Ralf Otterpohl: Das Neue Dorf

Die aktuellen Berichte über belastete Eier haben den einen oder anderen aufgeschreckt. Der Skandal um Gammelfleisch ist möglicherweise vergessen, die nächsten Hiobsbotschaften sind vorprogrammiert. Eine Alternative zu der industrialisierten Nahrungsherstellung sieht Ralf Otterpohl in der Dezentralisierung. Verschiedene Standorte mit Agrarbetrieben, die alle in der Nähe von Städten angesiedelt sind, könnten ein besserer Weg für unsere Nahrung sein.

In seinem Buch zählt er die Vorteile auf. Autarke Lebensführung, gesunde Nahrung, die auf gesunden Äckern wächst, eigener Vertrieb und die Förderung des Handwerks bilden die Basis für Ringdörfer. Weiterlesen

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Richard Ford: Zwischen ihnen

Der große amerikanische Erzähler Richard Ford („Unabhängigkeitstag“, „Die Lage des Landes“) hat ein schmales Bändchen vorgelegt, in dem er sich an seine Eltern Parker und Edna erinnert. Und weil er die beiden als eigenständige Persönlichkeiten sieht, widmet er beiden jeweils ein eigenes Kapitel, wobei er den Teil über den Vater 30 Jahre später geschrieben hat als den über die Mutter.

Parker Ford war von den 30er- bis 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts Handlungsreisender für Wäschestärke in den Südstaaten der USA. Zusammen mit seiner jungen Frau führte er anfangs ein Nomadenleben. Das änderte sich, als 1944 der kleine Richard geboren wurde … Weiterlesen

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Harald Welzer: Wir sind die Mehrheit

„Wir leben in einer Welt der Ungewissheit. Niemand weiß genau, was wahr und was gut ist. Darum müssen wir immer neue und bessere Antworten suchen. Das geht aber nur, wenn Versuch und Irrtum erlaubt sind, ja, ermutigt werden, also in einer offenen Gesellschaft.“ (Seite 28)

In seinem neuen Buch tritt Harald Welzer vehement für die offene Gesellschaft ein. Er geht dabei auf zahlreiche aktuelle Probleme ein, wie etwa die Flüchtlingsproblematik, das Agieren der Medien, den Neoliberalismus und das Funktionieren unseres politischen Systems. Genau genommen handelt es sich um eine schnelle und leichte Lektüre. Schnell, weil das Buch mit seinen 128 Seiten gut an einem Tag zu lesen ist. Leicht, nicht etwa des Inhaltes wegen, denn der hat es in sich, sondern weil Welzer es versteht, sich klar auszudrücken und ohne großes Herumgerede auf den Punkt zu kommen. Weiterlesen

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Volker Kitz: Feierabend!: Warum man für seinen Job nicht brennen muss

Wir machen uns das Leben ganz schön schwer. Nicht nur, dass wir unseren Lebensunerhalt verdienen müssen, nein, wir haben dabei gefälligst auch noch Spaß zu haben. Und uns selbst zu verwirklichen. Und zu verzweifeln, weil das nicht klappt, weil der Job den ganzen Tag über bloß blöde Routine ist.

Es ist nur leider so, dass die meisten Jobs den größten Teil der Zeit über bloße Routine sind und das ist auch gut so. Nicht umsonst schätzt man Erfahrung hoch ein, die den Menschen befähigt, nicht den Überblick zu verlieren, wenn aus der Routine plötzlich dann doch eine Herausforderung wird. Wer möchte schon einen Piloten, für den der Flug München-Düsseldorf jedes Mal wieder eine Herausforderung ist und der die Nerven verliert, wenn das erste Gewitter aufzieht. Davon mal ganz abgesehen, wer für seinen Job jeden Tag 24 Stunden brennt, der ist auch recht schnell ausgebrannt und zu gar nichts mehr fähig. Weiterlesen

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Philip Norman: Paul McCartney

Mehr McCartney geht nicht. Auf fast 1000 Seiten liefert der Autor, der 2008 bereits eine John Lennon Biografie veröffentlichte, alles Wissenswerte über den Ex-Beatle. Dabei lernen wir nicht nur die öffentliche Person kennen, die für unvergessliche Lieder wie „Yesterday“ oder „Penny Lane“ sorgte, sondern die private gleichermaßen. Wie kam er zur Musik, wer beeinflusste ihn, wen liebte er, mit wem überwarf er sich? Norman lässt dafür unzählige Weggefährten zu Wort kommen – ehemalige Schulkameraden, Bandmitglieder und vor allem auch seine Familie. Er liefert interessante Hintergrundfakten zu den Songs der Beatles und bietet einen spannenden Einblick in das nicht immer ganz einfache Leben eines  Beatle. Wie nebenbei erhält man außerdem das Portrait eines halben Jahrhunderts Popgeschichte. Weiterlesen

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Arun Gandhi: Wut ist ein Geschenk

Es ist so eine Art Buch, welches man nach der Lektüre sinnend zur Seite legt und sagt: ja! Wie recht hat der Mann, bzw. wie recht hatte (bzw. hat) Mahatma Gandhi.

