Marc-Uwe Kling: QualityLand 2.0: Kikis Geheimnis

Nachdem Peter Arbeitsloser am Ende des ersten Bandes von „QualityLand“ direkt neben dem Präsidenten-Androiden John Of Us stand, als dieser in die Luft gesprengt wurde, geht er nun seinem Leben als Maschinentherapeut nach. Ein Kuschelbot, den körperliche Nähe abstößt, ein Kühlschrank mit Burnout… das sind die alltäglichen Probleme, mit denen er sich beschäftigt. Seine Probleme werden aber eindeutig größer, als er entführt wird. Von Henryk Ingenieur, dem reichsten Mann der Welt. Mehrmals.

Kiki Unbekannt hat ihre eigenen Sorgen, denn auch, wenn sie ihr Leben genau so liebt, wie es ist, möchte sie doch etwas über ihre Vergangenheit herausfinden, in erster Linie, wer ihre Eltern sind. Das gleichzeitig jemand versucht sie umzubringen, ist nicht hilfreich.

Nicht nur Peter und Kiki haben ihre Krisen, ganz QualityLand wurde durch den Anschlag auf John Of Us erschüttert. Nicht wenige schließen sich den Followern an, einer Gruppe von Menschen, die denken, Johns KI habe sich ins Netz hochgeladen. Sie sind überzeugt, dass es von Anfang an Johns Absicht war, seine physische Hülle zerstören zu lassen, um die Allmacht über das Internet und damit über die Menschen zu erlangen.

Diese Theorie klingt in den Ohren der reflektierten Bürger QualityLands völlig absurd, doch mit der Zeit kommt es zu immer mehr Zwischenfällen, die sich einfach nicht erklären lassen… Weiterlesen

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Yannick Steinkellner: für die galerie

Yannick Steinkellner ist 2015 Landesmeister von Steiermark & Kärnten geworden. Er gewann den Titel in der Disziplin Poetry Slam. Wir erfahren in einer Art Vorwort mehr über das Selbstbild des Autors: „… ein Experte darin zu sein, kein Experte zu sein.“ Dazu gehört der Kontext, dass der Autor ein Jahrzehnt damit verbracht hat, selbst geschriebene Texte vor Publikum vorzutragen. Seine Texte handeln von dem, was ihm die „Gesellschaft … vor die Füße wirft und was mich und die Menschen in meinem Umfeld bewegt.“ Das ist erfrischend ehrlich. Und macht neugierig auf das Folgende. Jetzt hat Steinkellner viele dieser Texte in die Form eines Buches gebracht. Funktioniert Poetry Slam auch als „Nur“-Text? Was verliert diese Literatur-Gattung, wenn sie nicht vorgetragen wird?

Steinkellners „für die galerie“ ist am besten mit einer Biographie vergleichbar und doch nicht. Ist eine Art Gesellschaftskritik und -darstellung und doch wieder auch nicht. Ein Poetry Slam in Papier gegossen. Absolut originell! Von der Kindheit bis zum Küchenradio, von Biathlon bis Leidenschaft behandelt der Autor genau das, was ihn und die Menschen in seinem Umfeld bewegt. Aufgelockert wird der Text durch eine Art Poesie, durch ein i, das über sechs Seiten reicht, durch #autobildlyrik und einen Text über Marko Arnautovic, der immerhin einmal bei Werder Bremen spielte. Weiterlesen

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Ben Aaronovitch: Ein weißer Schwan in Tabernacle Street

Peter Grant wird Papa! Er hat ja nun wirklich schon so einiges durchgemacht, überstanden und mehr oder minder verarbeitet. Aber, seitdem seine Holde, die Flussgöttin Beverly in anderen Umständen ist, hat sich sein Leben definitiv verändert.

Nicht länger gehört er zum Folly, der zwar nicht geheimen, aber doch unbekannten Spezialeinheit der Polizei für übernatürliche Verbrechen. Er wurde mehr oder minder deutlich aufgefordert zu gehen, als ein ihm zugewiesener Verdächtiger den Löffel abgibt. So zumindest berichtet er es seinem neuen Boss – dem Sicherheitschef der Serious Cybernetics Corporation. Jetzt soll er, als Sicherheitsheini vom Dienst, in dem florierenden Unternehmen eines australischen Multi-Milliardärs einen Maulwurf suchen. Hinter dem Under-Cover Einsatz steckt natürlich ein Verbrechen, das aufzuklären ist. Man vermutet eben jener Milliardär hat eine Mary-Maschine in seinem Besitz – eine Maschine, mit der man Magie wirken kann, eine Maschine, die mehr als gefährlich sein dürfte – und Peter darf sie, die Hintermänner suchen und versuchen, die anstehende Katastrophe zu verhindern… Weiterlesen

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Esther Safran Foer: Ihr sollt wissen, dass wir noch da sind

Der Titel des Buchs ist die Botschaft, die Esther Safran Foer ihren im Holocaust getöteten Familienmitgliedern an deren Grab zuruft. Sie, ihre Kinder und deren Kinder, sie sind noch da und halten die Geschichte der Familie am Leben.

In diesem sehr intensiven und sehr persönlichen Buch erzählt die Autorin – sie ist die Mutter des Bestsellerautors Jonathan Safran Foer („Wir sind das Klima“) – vor allem die Geschichte ihrer Eltern.

Esther Safran Foer wird 1946 geboren, doch erst viele Jahre später, als Erwachsene, erfährt sie, warum in ihrer Geburtsurkunde ein falsches Datum und ein falscher Geburtsort genannt sind. Ebenso wie sie erst als Erwachsene durch Zufall lernt, dass ihr Vater, der 1954 starb und nie über sich oder seine Vergangenheit sprach, eine weitere Familie hatte. Dass seine erste Frau und seine Tochter – ihre Halbschwester – im Holocaust ermordet worden waren.

Diese Tatsache, doch nicht nur diese, sind für sie Motiv und Anlass für eine Reise in die Vergangenheit. Sie will herausfinden, wie ihr Vater den Holocaust überlebte, wer ihn rettete und wieso er nie von seiner ersten Familie sprach, sprechen konnte. Wie so viele machte auch Esther Safran Foer die Erfahrung, dass die Generation ihrer Eltern mit ihren Kindern nicht über den Holocaust, die Verluste und das Leid, das sie erlitten hatten, sprechen kann. Ihren Enkeln jedoch können sie davon erzählen, da ist das Thema kein Tabu, keine im Herzen und im Gedächtnis eingeschlossene Erinnerung. Weiterlesen

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Jennifer L. Armentrout: Cursed: Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit

Mit fünfzehn Jahren zu sterben ist eine Tragödie. Noch schlimmer ist es allerdings, von seiner magisch begabten kleinen Schwester wieder zum Leben erweckt zu werden. Das ist zumindest Embers Meinung. Vor zwei Jahren starb sie bei einem Autounfall und wurde von ihrer Schwester zurückgebracht, doch das hatte Folgen: Seit diesem Zeitpunkt, stirbt alles Lebendige, was Ember berührt; Pflanzen, Tiere, Menschen.

Nicht nur, dass dieser Fluch ihr Privatleben extrem einschränkt, seit dem Unfall, bei dem auch ihr Vater ums Leben kam, befindet ihre Mutter sich in einem Schockzustand und Ember trägt die alleinige Verantwortung für ihre inzwischen fünf Jahre alte Schwester Olivia.

All dies führt dazu, dass Ember sich von ihren Mitmenschen abschottet, vor allem aus Angst, jemanden mit einer Berührung zu töten. Bei einem Übergriff auf sie geschieht das Entsetzliche: Ihr Angreifer stirbt.

Was folgt, ist eine Kette unvorhergesehener Ereignisse: Ember und Olivia werden entführt und landen im Haus eines Mannes, der Kindern ein Zuhause gibt, die ebenso übernatürliche Gaben haben, wie die beiden. Über Embers Anwesenheit ist niemand erfreut. Während Olivias Gabe als Wunder angesehen wird, soll ihre unnatürlich und nur durch ihren Tod hergeführt worden sein. Weiterlesen

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Robert Jackson Bennett: Der Schlüssel der Magie 01: Die Diebin

Sancia hat es im Leben wahrlich nicht leicht gehabt. Aufgewachsen als Sklavin auf einer Plantage hat man an ihr widerliche Experimente durchgeführt. Seitdem hat sie eine metallene Platte im Kopf, auf der die Forscher Skriben eingraviert haben. Vor ihr hat die Operation niemand überlebt, ihr aber gelingt es nicht nur, ihre Peiniger leiden zu lassen, sondern auch zu fliehen.

Die Skriben sorgen dafür, dass sie Gegenstände in ihrem Geist hören kann. Türen verraten ihr, wie man sie öffnet, Böden wer zuletzt oder gerade drauf gelaufen ist, Tresore, was in ihnen versteckt ist. Die Folge ist klar – um in der Metropole Tevanne zu überleben, muss Sancia Geld machen – und mit ihrer Gabe wird sie zur besten Diebin der Stadt. Und genau diese wird angeheuert, aus einem streng bewachten Lagerhaus im Hafen ein kleines Kästchen zu stehlen. Immerhin 20.000 Duvoten soll ihr der Raub einbringen – leicht verdientes Geld denkt sie. Dass bei dem Coup das ganze Viertel in Flammen aufgeht, war so nicht gedacht, doch – wie immer – gelingt ihr der Diebstahl. Nur zu bald merkt sie, dass sie etwas ganz Besonderen gestohlen hat – alle fünf Häuser der Stadt inklusive ihres Auftraggebers sind hinter ihr her, fliegende Söldner, heften sich an ihre Fersen, und auch der Hauptmann der Wasserwacht stellt ihr nach.

Dass sie in dem Kästchen einen skripierten Schlüssel des alten Reiches findet, der nicht nur absolut jedes Schloß öffnet, sondern sich auch mit ihr unterhält macht die Sache dann interessant – kann man doch die Realität mittels des Götteralphabets überzeugen, sich ganz anders als gewohnt zu verhalten. Ergo geht es für die Anführer der Handelshäuser einmal mehr um die Suche nach absoluter, gottähnlicher Macht und Unsterblichkeit – und für unsere Heldin um nichts weniger, als ihr Leben … Weiterlesen

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Raffaella Romagnolo: Dieses ganze Leben

Außergewöhnliche Perspektive: Raffaella Ramagnolo hat ein amüsantes, wunderbares, fast schon philosophisch anmutendes Werk aus Sicht der 16-jährigen Erzählerin geschrieben. Die

Autorin und ehemalige Gymnasiallehrerin schafft dabei mühelos den Spagat, die mangelnde Lebenserfahrung samt jugendlicher Komplexe der Figur Paola dem frühreifen, tiefgründigen Geist ihrer Protagonistin gleichwertig gegenüberzustellen. Das Ganze würzt sie mit einer guten Portion Humor. Paola weiß vieles noch nicht, aber sie stellt die richtigen Fragen. In einem Punkt ist sie ihren erwachsenen Mitspielern weit voraus: Sie ist offen für die Wahrheit. Auch jenseits der Instagram-Oberfläche.

La Storia: In einer Stadt im Norden Italiens wächst die 16-jährige Paola in privilegierten Verhältnissen auf. Sie lebt im Villenviertel, während ihre Familie mit dem Betreiben von Steinbrüchen und dem Bau billiger Sozialbauwohnungen zu Reichtum gelangte. Glücklich ist die Famiile De Giorgi dennoch nicht. Weiterlesen

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Catherine Collin u.a.: Das menschliche Gehirn und wie es funktioniert

Einige Fakten über das menschliche Gehirn gehören durchaus zum Allgemeinwissen. Zum Beispiel die Tatsache, dass wir nur einen geringen Teil davon nutzen. Im vorliegenden Sachbuch werden weitere Teile aktiviert und unser Wissen über die zentrale Komponente des Nervensystems kräftig erweitert.

Eingeteilt ist das Sachbuch in Kapitel über das physische Gehirn, die Hirnfunktionen und Sinne, Kommunikation, Gedächtnis, Lernen und Denken, Bewusstsein und das Selbst, das Gehirn der Zukunft und der große Bereich der Störungen. Beleuchtet wird das wohl komplexeste Organ in unserem Körper aus allen Blickrichtungen. Die Erläuterungen sind in verständliche Sprache ausgeführt und werden durch farbenfrohe und nachvollziehbare Grafiken ergänzt. Auf jeder Seite finden sich Fakten, die durchaus überraschen. So erfahren wir unter anderem, dass Schnellleser über 700 Wörter je Minute lesen. Ich wünschte, ich könnte das auch. Oder: 95 % all unserer Entscheidungen treffen wir unbewusst. Das erklärt so einiges in meinem Leben. Wir lernen auch, dass das Abrufen von Erinnerungen eine aktive Rekonstruktion des Gehirns von Erlebtem aus gespeicherten Erinnerungen ist. Dabei können Fehler auftreten und die Erinnerungen verfälschen. Es werden aber nicht nur Fakten mitgeteilt, sondern auch die Funktionsweise, Gründe und Kausalitäten dargestellt und erläutert. Weiterlesen

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Cixin Liu: Kugelblitz

Unter Science-Fiction-Fans ist Cixin Liu ein anerkannter Autor. Liu ist der Verfasser der Trisolaris-Triologie (ebenfalls bei Heyne erschienen) und gilt in Europa als der Vertreter der chinesischen Science-Fiction-Literatur schlechthin.

Große Meriten demnach, denen Liu mit „Kugelblitz“ sprachlich nicht gerecht wird. Am Ende des Romans angekommen, fühlt sich LeserIn so ähnlich wie nach der Heimsuchung durch einen Kugelblitz: Irgendwie war es gefährlich aber begreifen lässt es sich nicht vollkommen. Dabei bietet das Thema „Kugelblitz“ dem Science-Fiction-Autor ein weites, weil nahezu unbeschriebenes, Feld.

Nach einem bekannten Online-Lexikon handelt es sich bei einem Kugelblitz um eine Leuchterscheinung in Form eines Balles, meist in der Nähe eines Gewitters. Kugelblitze sind wissenschaftlich nicht bestätigt und nur in Teilen physikalisch erklärbar. Das ist der Ansatzpunkt unseres Helden Chen.

Chen begegnet einem Kugelblitz im Alter von 14 Jahren (leider in einem Prolog). Die Leuchterscheinung tötet seine Eltern. Damit endet der Prolog und Chen wird bis zum Kapitel 1 erwachsen und beginnt ein Physik-Studium. Das Thema Kugelblitz lässt ihm keine Ruhe und diese Erscheinungen werden zu seinem Forschungsgebiet. Weiterlesen

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Claudia Sammer: Als hätten sie Land betreten

Lotti und Veza verbindet eine innige Freundschaft. Doch in den 1930er Jahren wird es für die beiden jungen Mädchen bald schwierig, diese Zuneigung offen zu zeigen. Die Jüdin Veza muss in eine andere Schule, sie dürfen sich nicht mehr sehen. Lotti kann sich nur zweimal in der Woche eine halbe Stunde für ein Treffen abknapsen. In dieser Zeit sind die beiden ganz füreinander da: „Wenn sie zusammen waren, erwachte das Leben. Sie konnten wieder staunen und erkundeten ihre Gedanken und Körper mit einer solchen Zartheit und Dringlichkeit, dass sie manchmal innehielten und sich wunderten, dass sie atmeten.“ (Kapitel „Und immer war es genug“, Seite 22)

Als die Situation immer bedrohlicher wird, wendet sich Veza dem christlichen Glauben zu, lässt sich taufen und geht in ein Kloster. Sie sieht darin für sich die einzige Möglichkeit, auch wenn dies die Trennung von Lotti bedeutet. Weder die Eltern noch Lotti verstehen Veza, doch sie lässt sich nicht davon abbringen. Auch der Eintritt ins Kloster wird Vezas Leben nicht retten. Lotti leidet ihr ganzes Leben unter dem Verlust. Sie heiratet, bekommt zwei Kinder und beginnt heimlich zu malen, um ihren Schmerz zu verarbeiten.

Viele Jahre nach Vezas Tod macht sich Lotti auf Spurensuche im Kloster. Dort lernt sie Schwester Dorothea kennen, die ihr von Veza – aus der Schwester Teresa geworden war – erzählt. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich ein Austausch, der beiden hilft, sich und ihre Umwelt besser zu erkennen. Weiterlesen

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