Axel Hacke: Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen

Anstand? Was genau ist darunter eigentlich zu verstehen? Und ist Anstand überhaupt noch zeitgemäß? Oder ist er vielleicht gerade in unserer heutigen Zeit unabdingbar? Diesen und weiteren Fragen geht Axel Hacke in seinem neuen Buch nach, das im August erschienen ist.

Axel Hacke ist sicherlich einer der bekanntesten Autoren Deutschlands, seit Jahren Kolumnist der Süddeutschen Zeitung und zudem Verfasser einer ganzen Reihe von Büchern. Oft handelt es sich dabei um eher humoristische Werke, die es schaffen, sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken anzuregen. ‚Der weiße Neger Wumbaba‘, ‚Der kleine König Dezember‘ oder ‚Ein Bär namens Sonntag‘ gehören jedenfalls zu meinen Lieblingsbüchern.

Nun ist im Verlag Antje Kunstmann das neue Buch von Axel Hacke erschienen. Eine Neuerscheinung, auf die ich mich als langjähriger Leser seiner Werke natürlich besonders gefreut habe: ein Buch über den Anstand. Weiterlesen

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W. Bommert & M. Landzettel: Verbrannte Mandeln

Was auf den Teller kommt, geht jeden etwas an. Ob chemisch behandeltes Obst und Gemüse, verseuchtes Wasser oder belastetes Fleisch, all diese Themen hängen miteinander zusammen. Die Folgen des Klimawandels sind bereits im Supermarkt angekommen. Sie sind versteckt in einer Preispolitik und der Verknappung von Waren. Das Autorenduo Marianne Landzettel und Wilfried Bommert beschreibt, wie der globale Klimawandel die Lebensgrundlage und die Ernährung verändert. Ihre Ankündigung, auf Kaffee generell verzichten zu müssen oder auf Schokolade, Wein und Meeresfrüchte, dürfte so manchen Genießer aufschrecken.

Industriell hergestellte Lebensmittel erlauben den Trugschluss, alles und jeden im Griff zu haben. Sind die Böden ausgelaugt, wird reichlich gedüngt. Konzerne kaufen Ackerböden im großen Stil, lassen Wälder roden und Wüstenland bewässern. Bei zu wenig Regen bohrt man tiefere Brunnen, baut Stauseen und zapft Flussläufe an. Weiterlesen

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David G. Haskell: Der Gesang der Bäume

Haskell betrachtet alles Leben als Teil einer großen Lebensgemeinschaft, in der die Bäume eine ganz spezielle Rolle spielen.
So beschreibt er im Besonderen ein Beziehungsnetzwerk der Bäume und stellt gleichermaßen weitreichende Zusammenhänge über die Verbundenheit allen Lebens her.

Haskell hat seine ureigene Sichtweise, ja Beziehung zu den Bäumen entwickelt. Für ihn sind sie mit unserem vergangenen und zukünftigen Leben verwoben.

Die ersten Kapitel handeln von Bäumen in menschenleeren Gegenden.
Die mittleren Kapitel beziehen sich auf Überreste von Bäumen wie Baumfossilien oder Holzkohle, die noch von den Eiszeitmenschen stammt. Hier greift Haskell den Zusammenhang von Biologie und Geologie auf.
Am Ende befasst der Autor sich mit den Bäumen, die inmitten menschlicher Zivilisation stehen. Weiterlesen

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Ralf Otterpohl: Das Neue Dorf

Die aktuellen Berichte über belastete Eier haben den einen oder anderen aufgeschreckt. Der Skandal um Gammelfleisch ist möglicherweise vergessen, die nächsten Hiobsbotschaften sind vorprogrammiert. Eine Alternative zu der industrialisierten Nahrungsherstellung sieht Ralf Otterpohl in der Dezentralisierung. Verschiedene Standorte mit Agrarbetrieben, die alle in der Nähe von Städten angesiedelt sind, könnten ein besserer Weg für unsere Nahrung sein.

In seinem Buch zählt er die Vorteile auf. Autarke Lebensführung, gesunde Nahrung, die auf gesunden Äckern wächst, eigener Vertrieb und die Förderung des Handwerks bilden die Basis für Ringdörfer. Weiterlesen

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Richard Ford: Zwischen ihnen

Der große amerikanische Erzähler Richard Ford („Unabhängigkeitstag“, „Die Lage des Landes“) hat ein schmales Bändchen vorgelegt, in dem er sich an seine Eltern Parker und Edna erinnert. Und weil er die beiden als eigenständige Persönlichkeiten sieht, widmet er beiden jeweils ein eigenes Kapitel, wobei er den Teil über den Vater 30 Jahre später geschrieben hat als den über die Mutter.

