Ma Jian: Die dunkle Straße

jianEinen äußerst beeindruckenden Roman über das Leben der kleinen Leute im ländlichen China legt der 1976 geborene chinesischstämmige Autor Ma Jian vor.

Weil die Bäuerin Meili zum zweiten Mal schwanger ist, muss sie mit ihrem Mann Kongzi und Tochter Nannan aus ihrem Dorf vor den Behörden fliehen, die die chinesische Ein-Kind-Politik durchsetzen. Die Regierungs-Angestellten tun das mit äußerst brutalen Mitteln. So schrecken sie auch vor Zwangsabtreibungen nicht zurück. Ma Jian, der seit 1999 in England lebt, schont sein Lesepublikum nicht – auch solche Szenen beschreibt er mit aller Deutlichkeit. Das macht seinen Roman intensiv und transparent. Da wird nichts verschleiert oder verharmlost. Weiterlesen

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Kathrin Lange: Herz zu Asche

herzCharlie lebt also noch. Auf der einen Seite freut sich Juli, muss sich David doch nicht länger mit der Frage quälen, ob er sie nicht doch ermordet hat. Auf der anderen Seite bedeutet die Wiederauferstehung der großen Liebe ihres Freundes natürlich auch Konkurrenz. Und Charlie erzählt eine mehr als seltsame Geschichte, warum sie so lange verschwunden war, obwohl durch alle Medien ging, dass sie für tot gehalten wurde. Selbst David scheint zu merken, dass da etwas nicht stimmt, und ist weit davon entfernt, sofort mit fliegenden Fahnen wieder zu ihr zurückzulaufen. Aber da ist noch der Fluch der Familie und David scheint immer noch davon überzeugt zu sein, dass er sich von Juli trennen muß, um sie vor dem Tod zu bewahren. Weiterlesen

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Lissa Evans: Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert

veeGroßbritannien, 1939: Der 10-jährige Noel lebt mit seiner in die Jahre gekommenen Patentante in London. Als sie verstirbt, muss er zu ihren Verwandten ziehen, denen nicht viel an dem neunmalklugen Jungen liegt. Jetzt ist es unausweichlich: Noel landet mit der Kinderlandverschickung im Londoner Umland und wird von der auf finanziellen Vorteil bedachten Vera, genannt Vee, in deren Familie aufgenommen. Außer der Mittdreißigerin leben noch ihr bereits erwachsener Sohn und ihre Mutter im Haushalt. Sie erhofft sich, durch den dümmlich aussehenden, leicht hinkenden Jungen weitere Geldzuwendungen von den Behörden. Doch die Sache mit Noel entwickelt sich ganz anders und bald muss Vee erkennen, dass Noel viele Talente hat, die auch ihr zugutekommen können. Weiterlesen

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Kealan Patrick Burke: Kin

kinKennen Sie die, fast bin ich geneigt zu sagen, beliebten Geschichte über Südstaaten-Redecks, die sich in ihrer verarmten Umgebung zur allabendlichen Belustigung unschuldige Touristen schnappen, sie foltern, vergewaltigen und dann aufessen?

Ja, ich weiß, Entsprechendes hat man, haben sie schon ein paar Mal kredenzt bekommen.
Edward Lee, Jack Ketchum oder auch Richard Laymon kommen hier ins Gedächtnis und doch liest sich Kealan Burkes „Kin“ ähnlich, aber doch ganz anders. Weiterlesen

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Stefan Koldehoff: Ich und Van Gogh: Bilder, Sammler und ihre abenteuerlichen Geschichten

vanStefan Koldehoff, der Kenner des großen Meisters van Gogh, gewährt anhand 43 kleiner Geschichten, die sich um van Gogh-Gemälde ranken, interessante Einblicke in den Kunstmarkt.

In seinem Vorwort schreibt der Autor, dass Kunstwerke Zeitzeugen sind, die nicht mit ihren Motiven, ihrer Technik und den Umständen ihrer Entstehung, sondern mit dem Wechsel ihrer Besitzer durch Jahrzehnte und Jahrhunderte zusammenhängen.
Weil Vincent van Gogh schon bald nach 1900 durch Ausstellungen und Bücher zum Musterkünstler der Moderne stilisiert wurde, wird dies an seinem Beispiel besonders deutlich. Zudem hielten seine Erben den Nachschub für den Kunstmarkt knapp und so wurden seine Gemälde und Zeichnungen zu Trophäen der Kulturelite auf der ganzen Welt. Weiterlesen

