Christoph Marzi: Mitternacht

Als Nicholas James eines Morgens auf seinem Hausboot wach wird, befindet sich ein ihm fremder Mann in seiner Kajüte. Dabei ist die Tür von innen verschlossen und der Mann dürfte gar nicht hier sein. Dann verschwindet er auch ebenso schnell wie er gekommen ist. Nicholas kümmert sich erstmal nicht weiter um den Zwischenfall. Doch als er dem Fremden erneut begegnet, lässt er nicht locker. Peter Chesterton zeigt ihm schließlich eine völlig neue Welt, in der die Verstorbenen als Geister weiterleben. Doch dies gelingt ihnen nur so lange, wie sich in der Menschenwelt jemand an sie erinnert. Und hier kommt Chesterton ins Spiel: Er trägt die Geschichten der Geister weiter und lässt sie Menschen erinnern, was in der Vergangenheit liegt.

Für mich ist „Mitternacht“ noch mit eins der schlechtesten Marzi-Bücher, um das mal gleich vorneweg zu sagen. Dabei bin ich glühende Verehrerin dieses talentierten Autors. Oftmals sprühen seine Romane vor originellen Ideen gepaart mit einem wiedererkennbaren Schreibstil. Weiterlesen

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Anthony Ryan: Draconis Memoria 03: Das Imperium der Asche

Zum dritten und letzten Mal entführt uns Anthony Ryan nach Mandinorien, einem Reich, das von einem ebenso korrupten, wie allgewaltigen Handels-Syndikat geführt wurde, und das sich auf einen Rohstoff stürzte, den nur und ausschließlich Drachen lieferten – Drachenblut nämlich. Blaue, rote, grüne und schwarze Drachen wurden gnadenlos und effektiv gejagt, um an ihren Lebenssaft zu gelangen, die Drachenjagd und -zucht war ein mehr als lukratives Geschäft. Ein Blutgesegneter, nur einer unter Tausend Menschen, kann durch Einnahme eine der vier Varianten des Produkts, wie das Blut als rare Handelsware genannt wird (blau, rot, schwarz und grün) seine Fähigkeiten weit über das normale Maß heraus steigern. Blau ermöglicht die telepathische Kommunikation, Rot die Freisetzung von Energie auch mittels Maschinen, Schwarz steigert die Konstitution und persönlichen Kräfte und grün verleiht dem Blutgesegneten Konzentration und an Magie grenzende Heilfähigkeiten.

Dumm, dass der legendäre weiße Drache weder ein Mythos war, noch dem Geschehen weiter tatenlos zusehen mochte. Mit einer Armee von Verderbten – Menschen, die mittels der Drachenmagie in willige Helfer der Lindwürmer verwandelt und kräftemäßig aufgewertet wurden – machte dieser sich auf, die Imperien der Menschen zu erobern und zu vernichten. Ganze Drachenhorden brachen von Norden kommend über die Reiche der Menschen herein. Die Chancen der Menschen den Rachefeldzug der Drachen zu überleben tendieren gegen Null. Einzig die Relikte des Tüftlers, eines genialen Erfinders, und der Überbleibsel einer vergessenen Hochkultur, der es vor Urzeiten bereits einmal gelang, den Weißen zu besiegen, bleiben als mehr als spärliche Hoffnung. Weiterlesen

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Sally Green: Kingdoms of Smoke 01: Die Verschwörung von Brigant

Bekannt ist Sally Green manchen deutschen Lesern und Leserinnen von ihrer „Half Bad“-Serie, von der leider nur ein Teil auf Deutsch veröffentlicht wurde. In der neuen Serie wird man in ein fiktives Land geführt, in dem vor allem drei Landschaftsebenen im ständigen Streit miteinander stehen: Calidor, Brigant und Pitoria. Einige Stämme, wie die Abask, sind ihnen fast gänzlich zum Opfer gefallen. Zwischen Brigant und Pitoria soll nun Frieden geschlossen werden und die fast 17-jährige Catherine sieht sich gezwungen, einen pitorianischen Prinzen zu heiraten, den sie nie zuvor gesehen hat. Doch die Allianz bietet der jungen Frau auch Vorteile, denn in Pitoria gelten weitaus lockerere Regeln für Frauen als in ihrer Heimat.

