Maria-Christina Piwowarski (Hg.): Und ich

In dieser Anthologie geht es um drastische Veränderungen im Leben von Frauen und wie die verschiedenen Protagonistinnen damit umgehen.

Zwanzig Geschichten sind in diesem Erzählband versammelt. Zu den Autorinnen gehören außer der Herausgeberin selbst unter anderem:

Gabriele von Arnim, Zsuzsa Bánk, Judith Poznan oder Mareike Fallwickl.

Manche der Geschichten zeigen vielleicht Parallelen zum eigenen Leben auf. Auch Texte die schwer wiegen, die man geradezu aushalten muss, sind zu lesen. Andere wiederum kommen federleicht daher; sie können motivieren, beflügeln, ermutigen.

Lesen ist für sie ein Grundbedürfnis, schreibt die Herausgeberin Maria-Christina Piwowarski in einem Vorwort.

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Ada D’Adamo: Brief an mein Kind

Ein Zeugnis von bedingungsloser Liebe einer Mutter zu ihrer mehrfach schwerbehinderten Tochter.

Die einstige Tänzerin Ada D’Adamo ist krebskrank, muss täglich Bestrahlungstermine wahrnehmen und kann sich nicht mehr wie zuvor für ihre schwerbehinderte Tochter Daria aufopfern. Sie beginnt ein Brieftagebuch, das zu einer Liebeserklärung an ihre Tochter wird.

Kein Arzt erkannte vor der Geburt auf dem Ultraschallbild, dass das Kind mit einem schweren Gehirnschaden zur Welt kommen würde. Dem Kind werden gleich nach seiner Geburt Entwicklungsverzögerungen prognostiziert. Darias körperliche und geistige Beeinträchtigungen erweisen sich als so schwerwiegend, dass ein normales Leben nicht möglich ist. Weder für das Mädchen noch für seine Mutter und die restliche Familie.

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Suzanne Heywood: Wavewalker

Die Welt auf einem Segelschiff zu umrunden, ist der große Lebenstraum ihrer Eltern. Für die siebenjährige Suzanne Heywood wird diese Exkursion zu einer jahrelangen entbehrungsvollen Reise auf Kosten ihrer Kindheit und Jugend.

Was sich nach dem ursprünglichen Plan wie ein verheißungsvolles Abenteuer auf Zeit anhört, entwickelt sich zu einer nimmer enden wollenden Reise mit unkalkulierbaren Herausforderungen in dieser autobiografischen Reisebeschreibung. Aus den ursprünglich vorgesehenen drei werden zehn Jahre auf See.

Das Segelschiff Wavewalker wird zum beengten Zuhause für die siebenjährige Sue, ihren jüngeren Bruder und deren Eltern. Anstatt eine unbeschwerte Kindheit zu verleben, sind die Kinder mit Überlebensängsten, Enttäuschungen und Einsamkeit konfrontiert. Keine Freunde, kein wirkliches Zuhause, keine Schule. Stattdessen immer wieder neue Crewmitglieder, lebensbedrohende Stürme, gerissene Segel, Schiffbruch, Unfälle, Operationen, von Wind und Salzwasser verfilzte Haare, wenig Trinkwasser, Dosenmahlzeiten, wenig Verständnis von den Eltern und keine Chance, diesem Leben zu entkommen. Nur zeitweise erhalten die Kinder Unterricht durch ihre von häufiger Seekrankheit geplagte Mutter.

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Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Das NEINhorn und der Geburtstag

Endlich ist sie da: eine neue Geschichte vom NEINhorn und seinen Freunden.

Diesmal geht es um einen Streit zwischen dem NEINhorn und der KönigsDOCHter. Die Handlung nimmt einen ideenreichen Verlauf und am Ende wird – wie sollte es auch anders sein – zum Glück alles wieder gut.

