Louisa Reid: In deinem Licht und Schatten

reifRebecca und Hephzi sind zweieiige Zwillinge und könnten kaum unterschiedlicher sein. Doch eins haben sie gemeinsam: ihr Elternhaus. Der Vater ist Pastor und versucht, seine Mädchen vor allem Übel zu schützen. So werden sie zu Hause unterrichtet und haben über die Kirche hinaus kaum Kontakte nach außen. Doch in diesem Herbst ist es Hephzi gelungen, die Eltern zu überzeugen, dass die Mädchen ihren Abschluss an einer richtigen High-School machen sollten. Rebecca ist skeptisch, denn sie leidet am Treacher-Collins-Syndrom und hat ein deformiertes Gesicht. Hänseleien der Mitschüler sind da doch vorprogrammiert. Doch es kommt viel schlimmer für die Schwestern. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jo Walton: Die Stunde der Rotkehlchen

rot1941 markierte den Umschwung im zweiten Vaterländischen Krieg. Sir James Thirkie handelte mit Hitler für Großbritannien einen ehrenhaften Frieden aus, der Kontinent ging an die Deutschen, die Engländer zogen sich endgültig auf ihre Insel zurück. Juden wurden dort fürderhin geduldet, dabei aber fortwährend, zwar eher passiv aber deutlich, ausgegrenzt und mit Ressentiments bedacht.

Acht Jahre nach den erfolgreichen Verhandlungen findet man eines Morgens Thirkies Leichnam mit einem Messer in der Brust auf dem Landsitz der einflussreichen Dynastie der Farthings auf. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Josep Pla: Die Schmuggler

plaDie Reise nach Katalonien kann man sich sparen und stattdessen einsteigen in das Boot der Fischer, die der katalanische Autor Josep Pla im Kurz-Roman „Die Schmuggler“ übers Meer schickt. In Hafenstädtchen legen die beiden Fischer an und kosten ausgiebig die regionalen Spezialitäten – vorwiegend die aus dem Meer.
Mit an Bord auf der Tour entlang der Costa Brava ist ein Schriftsteller, dem das Boot früher gehörte und der es gleich wiedererkannt hat.
Pla erzählt die Geschichte wie ein Stillleben – aufaufgeregt auch dann noch, als sich ein Mistral zusammenbraut. Der Plan der Fischer ist keine Urlaubsreise; sie wollen Fahrradersatzteile von Frankreich nach Spanien schmuggeln. Ein nettes Buch für zwischendurch.

Josep Pla: Die Schmuggler.
Verlag Klaus Wagenbach, August 2014.
96 Seiten, Gebundene Ausgabe, 13,90 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Arno Strobel: Das Rachespiel, gelesen von Sascha Rothermund

rache„Das Rachespiel“ beginnt fulminant spannend mit einer Spielaufforderung, die Frank per USB-Stick zugesandt bekommt. Zuerst ziert er sich, aber dann gibt es den ersten Mord „weil Du es nicht getan hast“. Leider flacht das Hörspiel in der zweiten Hälfte deutlich ab und das liegt nicht an dem wirklich guten Vortrag von Sascha Rothermund. Einzig spannend bleibt noch, was wirklich geschehen ist, dass Frank und drei andere Mitspieler annehmen lässt, ihr Kindheitsfreund Festus hätte Grund sich an ihnen zu rächen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Robert Kisch: Möbelhaus

robRobert Kisch ist das Pseudonym eines Journalisten, der (nach eigener Aussage) einmal zu den ganz großen gehört hat. Mit dem Sterben der Printmedien und den Einsparungen, die damit einhergingen, ist etwas geschehen, womit er niemals gerechnet hätte: Er verliert seinen festen Job und bekommt auch als freier Journalist keine Aufträge mehr. Aber die Familie will ernährt werden und so nimmt er einen Job als Verkäufer in einem Möbelhaus an. Damit gerät er direkt in den Vorhof der Hölle. Das System besteht darin, dass die Verkäufer – Verzeihung, die Einrichtungsfachberater – nur auf Provisionsbasis arbeiten. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Karin Fossum: Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein

schlafIn einem kleinen Stausee ist ein sechzehn Monate alter Junge ertrunken. War es ein tragisches Unglück oder gar Mord? – Kommissar Sejer übernimmt die Aufklärung des Falls.
Kann es möglich sein, dass ein Kleinkind mit Down-Syndrom, das eben erst das Laufen gelernt hat, ohne fremde Hilfe barfuß über spitze Kieselsteine hinweg zum Wasser gelangt ist? Warum war das Kind unbekleidet? Warum stand die Tür vom Haus offen? Wo waren die Eltern?

