Der italienische Physiker und Schriftsteller Paolo Giordano (Jahrgang 1982) wurde mit seinem literarischen Debüt „Die Einsamkeit der Primzahlen“ (Erstveröffentlichung 2008), das auch verfilmt wurde, bekannt. Am 9. Oktober 2018 ist im Rowohlt Verlag der neue Roman „Den Himmel stürmen“ in einer Übersetzung von Barbara Kleiner erschienen. Darin erzählt Paolo Giordano die Geschichte von Teresa, Bern, Nicola und Tommaso. Teresa verbringt jedes Jahr ihre Sommerferien mit ihrem Vater bei der Großmutter im Süden Italiens, in Apulien. Eines Nachts schleichen die drei Jungen auf das Grundstück von Teresas Großmutter und wollen ein Bad im Swimmingpool nehmen. Damit beginnt die Freundschaft zwischen den vier Kindern, die Giordano über Jahrzehnte hinweg beschreibt.
Die Jungen leben auf dem Hof von Nicolas Eltern, Cesare und Floriana. Diese sind sehr gläubig. Teresa ist fasziniert und verbringt fortan ihre Ferienzeit auf dem Hof. Irgendwann verlieben sich Teresa und Bern, der Teresa anzieht und wieder abstößt. Er leiht ihr sein Lieblingsbuch, Calvinos „Der Baron auf den Bäumen“. Bern ist ein Idealist. Teresa beginnt, in ihrer Heimatstadt Turin zu studieren. Die Großmutter stirbt und vererbt Teresa das Haus. Weiterlesen
nd sie im Krankenhaus besucht. Sie war es, die Anna damals von Lucas Untreue berichtet und so die Trennung ausgelöst hatte. Anna hatte Claudia so sehr vertraut, dass sie Luca nicht einmal die Möglichkeit gegeben hatte, seine Sicht der Dinge zu schildern. Doch auch die Freundschaft mit Claudia war daran zerbrochen. Was Claudia ihr erzählt, rückt die Vorkommnisse von damals in ein neues Licht. Kurz darauf schneit auch noch Luca zufällig in den Buchladen und die alten Gefühle flammen auf. Anna ist hin- und hergerissen zwischen den beiden Männern in ihrem Leben.
„Alle wahrhaft großen Gedanken kommen einem beim Gehen“, wusste schon Friedrich Nietzsche. Darauf zielt auch die Grundidee dieses Buches ab. Auf einer Art Pilgerfahrt zur letzten Ruhestätte ihres Vaters, lernt Nora nicht nur neue Seiten an sich selbst, sondern auch verborgene Familiengeheimnisse kennen. Der Roman bildet ein Konglomerat aus Komödie, Road- und Selbstfindungstrip, Drama plus philosophisches Gedankengut zum Thema Tod. Diese ambitionierte Mischung gelingt mal mehr, mal weniger gut.
Déodat ist hässlich und zwar schon seit seiner Geburt. Selbst seine Eltern erschrecken, als sie ihn zum ersten Mal sehen. Doch seine Mutter Énide, die ihre Ballett-Ausbildung aufgeben musste, weil sie zu mager war, und sein Vater Honorat, Koch in der Tanzakademie, lieben ihn trotzdem von ganzem Herzen. Dabei hat Déodat, dieses ganz besondere Kind, auch seine Finger mit im Spiel, denn: „Der Säugling verfügte über jene höhere Form der Intelligenz, die man den Sinn für andere nennen könnte.“ Und diese Form der Intelligenz hilft ihm, „eine Umwelt zu besänftigen, die wenig geneigt war, den Schrecken der Natur mit Wohlwollen zu begegnen.“




