YORN: Gast im Glück

Als der neunzehnjährige Jürgen Michaelsen und seine Schwester 1956 nach Paris fuhren, erhielt er über Beziehungen die Einladung zu einer Modenschau von Christian Dior. Auch sonst war ihm das Glück ein guter Freund, denn er durfte Christian Dior persönlich eigene Modeentwürfe zeigen. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass Diors Assistent am Vortag zum Militärdienst einberufen und deshalb ein Neuer gesucht wurde. Der junge Michaelsen erhielt nach dem kurzen Gespräch den Job und blieb der Pariser Haute Couture erhalten. Kurz darauf gab Dior seinem Assistenten einen leicht auszusprechenden Kurznamen und schenkte ihm auf diese Weise den späteren Markennamen Yorn.

Drei Jahre später las eine Wahrsagerin aus Jürgen Michaelsens Hand, er sei ein Gast im Glück und umgeben von Frauen, die ihm Ruhm und Reichtum bescheren. Er würde sich selbst und andere glücklich machen. Es dauerte nur wenige Jahre, bis Yorn sein eigenes Haute-Couture-Haus eröffnete.

In Paris verblüffen couture et cuisine jedes Jahr mit neuesten Kreationen. Aus diesem Grund war es nur naheliegend, Vertragsverhandlungen mit Gaumenfreuden zu kombinieren. Je köstlicher die Speisen, um so geneigter verabschiedeten sich seine Vertragspartner. Rückblickend auf ein erfülltes, glückliches Leben beschloss Yorn, seine Erlebnisse mit liebgewonnenen Rezepten zu verknüpfen. Als er sich diesbezüglich mit seinem Freund Sempé, dem berühmten Illustrator des Kleinen Nick, beriet, sagte dieser spontan seine Unterstützung zu. Weiterlesen

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Jörg Scheller: Metalmorphosen: Die unwahrscheinlichen Wandlungen des Heavy Metal

Die Beschreibung dieses Buches hat mich neugierig gemacht. Liberalismus, Religion, Gender, Stricken, Psychotherapie, Kosmetik – und das alles in Verbindung mit Heavy Metal. Wie kann das funktionieren? Jetzt weiß ich: Es funktioniert großartig. Jörg Scheller, Professor für Kunstgeschichte an der Zürcher Hochschule der Künste, in dessen Leben der Metal schon seit langer Zeit eine große Rolle spielt, verknüpft Bereiche miteinander, die auf den ersten Blick nichts oder wenig gemeinsam haben.

Er nähert sich dem Thema zunächst nicht nur von der musikalischen Seite an, sondern geht auch auf die Ästhetik und die Texte ein. Denn: „Erst durch das mal unisone, mal kontrapunktische Zusammenspiel von Musik und visuellen sowie verbalen Elementen wird Metal zu einem eigenständigen Genre.“ (Intro. Happy Metal? Seite 21)

Er geht auf die prägenden Stilelemente ein, grenzt den Metal aber auch ab, beispielsweise gegenüber dem Hard Rock oder dem Punk. Historisch hat sich der Metal permanent weiterentwickelt und tut es noch. So sind die verschiedensten Subgenres entstanden, die alle „zur Familie“ gehören. Beeindruckt hat mich hier vor allem die Integrationskraft des Metal, bei dem es meist kein „Nebeneinander“ von Stilen oder Elementen (auch aus anderen Genres) gibt, sondern eine gegenseitige Durchdringung, bei der Neues geschaffen wird. Weiterlesen

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Rachel Cusk: Danach: Über Ehe und Trennung

Rachel Cusk (Jahrgang 1967) wurde in Kanada geboren, lebte danach einige Jahre in den USA und heute in Großbritannien, wo sie als Schriftstellerin arbeitet. Mit ihrem autobiografischen Essay „A Life’s Work“  über ihre Mutterschaft aus dem Jahre 2001 erregte Cusk kontroverse Aufmerksamkeit. Unter dem Titel „Lebenswerk“ erschien das Buch erst 2019 in Deutschland. Nun veröffentlicht der Suhrkamp Verlag „Danach – Über Ehe und Trennung“ in einer Übersetzung von Eva Bonné. Der Originaltitel „Aftermath“ erschien schon 2012 in Großbritannien.

Auch „Danach“ ist ein autobiografischer Essay, der sich mit dem Scheitern von Rachel Cusks Ehe beschäftigt. Und dazu holt sie groß aus. Von der griechischen Tragödie über den Feminismus bis zu den schnöden Verletzungen im Trennungsstreit. Über die Ehe sagt sie wenig, außer „er war überzeugt, in unserer Ehe die Rolle der Frau gespielt zu haben…“. Und überhaupt scheinen Rachel Cusk die Anleihen an die Geschichten aus der griechischen Antike gerade einmal elementar genug, um das Scheitern ihrer Ehe zu erklären. Sie leidet an ihrer neuen Rolle als alleinerziehende Mutter, gönnt ihrem Ex, X, aber die Zeit mit den Töchtern nicht. Sie gibt vor nach der Wahrheit zu suchen, findet jedoch nur ihre subjektive Einschätzung. Sie geht einmal in der Woche zum Psychotherapeuten, Y. Von den Sitzungen  bei ihm weiß sie jedoch nicht, ob sie ihr nützen werden. Am Ende lernt sie einen neuen Mann, Z, auf einer Party kennen. Und dann kommt am Ende des Buches der beste Teil, nämlich mit dem Schwenk der Erzählperspektive auf das Au-Pair-Mädchen Sonia, das in Rachel Cusks Familie kurz vor der Trennung auf die beiden Töchter aufpassen soll. Weiterlesen

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Kathrin Passig, Aleks Scholz: Handbuch für Zeitreisende

Wer hat nicht schon davon geträumt, den Urknall zu bestaunen, einem berühmten Wissenschaftler über die Schulter zu schauen oder auf einer Maya-Party die neu erfundene Schokolade zu schlürfen? Eine Zeitreise macht das jetzt möglich. Jedenfalls ist das eine der Annahmen, die Kathrin Passig und Aleks Scholz für ihr Buch getroffen haben. Sie sind ihrer Zeit eben etwas voraus. Wenn Sie das Buch aber jetzt schon lesen und nicht warten wollen, bis Sie durch eine Transitzone in eine Parallelwelt rauschen können, macht das mindestens genauso viel Spaß wie eine echte Reise – und ist viel ungefährlicher. Und wenn es dann soweit ist, sind Sie bestens vorbereitet.

„Von den Dinosauriern bis zum Fall der Mauer“ lautet der Untertitel des Handbuchs und das ist noch lange nicht alles. Im Kapitel „Eine kurze Geschichte der Zeitreise“ erfahren die Leser*innen zunächst – auch für Nicht-Fachleute wie mich verständlich – die physikalischen Hintergründe des Phänomens. Dann geht es auch schon an die konkreten Reisetipps.

Mal werden ganz bestimmte Ereignisse empfohlen, wie die Weltausstellungen im 19. Jahrhundert, wo nicht nur technische Neuerungen, sondern auch „exotische“ Menschen ausgestellt wurden. Mal umfasst die potenzielle Reisezeit mehrere Millionen Jahre, wie bei einem Besuch der Dinosaurier. Auch über (nicht mehr bestehende) Kulturen, die bei uns eher unbekannt sind, erfährt man so einiges. Weiterlesen

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Melitta Breznik: Mutter. Chronik eines Abschieds

Die Österreicherin Melitta Breznik (Jahrgang 1961) ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Autorin. In ihren Büchern berichtet sie über ihre beruflichen und familiären Erfahrungen. So auch in ihrem neuesten Buch „Mutter. Chronik eines Abschieds“, das am 11. Mai 2020 im Luchterhand Literaturverlag erschienen ist.

Darin erzählt Melitta Breznik über das Sterben ihrer Mutter. Nach der Krebsdiagnose sagt die 90jährige zu ihrer Tochter: „Komm wir gehen heim sterben.“ Und so begleitet und pflegt Breznik sie über mehrere Monate zuhause bis zu ihrem Tod. Ihren 91. Geburtstag feiert Brezniks Mutter noch einmal im Kreis der Familie. Es wird ihr letzter Geburtstag. Melitta Breznik beschließt, ihre beruflichen Aktivitäten zurück zu stellen und für ihre Mutter zu sorgen. So bleiben die beiden Frauen 24 Stunden am Tag, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, in der kleinen Wohnung der Mutter zusammen. Sie reden und sie schweigen miteinander, sie halten sich an den Händen, und sie erinnern sich an viele gemeinsame Momente. An schlechte und schöne Tage. An den trinkenden Vater, den toten Bruder und das abgetriebene Kind. An die Reisen, an die alten Schlager, an die Konzertbesuche. Sie sprechen über Melitta Brezniks Kindheit und die Familie. Freunde und Nachbarn schauen vorbei. Brezniks Bruder kommt jeden Tag. Behutsam und zärtlich versucht Melitta Breznik, ihrer Mutter das Sterben zu erleichtern, aber „der Tod braucht Zeit, er duldet keine Eile, er duldet nichts anderes neben sich.“ (S. 76). Und so bleibt die Welt draußen. Melitta Breznik ist Ärztin und kann ihre Mutter auch medizinisch versorgen. Sie lehnt einen assistierten Selbstmord ab. Aber sie sorgt dafür, dass ihre Mutter möglichst schmerzfrei bleibt. Weiterlesen

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Joshi Nichell: Volles Glück voraus: Per Anhalter nach Feuerland. Meine Reise ins Vertrauen.

Joshi Nichell ist 18 Jahre alt, als er sich nach dem Abitur auf seine Traumreise nach Südamerika begibt. Es soll keine Reise mit dem Flugzeug als Pauschaltourist werden. Nein, Joshi will die Strecke per Anhalter zurücklegen. Auch den Atlantik will er so überqueren.

Im Oktober 2016 geht es los. Zunächst mit dem Auto nach Benidorm / Calpe in Spanien, wo bereits das erste Boot wartet, auf dem Joshi über das Internet eine Mitfahrgelegenheit gefunden hat. Von hier aus geht es über einen Zwischenstopp in Marokko durch die Straße von Gibraltar nach Gran Canaria, von dort aus nach La Gomera, Teneriffa und schließlich über den Atlantik in die Karibik. Zu diesem Zeitpunkt sind von den ursprünglich geplanten 10 Monaten Reisezeit bereits mehr als 3 Monate vergangen. Dabei geht die Tour durch Südamerika, die Joshi bis nach Feuerland führen wird, nun erst richtig los.

Um es vorweg zu nehmen: Selten habe ich beim Lesen eines Buches zugleich so viel Spaß gehabt und mich gleichzeitig immer wieder so tief in meinem Inneren berührt gefühlt, wie bei diesem Reisebericht. Jede Zeile (und auch die zahlreichen Fotos) lassen den Leser die Reise hautnah miterleben. Man spürt die riesige Begeisterung, mit der Joshi Nichell unterwegs war. In den unglaublich lebendigen Schilderungen der Etappen seiner Reise werden immer wieder sein Staunen über die Schönheit der Welt und sein (Gott)vertrauen deutlich, das ihn während der 21 Monate, die die Reise schließlich dauern sollte, nie verließ. Weiterlesen

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David Lama: Sein Leben für die Berge: Von ihm selbst erzählt

Es gibt Menschen, die für ihre Passion alles geben und deshalb intensiv und kompromisslos leben. David Lama lebte so und erfuhr in seiner Familie eine scheinbar grenzenlose Unterstützung. Bereits als Dreijähriger begleitete er seine Eltern in die Berge. Davids Vater, Rinzi Lama, ein ehemaliger Sherpa aus der Everest Region, begegnete 1987 seiner zukünftigen Frau Claudia, als diese und ihre Freundinnen einen Führer für eine dreiwöchige Wanderung buchten. Ein Jahr später heirateten sie und wohnten zusammen in Österreich. 1990 wurde David geboren.

David Lama war bereits im Alter von fünf Jahren vom Klettern begeistert. Dank der Beharrlichkeit seiner Mutter wurde er in eine Kletterschule für Kinder aufgenommen. Schon am ersten Tag fiel sein grandioses Talent auf, und David gewöhnte sich daran, immer und überall der Kleinste und Jüngste zu sein. Dies fällt auch bei den unzähligen Wettkämpfen und Weltmeisterschaften auf, bei denen der Junge David häufig zu den Besten zählte. Nach der Bezwingung des Cerro Torre im Freikletterstil war er endgültig dem Alpinismus verfallen und nahm an keinem Wettkampf mehr teil. Dieser rigorose Entschluss war auch in seiner Jugend eines seiner Wesensmerkmale. Denn um sich als Jugendlicher voll auf die Wettkämpfe zu konzentrieren, verließ er trotz zahlreicher Widerstände die Schule. Wenn Klettern, dann sollte es richtig gemacht werden, mit ganzem Herz und ganzer Seele. Weiterlesen