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Guy de Maupassant: Auf See (1888)

guyEine Urlaubszeit kann vieles sein. Für Guy de Maupassant (1850 – 1893) ist es eine Flucht vor den Menschen und einem tief sitzenden Lebensekel. Denn allem, was irgendwie nach Beziehung riecht, möchte er aus dem Weg gehen, bis ihn wieder die Neugier packt und er auf dem Festland nach geistiger Nahrung sucht. Es entsteht ein Spiel mit dem Feuer, auf das de Maupassant weder verzichten noch von ihm lassen kann.
„…Anscheinend kann es keine Bekanntschaften geben, die keine Verpflichtungen, Empfindlichkeiten und einen gewissen Grad von Knechtschaft nach sich ziehen. Kaum hat man den Höflichkeiten eines Unbekannten ein Lächeln geschenkt, hat dieser Unbekannte einem etwas voraus, sorgt sich um das, was man tut, und wirft einem vor, ihn zu vernachlässigen. Weiterlesen

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Uwe Timm: Heißer Sommer

timmUllrich Krause, die Hauptperson dieses (fiktiven) Romans ist wahrscheinlich ca. fünf Jahre älter als ich. Ich habe einfach versucht, die beschriebenen Stationen seines Lebens vom Studenten – bis es dann irgendwann zu einer relativen Ruhe kommt, nachzuvollziehen. Es geht um die 68 Jahre, die Studentenrevolte, die Radikalisierung, der ganze Muff, der in Deutschland zu der Zeit explodierte. Diese Stationen sind natürlich heute deutsche Zeitgeschichte und waren vor kurzem in der RAF Ausstellung in Berlin zu sehen. Sehr gut. Aber mich hat das Buch deshalb so fasziniert, weil ich die Unruhe, die der Student Krause hatte, schon damals als 15jähriger in mir trug. Weiterlesen

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Sanne Søndergaard: Mein fantastisches Leben – von wegen!

lebenAgnes Jacobson ist ein Teenager und die sind ohnehin nicht gerade für ihre überschäumende Lebensfreude bekannt. Agnes hat es aber besonders hart getroffen: zu dick, nicht „normal“ genug für ihre Klassenkameraden, verliebt in den Klassenprinzen, man hat es nicht einfach mit fast 15. Weil sie nicht sieht, dass auch nur irgendwo am Horizont ein Licht scheinen könnte, beschließt sie, sich genau an ihrem 15. Geburtstag das Leben zu nehmen. Sie nimmt die Sache wirklich ernst und fängt sogar ein Todestagebuch an, in dem sie ihre letzten Tage akribisch festhält. Weiterlesen

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Kim Harrison: Rachel Morgan 13: Blutfluch

blutWas hat Rachel Morgan, frühere Agentin in Diensten der Inlander Security, dann Hexe, Privatdetektivin, Bodyguard und Halbdämonin nicht schon alles erlebt.
Die Seuche, das Coming Out der übernatürlichen Wesen, die damit verbundene radikale Veränderung der Gesellschaft, die Beziehung zu einem Vampir. Ihre besten Freunde, eine dem weiblichen Geschlecht zuneigende Vampirin und ein Pixie haben sie so gefährlich ihr Leben auch wurde, immer unterstützt.
Selbst als sie in der Welt der Dämonen gefangen gehalten wurde, und erkennen musste, dass sie selbst ein Halbdämon ist, ja als sie sich mit einer Göttin anlegte, schien ihre Welt noch in Ordnung. Weiterlesen

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Hyeonseo Lee: Schwarze Magnolie

hyeNordkorea gilt als das Land auf der Erde, in dem die Menschenrechte am wenigsten gelten. Wer beim Tod des „geliebten Führers“ nicht genügend trauert, kommt in ernsthafte Schwierigkeiten. Für kleine Vergehen werden die Menschen gefoltert oder sogar öffentlich hingerichtet.
All das beschreibt die gebürtige Nordkoreanerin Hyeonseo Lee mit Hilfe des Autors David John anschaulich in ihrem Buch „Schwarze Magnolie“. Es wird klar, wie Kinder bereits im Kindergartenalter auf Regierungskurs getrimmt werden. Kein Fach später in der Schule wird ohne politische Propaganda gelehrt. Und weil sie es nicht anders kennen, wehren die Menschen sich nicht. Es gibt keine Opposition. Weiterlesen

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