Petra Ivanov: Erster Funke

Petra Ivanov geht zu den Anfängen ihrer Krimireihe zurück und greift gleichzeitig ein aktuelles Thema auf: Insider stehlen brisante Daten, verlassen für den Verkauf das Land und werden in den USA von unterschiedlichen Interessenvertretern gejagt.

Einer von ihnen ist der Ermittler Bruno Cavalli. Bereits in der Schweiz hat er alle Gewohnheiten der Diebe studiert und folgt systematisch ihren Spuren. Seine speziellen Kenntnisse will sich das FBI zunutze machen, ohne ihm jedoch zu vertrauen. Als Cavalli einen der Diebe in einem Hangar aufspürt, ist ihm ein Mörder nur wenige Augenblicke zuvorgekommen. Nur knapp entgeht er seiner eigenen Ermordung. Trotzdem wird er verhaftet. Das FBI unterstellt Cavalli, ein Insider zu sein. Wieso weiß er so viel über die Diebe? Jetzt fehlen nur noch die Freundin des toten Diebes und die Daten. Weiterlesen

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Guiseppe Fava: Bevor sie Euch töten (1976)

»… Als ich jung war, dachte ich, man müsse kämpfen und Widerstand leisten, um etwas zu erreichen. Aber ich war ein Wirrkopf. Ich dachte, wenn ein Mensch lebt, dann muss es auch ein Ziel für ihn geben. Aber ich habe nichts erreicht, und jetzt weiß ich nicht einmal mehr, was ich gesucht habe, als ich jung war.« (S. 312)

Lorenzos Leben als einfacher Arbeiter in Sizilien ist hart. Am Ende seiner Tage muss er hungern. Als er beim Wildern erwischt wird, hat der einfache Bauer ohne Bildung keine Chance auf einen gerechten Prozess. Er wird gefoltert und schikaniert. Um seine Ehre zu retten, tötet er einen Menschen. Natürlich wird er von der Polizei gesucht. Er kann sich in den Bergen verstecken, wo er auf drei jüngere Schicksalgefährten trifft. Jeder von ihnen hat ein Ziel; die Liebe, ein besseres Leben oder genug Geld, für Medikamente. Wie Lorenzo haben sie die Regeln der Reichen gebrochen. Die unterschiedlichen Männer, die nur als Verbrecher eine Überlebenschance haben, bilden eine Gemeinschaft. Während die Suchtruppen der Polizei ihr Versteck immer mehr einkreisen, erhalten sie einen Mordauftrag. Der Preis hierfür sind neue Pässe für eine Flucht nach Venezuela. Weiterlesen

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Yavuz Ekinci: Der Tag, an dem ein Mann vom Berg Amar kam

Die Geschichten über das Fressen und gefressen werden haben eines gemeinsam:  Am Ende ist immer einer tot und der Andere, der Stärkere überlebt. Ob in Flora und Fauna oder in der künstlichen Welt der Menschen, immer scheint es einen Gewinner zu geben, der alles bekommt.

Der 1979 in der Türkei geborene Autor Yavuz Ekinci verarbeitet literarisch das Schicksal der Kurden. Sein Roman erzählt von einem bestimmten Tag, an dem sich das Leben der friedlichen Menschen des Walnusstales ändern könnte. Alle Nachbarorte mitsamt ihrer Bewohner wurden bisher überfallen und zerstört. Nur ihr kleines Dorf ist bis heute verschont worden.

Yavuz Ekinci erzählt aus verschiedenen Perspektiven von den Höhen und Tiefen einer Familie, deren Vorfahren sich im Schatten riesiger Walnussbäume vor der Verfolgung retten konnten. Weiterlesen

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James Lee Burke: Vater und Sohn

Der ehemalige Texas Ranger Hackberry Holland lebt nach seinen eigenen Regeln. Er erschießt nur die Männer, die besser tot als lebendig sind. Eines Tages soll er beim Überfall eines Zuges helfen, in dem sich angeblich bewaffnete Soldaten aufhalten. Als der Rauch verfliegt, hat Hackberry erstmalig auf Kinder und Frauen geschossen. Er gerät ins Grübeln und zieht eine Bilanz über sein Leben. Eine gescheiterte Ehe und eine misslungene Beziehung wollen ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen. Mit seiner letzten Frau Ruby hat er einen gemeinsamen Sohn. Beide hat er aufgrund von Missverständnissen und Intrigen aus den Augen verloren. Inzwischen ist Ishmael Soldat und von Granatsplittern schwer verwundet. Auf der Suche nach ihm kommt Hackberry einem skrupellosen Waffenhändler in die Quere. Seine Einmischung hat weitreichende Folgen. Weiterlesen

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Véronique Olmi: Der Mann in der fünften Reihe

Ein halbes Jahr haben sich Nelly und Paul nicht mehr gesehen. Ihre Trennung geschah einvernehmlich, fast spontan während eines Telefonats. Für Nelly, eine bekannte Schauspielerin, blieb das Wichtigste ungesagt.

Eines Abends entdeckt sie ihn wieder. Er sitzt im Publikum in der fünften Reihe, so dass sie ihn direkt beim Einzug in den ersten Akt sieht. Das Ungesagte, Verdrängte kommt so plötzlich in ihr hoch, dass sie den Text vergisst und in ihrer Rolle komplett versagt. In der Pause kann sie ihren Nervenzusammenbruch nicht mehr verheimlichen. Nelly rennt aus dem Theater. Weil es für sie keinen Ersatz gibt, wird die Aufführung abgebrochen. Der Eklat ist perfekt. Auf einer Parkbank findet sie einen obdachlosen Zuhörer. Die ganze Nacht spricht sie über ihr Leben. Erst am frühen Morgen glaubt sie, eine Lösung für ihren Konflikt gefunden zu haben. Weiterlesen

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Shawn Vestal: Loretta

Loretta beschließt im Alter von vierzehn Jahren, dass sie mehr möchte als Bibelsprüche und Askese. Nachts fährt sie heimlich mit ihrer Freundin zu den einschlägig bekannten Treffpunkten, wo sie mit anderen Jugendlichen Alkohol trinkt, Musik hört und sich verliebt. Als sie von einem ihrer nächtlichen Ausflüge zurückkehrt, wartet ihr Vater in ihrem Zimmer auf sie. Natürlich ist der Ruf der streng gläubigen Mormonen-Familie in Gefahr und ein schnelles Handeln erforderlich.

Loretta wird die zweite Ehefrau von Dean, der bereits mit seiner ersten Frau Ruth Kinder hat. Ihr neues Leben entwickelt sich zu einem Alptraum und einer endlosen Strafe. Harte körperliche Arbeit, ein liebloses Zuhause, keine Schule, keine Ausbildung und nach ihrem sechzehnten Geburtstag regelmäßig Sex mit Dean, ihrem wesentlich älteren, dicken Ehemann. Weiterlesen

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Yvonne Hofstetter: Das Ende der Demokratie

Was ist Digitalisierung, und was ist Internet? Ohne groß über die Hintergründe nachzudenken, benutzt fast jeder beides und genießt die Annehmlichkeiten. In der Praxis gibt es den Zugang zu einem Computernetzwerk oder Regelwerke diverser Kommunikationsprotokolle, die durch Codes und Softwaredesigns gelenkt werden. Was im ersten Fall wie ein Akt des freien Willens aussieht, ändert sich im zweiten Fall. Dort unterwirft sich der Anwender entweder den vorgegebenen Regeln oder verzichtet auf bestimmte Leistungen. Friss oder stirb. Ja oder Nein. Ein Vielleicht öffnet keine Türen, die als Schlüssel persönliche Daten verlangen. Laut Yvonne Hofstetter entsteht ein Informationskapitalismus, der von den Spuren der Anwender im Internet genährt wird. Weiterlesen

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Willem Frederik Hermans: Die Dunkelkammer des Damokles (1955)

Henris Lebensgeschichte ist keine normale Biografie. Als er ein Kind ist, tötet seine Mutter den Vater. Er selbst wird dadurch zu einem Außenseiter, dem Sohn einer verrückten Mörderin. In der Pubertät bleibt die Stimme hoch und der Wuchs klein. Auf die übliche Gesichtsbehaarung wartet Henri vergeblich. Sein Gesicht bleibt mädchenhaft. Er lernt Judo, so dass jeder Angriff seiner Mitschüler ins Leere geht. Am Anfang des Krieges rutscht er in den Widerstand, um gegen die deutschen Besatzer zu kämpfen. Weil er für den Dienst an der Waffe zu klein geraten ist, folgt er einem gewissen Dorbeck, der ihm zum Verwechseln ähnelt. Immer wieder tötet er auf dessen Anweisung. Weiterlesen

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Claudia Piñeiro: Ein wenig Glück

Eine defekte Bahnschranke in Temperley, Argentinien, teilt Marilés Leben in ein davor und danach. Wer die Schienen passiert, schaut zuerst zur Bahnhofsseite, die eine weite Sicht erlaubt. Auf der anderen Seite des Übergangs überblickt man 200 Meter der Schienenstrecke. Jeder überquert den Bahnübergang vorsichtig, erst recht wenn die Schranken unten sind und das Warnlicht blinkt. Alle wissen von der defekten Anlage. Nie ist etwas passiert. Als Marilé den anderen Fahrzeugen über die Schienen folgt, geschieht das Unglück. Mitten auf dem Bahnübergang versagt der Motor ihres Wagen, während ein Zug anrauscht. Auf der Rückbank sitzen ihr sechsjähriger Sohn und dessen Klassenkamerad. Leider kann sie nur ihren Sohn retten. Nach dem Unglück beginnt die Zeit der Anfeindungen, des Hasses. Weiterlesen

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E. M. Forster: Die Maschine steht still (1909)

Wie könnte der Mensch in 100 Jahren aussehen und leben? Es gibt zahlreiche Autoren, die ein Bild der Zerstörung, Angst und Hoffnungslosigkeit erschaffen haben.

M. Forsters Blick auf die Zukunft war ebenfalls nicht paradiesisch. Auch wenn Vashti ihr Zuhause für vollkommen hält. Ein vollautomatisiertes Zimmer unter der Erde ist ihr Fleckchen Heimat. Als ihr Sohn Kuno sie zu einem Besuch überredet, überwindet sie ihre Angst vor der Sonne und der Erdoberfläche. Dabei kann sie sich ein eigenes Bild machen. Und was sie durch ein Fenster des Luftschiffes sieht, ist ihr genauso fremd wie Kunos Bericht. Ohne Erlaubnis DER MASCHINE sei er nach oben geklettert. Zu Vashtis Überraschung überlebte er seinen Ausflug ins Freie, und seine Theorie treibt sie in die Flucht. Weiterlesen

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