Kristina Ohlsson: Schwesterherz

An einem verregneten Tag – wie es in dem Thriller eigentlich überhaupt fast immer regnet – kommt ein verzweifelter Mann in das Büro von Martin Benner und bittet den Anwalt, einen Fall zu übernehmen. Den seiner Schwester, der fünffachen Serienmörderin Sara Texas. Obwohl sich diese selbst getötet hat, soll Benner posthum ihre Unschuld beweisen. Er sträubt sich zunächst dagegen zu ermitteln, wird aber zunehmend mehr und mehr in den Fall verwickelt.

„Schwesterherz“ bildet den Auftakt des Zweiteilers um den Anwalt Martin Benner, der jedoch eher wie ein Privatdetektiv operiert. Und da sind wir schon bei dem ersten Aspekt, der mich an dem Buch gestört hat. Ich bin mit der Hauptfigur einfach nicht warm geworden: Martin Benner ist ein unsympathischer, arroganter, selbstverliebter Schnösel. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Donna Leon: Stille Wasser

Nach 26 Kriminalfällen in 25 Jahren gönnt Bestsellerautorin Donna Leon Guido Brunetti eine Auszeit. Im 26. Krimi, „Stille Wasser“ will der venezianische Kommissar auf der Laguneninsel Sant‘ Erasmo entspannen – allein unter Fischern und in der Natur. Nur das Sterben von Bienen beschäftigt den Ermittler.

Keine Sorge: Brunetti ist nicht krank oder altersschwach. Den Herzanfall täuscht er zu Beginn der Geschichte nur vor, um zu verhindern, dass sein Kollege einem Verdächtigen beim Verhör an die Gurgel springt. Aber dann findet der Kommissar Gefallen daran, sich von den Ärzten im Hospital ein Schonprogramm verordnen zu lassen und zieht auf das verlassene Landgut eines Verwandten seiner Ehefrau Paola. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

J. P. Delaney: The Girl Before

Jane hat ihr Baby verloren und versucht einen Neuanfang. Sie kündigt ihren Job und sucht eine neue Wohnung. Mit weniger Geld als zuvor fällt die Wohnungssuche schwer und nach einigen Besichtigungen bewirbt sie sich um ein merkwürdig modernes Haus in der Folgate Street 1 in London, das durch Minimalismus und High Tech besticht. „Bewerbung“ bedeutet, dass sie erklären muss, warum das Haus und sie zusammenpassen, dass sie hundert teils persönlicher Fragen beantworten und dem Architekten und Besitzer des Hauses, Edward Monkford, ein Foto von sich schicken muss.

„The Girl Before“, von dem Jane nach und nach erfährt, ist Emma. Sie ist gemeinsam mit ihrem Freund Simon eingezogen, als auch sie an einem Wendepunkt in ihrem Leben war.

Der Dritte im Bunde mit schmerzlicher Vergangenheit ist der Architekt Monkfort selbst: Das Haus war für seine Familie, Frau und Sohn, konzipiert. Beide sind ums Leben gekommen und Jane findet Hinweise darauf, dass sie unter dem Grundstück des Hauses bestattet wurden. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Sebastian Fitzek: AchtNacht

Fake-News sind gefährlich. Vor allem, wenn sie den Leuten das erzählen, was sie hören wollen. Jemand wird für eine Nacht geächtet (bitte, es heißt geächtet und Geächtete und nicht „Achtnachter“), angeblich hat sogar die Bundesregierung Straffreiheit für denjenigen zugesichert, der den Geächteten zur Strecke bringt und natürlich gibt es eine dicke Belohnung. Muss wahr sein, stand ja schließlich im Internet. Dass das jeder gültigen Rechtsprechung in Deutschland widerspricht, stört kaum einen der Jäger, dabei hätte es gereicht, das Grundgesetz aufzuschlagen. Die wenigen, die darauf hinweisen, werden niedergethreated.

Es trifft Ben. Plötzlich hört er seinen Namen im Radio, erkennt sein Gesicht auf Videowänden und weiß nicht, wie ihm geschieht. Der Einstieg ist gewohnt spannend und lässt den Leser mit der Frage weiterlesen: Wieso Ben? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Petra Ivanov: Erster Funke

Petra Ivanov geht zu den Anfängen ihrer Krimireihe zurück und greift gleichzeitig ein aktuelles Thema auf: Insider stehlen brisante Daten, verlassen für den Verkauf das Land und werden in den USA von unterschiedlichen Interessenvertretern gejagt.

