Jürgen Domian: Richtig leben: … und dann tu, was du willst

domiJede Nacht hört Jürgen Domian in seiner Fernsehsendung unglaubliche Geschichten von verzweifelten Menschen. Und dann gibt der 57-jährige Kölner Ratschläge, wie man richtig lebt. – Aber kann man das erklären?
Offenbar nicht, denn auch im Buch „Richtig leben … und dann tu, was Du willst“ gelingt Domian das nicht so recht. Der „Nachtfalke“ geht die sieben Todsünden durch, sucht Rat beim Zen, Buddhismus und in der Bibel, erzählt Geschichten der Anrufer und aus seinem privaten Umfeld. Und obwohl fett gedruckt eine innere Stimme all die guten Ratschläge hinterfragt, wirkt vieles sehr moralisierend.
Bei Hochmut, Gier, Neid, Zorn, Völlerei und Trägheit sind Schicksale, die Domian beschreibt, nachvollziehbar. Die (meist unappetitlichen) Beispiele, die er im Kapitel Wollust heranzieht, hätte man lieber nicht gelesen.

Jürgen Domian: Richtig leben: … und dann tu, was du willst.
Gütersloher Verlagshaus, September 2014.
464 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Leonie Swann: Dunkelsprung: Vielleicht kein Märchen

leoMit ihrem Schafskrimi „Glennkill“ hatte Leonie Swann 2005 einen Mega-Erfolg. Nach „Garou“ (2010) folgt nun ihr dritter Streich: ein Buch mit dem wunderschön mysteriösen Titel „Dunkelsprung“.

Und dafür hat die 1975 geborene deutsche Autorin ganz tief in die Fantasy-Kiste gegriffen. Flöhe, die nach ihrer Auferstehung von den Toten denken können, kommen genauso vor wie eine sonderbare Frau mit Hörnern oder ein Mädchen, das ganz aus Schnecken besteht – um nur einige wenige der sonderbaren Gestalten zu nennen, die dieses Buch bevölkern. Weiterlesen

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Steffanie Burow: Vulkantöchter

vulAls das Ehepaar Martin und Alexandra nach Malaysia reist, ahnt keiner von beiden, welche Reise ihnen wirklich bevorsteht. Sie erreichen nicht nur ein fremdes, exotisches Land, sondern begeben sich unbewusst auf die Spuren der Vergangenheit. Dabei gefällt es Alexandra vom ersten Moment an nicht und als ihr Mann auch noch eine Affäre mit einer Einheimischen anfängt, ist das Chaos perfekt. Martin kehrt ihr den Rücken und reist nach Indonesien. Doch so leicht lässt Alexandra sich nicht abschütteln. Mit Hilfe der Touristenführerin Birgit begibt sie sich auf seine Fährte. Es steht allerdings viel mehr auf dem Spiel als nur eine gemeinsame Rückkehr nach Deutschland. Weiterlesen

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Kent Nagano: Erwarten Sie Wunder!

wunder„Erwarten Sie Wunder!“ motiviert Dirigent Kent Nagano in seinem Buch die Leser, klassische Musik zu hören und zu spielen. Patentrezepte, wie man mehr Hörer in die Säle bekommt, hat der 63-jährige, designierte Hamburger Generalmusikdirektor auch nicht, aber es ist ein kluges Buch, das den Lesern Bach, Beethoven, Bernstein, Bruckner, Messiaen, Ives und Schönberg näher bringt, Musik erklärt und eine Analyse des klassischen Musikbetrieb ist.
Der Amerikaner schwärmt von seiner Kindheit in einem Fischerdorf an der Westküste der USA, wo Musik zum Leben gehörte und er mit vier Jahre begann, Klavier zu spielen. Und er erzählt von Begegnungen mit Musikern und seiner Arbeit als Dirigent.
Konzepte, wie er in Montrael Publikum angelockt hat, erklärt er und wirbt für die Musik, wenn er erzählt, welche Hormone beim Hören dann ausgeschüttet werden und welche Nervenzellen angesprochen werden. Dann stellen sich Wunder ein.