Die Eltern Carmen und ihr Mann Nicolai sind selbst noch halbe Kinder und verarbeiten den Tod ihres Sohnes Tommy ganz unterschiedlich. Während Nicolais Trauer unendlich ist, scheint Carmen eher verdrängen und schnell vergessen zu wollen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Julie Berry: Lasst uns schweigen wie ein Grab

grabEngland, 1890: Im Mädchenpensionat Saint Etheldreda herrschen klare Benimmregeln, die die sieben Schülerinnen im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren verinnerlicht zu scheinen haben. Doch was tun, als die Schulleiterin Constance Plackett und ihr Bruder beim Dinner plötzlich versterben? Kitty Schlau weiß schnell Rat und die Mädchen beschließen, die Todesfälle zu vertuschen und die Leichen im Garten zu verscharren. Ab heute weht im Pensionat ein anderer Wind und die jungen Damen werden die Regeln selbst machen. Dann wittert Elinor Düster einen Mord und Alice Robust muss mehr als einmal so tun, als sei sie die alte Mrs Plackett. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

René Kollo: Richard Wagner: … dem Vogel, der heut sang …

kolloEs scheint fast so, dass Startenor René Kollo die wiederkehrenden Klischees und Vorurteile in den Wagner-Biografien, die zum 100. Todestag des Komponisten 2013 erschienen sind, so geärgert haben, dass er eine eigene Wagner-Biografie geschrieben hat: ein Buch, aus dem die ganze Liebe des Sängers zu Wagners Musik und große Kenntnis spricht, weil Kollo alle Opern gerne und oft gesungen hat.
Wagners angebliche Judenfeindlichkeit stellt der 77-jährige Tenor richtig, rückt das Nationale in den „Meistersingern“ ins richtige Licht, erklärt, was das Weihevolle am „Parsifal“ ist und schimpft übers Regietheater, das den Werken nicht gerecht werde. – Lebenswert.

René Kollo: Richard Wagner: … dem Vogel, der heut sang … .
Lau Verlag & Handel KG, Oktober 2014.
216 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Hanif Kureishi: Das letzte Wort

hanifHanif Kureishi kennen Kinogänger wegen des Drehbuchs zum lebenslustigen Stephan-Frears-Film „Mein wunderbarer Waschsalon“ (1985) und Leser wegen seines herrlichen Romans „Der Buddha aus der Vorstadt“ (1990).

Nun liegt ein neues Buch des mittlerweile 60-jährigen Briten mit pakistanischem Vater vor: „Das letzte Wort“: Ein alternder Schriftsteller namens Mamoon engagiert den jüngeren Kollegen Harry, auf dass er die Biographie des Seniors schreibe.
Harry quartiert sich in Mamoons Landsitz ein, und versucht Details aus dem Leben des Älteren in Erfahrung zu bringen – ein Unterfangen, das sich als schwierig erweist, weil Mamoon sonderbarerweise alles andere als bereit ist, mit Harry zu reden … Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Martin Suter: Montecristo

monte„Montechristo“ ist der Titel des Filmes, den Jonas Brand wirklich machen will. Sein Herzblutprojekt, das von jeder Filmförderung und allen anderen finanziellen Förderern abgelehnt wurde und deswegen auf Eis liegt. In der Zwischenzeit verdient er sein Geld mit ungeliebten High-Society-Reportagen. Durch mehr Zufall als einem Krimi guttut, gerät er in eine wirklich große Story hinein. Es beginnt mit einem überfahrenen Zugreisenden, und geht weiter mit zwei Hundertfrankenscheinen, die beide echt sind und trotzdem die gleiche Seriennummer aufweisen. Brand beginnt zu recherchieren es dauert nicht lange, bis seine Wohnung durchsucht und er selber überfallen wird. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: