Es ist ein sehr persönliches Bekenntnis, was John Burnside über Liebe und Magie schreibt, und wenn ein Autor in einer solch schonungslos offenen und ehrlichen Weise seine Seele öffnet, ist das, was für ihn selbst eine Form von Aufarbeitung und letztlich Therapie darstellt, für LeserInnen ein absoluter Glücksfall.
Burnside beleuchtet die Liebe in allen Facetten von beglückend bis zerstörend und stellt sich dem zuvor Unergründlichen. Der Text zeigt wunderbar plastisch seine Kindheit mit den ärmlichen Familienverhältnissen in einer schottischen Bergarbeiterstadt auf. – Alles in allem keine optimalen Voraussetzungen für einen positiven Lebensablauf. Auf seinen alkoholsüchtigen, gewalttätigen Vater, einen Gelegenheitsarbeiter, entwickelt er einen Hass. Doch die Mutter beweist Stärke. Sie meistert den nahezu unerträglichen Alltag und kann Vieles ausgleichen. Sie bringt dem Sohn mit ausgeliehenen Zeitschriften das Lesen bei und weitere Fähigkeiten, wie später das Backen. Bei seiner Cousine, in die er sich zum ersten Mal unglücklich verliebt, hört er den Song „I put a spell on you“, was den Nerv seiner Empfindungen trifft und ihn darin gefangen hält. Überhaupt ist Musik ein Signalgeber für seine Empathie. Erinnerungen an viele Songs und Fenster in die damit verbundene Vergangenheit tun sich auf, so zum Beispiel auch das Bild von der Mutter in der Küche, die beim Lauschen von Musik ebenso wie er in eine andere Welt einzutauchen schien. Weiterlesen








