Katja Maybach: Die Nacht der Frauen

mayDie Nacht am 2. November 1939 hat das Leben der damals sechs Monate alten Dalia, von ihrer Mutter und deren jüdischen Freundin Leah radikal verändert. Katja Maybach erzählt die Geschichte im Roman „Die Nacht der Frauen“ in zwei Zeitebenen und so ergreifend schön und spannend, dass man von diesem warmherzigen Roman nur fasziniert sein kann.
Dalia ist mit einem Star-Pianisten verheiratet, ist nach dem Selbstmord der Mutter Ende der 50er aus ihrer Heimatstadt geflüchtet, wollte den Vater nie wiedersehen. Nun besucht sie ihn im Pflegeheim und findet in ihrem Elternhaus Dokumente, die ihr Leben umdrehen. Voller Überraschungen und Liebe steckt das Drama. – Für mich ist das Buch schon jetzt einer der berührendsten und schönsten Romane des Jahres.

Katja Maybach: Die Nacht der Frauen.
Knaur, März 2015.
336 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kathrin Lange: Herz in Scherben

herzJuli und David haben die Ereignisse auf Martha’s Vineyard hinter sich gelassen und leben beide in Boston. Aber David wird plötzlich merkwürdig. Er ist stiller als sonst, und sobald er nur einen Tropfen Blut sieht, wird er kreidebleich und ist für den Rest des Tages nicht mehr ansprechbar. Ausgerechnet da flattert eine Einladung zu einer Feier auf Martha’s Vineyard ins Haus. David fühlt sich verpflichtet, teilzunehmen. Juli hat Angst um ihn und um die Macht, die der alte Fluch auf ihn haben könnte und folgt ihm. Aber eigentlich ist sie es, die in Gefahr ist, denn der Fluch der Familie Bell trifft niemals die Männer, sondern immer nur die Frauen, die sie wirklich von Herzen lieben. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tim Parks: Morris Duckworth 01: Der ehrgeizige Mr. Duckworth

parkDas wie einem Krimicomic der fünfziger Jahre entlehnt anmutende Buchcover täuscht. Tim Parks beweist mit dem Inhalt einmal mehr, dass er ein Garant für gute und spannende Unterhaltung ist.

Diesen ersten Teil der Krimitrilogie um Morris Duckworth hat Tim Parks 1982 verfasst, und so spielt die Handlung in einer Zeit, in der Kontaktpflege ganz altmodisch über Festnetztelefone oder Briefkontakte gehalten wird. Genau davon lebt der Plot und macht den Reiz dieses Krimis, der bis zur letzten Seite überzeugt, aus. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Cynthia Swanson: Als ich erwachte

wach1962: Katharyn, genannt Kitty, ist eine Frau, die steil auf die 40 zugeht, mit ihrer besten Freundin einen nicht mehr ganz so erfolgreichen Buchladen führt und darüber hinaus allein mit ihrem Kater eine kleine Wohnung teilt. Nicht gerade das, was Frauen in ihrem Alter für ein erfolgreiches Leben halten. Nachts beginnt sie plötzlich, seltsame Träume zu haben. Sie träumt sich einen Mann an ihre Seite und eine Schar Kinder. Als sich die Träume wiederholen und immer realer wirken, wird ihr klar, dass sie diesen Mann kennt! Vor gut acht Jahren hat sie mit Lars telefoniert und ein Date ausgemacht, doch er ist nie zu diesem erschienen. Sie findet heraus, dass Lars kurz nach dem Telefonat verstorben ist. In der Traumwelt scheint sie ihm während des kurze Zeit länger dauernden Telefonats das Leben gerettet und so ihr eigenes Leben maßgeblich verändert zu haben. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kirsten Fuchs: Mädchenmeute

meutCharlotta wird von ihrer Mutter in ein Ferienlager gezwungen. In ein Camp für Mädchen, in dem sie lernen sollen, in der Wildnis zu überleben. Das Survival Camp wird jedoch realer als gedacht, bereits in der ersten Nacht verschwindet die Camp-Leiterin und sieben völlig unterschiedliche Mädchen sind plötzlich auf sich allein gestellt. Sie wollen weder nach Hause zurück, noch in der unheimlichen Gegend bleiben, also machen sie sich auf den nicht immer legalen Weg ins Erzgebirge, da eine von ihnen behauptet, in einem alten Stollen dort könne man es gut und unentdeckt einige Wochen aushalten. Unterwegs klauen sie ein Auto und nehmen die darin befindlichen Hunde mit in der Annahme, es handle sich um einen Tierfänger auf dem Weg zur Tötung. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jenny Blackhurst: Die stille Kammer, gelesen von Tanja Geke

kammerSusan Webster hat die letzten vier Jahre in der psychiatrischen Klinik verbracht, nachdem sie ihren kleinen Sohn erstickt hat. Auch wenn sie sich an die Tat nicht erinnert, so zweifelt sie doch nicht daran, dass sie schuldig ist. Kaum ist sie jedoch entlassen, tauchen seltsame Dinge auf. Dinge, die dafür zu sprechen scheinen, dass ihr Sohn noch lebt. Das ist umso seltsamer, weil Susan inzwischen Emma heißt, da ihr Fall für großes Medieninteresse sorgte und sie einen totalen Neuanfang wollte. Wer also weiß, dass Emma Susan ist und wer weiß etwas über ihren toten Sohn? Susan trifft sich mit dem Reporter Nick und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit der Vergangenheit. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Donna Tartt: Der Distelfink

Der Distelfink von Donna TarttAu Mann, mal wieder ein Tausendseiter, ein „Kilobuch“, da muss man sich erst mal ran wagen. Lange genug habe ich gewartet, denn eigentlich fand ich „Die geheime Geschichte“ von ihr damals schon absolut faszinierend. Der Roman beginnt in der Gegenwart geht schnell in eine Rückblende, baut das Leben nach und endet heute. Als Roman oft so genutzt. Aber das muss man auch können. Und Donna Tartt kann es. Man wird in die Geschichte förmlich rein gezogen, erfährt viele (mir) unbekannte Sachen aus der klassischen Kunst und Malerei, erfreut sich an Details des Restaurierungswesen und kriegt quasi ganz nebenbei eingeschüttet, für was Menschen Geld ausgeben. Das ist die eine Seite. Die Didaktische. Wie man so schön sagt, die zweite Ebene eines Buches. Gibt bestimmt ein Fremdwort dafür. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Andrea Reichart: Rock im Wald

waldWährend die Autorin Candrine Cook (ja, sie schreibt genau solche Romane wie sich ihr Name anhört), die im wahren Leben Catrin heißt, auf einer Tagung Vorträge hält, ämüsiert sich ihr Mann zu Hause als Schützenkönig mit der Königin. Als Catrin auf einem Foto im Internet ihre eigene Kleidung im Gebüsch entdeckt, ist ihr klar, was zu Hause vor sich geht. Im Zug zurück lernt sie einen wirklich netten Anwalt kennen, hat jedoch bis auf weiteres keine Zeit, sich mit ihm zu befassen. Denn zu Hause angekommen stellt sie fest, dass ihr Mann ihre trächtige Hündin Diva irgendwo ins Sauerland abgeschoben hat. Der Hundesitter verunglückt auf dem Weg tödlich und die Hündin verschwindet im Wald. Catrin macht sich auf die verzweifelte Suche und läuft dabei dem dem Anwalt aus dem Zug eben nicht über den Weg. Die Hündin läuft zwar genau in SEINEN Wald, aber die beiden schaffen es, eine ganze Nacht lang aneinander vorbeizurennen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Tim Parks: Morris Duckworth 02: Mr. Duckworth wird verfolgt

timIm zweiten Teil der Duckworth-Trilogie führt Morris Duckworth sein kaltblütiges und absurdes Morden in gewohnt spontaner Manier fort. Nichts und niemand kann sich einem Morris Duckworth entgegenstellen oder gar seine Existenz bedrohen, denn wie schon in Band 1 hat er keine Probleme damit, über Leichen zu gehen. So ist er weiterhin damit beschäftigt zu vertuschen und Spuren zu beseitigen, denn seine Visionen, gesellschaftlich weiter aufzusteigen und gar prominent zu werden, sind ungebrochen. Duckworths Leben bleibt eine Abfolge von Debakeln aus denen er immer wieder die Oberhand gewinnt. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Lauren Willig: Der gestohlene Sommer

laurRomane, in denen zwei Geschichten parallel erzählt werden, die anderthalb Jahrhunderte auseinanderliegen, sind ja zurzeit modern. Und auch solche, in denen ein Gemälde ein Leben verändert. Auch die Amerikanerin erzählt in „Der gestohlene Sommer“ (der deutsche Titel macht wenig Sinn) zwei Liebesgeschichten: die von Julia 2009 und ihrer Ururgroßmutter Imogen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Von deren Nachfahren hat Julia ein Haus geerbt. Ein Porträt von Imogen im Salon zieht sie magisch an. Als Julia beginnt, das vollgestopfte Haus auszuräumen, entdeckt sie erst einen kleinen Schatz und dann das Geheimnis einer Künstlerliebe. Spannend geschrieben ist der Roman und eine wunderschöne Romanze. Sehr Lesenswert.

Lauren Willig: Der gestohlene Sommer.
Wunderlich, März 2015.
448 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Julia Gaß.

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: