Am 12. November wäre Loriot 90 Jahre alt geworden. Der Diogenes Verlag gratuliert dem am 20. August 2011 verstorbenen Humoristen mit einem großartigen Bildband. Mit der „Spätlese“, die mehr als 400 bislang unveröffentlichte Zeichnungen von Loriot edel und großzügig präsentiert.
Buchverlage und Zeitschriften kamen mit dem Drucken in den 1950er- und frühen 60er-Jahren gar nicht nach – so aktiv war Vicco von Bülow mit dem Zeichenstift. Die „Frühstücke“, die in dieser Zeit entstanden sind, nehmen den Großteil des gut zwei Kilo schweren, 384 Seiten dicken, prächtigen Buchs im etwas größeren Din A4-Format ein. Herausgegeben haben den Band Loriots Tochter Susanne von Bülow, Peter Geyer und Oa Krimmel. Weiterlesen
Belletristik
Hubert Winkels: Klagenfurter Texte: Die Besten 2013
Fast wäre 2013 das Ende geworden für die Übertragung des ORF von den Klagenfurter Literaturtagen. – Zum Glück nur fast, denn es fand sich doch noch ein neues Modell, das die Finanzierung des Bachmann-Wettbewerbs auch für die Zukunft garantiert.
Wer keine Gelegenheit hatte, das hohe Textniveau und die leidenschaftlichen Diskussionen dazu auf 3sat mitzuverfolgen, kann die herausragenden Texte, die Diskussionen der Jury und die Preisvergabe in der von Hubert Winkels herausgegebenen Broschur „Klagenfurter Texte Die Besten 2013“ nachlesen. Weiterlesen
Ian McEwan: Honig
Ian McEwan wirft dermaßen viel schriftstellerisches Können in die Waagschale, dass er gar nicht in der Lage ist, einen wirklich schlechten Roman zu fabrizieren. Und doch packt er in sein neuestes Werk „Honig“ ein paar Zutaten, die zumindest dazu führen, dass dieses Werk nicht ganz an Vorgänger wie etwa „Saturday“ oder „Solar“ heranreicht: Das Thema „Kalter Krieg“, Spionage und die obskuren Machenschaften irgendwelcher Geheimdienste in den 70er-Jahren eignet sich vielleicht noch für verregnete und nostalgische Samstagabende, an denen die x-te Wiederholung irgendeines James-Bond-Klassikers mit Roger Moore läuft, aber für einen brandneuen Roman aus dem Jahre 2013 scheint das Thema denn doch etwas angestaubt. Weiterlesen
Gabriel Roth: Gleichung mit einer Unbekannten
Erik ist ein junger Mann, ein Nerd, der durch den Verkauf seines Computerprogrammes sehr reich geworden ist. Weder der Reichtum noch die einhergehende Leere sind in seinem Leben geplant.
Was macht man mit einem Leben ohne konkrete Aufgaben und Pflichten? Wie geht man mit Mitmenschen um, die in Erik nur den Geldautomaten auf zwei Beinen, nicht aber den Menschen sehen?
Die neuen Freiheiten könnten ein Paradies sein, wenn dort echte Gefühle zwischen Mann und Frau die Regel wären. Doch im realen Leben benötigt Erik jede Menge Kreativität … Weiterlesen
Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
Es ist der Aufmacher jeder Nachrichtensendung. Im Garten des hochangesehenen Schriftstellers Harry Quebert wurde eine Leiche entdeckt. Und in einer Ledertasche direkt daneben: das Originalmanuskript des Romans, mit dem er berühmt wurde. Als sich herausstellt, dass es sich bei der Leiche um die sterblichen Überreste der vor 33 Jahren verschollenen Nola handelt und Quebert auch noch zugibt, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben, ist der Skandal perfekt. Quebert wird verhaftet und des Mordes angeklagt. Der einzige, der noch zu ihm hält, ist sein ehemaliger Schüler und Freund Marcus Goldman, inzwischen selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Überzeugt von der Unschuld seines Mentors – und auf der Suche nach einer Inspiration für seinen nächsten Roman – fährt Goldman nach Aurora und beginnt auf eigene Faust im Fall Nola zu ermitteln … Weiterlesen
Louis Begley: Erinnerungen an eine Ehe
Louis Begleys neuer Roman spielt – wie schon seine bekannten Schmidt-Romane – in der New Yorker Upper Class. Man trinkt Unmengen teuren Wein, geht ständig in Restaurants oder auf Partys und weiß nicht, wie man bloß den Schnee aus der Einfahrt kriegen soll, wenn die Bediensteten frei haben.
