Mick Schulz: MS Mord – Tödliches Nordlicht

Da hat ein Autor seine neue „Nische“ im Genre Kriminalroman gefunden. Der 1959 in Bonn geborene Mick Schulz veröffentlicht seinen zweiten Kreuzfahrt-Krimi. Ermutigt durch den großen Erfolg des ersten (2018 veröffentlichten) Bandes der MS Mord Reihe, nimmt er nun seine Leserinnen und Leser mit auf die legendäre Postschiffroute entlang der norwegischen Küste. Werden die Reisenden mit dem einzigartigen Naturschauspiel der Aurora Borealis, dem flackernd grünen Polarlicht belohnt?

Der Autor kennt den Weg! Dies spürt der Leser recht schnell. Der Autor weiß, wovon er schreibt. Er ist schon auf den Postschiffen der Hurtigruten gefahren. Er kennt die Häfen, Städte und Routen. Und noch etwas ist zu spüren, wenn man Mick Schulz ließt. Der Autor ist ein echtes Multitalent: Er liebt die Literatur, er kennt sich aus in der Philosophie und er ist musikalisch begabt. Darum studiert er Musik und erlernt das Dirigat am »Mozarteum« in Salzburg. Schulz geht an die Oper, ohne jedoch seine literarische Ader zu vernachlässigen. So ist es nur eine Frage der Zeit, dass er das Schreiben als neue Passion für sich entdeckt. Er verfasst Kurzgeschichten, Erzählungen und Romane. Im Harz schlägt er neue Wurzel. Ob der Autor auch im Krimi-Genre weitere Wurzel treibt, wird auch die Lektüre von „MS-Mord – tödliches Nordlicht“ zeigen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tom Callaghan: Erbarmungsloser Herbst

Akyl Borubaew, Inspektor der Mordkommission in Bischkek, Kirgisistan, glaubt nicht daran, alt zu werden. Sein Job ist extrem schmutzig und gefährlich, seine Gegner sind skrupellos, und die Politik in Gestalt des Ministers für Staatssicherheit ist auch nicht ohne.

In der Vergangenheit hat Akyl dem Minister so manche Gefallen erwiesen, die an der Grenze oder auch jenseits der Legalität waren. Inzwischen kennt er zu viele Geheimnisse, die ihn in ernsthafte Gefahr bringen. Sein neuer Auftrag sieht deshalb auch nach Erpressung aus. Der Minister zeigt ihm die beiden Alternativen: Entweder Auftrag erfüllen oder sofort durch die Hand der Kollegen sterben. Akyl entschließt sich für eine mögliche spätere Ermordung. Bisher hatte er mit viel List seine Kontrahenten in Schach gehalten, vielleicht gelingt es ihm bei der Kontaktaufnahme mit den Drogenbaronen im eigenen Land oder in Bangkok wieder.

Der englische Autor Tom Callaghan begann seine Thrillerserie um den kirgisischen Inspektor Akyl Borubaew 2015 und ging mit ihm durch die Jahreszeiten Blutiger Winter, Tödlicher Frühling und Mörderischer Sommer. In diesem Jahr schließt sich der Kreis der Jahreszeiten, der insgesamt von Sepp Leeb und Kristian Lutze übersetzt wurde. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

S.L. Huang: Nullsummenspiel

Cas Russel lebt in L.A. Man kennt sie – in gewissen Kreisen. Sie besorgt Dinge und befreit Menschen, nicht ganz legal, dafür teuer und zuverlässig. Nur die Behörden kennen sie nicht – dafür hat einer ihrer Geschäftspartner gesorgt. Keine Sozialversicherungsnummer, keine Steuernummer – nirgendwo taucht ihr Name auf.

Freunde oder soziale Kontakte hat sie keine. Eine merkwürdige Beziehung aber hegt sie zu einem Killer, vor dem selbst die abgebrühtesten Attentäter, Terroristen und Geheimdienstler Angst haben – Rio, ein Mann ohne jegliche Moral, ohne Empfinden oder Mitgefühl. Ein Mann, der sich auf ganz eigene, besondere Art in den Dienst Gottes, so wie er diesen begreift, gestellt hat, und gnadenlos Jagd auf die macht, die er als schuldig im Sinne der Bibel verdammt.

