Flurin Jecker: Ultraviolett

„Ultraviolett“ hat mich ab den ersten Seiten regelrecht in einen Leserausch versetzt. Es ist ein Buch über Freundschaft, Schmerz, Liebe, Selbstfindung, Verlust, Ängste, Technokultur und über all jene Dinge, die uns junge Erwachsene ausmachen – abgrundtief ehrlich und realistisch.

Der Autor präsentiert uns interessante Portraits von außergewöhnlichen Menschen, deren Leben keineswegs glatt und einfach sind, sondern geprägt von Einschnitten, Abstürzen und Ereignissen. Allen voran Held, den Hauptprotagonisten, der schon jahrelang durch Berlins Technoclubnächte tanzt, um so einiges in seinem Leben zu verdrängen. Man spürt, wie haltlos er ist und mit sich und der Welt ringt. Er stürzt sich hinein ins Nachtleben und geht darin fast verloren, bis er Mira kennenlernt. Doch der berauschende Nebel und die Geister, die ihn heimsuchen, sind längst nicht verschwunden. Das perfekte Leben für ihn scheint wie eine nie endende Party, auf der er einfach nicht aufhören will, zu tanzen. Weiterlesen

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Megan Nolan: Verzweiflungstaten

Ein magnetisches Debüt? Und was für eins! Diese unglaublich intensive Lektüre hat mich tatsächlich direkt in die höchst emotionale Story reingezogen und nicht mehr losgelassen. Zutiefst berührend und eindrücklich. Selbst in Lesepausen musste ich über das zuvor Gelesene reflektieren.

„Verzweiflungstaten“ ist ein hinreißend intelligent geschriebener Roman über eine zerstörerische Liebe – geradezu hemmungslos selbstreflektiv, abgründig und spannend noch dazu. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, Teile von mir selbst in diesem modernen Buch gespiegelt zu bekommen. Ich denke, viele Mädchen würden von dieser authentischen Lektüre profitieren. Jene Menschen, die noch nicht selbst mit diesem Themenspektrum in Berührung gekommen sind, werden besser verstehen, warum Opfer nicht einfach weggehen oder „einfach nein sagen“ können. Weiterlesen

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Jesse O. Sutanto: Love Wanted: Oder wie werde ich meine Familie los

Die Autorin Jesse Q. Sutanto lebt in Jakarta, aufgewachsen ist sie in Indonesien, Singapur und England. Nach mehreren Young-Adult-Büchern ist dies ihr erster Roman für Erwachsene, der sogar von Netflix verfilmt wird.

„Love Wanted“ ist ein hinreißend humorvoller und warmherziger Roman über eine  verrückte Hochzeit, die Familien, Freundschaften und Beziehungen  durcheinanderwirbelt. Randbemerkung: Es ist definitiv kein Liebesroman, da es an Romantik mangelt.

Die Familiendynamik der Chan-Tanten ist einfach nur spritzig witzig und so erfrischend wie eine Rhabarber-Bowle, versetzt mit traditioneller chinesischer Medizin – oder was die Tanten noch so gern dazu mischen. Weiterlesen

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Anna Basener: Die juten Sitten 02: Kaiserwetter in der Gosse

Die Autorin hat es auf zauberhafte Weise geschafft, mich als Leserin, mit der mutigen und turbulenten Story der Hauptprotagonistin Minna, in ihren Bann zu ziehen. Ein absolut fantastischer Schreibstil, der auf Anhieb überzeugt, und Minna mit ihrem vulgären Berliner Dialekt haben mich begeistert. Anna Basener schreibt sehr rau und authentisch, dabei verwendet sie viele Bilder und grandiose Vergleiche. Sie ist eine gute Beobachterin des Geschehens und gibt dieses auf sehr lebendige Weise wieder.

Der Roman brilliert durch Präsenz, Facettenreichtum der Charaktere und einen spannenden Einblick nach Berlin am Ende des 19. Jahrhunderts.

Vom Fabrikmädchen zur Dirne, um der Armut zu entkommen? Raus aus der Gosse, ran an die Edelmänner, heißt es für die zielstrebige Minna. Weiterlesen

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Rebekka Eder: Die Schokoladenfabrik – Die Tochter des Apothekers

In diesem 614-seitigen ersten Teil der Stollwerck-Saga dreht sich alles um die Tochter des Apothekers, Anna Sophia, und ihre Liebsten. Beschrieben werden die frühen Anfänge einer späteren Schokoladendynastie, daher gibt es erstmal keine Schokolade, sondern Hustenbonbons. Denn 1838 existierte nur „Gesundheitsschokolade“ (ohne Kakao, dafür mit Eicheln) aus der Apotheke oder Gesundheitskakao.

Historisch fundiert und mit Liebe zu den Details – etwa den interessanten Arbeitsschritten der Bonbonherstellung oder den sinnlichen Beschreibungen der Düfte – lässt die Autorin die Leserschaft tief in die Gegebenheiten der damaligen Zeit eintauchen. Anhand einer außergewöhnlichen Familiengeschichte dürfen wir so vieles hautnah miterleben. Sie gibt einen Einblick in die damals nicht vorhandene Gleichberechtigung der Geschlechter oder die verpönte weibliche Homosexualität.

Der Roman ist atmosphärisch absolut gelungen, emotional aber nach meinem Empfinden noch leicht entwicklungsfähig. Weiterlesen

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Sabin Tambrea: Nachtleben

Der Autor dieses Werkes ist Sabin Tambrea. Er ist ein Theater- und Filmschauspieler, der mir bis vor diesem Buch noch nicht bekannt war, da ich so gar nicht in der deutschen Filmszene unterwegs bin. Sein Debütroman „Nachtleben“ ist ‚die Post-Coming-of-Age-Geschichte eines Liebespaares, das nicht loslassen kann, als es durch einen Unfall auseinandergerissen wird‘ – so der Autor.

Ich wollte dieses Buch so gern lieben, lieben lernen und mich in einen gefühlvollen Sog der Kunst ziehen lassen, doch mir hat leider komplett das Gefühl gefehlt, sodass ich mich nicht hineinfühlen konnte.

Der schnörkelig-altertümlich anmutende Schreibstil und die Sprache wirken auf mich recht wirr und kühl, beinahe unterkühlt. Aufgrund dessen konnte ich nicht so richtig in die Protagonisten hineinfinden und der Story gespannt folgen. Weiterlesen

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