John Burnside: Wie alle anderen

Wie alle anderen von John BurnsideJohn Burnside, einer der profiliertesten schottischen Autoren, hat einige seiner Romane autobiographisch angelegt – zum Beispiel „Lügen über meinen Vater“, in dem er radikal mit seinem Erzeuger abrechnet (2011).

Autobiographisch ist auch sein neues Werk „Wie alle anderen“, das im englischsprachigen Original bereits 2010 erschienen ist. Burnside, geboren 1955, beschreibt darin seine Versuche, ein bürgerliches Leben zu führen, um von seiner Alkohol- und Drogensucht sowie seiner Schizophrenie loszukommen. Weiterlesen

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Steinar Bragi: Hochland

hochlandEin neuer Horror-Thriller kommt aus dem hohen Norden. In „Hochland“ des isländischen Schriftstellers Steinar Bragi verirren sich vier junge Menschen in der isländischen Einöde und haben gegen allerlei mysteriöse Erscheinungen zu kämpfen.

Zwei Paare, die zu einem Kurztrip ins Hochland gestartet sind, prallen im Nebel mit ihrem Jeep gegen ein einsames Haus. Weil der Wagen nicht mehr fahrbereit ist, müssen die Vier die Nacht in dem Haus verbringen. Es wird von zwei seltsamen und wortkargen Alten bewohnt, die äußersten Wert darauf legen, dass bei Dunkelheit niemand vor die Tür geht. Weiterlesen

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Christopher Kloeble: Die unsterbliche Familie Salz

salzMehr als 100 Jahre umfasst der Roman des deutschen Autors Christoph Kloeble, „Die unsterbliche Familie Salz“. Darin geht’s um eine Familie, der viele Jahre das prunkvolle Leipziger Hotel „Fürstenhof“ gehört hat. Der Clou dabei: den Fürstenhof gibt’s wirklich, die Familie Salz nicht.

Alles beginnt im Jahre 1914, als der unsympathische und herrische „Herr Salz“ den Fürstenhof kauft und seine widerspenstige Tochter Lola eine Rolle beim Tod ihrer schwerkranken Mutter spielt. Weitere Stationen sind Lolas strapaziöse und schicksalhafte Odyssee durch Deutschland im Zweiten Weltkrieg mit zwei kleinen Kindern, das unglückliche Leben ihrer alkoholabhängigen Tochter Aveline in den 60er-Jahren, die Wendezeit, als Kurt Salz den Fürstenhof aus DDR-Staatsbesitz zurückerhält und sich in eine um Jahrzehnte jüngere Frau verliebt, und schließlich das Jahr 2015, das aus der Sicht von Kurts Tochter Emma geschrieben ist. Ganz am Ende gibt’s sogar noch einen kleinen Ausblick auf das Jahr 2027 mit einem Brief von Emmas Tochter Tara an ihre Mutter. Weiterlesen

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Richard Flanagan: Die unbekannte Terroristin

terrorDer australische Autor Richard Flanagan, der mit „Der schmale Pfad durchs Hinterland“ in Deutschland bereits im vorigen Jahr für Furore gesorgt hat, überzeugt auch mit dem Nachfolger: „Die unbekannte Terroristin“.

Darin gerät die vollkommenen unbescholtene Stripperin Gina in Sydney ins Fadenkreuz von Medien, Politik und Polizei, weil sie auf einem kurzen Video gemeinsam mit einem mutmaßlichen Terroristen zu sehen ist. Völlig verängstigt wendet sie sich nicht an die Polizei, sondern versucht unterzutauchen. Weiterlesen

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Gustaaf Peek: Göttin und Held

Goettin und Held von Gustaaf PeekEine Liebesgeschichte in umgekehrter Reihenfolge erzählt der niederländische Schriftsteller Gustaaf Peek, geboren 1975. Sein Buch „Göttin und Held“ beginnt mit dem Tod Tessas als uralte Frau, um dann Kapitel für Kapitel immer weiter in der Zeit zurückzugehen. Das Ende ist zugleich der Anfang von Tessas und Marius‘ Liebe im Teenageralter. Konsequenterweise sind die Kapitel rückwärts nummeriert. Man könnte das Buch problemlos auch von hinten nach vorne lesen.

