Hilke Sellnick: Bergab geht’s tot am schnellsten

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen erhält die junge Pianistin Henni von Kerchenstein einen ungewöhnlichen Auftrag: Die Witwe eines Filmstars feiert im Kreis einiger Freunde den 100. Geburtstag des Verstorbenen. Henni soll die Feier auf dem Klavier begleiten. Da Henni knapp bei Kasse ist, nimmt sie den Auftrag an und fährt gemeinsam mit ihrem Kartäuserkater Walter von Stolzing und ihren beiden Freundinnen Claudia und Cindy in die verschneiten Schweizer Alpen. Um genau zu sein in das „Grandhotel Alpenstern“. Leider erwartet die vier vor Ort kein Luxushotel, sondern ein zugiges altes Hotelgemäuer, das beinahe zusammenzubrechen droht. Und die Auftraggeberin sowie ihre geladenen Gäste sind maximal C-Promis.

Berge, ein eingeschneites Hotel und ein Mord in einer Kapelle: Das perfekte Setting für einen spannenden Locked-room Fall. Aber leider wird dieses Potenzial nicht wirklich ausgeschöpft. Etwa bis zur Hälfte des Buches passiert nichts Nennenswertes. Trotz des für Gruseleffekte prädestinierten Settings kommt die Geschichte viel zu brav daher. Weiterlesen →

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Maria Adolfsson: Doggerland 02: Tiefer Fall

Weihnachten in Langevik – das Haus ist voll bei Kriminalinspektorin Karen Eiken Hornby. Fast ein bisschen zu voll für ihren Geschmack. Deshalb ist sie nicht allzu traurig, dass sie ihr Chef – obwohl sie nach dem „Showdown“ ihres letzten Falles noch krankgeschrieben ist – wegen eines Mordfalls auf die Insel Noorö, ganz im Norden von Doggerland, abkommandiert. Viele Kollegen leiden unter einer grassierenden Grippe, die anderen sind im Weihnachtsurlaub, es gibt keine Alternative. Gemeinsam mit dem Gerichtsmediziner und Sören Larsen von der Spurensicherung macht sie sich auf den Weg.

Der pensionierte Hochschullehrer Fredrik Stuub ist bei einem Sturz in eine mit Wasser gefüllte Kiesgrube ums Leben gekommen. Das heißt, eigentlich ist er kurz davor auf einem Felsvorsprung hängengeblieben, sonst wäre er vielleicht auf Nimmerwiedersehen in der Tiefe verschwunden. Schnell ist klar, dass er nicht einfach gestolpert und gefallen ist, sondern dass er bewusstlos geschlagen und hineingeworfen wurde. Wer könnte diesem alten Mann nach dem Leben getrachtet haben? Es gibt kaum Spuren und schon gar kein Motiv. Doch Fredrik Stuubs Wohnung wurde durchwühlt. Wer hat was gesucht? Hat Fredriks Enkel Gabriel etwas damit zu tun, der gerne reich wäre, ohne etwas dafür zu tun, oder haben die Besitzer der örtlichen Whiskybrennerei ihre Hand im Spiel? Weiterlesen →

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Anne von Vaszary: Die Schnüfflerin

Ein One-Night-Stand im offenen Cabrio unter dem weiten Sternenhimmel und schon ist es passiert: Nina (die eigentlich ganz anders heißt) ist schwanger. Und das auch noch von Ricky, dem Windhund, der nichts anbrennen lässt und nicht nur sie zu Probefahrten einlädt. Die junge Frau, die ohne großen Plan durchs Leben driftet und in einem Einkaufszentrum Kaffee ausschenkt, ist selbst ohne Vater aufgewachsen und mit einer Mutter, die sich nur sporadisch blicken oder hören lässt. Die einzige Konstante in ihrem Leben war ihre Oma, doch die ist schon vor ein paar Jahren gestorben. Jetzt eine Familie gründen – das wäre vielleicht was. Aber mit Ricky?

Sechs Wochen ist Nina ihm aus dem Weg gegangen, doch nun will sie ihm erzählen, dass er Vater wird. Als sie im Restaurant sitzen, macht ihr aber erst einmal ihre seit neuestem hochempfindliche Nase einen Strich durch die Rechnung. Sie stürzt auf die Toilette, um sich zu übergeben. Zurück am Tisch, findet sie, dass die Zwiebelsuppe seltsam riecht und lässt erst einmal den Löffel liegen, während ein paar andere Restaurantgäste – auch Ricky – davon probieren. Plötzlich bricht ein Chaos aus. Die Gäste beginnen zu röcheln, rutschen auf den Boden und winden sich in Krämpfen.

