Die meisten Kinder kennen die Vorstellung von Monstern unter dem Bett. Nina dagegen hat ein ganz anderes Problem: Sie wünscht sich sehnlichst ein Beschützer-Monster an ihrer Seite. Schon dieser Perspektivwechsel macht Ninas Monster – Falsch geliefert zu einem erfrischenden Kinderbuch, das bekannte Motive auf dem Kopf stellt. Wer eine warmherzige, fantasievolle Geschichte mit viel Witz, liebenswerten Figuren und charmanten Illustrationen sucht, dürfte hier gut unterhalten werden.
In Ninas Welt lassen sich Monster ganz unkompliziert aus einem Katalog bestellen. Doch wie der Titel bereits verrät, läuft nicht alles nach Plan. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es geht um Wünsche, enttäuschte Erwartungen, Freundschaft und darum, aus unerwarteten Situationen das Beste zu machen. Deshalb finde ich das Buch besonders geeignet für Grundschulkinder und für Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern lachen möchten.
Was mir sofort gefallen hat, war der spielerische Umgang mit der Monsteridee. Die Beschreibungen der verschiedenen Monster sind witzig und einfallsreich. Die liebevollen Illustrationen machen die Figuren lebendig und laden zum Entdecken ein. Meine achtjährige Tochter musste beim Lesen immer wieder kichern. Nach der Lektüre war sie sogar so begeistert, dass sie sich ihr eigenes Monster ausgedacht hat und wir anschließend gemeinsam eines aus Stoff genäht haben. Für mich ist das ein gutes Zeichen: Ein Buch endet nicht mit der letzten Seite, sondern wirkt in die Fantasie der Kinder hinein.
Die Handlung selbst folgt einer vertrauten Struktur: ein Wunsch geht schief, ein Problem entsteht und gemeinsam muss eine Lösung gefunden werden. Überraschend oder besonders innovativ ist es nicht. Dennoch empfand ich die Geschichten durch ihre Perspektive und ihren Humor erfrischend. Und gerade junge Leser profitieren von vertrauten Erzählmustern, weil sie Orientierung bieten und gleichzeitig Raum für eigene Entdeckungen lassen.
Der Schreibstil ist leicht zugänglich und humorvoll, ohne die jungen Leser zu unterschätzen. Die Figuren erfüllen dabei ihre jeweiligen Rollen überzeugend. Besonders die Oma ist mir in Erinnerung geblieben. Sie ist hip, etwas ausgeflippt und Mode-Influencerin. Sie sorgt nicht nur für Lacher, sondern verankert die Geschichte auch in einer modernen Wirklichkeit.
Für mich ist Ninas Monster – Falsch geliefert vor allem ein Buch, das zeigt, wie kreativ Kinder mit Geschichten weiterarbeiten. Und vielleicht ist das am Ende die schönste Empfehlung: Wenn nach dem Lesen nicht die Angst vor Monstern wächst, sondern der Wunsch, sich selbst eines auszudenken.
Empfehlung einer Achtjährigen: „Am liebsten mochte ich, dass die Monster nicht gruselig waren und Ninas Freunde geworden sind. Und ich hätte auch gern so ein Monster.“
Rüdiger Bertram und Mateo Dineen: Ninas Monster
Tulipan Verlag, Februar 2026
144 Seiten, Hardcover, 15,00 Euro
Diese Rezension wurde verfasst von Ada Gode.
