Michel Bussi: Beim Leben meiner Tochter

3193Bussi_Leben_v5.inddDen Familienurlaub auf der französischen Insel La Réunion hatte sich Martial Bellion gewiss anders vorgestellt. Ein ganz normaler Tag am Pool wird plötzlich zum Albtraum, denn seine Ehefrau Liane verschwindet auf dem Hotelzimmer und taucht nicht mehr auf. Zurück bleibt lediglich eine Blutspur und tausend Fragen der Polizei. Rasch ist Martial mit der sechsjährigen Tochter Josapha auf sich allein gestellt und muss feststellen, dass er nicht zu Unrecht der Hauptverdächtige der Polizei ist. Viele der Spuren deuten auf ein Einwirken des Ehemannes hin, so wurde er kurz vor dem Verschwinden seiner Ehefrau noch von der Putzfrau beim Betreten des Zimmers gesehen. Kann Martial die Tragödie noch abwenden und was ist wirklich mit Liane passiert? Martial taucht mit der gemeinsam Tochter unter und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit. Weiterlesen

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Martin Suter: Cheers: Feiern mit der Business Class

cheersIn dieser Kolumnensammlung Martin Suters nimmt der Autor uns mit in die Chefetagen der Wirtschaft und des Geldes, in der ein Fauxpas seiner Protagonisten den nächsten jagt.

Suter kompromittiert in seinen Erzählungen die Chefs und Manager der obersten Etagen, indem er hinter die Kulissen seiner Figuren blickt. Durch die Peinlichkeiten, mit denen er pointiert, lässt er seine aalglatten Übermenschen ihre unnahbaren Gebaren ablegen und verleiht ihnen stattdessen allzu menschliche Züge.

In seinen kurzen, klaren Geschichten führt er Platzhirsche vor, die während sie um Hierarchien, um eine Frau oder die Gunst eines Geschäftspartners buhlen, schauspielern, was das Zeug hergibt. Wir begegnen ihnen bei Geschäftsessen, Einladungen von Chefs, in dunklen Bars, erfahren von Eheproblemen, Affären, Alkoholproblemen, Missverständnissen, Selbstüberschätzung, Schönfärberei.  Weiterlesen

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Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald

seeleEin äußerst düsterer Roman stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2016: „Fremde Seele, dunkler Wald“ des 1982 geborenen österreichischen Autors Reinhard Kaiser-Mühlecker.

Es geht um zwei Brüder, aus deren Perspektive der Autor abwechselnd erzählt. Der eine hat den heimischen Bauernhof irgendwo im oberösterreichischen Niemandsland verlassen, um in einer internationalen Truppe als Soldat zu dienen. Der andere, erst 15 Jahre alt, erledigt fast alle Arbeiten, die auf dem Hof anfallen, allein. Versuche, sich von dort zu befreien, scheitern.

Um es positiv darzustellen: Der Roman hält durchgehend eine dumpfe und freudlose Atmosphäre, die ein wenig wie aus der Zeit gefallen wirkt. Bis auf wenige Details – wie Handys –, könnte der Roman auch irgendwann im 19. Jahrhundert spielen und von einem Autor wie etwa Adalbert Stifter stammen. Das Wörtchen „archetypisch“ wird in solchen Zusammenhängen gerne verwandt. Weiterlesen

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Hilary Mantel: Im Vollbesitz des eigenen Wahns

mantelEngland, 1984: Zehn Jahre nach den erschreckend bösartigen und kongenial erzählten Vorkommnissen des Romans „Jeder Tag ist Muttertag“ lässt Autorin Hilary Mantel ihre Protagonisten weiter agieren. Vor allem Muriel, die jahrelang zurückgezogen in einem unheimlichen Geisterhaus lebte, hat nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Babys eine erstaunliche Verwandlung zurückgelegt. Das scheinbar zurückgebliebene Mädchen entpuppt sich als unglaublich gerissen. Muriel hat eine Vision: Sie will diejenigen bestrafen, denen sie die Schuld an den dramatischen Vorkommnissen gibt: ihren Nachbarn, den Sydneys, und ihrer damaligen Sozialarbeiterin Isabel Fields.

Der metaphysisch angehauchte Wahnsinn des Erstlings klingt in diesem Nachfolger nur noch leise an. Für realen Alltagshorror sorgen die weltlichen Probleme der Protagonisten. Weiterlesen

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Alex Capus: Das Leben ist gut

Capus Das Leben ist gut Final_MR3.inddAlex Capus (Jahrgang 1961) lebt und arbeitet in der schweizerischen  Stadt Olten im Kanton Solothurn. Dort schreibt er seine Romane und betreibt eine Bar mit dem Namen Galicia Musik Bar, in der sich einst die Einwanderer aus Galicien trafen und in der Capus heute einmal in der Woche selbst hinter der Theke steht. Und so kommt es, wie es kommen muss: Alex Capus schreibt ein Buch über einen Schriftsteller und Barbesitzer namens Max und seine Bar Sevilla.

Der Roman „Das Leben ist gut“ enthält unverkennbar Autobiografisches aus Capus‘ Leben.

Ich-Erzähler Max ist seit 25 Jahren mit Tina verheiratet, mit der er drei halberwachsene Söhne hat und die für eine Gastprofessur als Juristin für ein Jahr an die Pariser Sorbonne geht. Der Roman beginnt mit ihrer Abreise. Max ist nun zum ersten Mal seit vielen Jahren allein zu Hause und zweifelt (aber nur einen Moment lang), ob es richtig war, seine Frau ohne ihn reisen zu lassen. Weiterlesen

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Eva Schmidt: Ein langes Jahr

lang20 Jahre hat die österreichische Autorin Eva Schmidt kein Buch mehr veröffentlicht. Mit ihrem neuen Band „Ein langes Jahr“ hat es die 64-Jährige auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. – Als einzige Frau im Sextett der Finalisten.

Ein Episodenroman ist das Buch. In 38 Kapiteln erzählt Schmidt vom Alltag der Menschen in einem kleinen, namenlosen Ort an einem namenlosen See. Es könnte ihre Heimat Bodensee sein. Die Menschen leben dort ein unaufgeregtes Leben – im Hochhaus, auf einer Anhöhe. Sie sitzen im Garten, stehen auf dem Balkon oder schauen aus dem Fenster und beobachten die anderen Leute. Weiterlesen

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Elizabeth Strout: Die Unvollkommenheit der Liebe

liebeElizabeth Strout, in diesem Jahr sechzig gewordene amerikanische Schriftstellerin, hat Jura studiert und mehrere Romane geschrieben. Sie verbrachte ihre Kindheit in Maine und New Hampshire und lebt aktuell in New York. Für „Olive Kitteridge“ (Deutsch: Mit Blick aufs Meer, Luchterhand, 2010) erhielt sie 2009 den begehrten Pulitzer-Preis. Der Roman wurde mit Frances McDormand in der Titelrolle als hochgelobte Miniserie 2014 in Amerika ausgestrahlt und 2015 mit mehreren Emmys ausgezeichnet. Ihr erster Roman „Amy & Isabelle“ erschien 1998 und widmet sich einer Mutter-Tochter-Beziehung.

Und dies tut nun auch ihr neuester Roman „Die Unvollkommenheit der Liebe“ (Originaltitel: My Name is Lucy Barton), der im August im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist. Sabine Roth hat ihn aus dem Amerikanischen übersetzt.

Da liegt die Schriftstellerin Lucy Barton nach einer Operation mit einer mysteriösen Infektion für neun Wochen im Krankenhaus in New York mit Blick auf das Chrysler Building und hat sehr viel Zeit, über ihr Leben nachzudenken. Nach einigen Wochen erhält sie völlig überraschend Besuch von ihrer Mutter, die sie seit vielen Jahren nicht gesehen hat. Weiterlesen

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Martin Mosebach: Mogador

mogadorEin faszinierender Roman, den der Altmeister Mosebach da vorlegt. Eine Mischung aus einem Krimi aus dem Bankermilieu –und „Geschichten aus tausendundeiner Nacht“! Wie kommt sowas zusammen? Nun, Patrick Elff, ein junger Investment Banker, kommt einem älteren Kollegen auf die Schliche, der ein System  aus der digitalen Geldstromlichtgeschwindigkeit entwickelt hat, und durch minimale Zinsgewinne innerhalb von Sekundenbruchteilen irgendwo in der Welt, Millionen macht. Gar nicht so sehr um sich zu bereichern, sondern so aus Prinzip. Aber Patrick klagt ihn nicht an, sondern schweigt und ist fortan pekuniär beteiligt und  korrumpierter Mitwisser. Weiterlesen

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Susanne Fröhlich: Feuerprobe

feuerSeit 18 Jahren begleiten die Leserinnen von Susanne Fröhlich nun schon das Leben von Andrea Schnidt. Und von der Geburt der Kinder an ging es turbulent zu in dem Reihenhaus am Frankfurter Stadtrand.

Im neunten Band erwartet die inzwischen geschiedene und mit Arzt Paul neu liierte Frau eine „Feuerprobe“. Andrea ist 50 geworden und schlägt sich mit ihrem Sohn herum, der sich nach dem Abitur in eine Liege-Amöbe verwandelt hat. Und da sind auch noch die demente Mutter, die studierende Tochter Sabine und – einziger Lichtblick – Ex-Schwiegervater Rudi. Paul hat Andrea zum 50. Geburtstag eine Kreuzfahrt geschenkt. Und die wird ganz anders, als Andrea sich das vorgestellt hat. Weiterlesen

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Jonathan Galassi: Die Muse

museEine Liebeserklärung an die Welt der Bücher und an die – manchmal skurrilen – Menschen, die sich mit ihnen befassen, ist Jonathan Galassis Debütroman „Die Muse“. Und Galassi weiß, wovon er spricht: Er ist Verleger des New Yorker Verlags Farrar, Straus and Giroux und hat als Lektor Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides entdeckt.

In seinem Roman beschreibt er zwei New Yorker Verlage, die über viele Jahrzehnte hinweg in einer Art Hassliebe miteinander verbunden sind. Das Objekt ihrer beider Begierde ist die strahlende Dichterfürstin Ida Perkins, die ihnen riesige Auflagen und damit Ruhm und Gewinne bescheren würde beziehungsweise beschert. Der eine, ein älterer Gentleman-Verleger, hat sie, der andere, ein ungehobelter Emporkömmling, möchte sie gerne in seinem Verlagsprogramm haben. Weiterlesen

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