Einer von ihnen ist der Ermittler Bruno Cavalli. Bereits in der Schweiz hat er alle Gewohnheiten der Diebe studiert und folgt systematisch ihren Spuren. Seine speziellen Kenntnisse will sich das FBI zunutze machen, ohne ihm jedoch zu vertrauen. Als Cavalli einen der Diebe in einem Hangar aufspürt, ist ihm ein Mörder nur wenige Augenblicke zuvorgekommen. Nur knapp entgeht er seiner eigenen Ermordung. Trotzdem wird er verhaftet. Das FBI unterstellt Cavalli, ein Insider zu sein. Wieso weiß er so viel über die Diebe? Jetzt fehlen nur noch die Freundin des toten Diebes und die Daten. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Amy Gentry: Good as Gone

Vor acht Jahren ist die 13-jährige Julie nachts spurlos aus ihrem Elternhaus verschwunden. Einziger Anhaltspunkt ist die Beobachtung ihrer damals 10-jährigen Schwester Jane, die aus einem Versteck heraus beobachtet haben will, wie Julie von einem Mann mit einem Messer aus dem Haus geführt wurde. Das ist nun acht Jahre her und von Julie fehlt jede Spur. Doch eines Abends steht wie von Geisterhand eine junge Frau vor der Tür der Eltern: Julie! Freudig wird sie wieder in die Familie aufgenommen und umsorgt. Sie scheint Schlimmes erlebt zu haben und berichtet von Verschleppung und jahrelanger Vergewaltigung durch einen mexikanischen Drogenring. Doch Anna, Julies Mutter, beginnt bald an der Geschichte zu zweifeln. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Andrea Camilleri: Die Spur des Lichts

Unermüdlich schreibt der italienische Schriftsteller Andrea Camilleri  weiter an seinen Commissario-Montalbano-Krimis. „Die Spur des Lichts“ ist der neunzehnte dieser Reihe, der am 24. April 2017 in einer Übersetzung von Rita Seuß und Walter Kögler im Verlag Bastei Lübbe erschienen ist.

Commissario Salvo Montalbano träumt schlecht, steht doch ein Sarg mit einer Leiche auf einem Acker in der Contrada Casuzza. Dabei hat sich doch nur der Innenminister zu einem Besuch in den Notunterkünften für Flüchtlinge in Vigàta angekündigt. Dann ändert sich der Terminplan des Ministers und Montalbano besucht eine Kunstgalerie mit der sehr attraktiven und schönen Galeristin Marian, die ein gemeinsames Essen vorschlägt. Was wohl Salvos Freundin Livia davon halten würde? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Shane Kuhn: Feindliche Übernahme

Thriller plus Comedy – da ist ein Mordsspaß garantiert! Seit Shane Kuhns Erstlingsroman „Töte deinen Chef“ arbeitet John Lago in einer Vermittlungsagentur für Profikiller. Human Resources Inc. schleust diese als Praktikanten in Unternehmen ein, um verhassten Firmenbossen den Garaus zu machen. In diesem literarischen Nachfolger geht es noch abgedrehter zur Sache. John ist mittlerweile mit seiner ehemaligen Erzfeindin, der Profikillerin Alice, verheiratet. Die beiden haben eine besondere Beziehungsdynamik, nach dem Motto: Sie küssten und sie schlugen sich … Gnadenlos böse, gnadenlos gut.

Wer es makaber mag, wird dieses Buch lieben. Der Autor Shane Kuhn schafft Kunstfiguren, die fast Tarantino-mäßig anmuten. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ursula Poznanski: Schatten

Irgendwie scheint dies wohl das Jahr zu werden, in dem alle bekannten Kommissare tief in ihre eigene Vergangenheit eintauchen. So auch Beatrice Kaspary, die bei ihrem neuen Mordfall mit dem Grund konfrontiert wird, aus dem sie einmal zur Polizei gegangen ist. Während ihres Studiums ist ihre Mitbewohnerin brutal ermordet worden, der Täter wurde nie gefasst. Jetzt wurde ein Mann in seiner Wohnung brutal hingerichtet und es finden sich Hinweise darauf, dass er der Täter gewesen sein könnte. Aber er bleibt nicht das letzte Opfer und bei jedem neuen Opfer finden sich Hinweise auf das vorherige. Eine Linie zieht sich durch die Morde und sie zeigt direkt auf Beatrice. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Sven Koch: Dünenfluch

Mit dem Titel „Dünenfluch“ legt der Autor Sven Koch den fünften Band seiner Dünen-Krimi-Reihe vor. Wieder fordert er seine Protagonisten, das bewährte ostfriesische Ermittlerteam Femke Folkmer und Tjark Wolf stark heraus. Dabei spürt man dem Multitalent Sven Koch an, er hat sich als Musiker, Fotograf und Autor einen Namen gemacht, dass er eine persönliche Beziehung zur Nordsee und zur ostfriesischen Küste hat. Die Tiefe des Meeres, die Weite des Horizonts und die Melancholie der Landschaft hinter dem Deich beflügeln seine Fantasie, die ein fester Bestandteil der Krimiszene Ostfrieslands geworden ist. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: