Nachdem Lennart Malmkvist in „Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen“ den Zauberladen von Buri Bolmen und auch den (nur bei Gewitter) sprechenden Mops Bölthorn geerbt hat, hat sich sein Leben grundlegend verändert. Nicht nur, dass die Zauberei in sein Leben eingezogen ist, nein, durch eine unheimliche Frauenallergie scheint auch die Liebe ausgezogen zu sein. Lennart macht sich auf die Suche nach Geheimnissen und wird ausgerechnet beim verwirrten Leiter des Naturhistorischen Museums fündig. Dessen Frau ist verschwunden und ein unsichtbarer Gast verwüstet in regelmäßigen Abständen seine Küche. Aber was hat das alles mit dem ehemals mächtigen Zauberer Krähenbein zu tun, der schon ganz nah ist und der auf keinen Fall alle Pergamente finden darf, um seine alte Macht wiederzuerlangen? Und was hat Lennarts Mutter mit dem Leierkastenmann zu schaffen? Weiterlesen
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Leїla Slimani: Dann schlaf auch du, gelesen von Constanze Becker
Es ist schon unheimlich. Myriam, zweifache Mutter und studierte Rechtsanwältin aus Paris, und ihr Mann Paul haben sich wirklich Mühe bei der Auswahl des Kindermädchens gegeben. Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren fällt die Wahl auf Louise und in den ersten Wochen glaubt Myriam das große Los gezogen zu haben. Louise liebt nicht nur die Kinder – und die Kinder sie, sondern sie ist auch zeitlich problemlos flexibel und macht viel im Haushalt und sie kocht, sogar für Besuch. Trotzdem fängt das Hörbuch damit an, dass die Kinder tot sind. Umgebracht von der Nanny.
Leila Slimanis Roman geht der Frage nach dem Warum nach. Hat es Anzeichen gegeben, hätte man es ahnen können und immer wieder die Frage nach Louises Zustand. Louise zeigt in Rückblenden, was hinter dem Bild der propreren Nanny steckt. Weiterlesen
Carrie Mac: 100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren
Maeve ist 16 und macht sich Sorgen. Ständig. Und genauso ständig bekommt sie von ihrer Umwelt zu hören: Hör auf damit!. Würde sie gerne, aber es geht einfach nicht. Sie leidet an einer Angststörung, die sie nur gerade so eben im Griff hat. Wenn man mich fragt, ist das die schlimmste Variante von allen. Man funktioniert noch für die Umwelt, wirkt vielleicht ein bißchen freaky, aber innerlich ist man die ganze Zeit angespannt. In Erwartungshaltung. Natürlich nützt das nichts, es kommt nie das, was man erwartet. Man hat nur schon unglaublich viel Kraft für das Sorgen machen verschwendet und die fehlt dann in den echten Katastrophen.
Diesen Sommer soll Maeve bei ihrem Vater und seiner neuen Familie verbringen, weil ihre Mutter für 6 Monate in Haiti Gutes tun will. Weiterlesen
Philip Kerr: Friedrich der Große Detektiv
Selten habe ich ein Buch gelesen, dass eine so deutliche Erinnerung und Hochachtung spüren lässt. Auf der einen Seite für Erich Kästner, auf der anderen Seite aber auch an die Jugendbücher über den Nationalsozialismus aus den 70ern. An die Bücher von Hans-Peter Richter (Damals war es Friedrich) und Judith Kerr (Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, ich glaube die Namensgleichheit ist Zufall). Der Stil des Buches erinnert ganz stark an Hans-Peter Richter, aber auch an Erich Kästner.
Friedrich lebt im Jahre 1933 in Berlin, sein Vater ist Journalist und mit Erich Kästner befreundet. Sein Bruder Rolf wird sehr früh ein überzeugter Anhänger der Nationalsozialisten und Friedrich hört immer wieder den Streit zwischen Vater und Sohn. Zum Beispiel vor der Bücherverbrennung, bei der auch Friedrich Lieblingsbuch „Emil und die Detektive“ verbrannt wird, inklusive der persönlichen Widmung des Autors. Weiterlesen
Kerstin Gier: Wolkenschloss
Mit gerade 17 ist Fanny von zu Hause mehr oder weniger geflüchtet. So ist sie als Jahrespraktikantin auf dem Wolkenschloß gelandet. Ein ehrwürdiges, altes Berghotel, das schon viel gesehen hat. Leider hat es seine besten Jahre schon lange hinter sich. Aber jetzt zu Weihnachten und vor dem großen Silvesterball ist es immer noch ein magischer Ort. Stammgäste und neue Gäste trudeln ein und wollen versorgt sein. Zwar läuft Fannys Aufgabe als Kindermädchen erst mal gründlich schief, aber dabei lernt sie immerhin den Hotelerben Ben kennen. Und dann ist da noch das geheimnisvolle russische Ehepaar mit dem kleinen Mädchen und als alle Straßen zugeschneit sind, geht die Geschichte vom Hotel-Entführer rund, der es dieses Jahr ausgerechnet auf das Wolkenschloß abgesehen hat. Weiterlesen
Isabell May: The Chosen One 01: Die Ausersehene
Skadi ist eine der Glücklichen in ihrem Land, denn sie ist eine Ausersehene – eine Ausersehene, keine Auserwählte, denn es war die Natur selbst, die sie befähigte, als eine der wenigen Frauen Kinder gebären zu können. Vor Jahrzehnten hat eine geheimnisvolle Krankheit die Zahl der Bewohner merklich dezimiert und als die Seuche vorbei war, waren die meisten Frauen unfruchtbar. Aber Skadi ist nicht wirklich glücklich mit ihrem Leben im goldenen Käfig und bricht eines Tages aus.