Insgesamt umfasst die Handlung von „Die Verschwörung von Brigant“ das Erlebte von fünf Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist, wie schon erwähnt, Catherine, die Prinzessin von Brigant. Dann gibt es noch ihren Leibwächter Ambrose, der heimlich Gefühle für die Prinzessin hegt. In Pitoria werden die Dämonenjägerin Tash, der uneheliche Sohn des Königs von Calidor, Edyon und March, ein Abask, der ebendiese jungen Mann sucht, begleitet. Durch ist die Handlung sehr abwechslungsreich. Aber nicht alle Figuren wirken gleichsam interessant und gut beschrieben. Vor allem Catherine hat mich direkt genervt. Sie ist, obwohl sie sie behauptet das Gegenteil zu sein, sehr blauäugig und naiv. Ihre Kapitel erinnern stellenweise an einen Drei-Groschen-Roman. Auch Edyon ereilt dieses Schicksal sehr bald. Als dann Ambrose auch noch mehr hormongesteuert als kampfeslustig erschien, war es mir fast zu viel. Weiterlesen

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William Peter Blatty: Der Exorzist (1971)

Der Exorzist gehört zu den Kassenschlagern der 70er Jahren, der überall auf der Welt die Kinokassen klingeln ließ. Kaum Jemand, der diesen Film nicht gesehen hat, die Zweitverwertung über Video mit Drittpublikation als DVD / Bluray spülte noch einmal einen Geldsegen in die Kassen der Beteiligten.

Beteiligt war auch der Verfasser des Romans, William Peter Blatty, der nicht nur das Werk selbst, sondern auch das Drehbuch für die Verfilmung beisteuerte (und für das er den Oskar bekam). Man kann getrost sagen, dass dieser mit diesem einen Buch sein finanzielles Auskommen gesichert hat. Neun Romane hat er bis zu seinem Tod 2017 publiziert, von denen allerdings nur zwei – neben dem Exorzisten erschien die Fortsetzung zu seinem Bestseller „Legion“ als „Das Zeichen“ (Goldmann TB) auf Deutsch – bei uns veröffentlicht wurden.

Der Roman erlebte bei uns diverse Auflagen. Neben der Publikation als Hardcover bei Moden und bei Area (zusammen mit „Das Omen“ und „Rosemaries Baby“), folgten Taschenbuchveröffentlichungen bei Ullstein und Bastei-Lübbe. Nun also legt der Festa Verlag den Klassiker in einer gewohnt mustergültigen Ausstattung in seiner Must Read Reihe neu auf. Weiterlesen

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Raymond A. Villareal: Die Chronik vom Aufstand der Vampire

Es beginnt in einem kleinen Kaff an der Grenze zwischen Arizona und Mexiko. Die Leiche einer jungen Frau, deren Körper auffällig wenig Blut aufweist, verschwindet aus der Pathologie. Als die Fachärztin vom Center for Disease Control am Tatort eintrifft, ist gerade eine zweite Leiche, offensichtlich auf ihren eigenen Beinchen, aus dem Untersuchungszimmer entflohen. Die Spur führt die Forscherin an den Grenzzaun, und nur zu bald in den Kongress. Hier darf sie, zusammen mit anderen Spezialisten, die von den Vorgängen wie sie auch kaum eine Ahnung haben, zu einer neuen Spezies, die vom NOBI Virus geschaffen wurden, aussagen – den Gloamings.

Etwa die Hälfte derer, die gewandelt werden übersteht die Prozedur und wird mit einer Lebensdauer von 200 bis 300 Jahren, immerwährender Gesundheit und der Fähigkeit, Menschen zu beeinflussen belohnt. In die Sonne aber sollten sie nicht mehr gehen, die fügt ihnen dauerhaften, letalen Schaden zu. Pop-Stars, ein Bischof, Senatoren, selbst der Präsident lassen sich wandeln, ob und wie sie fürderhin Blut zu sich nehmen müssen, kann mangels Mithilfe der Infizierten nicht untersucht werden. Und diese wissen sich zu organisieren – Gesetzesvorhaben zum Schutz ihrer Rechte als neue Rasse werden eingebracht und beschlossen, die Gloamings sind in. Weiterlesen

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Ben Aaronovitch: Der Oktobermann: Kurzroman

England, genauer gesagt London wird seit einigen Jahren von Magie heimgesucht. Gut, dass die Abteilung für ungewöhnliche Verbrechen, kurz Folly genannt und dessen Zauberlehrling Peter Grant immer aufmerksam Gewehr bei Fuß stehen, die Verbrecher und jagen und dingfest zu machen.

Doch auch auf dem Kontinent gibt es Magie, gibt es Verbrecher und mysteriöse Vorkommnisse. Das, was auf der Insel das Folly ist, das ist in Deutschland das KDA – die Abteilung für komplexe und diffuse Angelegenheiten des BKA. Und auch ein Pendant zu Peter Grant gibt es – einen Zauberlehrling, der die Laufarbeit und ein wenig mehr machen darf – gestatten, dass ich mich vorstelle, Tobi Winter der Name, Magielehrling, Polizist und einziger Außendienstermittler des KDA.

Mein neuester Fall führt mich an die Mosel – genauer gesagt, in das malerische Städtchen Trier. Hier laufen mir, neben einer bezaubernden und wissbegierigen Kollegin des örtlichen Morddezernats, mehrere Flussgöttinnen – auch eine recht junge – über den Weg, und Rätsel um mysteriöse Tode gibt’s leider auch. Magie, das stelle ich schnell fest, ist gewirkt worden, doch von wem und weshalb? Die Spur führt weit, weit in die Vergangenheit, was meinen Aufenthalt an der Mosel aber nicht etwas stressfreier oder ungefährlich macht. Weiterlesen

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Akram El-Bahay: Die Bibliothek der flüsternden Schatten 03: Bücherkrieg

Einst, vor eigentlich gar nicht allzu langer Zeit war er nur ein Dieb, der ein Wächter des Königs sein wollte. Sam schlich sich in die Leibgarde des Königs ein und wurde zur Bewachung Paramythias, der unterirdischen Bücherstadt, eingeteilt. Doch er wollte mehr, und sein Wunsch ging in Erfüllung. Tief unter der Erde kam er einem Geheimnis auf die Spur, das die Welt, wie er sie kannte verändern würde. In den Büchern, die in den Stollen, den Gängen und Höhlen lagern wurden, vor langer Zeit, mit dem Buch der geheimen Namen magische Wesen eingekerkert. Jetzt ist die Zeit, das der alte Konflikt zwischen Fabelwesen und Menschen wieder ausbricht, dass der schwarze und der weiße König und ihr Menschenpendant erneut zu den Waffen rufen und die Wüstenhexen ihre Ränke spinnen.

Während der schwarze König in Verkleidung eines Menschen die Stadt zu den Waffen ruft, und angeführt von Layl, der dunklen Sahira auf die Vernichtung der Menschen und Errichtung eines Schreckensregimes aus ist, versuchen Sam und Kani, die Sahira der Dämmerung, eben dies zu verhindern. Während der Flügelmann Nusar und Kani sich bereit machen, die Wüstenmetropole anzugreifen, schleicht sich Sam begleitet vom Pferdemenschen Shagyra ein um tief in Paramythia nach dem Buch der geheimen Namen zu suchen um die finsteren Pläne der Wüstenhexe zu verhindern. Weiterlesen

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Jeff Wheeler: Königsfall 02: Der Verräter

Einst, als Kind noch diente er seinem Souverän als wehrlose Geisel – die Rede ist von Herzog Owen Kiskaddon. Inzwischen ist er, der mit der Gabe der Quelle gesegnet ist, zum mächtigsten Vasallen König Severns aufgestiegen. Zwar ist ihm der despotische Monarch immer verhasster, allein seinen Eid will er nicht brechen. Sein Unwille zu rebellieren hat ihn bereits die Liebe seines Lebens gekostet, nun muss er hilflos mit ansehen, wie seine einstige Jugendfreundin vom König um ihr Erbe gebracht wird.

Er selbst erhält unterdessen einmal mehr den Auftrag einen Krieg anzuzetteln. Mit 24 Lenzen hat er schon mehr als genug Schlachten gesehen, um des Tötens mehr als überdrüssig zu sein. Dennoch zieht er gen Brythonien um der dort herrschenden Herzogin die Ehe anzutragen. Natürlich wird sie die Offerte brüsk abweisen und damit einen Grund für den Einmarsch der Truppen des Königs geben. Allein, seine ungebührlich vorgetragene Werbung hat überraschenderweise Erfolg. So etwas nennt man dann erfolgreich und raffiniert ausmanövriert worden zu sein.

