Frank Goldammer: Roter Rabe

Dresden im Jahr 1951. Oberkommissar Max Heller lebt mit seiner Frau Karin und der kleinen Pflegetochter Anni im immer noch teilweise zerstörten Dresden. Die Polizei arbeitet wieder als Polizei, aber so richtig unabhängig fühlt sich Heller nicht. Hängt doch viel von den neuen Herren ab, denen er sich so gar nicht anschließen möchte, wie er das auch in der Nazizeit schon nicht getan hat. Er hat das Gefühl, das manche Ermittlungsarbeit politischem Kalkül zum Opfer fällt. Gerade aus einem unerwartet genehmigten Ostseeurlaub zurück, erhält seine Frau Karin ebenso unerwartet die Erlaubnis, den in Köln lebenden Sohn zu besuchen. Aber nur sie. Max bleibt mit Pflegetochter Anni zurück. Und ausgerecht zu der Zeit, kommt ein neuer zeitfressender Fall auf ihn zu. Zwei der Spionage verdächtige Männer sterben in der Haft. Es sieht nach Selbstmord aus, aber die beiden waren doch Zeugen Jehovas? Kann es sein, dass gläubige Menschen den Freitod wählen? Heller ermittelt und plötzlich kommen immer mehr mysteriöse Tote dazu. Hier ein Schlaganfall, da ein seltsamer Unfall, was geht hier vor. In der Stadt geht das Gerücht um, ein „Amerikaner“ würde in Dresden spionieren, um den letzten Schlag vorzubereiten, vielleicht sogar die Atombombe, die 1945 Deutschland nicht mehr traf? Weiterlesen

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Michael Robotham: Die andere Frau

In schöner Regelmäßigkeit schreibt der Australier Michael Robotham (Jahrgang 1960) einen neuen Psychothriller um den Psychologen Joseph „Joe“ O’Loughlin und den mittlerweile pensionierten Polizisten Vincent Ruiz. Am 27. Dezember 2018 erschien im Wilhelm Goldmann Verlag „Die andere Frau“ in einer Übersetzung von Kristian Lutze.

Professor Joseph O’Loughlins achtzigjähriger Vater liegt bewusstlos und mit schwersten Kopfverletzungen im Krankenhaus. Offenbar ist er eine Treppe herunter gestürzt. Joe eilt sofort ans Krankenbett und trifft dort auf eine ihm unbekannte, weinende Frau, die behauptet mit William O’Loughlin, „Gottes Leibarzt im Wartestand“, verheiratet zu sein. Nach und nach enthüllt sich das für Joe Unfassbare: sein ehrenwerter Vater hatte eine Zweit-Familie in London.

Die ehemalige Tennisspielerin Olivia Blackmore ist Mitte vierzig, attraktiv und lebt seit über zwanzig Jahren mit William O’Loughlin zusammen. Olivia hat einen psychisch kranken Sohn namens Ewan und einen toten Ex-Mann.

Joe glaubt nicht an einen Unfall, der ermittelnde Polizeibeamte DI Stuart Macdermid zeigt sich nicht sehr kooperativ. Seine junge Kollegin, Detective Kate Hawthorn, jedoch unterstützt Joes Ermittlungen. Außerdem weiht er Vincent Ruiz ein, der aktuell in Unternehmensbetrugsfällen ermittelt. Weiterlesen

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Maria Adolfsson: Doggerland 01: Fehltritt

Als Kommissarin Karen Eiken Hornby am Morgen nach dem traditionellen Austernfest mit einem gewaltigen Kater neben einem schnarchenden Mann aufwacht, ist ihr sofort klar, dass sie einen Fehler gemacht hat. Denn der Mann, mit dem sie das Hotelbett teilt, den sie nicht leiden kann und mit dem sie – wie sie sich dunkel erinnert – keinen guten Sex hatte, ist ihr überheblicher Chef Jounas Smeed. Sie macht sich so leise wie möglich aus dem Staub und hofft, dass er sie nie darauf ansprechen wird.

