Stephen King & Owen King: Sleeping Beauties

So ganz neu ist das Thema ja nicht. Bereits in „Yin“ entwarf Akif Pirincci eine von Männern entvölkerte Welt, alles Maskuline dahingerafft von einer Grippe und nur eine Gesellschaft von Frauen blieb übrig. Wenig verwunderlich allerdings, dass die Kings einen völlig anderen Ansatz wählt. Sobald eine Frau in einen natürlichen Schlaf fällt, fängt ein Kokon an zu wachsen bis er sie völlig einspinnt. Theoretisch kann man die Frau dann zwar noch wecken, es ist aber wenig ratsam. Durchbissene Kehlen, erschlagene Wecker, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Ist es eine Krankheit, werden die Frauen irgendwann einfach wieder aufwachen?

„Sleeping Beauy“ macht die amerikanische Kleinstadt Dooling zum Stellvertreter für die ganze Welt. Es gibt eine Polizeichefin mit Eheproblemen, aber vor allem gibt es ein Frauengefängnis. Die Frauen versuchen sich gegenseitig vom Einschlafen abzuhalten, aber das gelingt nur sehr bedingt. Sehr spannend zu lesen, was ihnen alles einfällt, um wach zu bleiben. Männer versuchen, ihre Frauen und Kinder zu beschützen, aber wie soll man vor dem Einschlafen beschützen? Weiterlesen

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Jens Lubbadeh: Neanderthal

Deutschland im Jahre 2053 ist gesund. Richtig gesund. Jede Tätigkeit, die nicht gesund ist, ist verpönt. Pränataldiagnostik ist Standard und das Optimieren des Embryos teils verpflichtend (wo es Krankheiten betrifft), teils teuer für die Eltern. Die Menschen tragen ein Implantat, dass ihre Krankenkasse über mögliches Fehlverhalten informiert. Wie kann da eine offensichtlich missgebildete Leiche auftauchen? Und noch seltsamer, es handelt sich nicht um Mißbildungen, sondern die Leiche ist ein Neandertaler, allerdings gerade erst gestorben. Im Neandertal bei Düsseldorf tauchen weitere solcher frischen Leichen auf und der taube Experte Max Stiller wird hinzugezogen. Er bestätigt beides, den offentsichtlich neandertalischen Knochenbau und die Jungheit der Skelette.

Deutschland im Jahre 2053 ist zwar gesund, aber nicht glücklich. Die große „German Depression“ trifft immer mehr Menschen. Es geht weit über das hinaus, was eine „normale“ Depression ausmacht und treibt immer mehr Menschen, gerade Jugendliche, in den Selbstmord. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Depression und dem optimierten Menschen? War der Neandertaler glücklicher? Weiterlesen

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John Wray: Die rechte Hand des Schlafes

Oskar Voxlauer ist als sehr junger Mann Soldat im Ersten Weltkrieg gewesen. Dann hat es ihn nach Rußland verschlagen, wo er eine Frau hatte, die an den Folgen der Säuberungsaktionen gestorben ist. 1938 kehrt er zurück in sein Österreichisches Heimatdorf und ist natürlich nicht mehr der, der er war. Aber auch das Dorf hat sich verändert und der Nationalsozialismus hält Einzug.

Bei dem Buch habe ich ständig geschwankt zwischen „wie genial“ und „ja aber“. Fasziniert hat mich zunächst einmal die Tatsache, dass überhaupt jemand ein Buch über ein Bergdorf in Österreich zur Zeit des Anschlusses an das Reich schreibt. Auch dort hat der Nationalsozialismus Einzug gehalten, auch dort kommen bestimmte Menschentypen an die Macht und andere leiden darunter.

Voxlauer will über seine Zeit in Rußland nicht reden und hat dafür gute Gründe. Die werden im Buch auch nach und nach beschrieben. Weiterlesen

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Megan Miranda: TICK TACK – Wie lange kannst Du lügen?

Schon vor Jahren hat Nic ihren Heimatort verlassen – und das aus gutem Grund. Ein einziger Anruf ihres dementen Vaters wirft sie jedoch völlig aus der Bahn. Sie vermietet ihre Wohnung für ein halbes Jahr und macht sich auf den Weg nach Hause. Dabei ist nur ein kleiner Grund, dass sie ihr Elternhaus soweit in Schuss bringen muss, dass es verkauft werden kann. Viel wichtiger ist ihr, was ihr schwer dementer Vater gesagt hat: „Ich habe es gesehen, das Mädchen“. Damit kann nur ihre Freundin Corinne gemeint sein, die kurz vor Ende der Schulzeit verschwand und nie wieder auftauchte. Der Täter wurde nie gefasst, aber beinahe Nics gesamter Freundeskreis stand unter Verdacht. Jetzt ist wieder ein Mächen verschwunden, war es der gleiche Täter und wird er diesmal gefasst? Weiterlesen

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Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 12: Und tschüss!

Greg ist wirklich geschlagen mit seinen Eltern. Dieses Jahr wollen sie Weihnachten in der Sonne verbringen. Ausgerechnet in einer Ferienanlage auf der Koralleninsel, in der sie schon ihre Flitterwochen verbracht haben. Was aber noch viel Schlimmer ist: Niemand macht sich Gedanken darüber, man die Geschenke dorthin bekommt, denn die Reise ist bereits das Geschenk. Schon der Flug gestaltet sich für den eher ortsgebundenen Greg als Herausforderung und die Ferienanlage ist auch nicht mehr das, was sie vor vielen Jahren war. Aber Greg wäre nicht Greg, wenn er nicht das Beste daraus machen würde.

