Rachel Reid: The Long Game

Darum geht es: Seit zehn Jahren sind Shane und Ilya ein Paar – und halten ihre Beziehung strikt geheim. Würde ihre Liebe jemals öffentlich werden, könnte das ihre Eishockeykarrieren ernsthaft gefährden. Was wiegt am Ende schwerer – die Liebe oder die Karriere?

Das Buch ist ein würdiger Nachfolger von Heated Rivalry und knüpft emotional wie erzählerisch sehr gut an seinen Vorgänger an.

Beim Lesen habe ich unglaublich viel empfunden: Es gibt humorvolle Szenen, berührende Momente und Augenblicke, in denen man mit den Figuren mitleidet oder sogar wütend wird. Gerade diese emotionale Bandbreite macht die Geschichte auch so stark. Besonders gelungen ist dabei, dass zentrale Themen aufgegriffen werden, die auch im realen Profisport eine Rolle spielen – etwa Leistungsdruck, öffentliche Wahrnehmung und die Schwierigkeit, eine schwule Beziehung dort zu führen ohne ausgegrenzt zu werden.

Obwohl ich Boys-Love-Geschichten normalerweise nicht wirklich lese, konnte mich bereits Heated Rivalry begeistern – und auch dieses Buch hat mich wieder überzeugt. Ja, es gibt einige explizitere und leidenschaftliche Szenen, doch sie dominieren nicht zu stark. Die Geschichte bietet deutlich mehr als nur Romantik: Sie lebt von ihrer emotionalen Tiefe, den glaubwürdigen Konflikten und der starken Entwicklung der Beziehung.

Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen Shane und Ilya. Ihre Beziehung wirkt intensiv und verletzlich zugleich und ist geprägt von vielen kleinen, intimen Momenten, die sehr authentisch wirken. Gerade weil nicht immer alles reibungslos verläuft und beide ihre eigenen Ängste, Zweifel und Sorgen mit sich tragen, fühlen sich ihre Entscheidungen nachvollziehbar an. Die Frage, ob ihre Beziehung es wert ist, dafür womöglich ihre Karrieren aufs Spiel zu setzen, zieht sich spürbar durch das gesamte Buch.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich allerdings die Reihenfolge der deutschen Veröffentlichungen. Dadurch werden teilweise bereits Figuren und Entwicklungen angedeutet, die in anderen Bänden erst später eine größere Rolle spielen. Da es sich hierbei ursprünglich um den sechsten Band der Reihe handelt, der im Deutschen jedoch direkt nach Band zwei erschienen ist, lässt sich ein gewisser Spoiler-Effekt leider kaum vermeiden.

Der Schreibstil hat mir sehr gefallen: Er ist angenehm, flüssig und sorgt dafür, dass man schnell durch die Seiten fliegt.

Wer vermutet, das Buch bestehe hauptsächlich aus romantischen oder leidenschaftlichen Szenen, unterschätzt es. Denn trotz der starken Chemie zwischen den Hauptfiguren steckt viel Inhalt in der Geschichte.

Fazit: Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Es ist emotional, spannend und bietet eine gelungene Mischung aus Liebesgeschichte, innerem Konflikt und Sportroman. Für Fans von Heated Rivalry ist es auf jeden Fall eine Empfehlung – und ich bin schon sehr gespannt darauf, was die nächsten Bände der Reihe noch bereithalten.

Rachel Reid: The Long Game
Aus dem Englischen übersetzt von Stefanie Wenke.
Adrian & Wimmelbuchverlag, Juni 2026.
512 Seiten, gebundenes Buch, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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