Die KönigsDOCHter hat das NEINhorn nicht zu ihrem Geburtstag eingeladen, weil das NEINhorn sie geschubst hat. Mitten hinein in den Matsch ist sie dabei mit ihrem schönen Kleid gefallen. Obendrein behauptet das NEINhorn auch noch, dass es genau andersherum gewesen war. Deshalb soll es zu allem Übel nicht einmal von der achtstöckigen Geburtstagstorte der KönigsDOCHter probieren dürfen.

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Anuschka Roshani: Truboy: Mein Sommer mit Truman Capote

In diesem Buch dreht sich alles um Truman Capote, das geniale, schillernde Enfant terrible der amerikanischen Literaturszene. Anuschka Roshani hat bereits Truman Capotes Gesamtwerke beim Verlag Kein & Aber herausgegeben und schreibt ihre Dissertation über Capote. Roshani hat Verhaltensbiologie studiert und war viele Jahre Reporterin und Redakteurin beim Spiegel.

Truman Capote lebte von 1924 bis 1984. Schon früh wurde er als literarisches Ausnahmetalent und Sensation gefeiert. Mit neunzehn Jahren erhielt Capote den „O.-Henry-Preis“ für seine Kurzgeschichte „Miriam“. Sein Roman aus dem Jahr 1948 Andere Stimmen, andere Räume  machten ihn zum umworbenen Debütautor der USA. Auch „Frühstück bei Tiffany“ oder der Tatsachenroman „Kaltblütig“ stammen, wie viele weitere Klassiker, aus Capotes Feder. Hier darf angemerkt werden, dass es sich unbedingt lohnt, Truman Capote zu lesen. Seinen Zeilen haftet eine Aura an, der man sich schwerlich wieder entziehen kann.

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Joachim B. Schmidt: Moosflüstern

Joachim B. Schmidt ist 2007 nach Island ausgewandert und wohnt mit seiner Familie in Reykjavik. Kein Wunder also, dass er seine Romane in seiner Wahlheimat ansiedelt. Seine vorangegangenen Bücher Kalmann und Tell wurden mehrfach ausgezeichnet. Weiter sind bei Schreiblust-Leselust die Rezensionen von In Küstennähe  und  Am Tisch sitzt ein Soldat nachzulesen.

Moosflüstern“ ist an einen historischen Hintergrund aus den Jahren von 1949 bis 1952 angelehnt. Damals wurden junge deutsche Frauen zur Arbeit auf Bauernhöfen in Island gesucht. Einige hunderte junge Mädchen und Frauen folgten dem Aufruf des isländischen Vizekonsulats in den Lübecker Nachrichten.

In zwei sich abwechselnden Erzählsträngen lesen wir vom Bauingenieur Heinrich Lieber, der erst spät erfährt, dass seine leibliche Mutter kurz nach seiner Geburt nach Island ausgewandert ist. Weiterlesen

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J. D. Vance: Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise

J.D. Vance ist Jahrgang 1984. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Middletown/Ohio und in den Appalachen von Kentucky. Heute, 2024, ist er der Vizepräsidentschaftskandidat von Donald Trump. Doch dieses Buch ist in keinster Weise politisch geprägt. Vielmehr ist es eine Art Dokumentarbericht über eine schon viele Jahre abgehängte, vergessene Bevölkerungsschicht Amerikas, in der J. D. Vance aufgewachsen ist. Gleichzeitig ist es seine persönliche und die Geschichte seiner Familie.

Im Jahr 2016 wurde die Hillbilly Elegy erstmals in den USA aufgelegt und avancierte schnell zum Bestseller. Dieser Erfolg darf mit Donald Trumps erfolgreicher Präsidentschaftskandidatur in Zusammenhang gebracht werden. – Auch durch die Hillbilly Elegy von dem damals erst einunddreißigjährigen J. D. Vance, der in seinem Buch genau jene vergessenen Gesellschaftsschichten des „Rustbelts“ in den deindustrialisierten US-Bundesstaaten thematisierte, schien sich der damalige Wahlsieg Trumps erklären zu lassen. Weiterlesen

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Arezu Weitholz: Hotel Paraíso

Die Auszeit in einem verwaisten Hotel an der Algarveküste wird für eine junge Frau zur Reise zurück in die Kindheit und zum Selbstfindungstrip.

