
Die großen Hände meines Großvaters hielten die Bücher, lange bevor ich selbst lesen konnte. In ihnen lag eine Welt aus Gedichten, Fabeln und Geschichten, aber vor allem ein Gefühl von Geborgenheit.
Ich bin nicht über Kinderbücher zum Lesen gekommen, sondern über die Stimme eines Menschen, der mir Literatur geschenkt hat, bevor ich sie greifen konnte. Vielleicht lese ich deshalb bis heute nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit einem leisen Echo von damals.
Heute lese und schreibe ich als Ada Gode – ein Anagramm meines Vor-, Nach- und Mädchennamens, hinter dem ich bewusst sichtbar bleibe: Antonia Deutsch. Als studierte Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und Autorin bewege ich mich zwischen Analyse, Genuss und eigenem Schreiben.
Freunde bezeichnen mich als kritische Leserin. Ich hinterfrage, erforsche und zerlege gerne Texte. Aber ich lasse mich auch gerne von einer guten Geschichte treiben. Denn für mich ist Literatur präzise gebaut und zugleich voller Gefühl. Sie bewahrt Wissen, Empfindungen und Momentaufnahmen über Generationen hinweg und lädt gleichzeitig dazu ein, sich selbst ein Stück weit neu zu entdecken. Ein Roman, der all das vereint und mich seit vielen Jahren begleitet, ist Die Stadt der Blinden von José Saramago, weil seine Welt aus Blindheit mir mehr über das Sehen erzählt hat als viele andere Bücher und weil er ethisch-moralische Fragen nicht beantwortet, sondern unausweichlich macht und dabei handwerklich wie erzählerisch eine ganz eigene Sogwirkung entfaltet.
Rezensionen sind für mich kein Urteil, sondern ein Gespräch. Ich möchte zeigen, was zwischen den Zeilen passiert und warum es sich lohnt, genau hinzuschauen. Ich lade Sie ein, Teil dieses Gespräch zu werden.
Rezensionen, die Ada Gode verfasst hat: