungen. Stuart Turton versteht es, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, in der die Geschehnisse schnell eskalieren können. Steckte der Protagonist in seinem Erstlingswerk „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ in einer Zeitschleife fest, so sorgt diesmal die beengte Atmosphäre eines Handelsschiffes im Jahr 1634 für Hochspannung. Das Schiff der Ostindienkompanie macht sich von der Kolonie Batavia (Indonesien) auf nach Amsterdam. Handelsgüter wie wertvolle Gewürze und geheimnisvolle Schätze sollen den Reichtum der Edelleute mehren. Doch Gefahren lauern hinter jedem Schiffsmast: Seuchen wie Lepra, meuternde Matrosen, gierige Soldaten, gefährliche Stürme und meterhohe Wellen – es gibt kein Entrinnen für die Passagiere! Die größte Gefahr von allen geht jedoch vom Aberglauben der damaligen Zeit aus. Schon vor dem Ablegen weisen unheilvolle Vorzeichen darauf hin, dass ein Dämon, bekannt als „Alter Tom“ auf dem Schiff sein Unwesen treiben soll. Erste Leichen und unerklärliche Botschaften erzeugen bald eine Massenhysterie an Bord, welche in einer Spirale sinnloser Entscheidungen und eskalierender Gewalt endet. Nur wenige verstehen es, einen klaren Kopf zu behalten. Sie versuchen eine Katastrophe abzuwenden. Weiterlesen

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Gytha Lodge: Neben wem du erwachst

Louise wacht auf nach einer durchgesoffenen Nacht. Das ist kein völlig neues Gefühl für sie, denn nur der Alkohol kann die andere, die mutige, die fröhliche Louise hervorbringen. Ein Teil von ihr, den Louise ebenso hasst, wie sie ihn braucht und will. Eigentlich trinkt sie nur noch, wenn ihr Mann Niall auf Geschäftsreise ist, denn er sieht das nicht gerne. Wieso liegt er also neben ihr? Langsam kommt Louise in ihrem Kater zu sich und stellt fest: Der Mann neben ihr ist nicht Niall und er ist tot. Was hat sie nur getan? Sie kann sich an nichts erinnern.

Gytha Lodge erzählt ihren Roman aus zwei Sichten. Aus der von Louise und aus der der Ermittler. Das ist insofern in diesem Fall ziemlich genial, weil uns Louise von ihren Zweifeln erzählt, von ihren Erlebnissen mit der „betrunkenen Louise“, die so ganz anders ist, als die „normale Louise“. Der Leser versteht erst nach und nach, warum Louise ihren betrunkenen Part so sehr braucht und lernt sehr viel früher als sie selbst, an Niall zu zweifeln. Im Laufe der Ermittlungen werden Zweifeln an so ziemlich jedem Teil von Louises Leben gestreut und das bleibt bis zum Schluss spannend. Zumal das meiste zwar nicht so ist, wie es am Anfang schien, aber auch nicht so, wie man in der Mitte glaubte. Weiterlesen

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Gisa Pauly: Lachmöwe

Als Schwiegermutter eines Kommissars bekommt man ja doch das ein oder andere mit. Natürlich geht es einen nichts an – absolut gar nichts. Und da Mamma Carlotta nun einmal mit einer gesunden Portion Neugier ausgestattet ist, muss sie eben heimlich ermitteln, um nichts dauernd vorgehalten zu bekommen, sie mische sich in Dinge ein, vondenen sie nicht einmal etwas wissen dürfte.

Als Carlotta Capella bei einer Vollmondnacht auf der schönen Insel Sylt nicht schlafen kann und gedankenverloren durch das Fenster sieht, wird sie Zeugin, wie eine dunkle Gestalt in einen Mantel gehüllt die kleine Hütte betritt, die die Nachbarn an die Altenpflegerin Alena Sorokin vermieten. Ein Liebhaber, da ist Carlotta sich sicher. Als Alena jedoch am nächsten Tag ermordet in ihrem Bett aufgefunden wird, erscheinen die Ereignisse auf einmal in einem ganz neuen Licht: Ob Liebhaber oder nicht – Mamma Carlotta hat den Mörder auf dem Weg zu seinem Opfer beobachtet.

Ihr Schwiegersohn will natürlich nichts davon hören, Carlotta ist ja bekannt dafür, Geschichten unnötig auszuschmücken und es mit der Wahrheit im Detail nicht ganz so ernst zu nehmen. Ihr bleibt also nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln und das ist gar nicht so leicht, immerhin wimmelt es nur so von Verdächtigen Weiterlesen

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Hallgrimur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen

Gestatten: Toxic, also eigentlich Tomislav Bokšić, gebürtiger Kroate, von Beruf Profikiller bei der kroatischen Mafia. Bisher hat er 66 Aufträge erfolgreich ausgeführt. Na gut, Nummer 66 hatte einen Schönheitsfehler, der Typ war vom FBI. Deswegen ist Toxic jetzt auf der Flucht. Beim Check-in am Flughafen entgeht er nur knapp einer Verhaftung, indem er, professionell, aber ungeplant und deswegen recht riskant, die Identität von Nummer 67 „übernimmt“. Dumm nur, dass sich hinter Nummer 67 der Prediger David Friendly verbirgt, welcher auf dem Weg nach Reykjavik ist. Dort wird er, also Father Friendly, schon erwartet, er ist in eine Fernsehshow eingeladen. Toxic spielt mit, er lebt für einige Tage bei einem isländischen Priester und dessen Frau und tritt mehrmals in der Show auf. Die Tochter der Familie erweist sich als „Tag 1“-Frau: „Wenn sie die einzige Frau in unserer Einheit wäre und wir einen Monat in den Bergen festsäßen, würde ich am Tag 1 anfangen, vor ihr zu träumen.“ (S. 47) Weiterlesen