Als sich die Situation wieder etwas gelichtet hat, sieht sich Nina unversehens einem Verdacht ausgesetzt: Warum hat sie nichts von der Suppe gegessen? Hat sie von dem Gift gewusst? Hat sie gar den Anschlag verübt? Gleichzeitig hat sie Angst um Ricky, der mit dem Krankenwagen abtransportiert wurde. Ob er überleben wird? Irgendwie hat sie ihn ins Herz geschlossen und sie will unter keinen Umständen, dass ihr Kind – wie sie – nichts über ihren Vater weiß. Weiterlesen →

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Niklas Natt och Dag: 1794

St. Barthelemy, 1793: Der junge Erik Drei Rosen wurde von seinem Vater ins Exil geschickt und soll in der schwedischen Kronkolonie, die sich in der Karibik befindet, abgelenkt werden. Denn zu Hause in Schweden hatte er sich als Adeliger in die Tochter eines der Bediensteten verliebt. Bis zu seiner Volljährigkeit soll Erik auf St. Barthelemy verbringen, dann darf er selbst entscheiden, was er tut. Doch der Tod des Vaters kommt dazwischen und unverhofft kann Erik mit Hilfe seines Gönners Tycho Ceton  frühzeitig nach Schweden zurückzukehren, sein Erbe anzutreten und sein große Liebe Linnea Charlotta Colling zu heiraten. Doch in der Hochzeitsnacht kommt es zu einem schrecklichen Unglück und die junge Braut ist am Morgen nicht nur blutüberströmt, sondern auch maustot.

In Stockholm im Jahre 1794 setzt dann die Haupthandlung ein. Die Witwe Colling – ihr Mann verstarb über der Sorge um die tote Tochter – sucht Jean Michael Cardells Hilfe im Zusammenhang mit Linneas Tod. Sie glaubt einfach nicht, dass ihre Tochter in der Hochzeitsnacht in den Wald verschwunden sei und dort von einem Rudel Wölfe angefallen wurde. Cardell hat anfangs kein Interesse an dem Fall. Sein alter Partner Cecil Winge ist erst vor kurzem gestorben und mit solchen Kriminalgeschichten möchte er eigentlich nichts zu tun haben. Dann hat er eine seltsame Begegnung, es ist fast, als sei Cecil wieder am Leben! Denn er steht dessen Bruder Emil Winge gegenüber, der ihm fast wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Doch Emil jagen schlimme Geister und er kann kaum für sich selbst sorgen. Dennoch nehmen die beiden schließlich den Auftrag der Witwe Colling an. Weiterlesen →

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M.R.C. Kasasian: Gower Street Detective 04: Die Geheimnisse der Gaslight Lane

1872 lebte und starb die Familie Garstang in ihrem Anwesen in der Gaslight Lane.

„… Die Garstangs hatten allen Grund anzunehmen, dass ihnen noch ein langes und gesundes Leben bevorstand. Sie hatten keinen Grund zu glauben, dass man sie wie Schweine abschlachten würde.“ (S. 9 E-Book) Mit ihnen starben drei ihrer Bediensteten sowie ihr Patensohn.

1883 geschieht im Haus der Garstangs erneut ein Mord. Dieses Mal trifft es wieder den Hausherrn, allerdings bleiben die Diener verschont. Dies erfahren March Middleton und ihr Patenonkel Sidney Grice, als sie von der Tochter und Erbin des Getöteten aufgesucht werden. Cherry Goodsmile glaubt nicht an die Ermittlungskünste der Polizei. Grice, der als persönlicher Ermittler berühmt ist, erhält von ihr den Auftrag, den Mörder ihres Vaters zu finden. Sidney Grice betrachtet das Besondere an diesem Mord als Herausforderung an seine Intelligenz. Zusammen mit seiner Assistentin March gehen sie den Fragen nach, wie konnte der Mörder in ein abgeschlossenes Gebäude und in ein verriegeltes Schlafzimmer eindringen, um den Hausherrn zu töten? Und wie war es ihm möglich, den Tatort bei abgeschlossenen Fenstern und mit von innen verriegelten Türen zu verlassen? Weiterlesen →

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Stuart Turton: Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

