Marion Demme-Zech: Gegen Mord ist kein Sauerkraut gewachsen

Wer gerne Krimis aus bestimmten Regionen liest, die dann ja auch immer viel Lokalkolorit bieten, ist bei den Saarlandkrimis von Marion Demme-Zech gut aufgehoben.

Ihr Ermittlerteam Toni, korrekt Antonia Kuppertz und Wolfgang Forsberg samt Dackel Günther ist diesmal in einem etwas anderen Einsatz. Eine Leiche wurde auf einem Hausboot auf der Mosel gefunden, das Boot war abgetrieben, zwei Männer aus dem Fluss geborgen, die offenbar in das Hausboot hatten einbrechen wollen und dabei die Leiche angeblich gefunden haben, mit dem Mord aber nichts zu tun haben wollen. Soweit so einfach. Aber: der Mann war tot, als das Boot noch am luxemburgischen Ufer der Mosel lag, abgetrieben wurde das Boot dann wieder nach Deutschland, die aus dem Fluss geborgenen Einbrecher stammen aus dem Saarland, sind also Deutsche. Geborgen wurden sie von der polnischen Besatzung eines niederländischen Kohlefrachters …. Das sind eine Menge Nationalitäten, die bei der Zuständigkeit der ermittelnden Behörden berücksichtigt werden wollen. Aber ist nicht alles irgendwo in Paragraphen geregelt? Eben! Man verständigt sich mit dem Luxemburger Kollegen auf eine binationale Zusammenarbeit und geht die Sache gemeinsam an. Dass das eine gute Entscheidung war, müssen Toni und Wolfgang mehrfach erfahren, denn sie begeben sich im Laufe der Ermittlungen selbst in große Gefahr.

Was als „einfacher Mord“ angefangen hat, entpuppt sich als eine recht große Nummer im Drogengeschäft, das offenbar seit Längerem sehr erfolgreich über Flusskreuzfahrten auf der Mosel abgewickelt wird. Toni und Wolfgang gehen als frisch vermähltes Ehepaar an Bord der „Mosarella“ auf der „petite route de la choucroute“ – die es übrigens wirklich gibt und keine fantasievolle Erfindung der Autorin ist – und hoffen, als verdeckte Ermittler der Sache auf den Grund gehen zu können. Die idyllische Reise auf der Mosel, vor der Kulisse der Weinberge und dem ein oder anderen Schlösschen nebst Weinwanderungen und -verkostungen wird für die beiden allerdings alles andere als idyllisch. Dackel Günther, immer mit dabei, muss mehrfach einschreiten, um sein Herrchen und Frauchen vor Gefahren zu warnen oder zu schützen. Was wären Toni und Wolfie auch ohne ihn? Immerhin ist er polizeilich ausgebildeter Dackel-Kommissar und war schon bei einigen Ermittlungen vorher mit dabei. Dass es auf der Reise allerdings immer nur was mit Sauerkraut zu essen gibt, stößt Günther zwar ziemlich sauer auf, aber Dienst ist eben Dienst, und die Zeiten werden ja auch sicher mal wieder besser. Da freut man sich doch gleich auf die Polizeikantine in Saarbrücken!

Witzig, unterhaltsam und dennoch spannend. Günther strotzt mal wieder vor Selbstbewusstsein, stellt aber auch wieder mal unter Beweis, dass er einfach ein gutes Näschen hat und echt hilfreich sein kann. Salopp im Schreibstil, die Kapitel jeweils aus der Perspektive eines Beteiligten, sympathische, authentische Figuren, über die man immer mal auch was Privates erfährt. Eine realistische Story, gut erzählt mit viel Liebe zur Saar-Lor-Lux-Region.

Marion Demme-Zech: Gegen Mord ist kein Sauerkraut gewachsen: Saar-Lor-Lux Drei Länder, drei Todesfälle
Gmeiner, Mai 2026
362 Seiten, Taschenbuch, 15,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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