Kent Nagano: Erwarten Sie Wunder!.
Berlin Verlag, Oktober 2014.
320 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Claudia Gray: Fateful: In weite Ferne

fateSouthampton, 1912: Die 18-jährige Tess ist schon seit Jahren als Dienstmädchen bei den Lisles angestellt. Die geizige Familie behandelt das junge Mädchen nicht gerade freundlich und freie Zeit ist rar. Als eine Reise nach New York geplant ist, will Tess endlich ihren über Jahre hinweg gehegten Wunsch wahr machen: Sie wird, in New York angekommen, ihre Anstellung bei den Lisles kündigen und endlich ein eigenes Leben nach ihren Vorstellungen beginnen. Doch zuvor steht ihr eine Schiffsreise mit der RMS Titanic bevor, Ereignisse, die sie sich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen erdacht hätte. Denn plötzlich steht sie auf einem der engen Gänge des Schiffs einem Wolf gegenüber. Weiterlesen

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Lydia Syson: Im dunklen Licht der Tage

tagLondon, 1936: Die 17-jährige Felix ist in der Ausbildung zur Krankenschwester als sie den nur wenig älteren Nat kennenlernt. Er hat ein klares Ziel vor Augen: Im Bürgerkrieg in Spanien will er kämpfen und bereits in wenigen Tagen wird er abreisen. Zwischen den beiden entbrennt eine Romanze, die jedoch bald ihr jähes Ende findet. Da fasst Felix einen folgenschweren Entschluss, auch sie wird ihr Wissen im spanischen Bürgerkrieg einsetzen und Nat dort suchen! Bei einem Ausflug nach Paris flüchtet sie und schließt sich einem Operationsteam an, das unter erschwerten Bedingungen für die Verwundeten sorgt. Weiterlesen

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Elizabeth Strout: Bleib bei mir

Bleib bei mir von Elizabeth StroutEin Pastor darf eigentlich nie in einer Lebenskrise sein. Er muss in der Gemeinde Trost spenden. In ihrem zweiten Roman, „Bleib bei mir“ , beschreibt die Amerikanerin Elisabeth Strout, was passiert, wenn ein Pfarrer trauert.

Dieser Tyler Caskey hat seine junge Frau verloren, seine ältere Tochter spricht seitdem kaum noch, das Baby lebt bei seiner Mutter im Nachbardorf.
Einfühlsam beschreibt die Pulitzer-Preisträgerin das Leben in der Kleinstadt, in der die Menschen den Pastor argwöhnisch beobachten.
Dieser Roman fasziniert nicht nur durch die ausnehmend schöne Sprache, in der Strout erzählt, sondern auch durch das sensible Porträt von Menschen und ihren Umgang mit Trauer. – Ein herausragendes Buch, in dem sich Trauernde wiederfinden.

Elizabeth Strout: Bleib bei mir.
Luchterhand Literaturverlag, Juli 2014.
336 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

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Christopher Isherwood: A Single Man (1964)

ishZum Klassiker ist mittlerweile der 1964 erstmals veröffentlichte Roman „A Single Man“ von Christopher Isherwood geworden. Zu diesem Status hat sicherlich auch der gelungene gleichnamige Film aus dem Jahre 2009 von Tom Ford mit Colin Firth in der Hauptrolle beigetragen.

Nun hat der Hoffmann & Campe-Verlag das Werk in einer überaus lesenswerten Neuübersetzung (von Thomas Melle) herausgebracht. Weiterlesen

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Sebastian Fitzek: Passagier 23, gelesen von Simon Jäger

passMartin Schwarz hat Frau und Kind während einer Kreuzfahrt verloren. Inzwischen ist er ein Polizeipsychologe, der derart mit dem Leben abgeschlossen hat, dass er schon wieder gut ist, weil er keine Angst um sich selber hat. Da erreicht ihn ein Anruf von dem Kreuzfahrtschiff, auf dem alles passiert ist. Eine alte Dame, die ihren Lebensabend als Kreuzfahrerin verbringt und nebenbei Hobby-Ermittlerin ist, hat den Teddy seines Sohnes gefunden. Martin macht sich auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen. Weiterlesen

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Paul Finch: Rattenfänger

paul„Rattenfänger“ ist der zweite Fall von Detective Sergeant Mark Heckenburg, kurz „Heck“ genannt. Diesmal hat es das Sonderdezernat für Serienverbrechen, dem er zugehört, mit besonders barbarischen Fällen zu tun. Alle Opfer sterben an einem Feiertag und werden, gemäß diesem, zur Schau gestellt. So wird beispielsweise das erste Opfer als Weihnachtsmann verkleidet in einem Kamin eingemauert aufgefunden. Zunächst ist kein Zusammenhang zwischen den Taten erkennbar, aber nach und nach erkennt Heck das grausame Muster… Weiterlesen

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