Für ihren im Jahr 2020 erschienenen erfolgreichen Vorgängerroman „Beinahe Alaska“ wurde die Autorin Arezu Weitholz mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet.

Ihr neuer Roman „Hotel Paraiso“ entpuppt sich als kein wirkliches Paradies. Dennoch, das Timing könnte kaum besser passen für die Protagonistin: Frieda hat Probleme in ihrem Beruf, da kommt ihr das Angebot, die Weihnachtszeit in Portugal, in einem Hotel am Meer zu verbringen, gerade recht.

Jetzt, außerhalb der Saison, ist das Hotel Paraiso geschlossen. Während die Besitzerin ihren Urlaub in Asien verbringt, soll das Haus nicht leer stehen, weshalb sie der jungen Frieda den Hotelschlüssel samt ihrem Labrador Otto überlässt.

Frieda kommt die Ruhe im Hotel und an der Küste gelegen. Sie braucht Abstand zu ihrem Job als Synchronsprecherin, der zum Problem geworden ist. Nun ist sie krankgeschrieben, weil ihre Stimme versagt und sie sich nicht mehr in die Figuren hineinversetzen kann. Zudem treibt sie um, dass sie früher oder später möglicherweise durch KI ersetzt werden könnte. Weiterlesen

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Benedict Wells: Die Geschichten in uns: Vom Schreiben und vom Leben

Wie eine private Begegnung mit einem Autor, der aufschlussreich und insprierend über sich und sein Schreiben spricht.

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Mit nur 23 Jahren wurde er vom Schweizer Verlag Diogenes unter Vertrag genommen. Seine Bücher sind bislang in 38 Sprachen erschienen.

In unserem Leselust-Portal sind verschiedene Rezensionen von Benedict Wells‘ Büchern zu finden:
hard-land
die-wahrheit-ueber-das-luegen-zehn-geschichten
vom-ende-der-einsamkeit
Fast genial
Spinner

Das neue Buch von Benedict Wells nun ist zum einen ein sehr ehrlich und persönlich gehaltener Text, zum anderen ist es ein Schreibratgeber, in dem er über seine Schultern beim Arbeiten blicken lässt. Der Weg zum erfolgreichen Autor kann steinig und lang sein. Auch Benedict Wells‘ Weg war lange nicht von Erfolg gekrönt. Eingehend führt er Misserfolge und Fehler aus und macht Mut für Ausdauer und Disziplin. Weiterlesen

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Lionel Shriver: Lass uns doch noch etwas bleiben

Dieses überaus intelligente und gleichzeitig urkomische Buch  handelt vom Altern und den damit verbundenen Ausgestaltungen und Möglichkeiten, die das Leben dafür bereithält.

Die Ausgangsbasis dieses Romans liest sich wie aus dem Alltag gegriffen. Jeder kennt mehr oder weniger Lebensverhältnisse alter, dementer Menschen, die man sich für das eigene Altern nicht vorstellen mag. Lionel Shriver durchdenkt diese hochbrisante Thematik scharfsinnig und dabei federleicht in immer wieder neuen Varianten.

Die beiden Figuren, um die sich alles dreht, sind das Londoner Ehepaar Wilkinson. Kay und ihr Mann Cyril sind beide Anfang Fünfzig und gut situiert. Während Cyril sich in der Vergangenheit fast ausschließlich seinem Arztberuf widmen konnte, hat die Innenarchitektin Kay ihre Mutter bei der Pflege des dementen Vaters unterstützt. An Kays fünfzigsten Geburtstag stirbt der Vater, was bei allen Familienmitgliedern Befreiung und Erleichterung auslöst. Gleichzeitig ist dies ein guter Anlass für die Wilkinsons, sich über das eigene nahende Altern Gedanken zu machen.

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