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Simon Beckett: Die Verlorenen

Simon Beckett gibt dem ersten Band seiner neuen Thrillerserie den Titel Die Verlorenen. Gemeint sind die Menschen, denen nicht mehr geholfen werden kann. Sie leben außerhalb der Reichweite einer Gemeinschaft und erfahren weder Schutz, noch erleben sie ein faires Rechtssystem. Ihr Alltagsleben wird ein gezinktes Pokerspiel, bei dem sie nie die richtigen Karten haben werden. Sie verlieren. So oder so. Jonah Colley arbeitet in einer bewaffneten Spezialeinheit der Londoner Polizei. Für diesen Job muss er in jeder Hinsicht fitt sein. Körperlich und seelisch. Doch seit zehn Jahren befindet er sich in einer Art Schockstarre und funktioniert nur noch. Privat hat er alles verloren. Sein Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben hat ihn isoliert. Jetzt steht er für sich allein.

Völlig überraschend ruft ihn ein alter Freund an und bittet ihn um ein heimliches Treffen an einem gottverlassenen Ort. Natürlich mitten in der Nacht.

„Du bist der Einzige, dem ich vertrauen kann.“ (S. 12) sagt der Freund.

Als Jonah zum Treffpunkt kommt, findet er vier Opfer eines Serienkillers. Recht schnell lernt er auf die harte Tour, was es bedeutet, einen Mörder bei seiner Arbeit zu stören. Weiterlesen

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Wolf Harlander: 42 Grad

Deutschland erleidet eine nie dagewesene Dürre. Monatelang regnet es nicht und das bei großer Hitze. Europa trocknet aus. Hausbrunnen versiegen, in den Großstädten wird die Versorgung mit Trinkwasser reglementiert, der Rhein ist ein Rinnsal, wie alle anderen großen europäischen Flüsse auch. Wälder brennen, die Autobahnen sind nahezu unpassierbar, weil in der Hitze den Asphalt schmilzt. Unzählige Menschen versuchen in den Süden des Landes zu fahren, In Bayern fließt das Wasser noch regelmäßig aus den Hähnen. Schuld an der großen Wassernot ist das schon erwähnte „Jahrtausend-Hoch“ und ein Erdbeben mit Epizentrum in Italien, das tektonische Verschiebungen im Erdinneren verursacht, Wasserläufe verlegt und zum Versiegen gebracht hat.

Zwei Wissenschaftlern ist die Brisanz der Lage als Einzige bewusst: Elsa Forsberg, die als IT-Spezialistin und Daten-Analystin bei der europäischen Umweltagentur arbeitet, und Julius Denner, einem jungen Hydrologen. Beiden glaubt man an höchster Stelle in Brüssel aber nicht. Elsa hat als ehemalige Umweltaktivistin keine weiße Weste und sie gerät sogar in den Focus polizeilicher Ermittlungen. Zeitgleich eilt der Experte für Wasserwirtschaft Noah Luethy in ganz Europa von Wasserwerk zu Wasserwerk, weil die Versorgung zusammenzubrechen droht. Weiterlesen

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Andreas Föhr: Unterm Schinder

Beim Versuch, seine attraktive Kollegin Lisa mit einer inszenierten Schießerei zu beeindrucken, entdeckt Polizeiobermeister Kreuthner von der Polizeidienststelle Miesbach in einem leerstehenden Bauernhof eine Frauenleiche. Diese wurde in einer Tiefkühltruhe versteckt. Es handelt sich um Carmen Skriba, Eigentümerin mehrerer Fitnessstudios. Sie wurde durch einen Kopfschuss getötet.

Kommissar Clemens Wallner macht sich mit seinem Team an die Ermittlungen und findet heraus, dass Frau Skribas Ehemann Gerry vor zwei Jahren ebenfalls erschossen wurde. Die geständige Täterin, eine Hausangestellte mit kriminellem Vorleben, sitzt hinter Gittern. Wallner eilt in die Justizvollzugsanstalt und erfährt in einigen Gesprächen mit besagter Hausangestellten interessante Details. Polizeiobermeister Kreuthner befragt inzwischen eingehend seinen Vater, der in zwielichtigen Kreisen alte Bekannte und auch noch eine Rechnung offen hat. Durch kuriose Verwicklungen findet sich Wallner als Drogendealer wieder, spielt plötzlich die Entführung einer Minderjährigen 1998 eine wichtige Rolle, führen alle Hinweise zu einer halbseidenen Autohändlerszene in Düsseldorf und muss ein abgeschlossener Fall gegen den zähen Widerstand des Staatsanwaltes neu aufgerollt werden. Weiterlesen

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