Bei Gregs Tagebüchern handelt es sich um Comic-Romane. Der zwölfte Band ist gewohnt witzig und ironisch Weiterlesen

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Isabell May: The Chosen One 02: Der Aufstand

Skadi hat in „The Chosen One 01: Die Ausersehene“ erfahren, dass sie magische Kräfte hat, hat die alten Magier am Grund des Meeres gefunden und sich entschieden, gegen die Herrscherin Maella zu kämpfen. Der zweite Band, der nur als eBook erschienen ist, ist erheblich actionreicher als der erste und es werden einige der Fragen geklärt, die mich im ersten Band noch völlig verwirrt haben. Skadi trifft alte Freunde und Feinde wieder und muss sich in ihrer Liebe zwischen zwei Männern entscheiden. Dabei ist wichtig, dass sie es sich erkämpft hat, sich entscheiden zu dürfen und nicht mehr die Ausersehene ist, die zum Besamungszweck die Männer ertragen muss. Sie findet neue Verbündete und die Magier entscheiden sich letztlich doch für eine Seite. Die beiden Bände zusammen sind ein gelungener Roman, müssen jedoch zusammen gelesen werden, da sie aufeinander aufbauen.

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Volker Kutscher: Moabit

Moabit erzählt Charlies Geschichte und ist eine gelungene Ergänzung zu der Gereon Rath Serie des gleichen Autors. Lotte Ritter ist die Tochter eines Beamten des Gefängnisses Moabit. Ihr Vater ist ehrlich, gerade heraus und möchte aus seiner Tochter mehr machen, als er ist, denn er erkennt ihre Auffassungsgabe. Die Geschichte wird in drei Kapiteln aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, eines Gefängnisisassen, des Vaters und zum Schluß Lotte, der wir beim Erwachsenwerden und bei ihrer Verwandlung zu Charlie quasi zusehen können. Es wird klar, wie es ihr gelungen ist, als Frau in den Polizeidienst zu kommen und es wir auch klar, warum sie das überhaupt wollte.

Zusammen mit den wirklich tollen Illustrationen hat das Buch nur 80 Seiten, aber die sind wirklich gelungen. Weiterlesen

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Karl Olsberg: Boy in a White Room, gelesen von Björn Beermann

Manuel wacht in einem weißen Raum auf. Er weiß noch nichts, nicht einmal, dass er Manuel heißt. Seine einzige Gefährtin ist die computergenerierte Alice – und er hat das Internet. Stück für Stück versucht er herauszufinden, was geschehen ist. Seine Mutter und er wurden überfallen. Er wurde verletzt. Er liegt im Koma, deswegen gab sein Vater ihm die Möglichkeit, in dieser virtuellen Welt zu überleben. Er hat dort alles, was er braucht, inklusive einer ganz eigenen Welt, die auf dem Herrn der Ringe basiert. Dort könnte er bleiben und werden, was immer er möchte. Nur in die Realität kann er nicht zurück. Will Manuel das? Und wer ist das geheimnisvolle Mädchen, dass er in Lifestreams entdeckt, dass ihn zu kennen scheint und an das er sich zu erinnern glaubt. Weiterlesen

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Jonathan Stroud: Lockwood & Co. 05: Das Grauenvolle Grab, gelesen von Anna Thalbach

Ich muss ja zugeben, ich hatte ein bisschen Angst vor dem letzten Band der Lockwood-Reihe. Dass er manchmal kein Mitleid mit seinen Protagonisten hat, hat Jonathan Stroud ja bereits bewiesen und die ersten vier Bände waren voll von Andeutungen über Anthony Lockwoods Schicksal, aber es waren eben nur Andeutungen, die interpretiert werden konnten oder auch einfach nur gemeine Lügen waren.

Lockwood & Co macht sich – nahtlos an den vierten Band anschließend – auf den Weg zum Grab der berühmtesten aller Geisterjägerinnen, Marissa Fitess.  Denn der nur zu Lucy sprechende Schädel im Glas hat behauptet, sie könne gar nicht in diesem Grab liegen, denn sie wäre ihre eigene Enkelin Penelope. Weiterlesen

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Ildyko von Kürthy: Hilde

Vor nunmehr einem Jahr ist Hilde bei den von Kürthys eingezogen. Ein kleiner weißer Mini-Golden-Doodle mit karamellfarbenen Schlappohren aus Castrop-Rauxel. Vor vielen Jahren als Kind hatte Ildykó von Kürthy schon einmal einen Hund, Impi, der nur ungefähr ein Jahr alt werden durfte, ehe er überfahren wurde. Seitdem ist sie da, die Sehnsucht nach dem Hund. Und mit beinahe fünfzig Jahren erfüllt sie sich diesen Wunsch. Impi und Hilde könnten kaum unterschiedlicher sein. Strotzte der eine vor Selbstbewusstsein, fürchtet sich die andere vor fast allem. In der modernen Stadtwelt hat sie aber auch so manches Mal allen Grund dafür. Von mobbenden Welpengruppen über im Park flanierende Hundehasser bis hin zu untermotivierten Hundetrainern muss sie durch alles durch.  Weiterlesen

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