Wir lesen die Aufzeichnung eines Enkels des Mahatmas (sagt man das so? Nun fix gegoogelt und schon weiß ich folgendes: er hieß eigentlich: Mohandas Karamchand Gandhi und Mahatma ist eine Ehrentitel), eben Arun Gandhi, der zwei Jahre als Heranwachsender im Ashram seines Großvaters gelebt hat und nun die Lehren von Gandhi in 11 Lektionen aufbereitet, plus Vor- und Nachwort! Und was dabei herausgekommen ist, macht einen echt demütig. Es ist auch eine Art Geschichtskunde, denn der Mahatma hat viele gewaltfreie Aktionen inszeniert, wie z.B. den Salzmarsch, der sich gegen den britischen Kolonialismus richtete und zur Unabhängigkeit Indiens führte. Ich will hier gar nicht die Vita von Mahatma Gandhi nacherzählen, die steht ja im Buch, es gibt eine, oder es gibt die wichtigste Komponente, über die sich nachzudenken lohnt: was macht das mit mir!? Weiterlesen

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Cyril Dion: Tomorrow

„Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“, ist eigentlich ‚nur‘ das Buch zum gleichnamigen Film. Einem Film freilich, der 2016 in Frankreich als bester Dokumentarfilm mit dem César ausgezeichnet wurde.

Worum geht es? 2012 stößt der Autor und Filmemacher Cyril Dion zufällig auf einen Artikel mit dem erschreckenden Titel „Das Ende des Planeten im Jahr 2100?“. Trotz der etwas reißerisch anmutenden Formulierung liest er weiter. Es geht um „die drohende Vernichtung von Teilen des Lebens auf der Erde innerhalb weniger Jahrzehnte.“ Und, was das eigentlich wirklich Erschreckende ist: Die Nachricht stammt aus einer Studie, die von zweiundzwanzig Wissenschaftlern in der führenden naturwissenschaftlichen Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Sie basiert auf umfassenden Bestandsaufnahmen und Untersuchungen und bezieht alle wesentlichen Bereiche wie Klimawandel, Entwaldung, Bodenerosion, Artensterben oder Bevölkerungswachstum ein. Weiterlesen

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Colum McCann: Briefe an junge Autoren

Wer schon einmal nach Schreibratgebern gesucht hat, weiß, dass sich hierzu jede Menge mehr oder weniger hilfreiche Bücher finden lassen. Viele dieser Ratgeber sind angereichert mit Anleitungen für Schreibtechniken, die sich in der Praxis dann aber oftmals kontraproduktiv auf die eigene Kreativität auswirken.

Colum McCanns kleines Büchlein Briefe an junge Autoren kommt dagegen ganz ohne starre Regeln aus, vielmehr liest es sich mehr als wohlmeinender Zuspruch. Mit „junge Autoren“ sind hier ganz nebenbei bemerkt nicht explizit Autoren im jungen Lebensalter, sondern gleichermaßen auch die Älteren angesprochen.

McCann muntert darin sogar dazu auf, Regeln zu missachten. Er hält sich in seinen Ausführungen weder mit theoretischen Ausschweifungen auf, noch schreibt er mehrseitige Kapitel, deren Kernaussagen man in drei kurzen Sätzen bündeln könnte. Weiterlesen

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Tiffany Watt Smith: Das Buch der Gefühle

»… Es geht in diesem Buch eigentlich nicht um Ratschläge …« (S.26), vielmehr will die Kulturwissenschaftlerin Tiffany Watt Smith einem nicht wissenschaftlichen Publikum Einblicke verschaffen, die über Kuriositäten aus der Kulturgeschichte hinausreichen. Die unvollständige Sammlung von Gefühlen soll zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge führen.

»… Wenn Emotionen … heute … von Regierungen gemessen werden; wenn sie Gegenstand einer zunehmenden pharmazeutischen Intervention … sind …, dann wäre es schon gut zu wissen, woher die Überzeugungen … kommen.« (S. 26) erklärt die Autorin in ihrer Einleitung. Weiterlesen

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Howard Axelrod: Allein in den Wäldern

Der Autor und Ich-Erzähler versucht in der Einsamkeit zu sich selbst zu finden. Fast zwei Jahre verbringt er in einem abgeschiedenen Haus im Wald, wo er ohne Computer, Handy und Fernseher lebt. Wie kommt jemand damit klar, alles Vertraute, alle Annehmlichkeiten des Lebens hinter sich zu lassen und sein Heil allein in der Natur zu suchen? Howard Axelrod zeichnet diese Erfahrung eindrücklich und spannend mit schön zu lesenden poetischen Naturbeschreibungen auf.

Ein Sportunfall hat ihn, den erfolgreichen Harvard-Studenten, der die besten Chancen auf eine erfolgreiche Berufskarriere hatte,  aus der Bahn geworfen. – Nach einer unglücklichen Aktion eines Mitspielers während eines Baseballspiels, erblindet er auf einem Auge. Diese erschwerte Lebenssituation und eine unglücklich endende Liebe lassen ihn den Halt im Leben verlieren. Weiterlesen

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