Cas selbst hat eine besondere Gabe – ihre Affinität für Mathematik lässt sie in Sekundenbruchteilen Handlungen und deren Folgen berechnen – so dass sie zu einer perfekten Kampf- und Killmaschine wird. Cas´ neuester Fall bringt sie in Konflikt mit einem kolumbianischen Drogenkartell. Sie soll ein von diesen gefangen gehaltenes Mädchen befreien – eigentlich kein Problem, neunzehn Leichen später, hat sie ihr Ziel fast erreicht, als sie auf Rio stößt, der sich undercover bei den Kolumbianern eingeschlichen hat. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Laura McHugh: Im Sog der Schuld

17 Jahre ist es her, dass Arden zuletzt einen Fuß in ihre Heimatstadt gesetzt hat. Damals war sie selbst noch ein Kind und ihre Zwillingsschwestern verschwanden auf mysteriöse Weise als Kleinkinder. Seitdem plagen Arden die Gedanken an die beiden Mädchen. Leben sie etwa noch? Und welche Rolle spielte sie selbst bei ihrem Verschwinden? Als Arden das alte Haus der Familie erbt, beschließt sie, dort einzuziehen und der Sache genauer auf den Grund zu gehen, auch wenn das Geschehene schon so viele Jahre zurückliegt.

„Im Sog der Schuld“ ist ein leicht zu lesender Mystery-Roman. Thriller wäre schon fast zu viel gesagt, denn wirklichen Thrill gibt es kaum. Die kleinen Mädchen waren eines Nachmittags weg und Arden versucht sich an genaue Details zu erinnern. Damals wurde ein Mann verhaftet, dessen Auto Arden am Tatort, dem elterlichen Garten, gesehen hatte. Doch hatte er wirklich etwas mit der Sache zu tun? War sie als Kind noch felsenfest davon überzeugt, ist sie sich in der Gegenwart nicht mehr so sicher. Zusammen mit einem interessierten Blogger, der sich mit mysteriösen Vermisstenfällen aus der Vergangenheit befasst, begibt sich Arden deshalb auf Spurensuche. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Petra Hammesfahr: Das Mädchen Jannie

Petra Hammesfahr ist seit langem bekannt für ihre spannenden und brisanten Kriminalromane, die sich immer wieder mit hochaktuellen und oft verstörenden Themen beschäftigen.

So auch in diesem Fall: Die 10-jährige Jannie flüchtet vor der Brutalität des Anführers der Bettlerbande, an die sie im Alter von vier Jahren von ihrem eigenen Großvater verkauft worden war. Sie landet auf dem abgelegenen Bauernhof von Dieter Leuken, einem Psychopathen, der, um möglichst authentische Thriller schreiben zu können, die Taten, die er in seinem Büchern beschreiben möchte, vorher selbst ausübt. Doch Jannie beginnt, Dieter zu vertrauen, der ihr zu essen gibt, sie einkleidet und ihr Lesen und Schreiben beibringt. Und sie hat Freude daran, seine Mutter, die nach einem Schlaganfall gelähmt und stumm im Bett liegt, zu versorgen. Dass die Frau mit Augenblinzeln versucht, Jannie zu warnen vor dem, was Dieter mit ihr vorhat, erkennt sie nicht.

Parallel ermittelt Kommissar Klinkhammer im Fall einer rumänischen Kinderhandelbande und findet relativ bald heraus, dass zwischen dieser und der Bettlergruppe ein Zusammenhang besteht. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Ray Celestin: City Blues Quartett 02: Todesblues in Chicago

Chicago, 1928: Seit knapp zehn Jahren haben sich Ida und Michael nun in der Stadt niedergelassen. Sie führen ein kleines erfolgreiches Ermittlungsbüro und können an ihre Erfolge in New Orleans anknüpfen. Ihr neuster Fall führt die beiden in die Reihen der Schönen und Reichen, aber auch ins Drogen- und Alkoholmilieu der Stadt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der jungen Verlobten, die eines Nachts einfach verschwunden ist, und dem Anschlag auf ranghohe Tiere der Unterwelt? Ida und Michael nehmen die Ermittlungen auf und verbünden sich mit neuen Menschen, die ihnen für die Recherchen wichtig sein könnten.

Ray Celestin gelang im Vorjahr mit „Höllenjazz in New Orleans“ in meinen Augen ein wahres Glanzstück. Den vorliegenden zweiten Band kann man auch unabhängig lesen. Er findet zeitlich später und in einer anderen Stadt statt. Es sei allerdings dringend empfohlen, den ersten Band ebenfalls zu lesen – er ist es mehr als wert! Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Dieter Aurass: Rheinlandbastard

Ein Kriminalfall im Jahr 1924 in Koblenz. Ein Fall um ein weitgehend unbekanntes Thema aus der Zeit der französischen Besatzung im Rheinland nach dem ersten Weltkrieg.

Dieter Aurass ist ein pensionierter Polizeibeamter, der nach einer Reihe von Frankfurter Regionalkrimis hier seinen ersten historischen Kriminalroman vorlegt. Und der ist ihm wirklich gelungen.