Echte Sorgen hat man in diesen Kreisen nur, wenn man aus Versehen die falsche Frau geheiratet hat – so wie Thomas, dessen zänkische und alles in allem unerträgliche Frau Lucy ihm das Leben zur Hölle macht. Erst als sie ihn mit einem Schweizer Sadisten betrügt, wird es ihm denn doch zu bunt und er verlässt sie. Weiterlesen
Mario Vargas Llosa: Ein diskreter Held
Einen richtig schönen Schmöker über Themen wie Liebe, Verrat, Rache, Moral, Ehre und Unbeugsamkeit hat der peruanisch-spanische Literatur-Nobelpreisträger von 2010, Mario Vargas Llosa, geschrieben. „Ein diskreter Held“ erzählt zwei Parallelgeschichten, die erst ganz am Ende zusammenkommen. Während Don Felícito Ärger mit Schutzgelderpressern hat, erfährt Rigoberto kurz vor seinem Ruhestand, dass sein Chef Ismael seine um 38 Jahre jüngere Haushälterin heiraten will. Rigoberto soll Trauzeuge werden. Doch dagegen haben Ismaels Söhne etwas, die sich um ihr Erbe betrogen sehen. Sie setzen nicht nur ihren Vater, sondern auch Rigoberto massiv unter Druck. Vergebens. Beide Geschichten haben somit ältere Männer als Hauptfiguren, die allen äußeren Einflüssen zum Trotz unbeirrt ihren Weg gehen. Weiterlesen
Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte
Und die „Analphabetin“ folgt demselben Strickmuster wie der Mega-Bestseller „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang und verschwand“.
Wer Allan Karlsson, den Hundertjährigen, geliebt hat, wird auch Nombeko Mayeki ins Herz schließen. Sie kann nicht lesen, dafür aber sehr gut rechnen und ist blitzgescheit. Aus den Slums in Südafrika kämpft sich das Waisenmädchen nach oben und nach Schweden. Gemeinsam hat Jonassons starke Heldin mit dem Hundertjährigen die Geschäfte mit Atombomben und den gewitzten Humor. Weiterlesen
Charlotte Rogan: In einem Boot
England, 1914: Grace und ihr Mann Henry treten eine Schiffsreise nach New York an, die ihr Leben für immer verändern wird. Es kommt zur Katastrophe, das Schiff kentert. Grace bekommt mit Henrys Hilfe einen wertvollen Platz in einem Rettungsboot. Doch das Boot ist mit 39 Personen hoffnungslos überfüllt. Zum Glück ist ein Mann namens Hardie, der zur Schiffsbesatzung gehört hat, an Bord. Er hat Ahnung von Wind und Wetter und macht den Schiffsbrüchigen Hoffnung, dass sie innerhalb kürzester Zeit gerettet werden. Doch die Rettung bleibt aus und die Lage auf dem Boot spitzt sich zu. Bald werden Stimmen laut, dass sich die ersten freiwillig ins Wasser stürzen sollen, um das Überleben der anderen zu sichern. Weiterlesen
Olaf Kühl: Der wahre Sohn
Bis auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2013 hat es der zweite Roman eines Mannes geschafft, der bisher vor allem als deutsch-polnischer Übersetzer bekannt ist und als solcher 2005 sogar mit einem einschlägigen Preis ausgezeichnet worden ist: Olaf Kühl.
„Der wahre Sohn“ heißt sein neues Buch. Es handelt von einem Mann namens Konrad, der sich in den 90er-Jahren für eine deutsche Versicherung in Kiew auf die Suche nach einem gestohlenen Mercedes 500 SE macht. Schon bald muss er jedoch feststellen, dass der Halter des Wagens kürzlich gestorben ist. Weiterlesen