Lukas Hoffmann: Wodka und Tigerente

Alexander Gruber, 16 Jahre alt, ist der einzige Sohn eines erfolgreichen Heidelberger Unternehmers – die Firma Gruber Energy handelt mit Öl und Gas und hat Kontakte nach Russland. Seine Mutter kennt er nicht und der Vater war nie bereit, das GEheinmis um sie zu lüften.

Als Alexander eines Abends spät nach Hause kommt, hört er einen Knall und findet wenig später seinen Vater schwer verletzt in seinem Arbeitszimmer. Mit letzter Kraft kann Gruber Senior seinem Sohn eine Ziffernfolge aufsagen und stirbt kurz darauf. Alexander wird klar, dass er sich schon bald im Fokus von Polizei, Presse und Klatsch und Tratsch wiederfinden wird. Dieser Gedanke versetzt ihn in Panik und er flieht überstürzt in Vaters altem himmelblauen 2CV zu seinem einzigen Freund Totti nach Wien.

Dort findet er heraus, dass die Ziffernfolge eine Telefonnummer ist, deren Vorwahl zu Russland gehört. Er wählt die Nummer, erfährt Überraschendes und begibt sich daraufhin mit Totti, der im Tigerlook umlackierten Ente und gefälschten Papieren auf eine abenteuerliche Reise, die die Jungs quer durch Russland und benachbarte Staaten führt.

Unterwegs treffen sie auf Menschen, die ihnen helfen. Es entstehen Freundschaften und Alexander verliebt sich. Immer wieder geraten sie aber auch in Gefahr, müssen einmal sogar fliehen. Die Spuren führen schließlich ins Gebiet der Tunguska.

Man merkt, dass Lukas Hoffmann Land und Leute kennt. Glaubhaft beschreibt er Gepflogenheiten und Begegnungen. An manchen Stellen wird der Zufall etwas auffällig bemüht, insgesamt ist die Handlung schlüssig konstruiert. Die beiden Helden rasen im High-Speed-Roadmovie-Modus von einer Station zu anderen, zwischendrin hält der Autor immer wieder inne und lässt den Leser und Alexander zu Atem kommen oder eine neue Erkenntnis verarbeiten.

Einzig Totti erscheint eher blass. Während Alexander auf der Reise reift, verändert er sich kein bisschen, er bleibt der weise und abgeklärte Freund, der immer zur rechten Zeit zur Stelle ist.

Die Auflösung war überraschend, das hat mir gut gefallen. Am Ende löst Alexander nicht nur das Rätsel um den Mord an seinem Vater und das Verschwinden seiner Mutter, sondern gewinnt auch eine wichtige Erkenntnis über sich und sein Leben.

Lukas Hoffmann: Wodka und Tigerente.
Mitteldeutscher Verlag, Mai 2021.
240 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Jana Jordan.

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