Monte Carlo, die Stadt des Luxus und der verbotenen Spiele. Hier verlor Paxton Hawke alles: sein Vermögen, seinen Stolz und die Liebe seines Lebens. Ein Jahr später will er sie zurückerobern. Als er Amylia Bishop trifft, die beste Freundin seiner Ex, spannt er sie in seinen Plan ein. Was er nicht weiß: Amylia ist gleichzeitig die maskierte Mitarbeiterin, die ihn im Casino Nacht für Nacht im Blick behält. Er ahnt nicht, wer sie wirklich ist, doch zwischen ihnen entbrennt ein gefährliches Spiel aus Verlangen, Lügen und Verrat. In dieser Welt zählt nur eines: Wer gewinnt – und wer alles verliert.
Mit House of Hawke: Spiel ohne Regeln entführt die Autorin ihre Leserinnen und Leser in eine schillernde Welt aus Luxus, Intrigen und gefährlichen Gefühlen. Vor der glamourösen Kulisse Monte Carlos entwickelt sich eine Geschichte, die Rache, Begehren und persönliche Neuanfänge miteinander verbindet und dabei vor allem in der zweiten Hälfte spürbar an Sog gewinnt.
Der Einstieg verlangt etwas Geduld, weil die Handlung zunächst vergleichsweise langsam Fahrt aufnimmt. Sobald sich die zentralen Konflikte jedoch klarer abzeichnen, entwickelt der Roman eine spürbare Dynamik, die das Weiterlesen deutlich reizvoller macht. Gerade das Casino-Setting erweist sich dabei als große Stärke des Buches: Es verleiht der Geschichte eine besondere Atmosphäre.
Stilistisch überzeugt der Roman durch eine klare, flüssige und anschauliche Sprache. Die Spice-Szenen sind gut dosiert, fügen sich in die Handlung ein und drängen den erzählerischen Kern so nicht in den Hintergrund. Auch die Rückblenden überzeugen, weil sie zusätzliche Tiefe schaffen und die Spannungen zwischen den Figuren Zane und Paxton nachvollziehbar werden.
Paxton wirkt anfangs kühl und mitunter arrogant, gewinnt im Verlauf der Handlung jedoch deutlich an Profil. Amylia setzt einen überzeugenden Gegenpol: Ihr Doppelleben, ihre Entschlossenheit und ihre innere Stärke machen sie zu einer vielschichtigen Protagonistin. Gemeinsam erzeugen beide eine glaubhafte Dynamik, die von lebendigen Dialogen und spürbarer Spannung getragen wird.
Darüber hinaus punktet der Roman mit Nebensträngen, die gezielt Neugier auf die Fortsetzung wecken. Einige offene Fragen bleiben bewusst bestehen, wie das Patent oder der Hintergrund zu Paxtons Schwester.
Fazit: Insgesamt ist House of Hawke: Spiel ohne Regeln ein atmosphärischer und vielversprechender Reihenauftakt, der mit seinem ungewöhnlichen Setting, seiner emotionalen Spannung und seinen vielschichtigen Figuren überzeugt. Wer glamouröse Schauplätze, romantische Verwicklungen und eine Prise Gefahr schätzt, findet hier einen Roman, der nach einem etwas verhaltenen Einstieg zunehmend fesselt und neugierig auf die Fortsetzung macht.
Katelyn Erikson: House of Hawke: Spiel ohne Regeln
Blush Blanvalet, März 2026.
416 Seiten, Paperback, 17,00 Euro.
Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.
