Um ihre Familie zu retten, tritt Elodie zur gefürchteten Auslese an – einem Trainingslager, das nur die besten Anwärter überstehen. Danach dienen sie als Schattensoldaten. Eine riskante Aufgabe, da an der Grenze zum Reich der gefallenen Götter regelmäßig Menschen verschwinden. Um es so weit zu schaffen, will Elodie unsichtbar bleiben und nicht zur Zielscheibe werden. Doch ausgerechnet Jax, ein ebenso gefährlicher wie faszinierender Anwärter, wird ihr als Partner zugeteilt. Sie weiß nicht, ob sie ihm vertrauen kann, aber so sehr sie es auch versucht, sie kann ihn nicht auf Abstand halten. Und wenn sie Hilfe von ihm braucht, dann ist er da. Schließlich kämpfen sie gemeinsam ums Überleben – während zwischen ihnen eine Anziehung wächst, die alles zerstören könnte. Denn Elodie verbirgt ein Geheimnis, von dem niemand erfahren darf.
Der Einstieg in diese Geschichte fiel mir zunächst etwas schwer. Es brauchte etwas mehr als 100 Seiten, bis ich wirklich in der Welt angekommen war. Doch als der Funke erst einmal übergesprungen war, entwickelte sich das Buch zu einem wahren Pageturner. Ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen und die Geschichte hat mich gedanklich nicht so schnell losgelassen.
Auch wenn das Buch handlungstechnisch etwas mehr Gas hätte geben können: Das große Geheimnis rund um Elodie war für mich persönlich leider schon sehr früh klar. Richtige Hochspannung kommt dadurch zwar nicht mehr auf, aber das Buch besitzt trotzdem eine Sogwirkung. Ich hatte permanent das Bedürfnis weiterzulesen und habe mir auch zwischen den Lesestunden viele Gedanken über den Fortgang der Geschichte gemacht.
Das Finale entschädigt dann für das etwas ruhigere Tempo: Das Buch endet mit einem großen, völlig überraschenden Cliffhanger, der das Weiterlesen von Band zwei zur absoluten Pflicht macht.
Die Dynamik zwischen den Hauptfiguren war für mich das Highlight des Buches. Die Tension zwischen Elodie und Jax ist von der ersten Sekunde an absolut glaubwürdig. Die beiden sind unglaublich stur und streiten sich manchmal wie ein altes Ehepaar, was mir beim Lesen immer wieder ein Schmunzeln entlockte. Trotz der Reibereien spürt man die tiefe Verbundenheit: Sie würden, ohne zu zögern, alles füreinander tun und sich gegenseitig immer beschützen – daran zweifelte ich keine Sekunde lang.
Leider gab es für mich beim Worldbuilding einige Schwachstellen. Die Welt bleibt für mich zu oberflächlich beschrieben, ich hatte nie das Gefühl, vollkommen in das Setting eintauchen zu können. Auch die Magie hätte mehr Tiefe vertragen. Mir ist bis zum Schluss nicht ganz klar, welchen Regeln oder Grenzen diese eigentlich wunderbare Welt unterliegt und wie die Magie im Detail funktioniert. Hier bleibt die Hoffnung, dass diese offenen Fragen im zweiten Band genauer beleuchtet werden.
Fazit: Der Unterhaltungswert dieses Buches ist Bombe, auch wenn die handwerkliche Umsetzung noch ein bisschen Luft nach oben hatte. Wer charaktergetriebene Geschichten mit toller Dynamik mag und über ein blasses Worldbuilding hinwegsehen kann, wird hier dennoch bestens unterhalten. Und durch den Cliffhanger muss man so oder so den zweiten Band auch haben.urch den Cliffhanger muss man so oder so den Zweiten Band auch haben.
Kim Nina Ocker: Masked by Nightfall
LYX, April 2026.
688 Seiten, gebundenes Buch, 24,00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.
