Der Roman von Lena Wanke beginnt für Protagonistin wie LeserInnen misslich und zwar mit einem Prolog. Es bleibt mir ein Bücherleseleben lang unerschlossen, warum Autoren nicht schlicht mit dem Anfang beginnen, sondern vor diesen noch ein Voranfang setzen. Als müsse der Leser sanft und behutsam eingestimmt werden, bevor er sich in der Geschichte verlieren darf. Liebe AutorInnen: Das braucht kein LeserIn. In „Wo einst Leben war“ ist der Prolog für Kapitel 1 ganze 85 Seiten lang und bewegt sich abwechselnd zwischen zwei Zeitebenen. Weise der Philosoph, der behauptete: Aller Anfang ist schwer.
Jona ist die Protagonistin des Erstlingswerks von Wanke. Das junge Mädchen bewegt sich mit ihren Geschwistern und Taube in den Trümmern einer alten Welt. Die Dystopie hält für die meisten Menschen ein sorgloses Leben parat. Dafür zahlen sie mit der Aufgabe ihrer Individualität. Die Eltern von Jona, Tobias, Luki und Emma (Taube greift die Gruppe später auf) wünschen sich für ihre Kinder ein selbstbestimmtes Leben und schicken sie auf die Reise und Suche.
Bei dieser, genauer auf Nahrungssuche, kommt Tobias abhanden. Jona und ihre Gruppe suchen Holger und dessen Sohn Oliver auf. Es sind Freunde der Eltern und versorgen die Kinder mit Essen und für ein paar Tage auch mit einer Unterkunft. Doch warum streiten sich Oliver und Holger am Tag, als Jonas Gruppe weiterzieht? Weiterlesen