Doch schon kurze Zeit später ist klar: Sie wird um ein Gespräch mit Jounas nicht herumkommen, denn seine Ex-Frau Susanne wurde ermordet – und zwar vermutlich zu einer Zeit, in der Karen Teil seines Alibis ist. Bevor nicht eindeutig geklärt ist, dass Jounas Smeed nichts mit dem Tod von Susanne zu tun hat, kann er seinen Dienst nicht wieder antreten. Karen wird die Leitung der Ermittlungen übertragen.

Susanne Smeed liegt erschlagen in ihrer Küche. War es ein Raubüberfall, der aus dem Ruder lief? Der Geldbeutel fehlt, ein paar Schubladen sind durchwühlt, aber es gibt auch noch Bargeld und Wertgegenstände im Haus, die nicht angetastet wurden. Gibt es ein anderes Motiv? Hatte sie Feinde? Weiterlesen

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Nele Neuhaus: Muttertag

Es sieht erst so einfach aus. Ein alter Mann ist in seiner Küche gestorben. Es könnte ein natürlicher Tod gewesen sein. Aber wieso sagen die Nachbarn, dass der Hund des alten Reifenrath eigentlich nie im Zwinger war, jetzt ist er aber da. Einsperrt und beinahe verhungert und verdurstet hat er in seiner Verzweiflung gebuddelt und dabei Knochen freigelegt. Menschenknochen. Frauenknochen. Bei einigen Skeletten ist noch eine Identifizierung möglich, alle Frauen verschwanden an einem Muttertag, zum Teil vor vielen Jahren. Pia Sander und Oliver von Bodenstein finden heraus, dass es noch mehr Leichen geben muss. Immer nach dem gleichen System getötet und immer am Muttertag. Aber der tote Reifenrath war ein alter Mann. Kann er wirklich auch in seinen letzten Jahre in der Lage gewesen sein, junge gesunde Frauen zu töten? Sowohl Pia als auch Oliver bezweifeln das. Außerdem scheinen die Frauen nicht völlig willkürlich ausgewählt worden zu sein. Nach und nach kristallisiert sich eine Gemeinsamkeit heraus: Alle Frauen haben aus den verschiedensten Gründen ihre Kinder verlassen.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, außer, dass es auch diesmal wieder sehr persönlich wird, aber dieses Mal geht es nicht um Olivers, sondern um Pias Familie. Weiterlesen

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John Marrs: Die gute Seele

Laura hat ein großes Herz. Die Mutter von drei Kindern arbeitet ehrenamtlich für die Telefonseelsorge, bringt ihren Kolleginnen und Kollegen selbst gebackenen Kuchen mit, flickt deren Kleider und sammelt unermüdlich Spenden für den guten Zweck. Sie kümmert sich hingebungsvoll um ihren Sohn Henry, der wegen einer schweren geistigen Behinderung in einem Heim lebt und um ihren ehemaligen Pflegebruder Nate, der nach einem Gefängnisaufenthalt obdachlos geworden ist.

Deshalb versteht sie auch nicht, warum ihr Mann Tony sich von ihr zurückgezogen hat und ihre beiden Töchtern Effie und Alice Abstand zu ihr halten. Sie lässt nichts unversucht, um Tony zurück zu gewinnen und die Familie wieder glücklich zu vereinen. Wer kann ihr das zum Vorwurf machen? Nach einer schweren Kindheit mit dem frühen Tod der Eltern und einer Jugend in Pflegefamilien und Jugendheimen, sehnt sie sich nach Liebe und Geborgenheit. Wie schwer die Verletzungen von damals wiegen und wie zerstörerisch sie sich auf Laura und ihre Umwelt auswirken, zeigt sich erst nach und nach. Oder liegt auch etwas Böses in ihren Genen? Weiterlesen

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Caroline Eriksson: Die Beobachterin

Die Icherzählerin Elena ist Autorin. Seit kurzem lebt sie von ihrem Mann getrennt in einem Haus, in dem sie sich nicht zu Hause fühlt. Ihre Schwester hat ihr diese vorübergehende Bleibe vermittelt. Aber es ist nicht nur das Haus, in dem Elena sich fremd fühlt. Mehr noch scheint Elena sich selbst eine Fremde zu sein. Mit fortschreitendem Text wird klar, dass sie unter autoaggressiven Störungen leidet, die nun, da ihr Ehemann Peter ihr Vertrauen zerstört hat, von neuem aufbrechen.

Im Haus gegenüber wohnt eine Familie, die Elenas Blicke über den Innenhof durchs Fenster immer häufiger auf sich zieht. Je öfter Elena das Ehepaar und deren Sohn beobachtet, desto mehr glaubt sie zu wissen, dass sich dort drüben bald ein schreckliches Drama abspielen wird. Leo, der Sohn der Familie, der Kontakt zu Elena knüpft, bestärkt alle Befürchtungen und beeinflusst ihre Eindrücke zunehmend.

Elena verliert immer mehr den Boden zur Realität, projiziert Handlungen und Verhalten des Nachbarpaares auf sich und die eigene Vergangenheit und interpretiert so das Geschehen gegenüber nach ihren subjektiven Auslegungen. Weiterlesen

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Hannelore Hippe: Die verlorenen Töchter

Hannelore Hippe hat in diesem Buch einen bis heute nicht geklärten Kriminalfall um eine mysteriöse halb verbrannte Frauenleiche, die 1970 im Isdal, der Gegend um Bergen/Norwegen, gefunden wurde, aufgegriffen. In ihre fiktiv ausgearbeitete Handlung hat sie Zeugenaussagen, Namen, Daten und Orte aus der Polizeiakte einfließen lassen. 2017 wurde der Fall mit neuen forensischen Techniken abermals untersucht. Erstaunlicherweise gelangten die Ermittler dabei zu ähnlichen Resultaten, wie Hippe sie in der Romanhandlung aufzeigt.

Das Buch beginnt mit dem Fund einer Frauenleiche im Jahr 1970, macht aber nach wenigen Seiten einen Zeitsprung und wechselt ins Jahr 1942. Die Wurzeln dieses Kriminalfalls liegen in der norwegischen Geschichte, als deutsche Wehrmachtssoldaten während des zweiten Weltkrieges das Land bevölkerten:

Die zwanzigjährige Åse findet in Tromsø eine Anstellung in der Wäscherei der Besatzungsmacht. Wie viele andere junge Frauen geht sie eine Beziehung mit einem deutschen Soldaten ein. Weil dies unter großen Teilen der Bevölkerung als höchst anrüchig gilt,  können Åse und der Unteroffizier Kurt sich nur heimlich treffen. Selbst der eigenen Familie kann Åse sich nicht anvertrauen. Weiterlesen

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Viveca Sten: Flucht in die Schären

Da mutet die schwedische Bestsellerautorin in ihrem neunten Band der Krimireihe ihren Protagonisten Nora Linde und Thomas Andreasson einiges zu. Den Leserinnen und Lesern übrigens auch. „Flucht in die Schären“ bricht eindeutig aus dem gewohnten Schären-Krimi-Genre aus. Die Geschichte trägt die Züge eines Thrillers. Viveca Sten konfrontiert ihr Ermittler-Duo mit drei Themen, die alle „unter die Haut“ gehen. Es geht um traumatische Kriegsfolgen, um häusliche Gewalt und skrupellose Wirtschaftskriminalität im schwedischen Drogenmilieu.