Parker Ford war von den 30er- bis 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts Handlungsreisender für Wäschestärke in den Südstaaten der USA. Zusammen mit seiner jungen Frau führte er anfangs ein Nomadenleben. Das änderte sich, als 1944 der kleine Richard geboren wurde … Weiterlesen

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Harald Welzer: Wir sind die Mehrheit

„Wir leben in einer Welt der Ungewissheit. Niemand weiß genau, was wahr und was gut ist. Darum müssen wir immer neue und bessere Antworten suchen. Das geht aber nur, wenn Versuch und Irrtum erlaubt sind, ja, ermutigt werden, also in einer offenen Gesellschaft.“ (Seite 28)

In seinem neuen Buch tritt Harald Welzer vehement für die offene Gesellschaft ein. Er geht dabei auf zahlreiche aktuelle Probleme ein, wie etwa die Flüchtlingsproblematik, das Agieren der Medien, den Neoliberalismus und das Funktionieren unseres politischen Systems. Genau genommen handelt es sich um eine schnelle und leichte Lektüre. Schnell, weil das Buch mit seinen 128 Seiten gut an einem Tag zu lesen ist. Leicht, nicht etwa des Inhaltes wegen, denn der hat es in sich, sondern weil Welzer es versteht, sich klar auszudrücken und ohne großes Herumgerede auf den Punkt zu kommen. Weiterlesen

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Volker Kitz: Feierabend!: Warum man für seinen Job nicht brennen muss

Wir machen uns das Leben ganz schön schwer. Nicht nur, dass wir unseren Lebensunerhalt verdienen müssen, nein, wir haben dabei gefälligst auch noch Spaß zu haben. Und uns selbst zu verwirklichen. Und zu verzweifeln, weil das nicht klappt, weil der Job den ganzen Tag über bloß blöde Routine ist.

Es ist nur leider so, dass die meisten Jobs den größten Teil der Zeit über bloße Routine sind und das ist auch gut so. Nicht umsonst schätzt man Erfahrung hoch ein, die den Menschen befähigt, nicht den Überblick zu verlieren, wenn aus der Routine plötzlich dann doch eine Herausforderung wird. Wer möchte schon einen Piloten, für den der Flug München-Düsseldorf jedes Mal wieder eine Herausforderung ist und der die Nerven verliert, wenn das erste Gewitter aufzieht. Davon mal ganz abgesehen, wer für seinen Job jeden Tag 24 Stunden brennt, der ist auch recht schnell ausgebrannt und zu gar nichts mehr fähig. Weiterlesen

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Philip Norman: Paul McCartney

Mehr McCartney geht nicht. Auf fast 1000 Seiten liefert der Autor, der 2008 bereits eine John Lennon Biografie veröffentlichte, alles Wissenswerte über den Ex-Beatle. Dabei lernen wir nicht nur die öffentliche Person kennen, die für unvergessliche Lieder wie „Yesterday“ oder „Penny Lane“ sorgte, sondern die private gleichermaßen. Wie kam er zur Musik, wer beeinflusste ihn, wen liebte er, mit wem überwarf er sich? Norman lässt dafür unzählige Weggefährten zu Wort kommen – ehemalige Schulkameraden, Bandmitglieder und vor allem auch seine Familie. Er liefert interessante Hintergrundfakten zu den Songs der Beatles und bietet einen spannenden Einblick in das nicht immer ganz einfache Leben eines  Beatle. Wie nebenbei erhält man außerdem das Portrait eines halben Jahrhunderts Popgeschichte. Weiterlesen

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Arun Gandhi: Wut ist ein Geschenk

Es ist so eine Art Buch, welches man nach der Lektüre sinnend zur Seite legt und sagt: ja! Wie recht hat der Mann, bzw. wie recht hatte (bzw. hat) Mahatma Gandhi.

Wir lesen die Aufzeichnung eines Enkels des Mahatmas (sagt man das so? Nun fix gegoogelt und schon weiß ich folgendes: er hieß eigentlich: Mohandas Karamchand Gandhi und Mahatma ist eine Ehrentitel), eben Arun Gandhi, der zwei Jahre als Heranwachsender im Ashram seines Großvaters gelebt hat und nun die Lehren von Gandhi in 11 Lektionen aufbereitet, plus Vor- und Nachwort! Und was dabei herausgekommen ist, macht einen echt demütig. Es ist auch eine Art Geschichtskunde, denn der Mahatma hat viele gewaltfreie Aktionen inszeniert, wie z.B. den Salzmarsch, der sich gegen den britischen Kolonialismus richtete und zur Unabhängigkeit Indiens führte. Ich will hier gar nicht die Vita von Mahatma Gandhi nacherzählen, die steht ja im Buch, es gibt eine, oder es gibt die wichtigste Komponente, über die sich nachzudenken lohnt: was macht das mit mir!? Weiterlesen

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Cyril Dion: Tomorrow

„Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“, ist eigentlich ‚nur‘ das Buch zum gleichnamigen Film. Einem Film freilich, der 2016 in Frankreich als bester Dokumentarfilm mit dem César ausgezeichnet wurde.

Worum geht es? 2012 stößt der Autor und Filmemacher Cyril Dion zufällig auf einen Artikel mit dem erschreckenden Titel „Das Ende des Planeten im Jahr 2100?“. Trotz der etwas reißerisch anmutenden Formulierung liest er weiter. Es geht um „die drohende Vernichtung von Teilen des Lebens auf der Erde innerhalb weniger Jahrzehnte.“ Und, was das eigentlich wirklich Erschreckende ist: Die Nachricht stammt aus einer Studie, die von zweiundzwanzig Wissenschaftlern in der führenden naturwissenschaftlichen Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Sie basiert auf umfassenden Bestandsaufnahmen und Untersuchungen und bezieht alle wesentlichen Bereiche wie Klimawandel, Entwaldung, Bodenerosion, Artensterben oder Bevölkerungswachstum ein. Weiterlesen

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