Klaus Ranzenberger: Mostkost. Ein Fall für den Onkel Franz

Dies ist ein bedächtiges Buch. Bedächtig im Erzählfluss, bedächtig in der Wortwahl, bedächtig ist auch das Voranschreiten der Handlung. Die Hauptfigur, der Onkel Franz, ist ein gemütlicher und stressbefreiter Charakter. Er lebt mit seiner Frau, der „Tante“, im Innviertel. Dieser Landstrich liegt im Westen Österreichs und grenzt an Bayern. Dort wird gerne „Most“ getrunken, der andernorts als Apfelwein oder Obstwein bekannt ist. Der Onkel Franz ist Rentner, wohnt in einer Kleinstadt, geht immer dienstags zum Stammtisch und liebt Hausmannskost. Gemeinsam mit seinem Freund Albert wird er in polizeiliche Ermittlungen verwickelt.

Erst verschwindet die Gattin des Mostschänken-Betreibers Birnbacher spurlos, dann ihr Ex-Mann und Nachbar, der Bauer Haslinger. Beide bleiben unauffindbar. Sowohl Birnbacher als auch Haslinger sollen in Grundstückspekulationen der russischen Mafia verstrickt sein. Albert und der Onkel Franz machen sich Gedanken, was da wohl im Gange sein könnte. Als ein menschliches Ohr auftaucht, ist ihre Neugier vollends geweckt und Chefinspektor Steiner von der Abteilung Leib und Leben der Kriminalpolizei Linz hat mit den beiden Hobbydetektiven seine liebe Not. Ständig sind sie seinen Ermittlungen im Weg, aber eigentlich immer einen Schritt voraus.

Schließlich bleibt ihm nichts anderes übrig, als sie ins Vertrauen zu ziehen und in kriminaltechnische Erkenntnisse einzuweihen. In der Mostpresse Birnbachers finden Albert und der Onkel Franz einen toten Russen und bei Erkundigungen begeben sie sich mehrere Male in erhebliche Gefahr. Nach einem Sturm kommt die tote Frau Birnbacher wieder an den Tag, der Onkel Franz und Chefinspektor Steiner entdecken wesentliche Puzzleteile, die zur Lösung des Falles beitragen und für Albert wird es noch einmal richtig gefährlich.

Mit „Mostkost“ legt Klaus Ranzenberger Band vier seiner Serie rund um den geerdeten, bodenständigen Onkel Franz vor. Er skizziert damit einen „typischen“ Innviertler, wie es ihn mancherorts heute noch gibt.

Fazit: Ein entschleunigtes Buch ohne Schnörkel und Kunstgriffe. Lektüre zum Genießen und Schmunzeln.

Klaus Ranzenberger: Mostkost. Ein Fall für den Onkel Franz.
Verlag Anton Pustet Salzburg, Juli 2021.
224 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Karina Luger.

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