Claudia Bardelang: Leben und Sterben in Verona

Wer die Reihe um Commissario Brunetti in Venedig von Donna Leon mag, dem wird sicher auch „der neue“ Kommissar Forlani aus Verona sympathisch sein. Mitte vierzig, aus bestem Hause, früher begehrter Junggeselle mit Hang zur Perfektion, inzwischen jung verheiratet, Vater eines drei Monate alten Sohnes, der die junge Familie auf Trab hält, was besonders problematisch ist, da Grace, Forlanis zwanzig Jahre jüngere Ehefrau wohl noch immer an Wochenbettdepressionen leidet und Forlani nicht nur übernächtigt, sondern auch voller Sorge um die Gesundheit seiner Frau ist.

Doch all das hat mit der Arbeit nichts zu tun – Forlani bemüht sich, seinen Mitarbeitern gegenüber um einen korrekten, entspannten und kollegial-freundschaftlichen Umgang, auch wenn der akute Personalmangel alle zu mehr Überstunden zwingt als gesund wäre. Der Mord an seinem guten Freund, dem renommierten Antiquitätenhändler Palladini und – fast zeitgleich – an dessen Mitarbeiter, der nur wenige hundert Meter entfernt noch in der Werkstatt gearbeitet hat, stellt das Team vor einige Rätsel.

Es stellt sich heraus, dass die Tatwaffe vor zwanzig Jahren schon einmal in einem Mordfall benutzt worden war. Wo war sie seitdem? Ist es derselbe Täter? Wie hängen der alte und der neue Fall zusammen? Eine Spur scheint ein wertvoller Maggiolino zu sein, ein antiker Sekretär mit einem oder mehreren Geheimfächern, den Palladini vor Kurzem erst angekauft hat. Die Spur führt zu einer sehr angesehenen Veroneser Familie und ihrem Weingut, doch so ganz stimmig scheint das alles nicht zu sein. Viele lose Enden müssen zusammengebracht werden. Als dann auch noch Forlanis kleiner Sohn entführt wird und Forlani so selbst in den Fokus des Täters rückt, stehen die Ermittler erneut vor einer Reihe von Fragen.

Spannend erzählt, sehr authentisch geschrieben. Sympathische Charaktere, die die sich logisch entwickelnde Story tragen. Die Erzählweise lässt äußerst lebendige Bilder im Kopf entstehen, es macht Spaß, dranzubleiben.

Claudia Bardelang: Leben und Sterben in Verona
Gmeiner, April 2026
320 Seiten, Taschenbuch, 17,00 Euro

Diese Rezension wurde verfasst von Sabine Ertz.

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