Die Dichterin und die Hochstaplerin
„Du weißt ja selber, wie es ist. Man erzählt etwas im Text, und man erzählt etwas mit seinem Körper und seiner Stimme und seinem ganzen Sein. (…) Und das muss sich decken. Auf welche Art auch immer. Sonst funktioniert es nicht“, sagt Vanessa, die eigentliche Dichterin der Gedichte, die die smarte Hochstaplerin Emma Rodenstock als die ihren ausgegeben hat. Vanessa ist es in ihrer eher unscheinbaren Art nicht gelungen, ihre lyrische Anklage unters Volk zu bringen. Emma jedoch ist eine Erscheinung, immer eloquent und schaut dem Publikum noch dazu geradewegs ins Gesicht. So nimmt es beschämt und dankbar den Angriff in Gedichtform entgegen und erhebt Emma zum umjubelten Star des Feuilleton. Diese sonnt sich in unverdientem Ruhm, nicht ahnend, dass die junge Journalistin Nazanin sich auf den Weg gemacht hat, die Hochstaplerin zu enttarnen.
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