Die Geschichte ist spannend erzählt und auch die Erlebnisse nach Skadis Flucht aus der Burg haben mir gefallen. Was mir allerdings weniger gefallen hat, ist die Unausgegorenheit des Settings. Das Land und seine Herrscherin sind unverzichtbarer Teil der Geschichte, umso ärgerlicher, dass gerade hier die Entwicklung so viele Lücken aufweist. Weiterlesen
Jodi Picoult: Kleine große Schritte
Wieder einmal ist es Jodi Picoult gelungen, aus einem allgegenwärtigen Thema noch eine Nuance herauszukitzeln. Ruth ist Hebamme und sie ist schwarz. Sie ist die einzige Schwarze auf ihrer Station. Ihre Hautfarbe war schon ihr ganzes Leben lang ein Thema, denn sie wuchs unter Weißen auf. Weil ihre Mutter Nanny und Haushälterin bei einer reichen weißen Familie war, gelang es ihr in die privilegierte Schule Dalton aufgenommen zu werden und sie ging auch auf ein eher weißes College. Ihr war das gelungen, wovon so viele Träumen: ihre Hautfarbe hinter sich zu lassen. Einfach ein Mensch unter Menschen zu sein. Aber im Amerika der heutigen Zeit kann das nur ein Irrtum sein, wie sie feststellen muß, als der Rechtsradikale Turk ihr verweigert, sich um sein Baby zu kümmern, den nächsten, wie er selbst später vor Gericht sagen wird, „arischen Krieger“. Denn der kleine Davis stirbt und Turk gibt Ruth die Schuld daran. Weiterlesen
Ernest Cline: Armada: Nur du kannst die Erde retten
Ich muss ja zugeben, dass die Begeisterung über das Wiedererkennen von Kindheitserinnerungen bei mir beim zweiten Buch deutlich nachgelassen hat. Trotzdem war „Armada“ noch witzig zu lesen, ich muss aber zugeben, dass mir das Thema jetzt für’s Erste reicht. In Ernest Clines zweitem Roman werden wieder alte Erinnerungen an die Jugend wach. Diesmal ist es jedoch nicht ein toter Spielewelterfinder, der die Menschen dazu bringt, sich damit zu beschäftigen, sondern für Zack Lightman haben Spiele, insbesondere Ego-Shooter schon immer zum Leben zugehört. Sein toter Vater war ein echter Freak und auch seine Mutter spielt immerhin regelmäßig. Insbesondere das Spiel „Armada“ hat es Zack angetan und er ist richtig gut darin. Weiterlesen
Jutta Profijt: Unter Fremden, gelesen von Eva Meckbach
Was für ein Hörbuch! Lange habe ich nichts mehr so eindringliches gehört, die Geschichte von Madiha bleibt noch lange im Ohr und wirkt nach. Das liegt zum Einen an der tollen Lesung von Eva Meckbach, die einfach Madiha IST. Das liegt zum anderen aber auch an der unaufdringlichen Beschreibung von Jutta Profjit, die sich wirklich in Madiha eingedacht hat. Keine Beschreibung von furchbaren Gräueln, die Madiha aus ihrer Heimat vertrieben haben, sondern eine spannende Geschichte, die eben jemandem passiert, der aus seiner Heimat fliehen musste. Dabei gibt sie sehr sanft Einblick in das Leben, wie es für Madiha in Deutschland aussieht. Weiterlesen
Monika Feth: Blutrosen
Romy hat ihren Traumjob gefunden und wie es aussieht auch ihren Traummann. Und sie hat eine Geschichte für die Zeitung, für die sie arbeitet, im Kopf. Es soll eine Story über Frauenhäuser und die Frauen werden, die sich dorthin flüchten. Dabei ist Romy doch gerade selbst frisch verliebt. Sie lässt sich tief auf das Thema ein, freundet sich mit der jungen Fleur an, die schon mehrfach vor ihrem dominierenden Freund Mikael geflohen ist. Bislang hat er sie immer gefunden, aber Köln ist immerhin eine Großstadt, da dürfte es nicht so einfach sein. Zudem bleiben die Anschriften der Frauenhäuser gut geschützt. Fleur erzählt Romy nach und nach ihre Geschichte und eines wird immer klarer: wirklich sicher fühlt sie sich nie. Weiterlesen