Der Roman des flämischen Autors Paul Baeten Gronda, „Straus Park“, fängt etwas schwergängig an. Man hat Schwierigkeiten, sich die Figuren wirklich vorzustellen, sie wirken nicht lebendig. Ein steinreicher Playboy namens Amos Grossman gleitet etwas wahllos, so scheint es, von einer Liebesaffäre zur nächsten. Warum er diese oder jene Frau verehrt und dann wieder nicht, bleibt für den Leser wenig nachvollziehbar.Doch wer diese ersten etwas spröden und distanziert wirkenden Seiten übersteht, der wird mit einem Roman entschädigt, der ganz unerwartet einen starken Sog entfaltet. Weiterlesen
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Eddie Joyce: Bobby
Das Grundthema im Debütromans des US-amerikanischen Autors Eddie Joyce – Trauer – klingt nach einem trübseligen, tieftraurigen Buch.
Doch das ist „Bobby“, so heißt das Werk, gar nicht. Der Roman zeigt vielmehr, wie jeder Familienangehörige mit dem Verlust der Titelfigur fertig wird, der als Feuerwehrmann bei den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York umkam. Und wie das Leben mit all seinen Ärgernissen, kleinen Freuden, Flirts, Partnerschaftsproblemen und dem ganzen Alltagswahnsinn, dem wir alle permanent ausgesetzt sind, trotz allem einfach weitergeht. Weiterlesen
John Darnielle: Wolf in White Van
Ein ungewöhnlicher und intensiver Roman ist dem Sänger der US-amerikanischen Band „The Mountain Goats“ gelungen. John Darnielle heißt der Autor, „Wolf in White Van“ sein Roman.
Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines jungen Mannes, der durch ein zunächst nicht näher beschriebenes Ereignis in der Vergangenheit sein Gesicht verloren hat. Es ist vollkommen entstellt und ruft Entsetzen bei allen hervor, die es erstmals sehen. Deswegen verlässt Sean, so heißt der Mann, kaum seine Wohnung. Von dort aus managt er ein Brief-Fantasyspiel, einem Vorläufer der heutigen Online-Rollenspiele. Weiterlesen
Homer Hickam: Albert muss nach Hause
Einen Unterhaltungsroman im allerbesten Sinne legt der amerikanische Ingenieur und Schriftsteller Homer Hickam, der Jüngere, vor. Er beschreibt die aberwitzige Reise seiner Eltern in den 30er-Jahren mit einem Alligator und einem Hahn von West-Virginia nach Florida.
Weil Homer Hickam, der Ältere, nicht länger mit dem Alligator Albert unter einem Dach leben will, beschließen er und seine widerborstige Frau Elsie, das Tierchen in Florida freizulassen. Ein namenloser Hahn schließt sich dem Unternehmen an.
Doch bis es dazu kommt, haben die Vier jede Menge Abenteuer zu bestehen. Weiterlesen
Robin Black: Porträt einer Ehe
Was macht ein Seitensprung mit einer Ehe? Kann es gelingen, nach einem solchen Vorfall wieder Vertrauen zueinander aufzubauen? Und was passiert, wenn dieses Vertrauen erneut erschüttert wird? Mit solchen Fragen befasst sich der Debütroman der US-amerikanischen Schriftstellerin Robin Black. „Porträt einer Ehe“ heißt er.
Das Künstlerpaar Augusta „Gus“ und Owen lebt abgeschieden auf einem ländlichen Anwesen. Sie malt, er schreibt. Weil Gus vor Jahren fremdgegangen ist und den Seitensprung gebeichtet hat, liegt jedoch ein Schatten auf der Ehe, den das Paar im Alltag mehr oder weniger erfolgreich zu überspielen versteht. Weiterlesen
Joann Sfar: Pietrs Reise
An dem französischen Mehrspartenkünstler Joann Sfar scheiden sich die Geister. Die einen finden das, was er macht, genial, die anderen halten es für einen unerträglichen Schwachsinn. Und wie wahrscheinlich immer in solchen Fällen, sind die Grenzen hier fließend.
Sfar, geboren 1971, hat seine größten Erfolge als Comicautor. Seit Kurzem jedoch versucht er sich auch als Romanautor. Sein erstes Buch „Der Ewige“ (2015) kam bei den deutschen Kritikern weniger gut an – nun liegt mit „Pietrs Reise“ Roman Nummer zwei vor. Und ähnlich wie in einem Comic driftet die Handlung schrill und atemlos dahin und schlägt einen Looping nach dem anderen. Weiterlesen
André Kubiczek: Skizze eines Sommers
Ein luftig-leichter Roman über die Probleme beim Erwachsenwerden ist dem 1969 geborenen Berliner Autor André Kubiczek gelungen. „Skizze eines Sommers“ heißt er – und obwohl er 1985 in der DDR spielt, können sich sicherlich auch Leser mit vielen Situationen identifizieren, die nicht dort aufgewachsen sind.
Es sind Sommerferien, und der gerade 16-jährige René hat sturmfreie Bude, weil sein Vater beruflich für mehrere Wochen Teilnehmer der Friedenskonferenz in Genf ist. Renés Hauptproblem in dieser Zeit ist die Frage, ob er sich bei der Suche nach einer Freundin auf die schöne Bianca, die intellektuelle Rebecca oder ein Mädchen konzentrieren soll, dessen Namen er nicht kennt. Irgendwie haben alle ihren Reiz. Weiterlesen
Saša Stanišić: Fallensteller
Nach seinen beiden Romanen „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ (2006) und „Vor dem Fest“ (2014) legt der deutschsprachige Autor mit Wurzeln in Bosnien und Herzegowina, Saša Stanišic, nun einen Erzählband vor. „Fallensteller“ heißt er. Und „Fallensteller“ heißt auch die beste und längste Geschichte in diesem Buch. Stanišic kehrt darin nach Fürstenfelde zurück, jenem halbfiktiven Ort aus „Vor dem Fest“. Fürstenwerder in Nord-Brandenburg diente als Vorlage. Und wie im Roman beschreibt der 38-Jährige das dörfliche Geschehen in einem humorvollen und zugleich poetischen Stil. Weiterlesen
Yann Martel: Die Hohen Berge Portugals
Der Kanadier Yann Martel wurde vor rund 15 Jahren mit seinem Roman „Schiffbruch mit Tiger“ bekannt, der 2012 auch verfilmt worden ist. Nun liegt etwas Neues des 1963 geborenen Autors vor: „Die Hohen Berge Portugals“ unterteilt sich in drei Episoden, die 1904, 1938 und 1981 spielen und nur lose miteinander verbunden sind, aber allesamt äußerst fantasievoll daherkommen und mit großer Herzenswärme und Liebe zu den einzelnen Figuren ausgestattet sind. Weiterlesen
Joseph O’Neill: Der Hund
Wer schon immer mal wissen wollte, wie das Leben in Dubai so läuft, der sollte Joseph O‘Neills „Der Hund“ lesen.
Ein Wirtschaftsanwalt aus den USA trifft einen alten Freund aus Studienzeiten, der einer superreichen Familie mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten angehört. Dieser Freund bietet dem Anwalt an, künftig für seine Familie in Dubai zu arbeiten. Gesagt, getan … Weiterlesen