Owens Achtung für die junge, ebenso hübsche wie intelligente Herzogin steigt. Doch warum nur kann er die Herzogin mit seinen Taten nie überraschen, warum scheint sie ihm immer ein, zwei Schritte voraus zu sein? Als sein König ihn des Verrats bezichtigt beginnt Owen ein waghalsiges Spiel mit dem Ziel den rechtmäßigen Monarchen auf den Thron zu bringen … Weiterlesen

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Jennifer Estep: Mythos Academy Colorado 03: Coldest Frost

Im Kampf gegen das Böse haben Rory und ihre Freunde nie eine Pause. Ihre Aufgabe ist es, zu verhindern, dass die Schnitter neue gefährliche Artefakte stehlen und sie als Waffen nutzen. Als sie auf eine weiße Schatulle stoßen, die große Ähnlichkeiten mit den anderen zwei hat, die die Schnitter in der Vergangenheit um jeden Preis an sich reißen wollten, steht ihr Plan fest: Sie tauschen die Schatulle gegen eine Fälschung aus und bewachen diese dann, um an die Schnitter heranzukommen.

Doch ihr Plan geht nicht auf. Denn die Schnitter sind nicht im Geringsten an der weißen Schatulle interessiert, sondern an einer viel gefährlicheren Waffe. Dass es Rory und ihren Freunden nicht gelingt, sie aufzuhalten ist allerdings das geringste Übel, wie sich kurz darauf herausstellt, denn sie alle kommen in Berührung mit einem unbekannten Gift, das die Schnitter bei sich tragen und das es ihnen ermöglicht, unbeschadet zu verschwinden.

In den folgende Tagen scheint sich die Wirkung des Gifts erst nur auf Halsschmerzen und Müdigkeit zu beschränken, doch schnell wird Rory klar, dass sie sehr bald auf sich allein gestellt sein könnte. Der größte Feind ist jetzt nicht mehr der Anführer der Schnitter, sondern die Krankheit, die ihre Freunde befällt. Weiterlesen

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Melissa Caruso: Feuerfalken-Saga 01: Flammenflug

Wir kennen sie alle – unsere muskelbepackten Helden, die sich mit geschliffenem Stahl in archaischen Kulturen aufmachen, das Böse zu bekämpfen. So manches Mal wird das verhüttete Eisen auch durch einen Zauberspruch ersetzt, ansonsten ähneln sich die Grundanlagen erfolgreicher High Fantasy Epen verblüffend. Um so erfreulicher, wenn ein Verlag andere Wege geht, und ganz gezielt nach Büchern Ausschau hält, die dem gängigen Muster nicht so ganz entsprechen. Bastei-Lübbe hat in den letzten Monaten zwar sein Print-Programm massiv heruntergefahren, dabei aber durchaus interessante, weil ungewöhnliche Titel vorgelegt.

Mit dem ersten Band einer Trilogie (wie kann es auch anders sein) stellt uns die Autorin einen Stadtstaat, Raverra genannt vor, der unschwer als eine Abwandlung Venedigs erkennbar ist. Nicht umsonst regiert ein Doge das Reich, ein Rat der Neun bestimmt über die Geschickte, Gesetze und letztlich das Wohl der Menschen in der Stadt wie in den annektierten Ländern. Amalia stammt aus einem noblen Geschlecht. Ihr Mutter ist die unoffizielle Anführerin des Rats der Neun, Führerin des Geheimdienstes und machtbesessene Lenkerin der großen Spiels der Beeinflussung mit allen Mitteln. Dass ihre Tochter so gar nicht nach ihr kommt, dass diese sich lieber mit allen Büchern beschäftigt, trübt ihr Verhältnis ein wenig.

Eines Nachts kommt Amalia von einem natürlich illegalen und von der Mutter verbotenem Buchkauf zurück, als sie auf ein Gossenmädchen trifft, das von finsteren Schurken überfallen wird. Als sie eingreift, eskaliert die Lage – kurz darauf entfacht die Unbekannte ihre magische Kraft – ein Feuer, das Stein und Bein in Flammen aufgehen lässt und die ganze Stadt niederbrennen könnte. Nur mittels eines magischen Bundes kann die Bedrohung noch aufgehalten werden – ein Bund den nur der Tod lösen kann und der die beiden so ungleichen Frauen aneinander kettet. Weiterlesen

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