Den neuen Fall habe ich mit besonderer Spannung erwartet, weil ich meinen Sommerurlaub im Schärengarten vor Stockholm verbracht habe und „natürlich“ Viveca Stens Insel Sanddön mit ihrem Hauptort Sandham besucht habe. Es war schön viele Orte in der Realität zu entdecken, die die Autorin zur Kulisse ihrer Plots gemacht hat. In der Beschreibung der Schönheit dieses touristischen Kleinods übertreibt die Autorin nicht. Sanddön und überhaupt der Schärengarten ist für Schwedenfans ein Muss.

Auch aus diesem Grund habe ich mich auf meine virtuelle Rückkehr nach Sandham gefreut. Natürlich auch auf die Begegnung mit Nora Linde und Thomas Andreasson. Nora hat die Stelle gewechselt und arbeitet nun als Staatsanwältin bei der Behörde gegen Wirtschaftskriminalität. Weiterlesen

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Louis Greenberg: Die Bedrohung

Wir schreiben die nicht allzu ferne Zukunft. Die Welt hat sich von dem technischen Fortschritt abgewendet, das Internet, die Mobiltelefone, Überwachungskameras – das alles gibt es nicht mehr! Nur eine kleine Siedlung namens Green Valley hat sich gegen die so genannte Wende gestellt. Die Menschen hier sind mit ihren Avataren verkabelt und leben in einer virtuellen Realität. Die Polizistin Lucie Sterling ist verwundert, als sie (auf ihrem an der Wand befestigten Schnurtelefon) einen Anruf ihres Exmannes David erhält. Er berichtet ihr diffus, dass die gemeinsame Tochter Kira, die bei ihm lebt, verschwunden ist, ja, entführt wurde. Lucie ist sofort alarmiert, denn David und Kira leben nirgend anders als in Green Valley. Verbirgt das High Tech-Viertel vielleicht ein Geheimnis?

Luis Greenbergs Roman tut sich am Anfang schwer. Man lernt die Zukunftsvision kennen, die eigentlich in die Vergangenheit gehört. Weil die Menschen sich zu stark von IT-Unternehmen und Überwachungsstaaten kontrolliert gefühlt haben, haben sie jegliche elektronische Technik abgeschafft und sich rückbesinnt in eine Zeit etwa in den 1950er Jahren. Das verändert natürlich auch die Polizeiarbeit, der Lucie nachgeht, wieder maßgeblich. Green Valley wird mit misstrauischem Blick von allen beobachtet. Aber Genaueres weiß niemand. Denn der Zugang zu Green Valley ist streng limitiert und nicht jeder kann rein und raus wie er möchte. Als Lucie doch einen Einblick erhält und David besuchen kann, ist sie verwirrter als bisher. Weiterlesen

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Volker Kutscher: Marlow: Der siebte Rath-Roman

Der Schriftsteller Volker Kutscher (Jahrgang 1962) lebt und arbeitet in Köln. Mit seinen Krimis über den Kriminalkommissar Gereon Rath wurde er berühmt. Die Krimis spielen im Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Die Krimireihe wurde mit dem Titel „Babylon Berlin“ u.a. unter Regisseur Tom Tykwer verfilmt. Die zweite Staffel läuft zurzeit in der ARD.

Volker Kutscher ist aktuell mit seinem siebten Rath-Krimi „Marlow“ in Deutschland auf Lesereise. Der Krimi ist am 30. Oktober 2018 im Piper Verlag erschienen.

„Marlow“ so heißen ein Mecklenburgisches Dorf und ein Verbrecherkönig in Berlin. Auf dem Gut des kaiserlichen Forstinspektors Friedrich Larsen in der Nähe von Marlow im Jahre 1918 beginnt Volker Kutscher in seinem Krimi „eine andere Geschichte“.

Und im Berliner August des Jahres 1935 steigt Gerhard Brunner im hellen Sommeranzug in das Taxi von Otto Lehmann. Der Taxifahrer gibt Gas und rast mit seinem Gast in vollem Tempo gegen eine Mauer. Weiterlesen

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