Der Krimi vor dem Hintergrund realer historischer Ereignisse ist hochspannend und, soweit ich das beurteilen kann, hervorragend recherchiert. Es geht um grausame und scheinbar willkürliche Morde an französischen Besatzungssoldaten. Der mit der Aufklärung beauftragte Colonel ist fest davon überzeugt, dass nur ein Deutscher der Täter sein kann. Die Deutschen, oder doch zumindest die Meisten, hassen die Franzosen, die ihr Land besetzt haben. Und die Franzosen, allen voran eben auch dieser Colonel, hassen die Deutschen für all das Leid, dass sie im Krieg über Frankreich gebracht haben. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Petra Ivanov: Entführung

Steinerne Mienen, steife Rücken, angespannte Stille. Im Büro der Staatsanwältin knisterte die Luft, sie war aufgeladen mit kaum verhohlener Wut. Pal Palushi sieht seinem Klienten nach. Trotz Handschellen und Fußfesseln wirkte Mustafa Saifullah unbekümmert …“ (S. 7)

Pal Palushi hat in einen Sack voller Giftschlangen gegriffen: Er wird Pflichtverteidiger eines Entführers, der die Aussage verweigert, und die Staatsanwältin missbraucht ihr Amt, um mit Pal alte Rechnungen zu begleichen. Während die Medien alles über die Entführung von Lara Blum, der Tochter eines Millionärs, ausbreiten, der Polizei Ermittlungsansätze fehlen, wird Pal in seiner Berufsehre öffentlich angegriffen. Wie kann ein Anwalt einen muslimischen Entführer verteidigen?

Um Lara zu retten, bringen sich Pal und seine Freundin Jasmin in Gefahr.

Petra Ivanov hat bereits über Jasmin Meyer, inzwischen Ex-Polizistin, und den Anwalt Pal Palushi drei Kriminalromane geschrieben, in denen das ungleiche Paar ermittelt. Im neuen Fall tauchen beide in das Milieu der strenggläubigen Muslime ein, die mit ihren Doktrin Glaubensbrüder radikalisieren. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Aimee Molloy: Die Mutter

Sie nennen sich die Mai-Mütter, fast zur gleichen Zeit entbinden sie und sie treffen sich regelmäßig in Brooklyn im Park auf einen gesunden Drink und zum Erfahrungsaustausch. Eines Tages beschließen sie, einen Abend, nur einen Abend, einmal wieder ausgehen, Stress vergessen, wieder ohne Baby lachen. Für eine von Ihnen endet das mit dem Verlust des Babys. Aber was steckt dahinter? Eine überforderte Mutter? Ein abgewiesener Liebhaber? Oder ein ganz anderes Verbrechen?

„Die Mutter“ ist ein gut aufgebauter Psychothriller, dessen Ende so nicht voraussehbar war. Er ist durchweg spannend und gut zu lesen. Das ist nicht selbstverständlichen, denn Aimee Molloy hat noch einen anderen Aspekt eingebaut: Die Schwierigkeiten frischgebackener Mütter in Amerika, den irren Spagat zwischen Mutterschaft und Beruf und Leidenschaft. Einige der Mai-Mütter müssen oder wollen wieder arbeiten, andere haben das nicht nötig, wieder andere wollen das nicht, haben aber mit dem Einkommen des Mannes zu kämpfen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Judith Merchant: Atme!

Es sollte ein ganz normaler Shoppingausflug werden. Nile und ihr Freund Ben. Und dann ist da dieses Kleid im Schaufenster. Nile und Ben betreten den Laden, sie probiert das Kleid an – vielleicht wäre es ja was für die anstehende Hochzeit? Doch als Nile aus der Umkleidekabine kommt, ist Ben wie vom Erdboden verschluckt und auch vor dem Laden kann sich niemand an ihn erinnern. Panisch ruft Nile in den Krankenhäusern der Umgebung an und telefoniert schließlich auch die Freunde von Ben ab, von denen er sich in der letzten Zeit distanziert hatte. Niemand interessiert sich für Bens Verschwinden! Nur Bens noch-nicht-ganz-Ex-Frau Flo scheint Anteil zu nehmen und möchte Nile helfen. Doch sagt sie wirklich die ganze Wahrheit?

Judith Merchant spielt in ihrem Thriller „Atme!“ mit der Wahrnehmung der Leserinnen und Leser, aber auch mit Niles Bezug zur Realität. Nile wird oft panisch, weshalb Ben mit ihr ein Ritual entwickelt hat, um sie auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: