„Wer zahlt, sagt, wo’s langgeht“, sagte einst Isabel Allendes Großvater. Dieser Satz wurde zum ersten Lehrsatz ihres erwachenden Feminismus.
Mit einer beharrlich anmutenden Leidenschaft schreibt die große chilenische Erfolgsautorin Isabel Allende über ihre Rolle als Frau und die gesellschaftliche Rolle von Frauen im Allgemeinen weltweit. Sie selbst sieht ihre Freiheit, die ihr der Erfolg ihrer Bücher beschert hat, als Privileg. Dadurch konnte sie sich bald von jeglichen Abhängigkeiten, mit denen sie jedoch zeit ihres Lebens konfrontiert war, freischwimmen:
Isabel Allende wurde in eine Familie hineingeboren, in der ihre Mutter Panchita immer von den Männern abhängig gewesen war. Früh verlassen vom Ehemann unterwarf Panchita sich dem patriarchalischen Vater, der auch Isabels Kindheit dominierte. Obwohl der oberen chilenischen Gesellschaft angehörig, konnte die Mutter sich auch im Leben mit ihrem zweiten Mann Ramón nie verwirklichen. Ihr Hang zur Malerei blieb eher ein verborgenes Hobby. „Ernährt und beschützt zu werden hatte eben seinen Preis“ , resümiert Allende (E-Book S. 15). Immer wieder zieht die mittlerweile 79-jährige Schriftstellerin Vergleiche zum Leben ihrer Mutter, die mit dem zwanzigjährigen Altersunterschied zu ihr selbst noch dazu verdammt gewesen war, sich stets unterzuordnen. Ungerechtigkeiten in und außerhalb der Familie erkannte die kleine Isabel schon früh und entwickelte Schuldgefühle der Mutter gegenüber, die sie als Opfer betrachtete. Heute ist sie dankbar für ihre als unglücklich empfundene Kindheit, die ihr den Stoff für ihr Schreiben lieferte. Weiterlesen

Liebe Mama, du hast Recht. Dieses Buch rührt an, beschäftigt, löst aus. Und weckt in mir den Wunsch und Drang, davon zu erzählen. 