Es gibt zwei Probleme an diesem Roman: Durch das Rückwärtserzählen kann die Handlung nicht aufeinander aufbauen. Die einzelnen Kapitel haben kaum etwas miteinander zu tun. Der Roman liest sich eher wie eine Sammlung von Kurzgeschichten. Weiterlesen

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Hendrik Groen: Eierlikörtage

tagDieses Buch sollte Pflichtlektüre in jedem Altenheim werden. Der niederländische Senior Hendrik Groen (83) beschreibt in einem auf ein Jahr angelegtes Tagebuch sein Leben in einem Altenheim in Amsterdam-Noord. In den Niederlanden steht dieses Buch seit zwei Jahren auf der Bestsellerliste, nun ist es endlich auch auf Deutsch erschienen.

 „Eierlikörtage“, so heißt das Werk, ist alles zugleich: lustig, ernst, traurig, unterhaltsam und vor allem wohl einfach wahr. Und es hat eine Botschaft an alle Senioren: Versucht, dem Leben noch ein wenig Freude abzutrotzen. Nur nörgeln und über die eigenen Gebrechen, das Wetter und das Essen klagen, bringt rein gar nichts. Weiterlesen

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Włodzimierz Odojewski: Verdrehte Zeit

zeitEndlich auch auf Deutsch erschienen ist eine kurze, aber interessante Geschichte des polnischen Autors Włodzimierz Odojewski: „Verdrehte Zeit“.

In diesem Kurzroman, der im polnischen Original bereits aus dem Jahre 2002 stammt, wird der Ich-Erzähler in den 60er-Jahren mit einer Episode konfrontiert, die sich 20 Jahre zuvor im besetzen Warschau ereignet hat. Dort war er seinerzeit Mitglied einer Widerstandsgruppe.

Im Treppenhaus seines Wohnhauses übergibt ihm nun eine Frau einen Brief, der genaue Anweisungen für eine geheime Operation gegen die Gestapo enthält. Doch was soll das Ganze? Er hätte diesen Brief damals, nicht 20 Jahre später erhalten müssen. Und wer ist die Frau, die ihn so sehr an das einzige weibliche, aber später von den Deutschen ermordete Mitglied von damals erinnert? Weiterlesen

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Alfred Hayes: Alles für ein bisschen Ruhm (1958)

hayesDer Verlag Nagel & Kimche hat sich erfreulicherweise einem Klassiker aus dem Jahre 1958 angenommen und ihn – von Matthias Fienbork – neu übersetzen lassen: „Alles für ein bisschen Ruhm“ von Alfred Hayes (geboren 1911, gestorben 1986).

Darin rettet ein Drehbuchautor in Hollywood eine junge Frau vor dem Ertrinken. Sie ist – wie so viele andere Sternchen – nach Los Angeles gekommen, um ein Filmstar zu werden.

Die beiden beginnen eine Beziehung, doch muss der Mann mehr und mehr erkennen, dass die Frau einen etwas schwierigen Charakter hat, um es vorsichtig auszudrücken. Weiterlesen

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Edgar Rai: Etwas bleibt immer

edgarEin junger Mann mit psychischen Problemen passt auf eine Luxusvilla an der Côte d‘Azur auf. Er leidet unter einer gespalteten Persönlichkeit. Tagsüber ist er der sanftmütige Nicolas, nachts erwacht die aggressive und impulsive Lola in seinem Körper zum Leben. Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Indem er sich durch regelmäßiges Joggen auspowert, hat Nicolas seine Probleme einigermaßen im Griff. Doch dann kündigen sich die Hausbesitzer an. Und sie bringen überaus schwierige Gäste mit. Die Situation eskaliert …

Der Roman des deutschen Schriftstellers und Berliner Buchhändlers Edgar Rai, geboren 1967, ist Drama und Thriller zugleich. Weiterlesen

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Ilja Leonard Pfeijffer: Das schönste Mädchen von Genua

Pfeijffer_MaedchenGenua_U1.inddEine Liebeserklärung an die italienische Hafenstadt Genua ist der Roman des niederländischen Schriftstellers Ilja Leonard Pfeijffer.

In herrlich poetischen Bildern beschreibt der 1968 geborene Autor, wie der Ich-Erzähler in einem Straßencafé sitzt und die Bedienung anhimmelt, die er als schönstes Mädchen von Genua sieht.

Es macht Spaß, ihn dabei zu beobachten, wie er versucht, die junge Dame auf sich aufmerksam zu machen. Gelingt es ihm, die Schönheit zum Rendezvous zu überreden? Doch unser Protagonist studiert auch das übrige Leben in seiner Wahlheimat – und zeigt dabei viel Herz für örtliche Sitten und Gebräuche, wobei er viel Sympathie für Rosenverkäufer, einen Flüchtling aus dem Senegal oder einen mittellosen, aber stadtbekannten Geschichtenerzähler und Trinker entwickelt. Weiterlesen

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