Ein Buch mit immenser Sogwirkung, unglaublich spannend von der ersten bis zur letzten Seite! Gleich zu Beginn des Plots stößt uns Stuart Turton unmittelbar in ein höchst bedrohliches Szenarium hinein. „Zwischen einem Schritt und dem nächsten vergesse ich alles.“ Der Ich-Erzähler kommt in einem Wald zu sich, eine Frau schreit um Hilfe. Er weiß weder wer er ist, noch wo er ist, noch wie er hierherkam. Hektik, Durcheinander, Orientierungslosigkeit. Der Name Anna geistert durch seinen Kopf, sein Körper fühlt sich fremd an, finstere Menschen tauchen aus dem Nichts aus. Allein dies beschreibt der britische Autor so dramatisch, dass wir Leser sofort von der Hauptperson amortisiert werden. Wir sehen, was er sieht. Wir wissen, was er weiß. Wir durchleben dieselbe Entwicklung, so dass wir sofort mit der Hauptfigur verschmelzen und sympathisieren. Denn Turton führt uns ganz nah ans Geschehen– und mitten hinein in einen abenteuerlichen, meisterlich verwobenen Plot.

Der Ich-Erzähler schafft es aus dem Wald heraus, überzeugt davon, Zeuge eines Mordes geworden zu sein. Er landet auf Blackheath House, einem einstmals prächtigen Landsitz, der mittlerweile im Verfall inbegriffen ist. Dort sind zu diesem Wochenende etliche Gäste geladen. Ein Maskenball soll stattfinden anlässlich der Rückkehr von Evelyn Hardcastle, der Tochter des Hauses, die 19 Jahre lang in Paris gelebt hat. Auf Blackheath House wird der Protagonist von seinem Freund Daniel als Dr. Sebastian Bell begrüßt. Während Bell versucht, seine Erinnerung zurück zu erlangen und etwas über Anna und die Frau im Wald heraus zu bekommen, wird er immer mehr in die Geschehnisse des Hauses verstrickt. Dann der größte Schock: Am nächsten Morgen wiederholt sich der Ablauf desselben Tages exakt wieder, gleich einer Zeitschleife. Weiterlesen →

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Anders de la Motte: Winterfeuernacht

Wenn man davon ausgeht, wie dieses Buch angekündigt wurde, müsste es einer der besten schwedischen Krimis sein, die aktuell auf dem Büchermarkt sind. Leider kann ich diese Meinung nicht teilen. Ich bin grundsätzlich ein Fan der skandinavischen Kriminalromane, die viel spannender und oft subtiler sind als beispielsweise Möchtegern-Thriller deutscher Autoren. Doch der Roman von Anders de la Motte reicht bei weitem nicht an andere schwedische Krimis heran.

Die Protagonistin Laura erbt von ihrer Tante ein Feriendorf auf dem Land. Sie war vor 30 Jahren das letzte Mal dort. Damals kam es bei der Feier des Luciafestes zu einem schweren Brand, bei dem ihre Freundin Iben ums Leben kam.  In all den Jahren hatte Laura keinen Kontakt mehr zu ihrer Tante. Nach deren Tod kommt sie nun zurück an den Ort, um das Ferienlager zu verkaufen.

Schon bald kommen ihr Zweifel am Unfalltod ihrer Tante. Als schließlich mehrere Brände geschehen und die Dorfbewohner immer misstrauischer und ablehnender gegenüber Laura werden, beginnt sie, unterstützt von ihrem Jugendfreund Peter, inzwischen Polizist, nachzuforschen. Schon immer hatte sie sich auch selbst eine Mitschuld an dem damaligen Unglück gegeben.

Laura leidet seither unter ihren Brandnarben und einem chronischen Virus. Sie hat ständig Angst vor Ansteckungen, ekelt sich vor jeder Art von Schmutz und hat, wenn sie ihre Medikamente nicht regelmäßig nimmt, immer wieder Albträume. Weiterlesen →

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Thomas Mullen: Dark Town

Extrem spannend, extrem aufwühlend. Dark Town ist ein perfekter Pageturner, der beim Lesen an Herz und Nieren geht. Autor Tom Mullen verknüpft einen fiktiven Kriminalfall mit realer Zeitgeschichte – genauer: Der ersten afro-amerikanischen Polizeidivision, die 1948 in Atlanta eingesetzt wurde. Mindestens ebenso aufregend wie der Kriminalfall sind die harten Rahmenbedingungen mit denen diese schwarzen Polizisten tagtäglich konfrontiert wurden. Weiße Cops setzten ein Kopfgeld auf jeden toten „Nigger-Cop“ aus und wurden nicht müde, ihre Kollegen verbal zu demütigen und körperlich zu attackieren. Zu einer Zeit, in der Schwarze wegen Nichtigkeiten auf offener Straße aufgeknüpft werden durften, eigene Toiletten, Busplätze und Ghettos zugewiesen bekamen, war ihr Wort nichts wert. Auch die acht farbigen Polizisten haben in diesem Roman keinen wirklichen Handlungsspielraum. Es ist ihnen untersagt, das offizielle Polizeigebäude zu betreten, ihre Division ist einem feuchten Kellerloch untergebracht. Zwar dürfen sie Waffen tragen, aber keinen Streifenwagen fahren. Akteneinsicht, Verhöre, echte Polizeiarbeit – Fehlanzeige. Sobald es ans Eingemachte geht, müssen sie die weißen Kollegen rufen, die je nach Lust und Laune weiter verfahren können. Und das Wichtigste: Schwarzen Cops ist es verboten, Weiße zu verhaften.

Diese Krux bildet den Ausgangspunkt des Falles, in den die beiden Hauptdarsteller Lucius Boggs und Tommy Smith geraten. Bei einer nächtlichen Polizeikontrolle in Dark Town – dem von Schwarzen bewohnten Stadtbereich – halten sie ein Auto an, das eine Straßenlaterne angefahren hat. Im Wagen befindet sich eine junge schwarze Frau, die offensichtlich gerade verprügelt wurde sowie ein weißer, älterer Fahrer. Da Boggs und Smith diesen nicht verhaften dürfen, rufen sie weiße „Verstärkung“. Lionel Dunlow, ein langjähriger und sehr rassistisch eingestellter Cop, scheint den Mann zu kennen und lässt ihn davonkommen, wogegen die schwarzen Polizisten aber auch Dunlows junger Kollege Denny Rakestrow, genannt Rake, machtlos sind. Weiterlesen →

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David Ignatius: Quantum Spy: Der Feind im System

„… Lassen Sie uns damit anfangen, worum es eigentlich geht, wenn wir über Quanteninformatik sprechen … ein Quantencomputer, falls wir es schaffen, ihn zu konstruieren,“ kann „…Zahlen wesentlich schneller faktorisieren … als ein klassischer Computer. …“ Der „… würde für das Faktorisieren einer fünfzigstelligen Zahl mehr als zehn Millionen Jahre brauchen. Der Quantencomputer dagegen würde das Problem in weniger als einer Sekunde lösen.“ (S. 252)

John Vandel und Li Zian arbeiten in führender Position beim amerikanischen beziehungsweise chinesischen Geheimdienst. Beide haben schon einige Konkurrenzkämpfe innerhalb ihrer Behörden überstanden und glauben an ihre eigene Klugheit und Überlegenheit. Als ein amerikanisches Start-up-Unternehmen glaubt, die nächste Computergeneration, den Quantencomputer, in absehbarer Zeit bauen zu können, befindet sich der chinesische Geheimdienst im Alarmzustand. Zum Glück berichtet ihr Maulwurf beim CIA regelmäßig über den aktuellen Stand der Forschung.

Aber auch John Vandels Abteilung ist besorgt, nachdem sie über einen chinesischen Wissenschaftler von dem Leck in den eigenen Reihen erfährt. Weiterlesen →

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Volker Klüpfel & Michael Kobr: DRAUSSEN

Cayenne und Joshua sind Teenager und doch unterscheidet sich ihr Leben maßgeblich von dem anderer Jugendlicher. Von einem Smartphone können sie nur träumen, Fernseher und Spielekonsolen gibt es in ihrer Welt auch nicht. Dafür Eichhörnchen vom Feuer, ständige Wachsamkeit und den täglichen Kampf ums Überleben. Die beiden hausen mit einem Mann namens Stephan in den Wäldern und ziehen regelmäßig von einem Ort zum anderen, um nicht aufzufallen. Zurzeit hat es sie nach Brandenburg in Deutschland verschlagen. Doch eine brenzlige Situation, bei der Cayenne so stark verletzt wird, dass sie ins Krankenhaus muss, zwingt sie auch hier wieder, den liebgewonnenen Wohnwagen auf einem Campingplatz aufzugeben und weiterzuziehen.

„DRAUSSEN“ spielt auf verschiedenen Erzählebenen und an verschiedenen Orten. Man lernt Cayenne, Joshua und Stephan kennen, aber auch einige Politiker und ihre Handlanger, die einen großen Blackout in Deutschland fürchten. Wie das alles zusammenpasst, findet man erst später raus. Weiterlesen →

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