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Patti Smith: Im Jahr des Affen

G-L-O-R-I-A“, wer kennt ihn nicht, den Song von Patti Smiths Debütalbum „Horses“ aus dem Jahr 1975 mit dem berühmten Schwarz-Weiß-Foto von Robert Mapplethorne auf dem Cover? Oder „Because the night“ aus dem Jahr 1978, das „The Boss“ Bruce Springsteen geschrieben hat? Patti Smith (Jahrgang 1946) ist Rockmusik-Ikone der 1970er Jahre, die „Godmother of Punk“. Aber sie ist auch als Schriftstellerin und Fotografin bekannt. 2019 erschien „Year of the Monkey“ in den USA. Am 7. Mai 2020 veröffentlichte  der Kiepenheuer & Witsch Verlag nun die deutsche Erstausgabe unter dem Titel „Im Jahr des Affen“ in einer Übersetzung von Brigitte Jakobeit.

USA 2016: Patti Smith reist schreibend und fotografierend durchs Land. Es ist das chinesische Jahr des Affen. Am 30. Dezember 2016 wird Patti Smith 70 Jahre alt werden. 2016 wird Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten gewählt. So verwundert es nicht, dass Patti Smith ihrem Buch den Satz des französischen Schauspielers und Dramatikers Antonin Artaud „Eine tödliche Torheit kommt über die Welt“ voranstellt.

Patti Smiths Freund und Musikerkollege Sandy Pearlman liegt nach einer Gehirnblutung im Koma. Ihm und Sam Shepherd gelten die Gedanken und Träume auf Smiths Reise, die sie zunächst nach Santa Cruz (Kalifornien) führt. Und damit tauche ich als Lesende in die Gedankenwelt von Patti Smith ein, die sie in Notizbüchern und Polaroid-Fotos festhält: sie spricht mit einem Schild, das sie fotografiert. Und Patti Smith kommt sich vor wie Alice im Wunderland. Das Schild prophezeit ihr, dass sie nach Uluru (Ayers Rock, Australien) reisen wird. Weiterlesen

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Helene Bockhorst: Die beste Depression der Welt

Kann man, darf man über Depression ein witziges Buch schreiben, wurde Helene Bockhorst neulich in einem Radiointerview gefragt, dass ich zufällig mitanhörte. Ja, antwortete die Autorin und ich bin geneigt, ihre Meinung zu teilen.

Helene Bockhorst ist eine Stand-Up-Comedienne, die für ihr Programm auch bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurde. Das vorliegende Buch ist ihr Debütroman.

Vera, eine junge, alleinlebende Frau Anfang Dreißig, hat einen Selbstmordversuch hinter sich. Darüber hat sie die Öffentlichkeit in ihrem Blog auf dem Laufenden gehalten. Nun soll sie über dieses Thema und über den richtigen Umgang mit Depressionen einen Ratgeber schreiben. Den Vorschuss vom Verlag hat sie erhalten und wenig überraschend erwartet dieser nun von ihr die Lieferung des Buches. Sie will ja auch, nur sie kann nicht. Ihre beste Freundin Pony zweifelt, ob es überhaupt je zu diesem Ratgeber kommen wird, denn Vera ist depressiv, antriebslos, ihr Selbstvertrauen ist so gut wie nicht vorhanden. Sie treibt durch die Tage und Nächte, lässt sich gehen, sucht Männerbekanntschaften und rafft sich nur gelegentlich auf, zum Beispiel zu Meditations- oder Lachyogakursen. Vera ist verheiratet, hat sich aber von ihrem Mann getrennt, auch wenn sie noch nicht geschieden sind. Er würde die Ehe gerne weiterführen, aber Vera war während ihrer Ehe nur unglücklich.

Dazu kommen erhebliche familiäre Probleme, vor allem mit ihrer Mutter, zu der sie zeitlebens ein sehr schwieriges Verhältnis hatte, auch begründet durch vergangene Geschehnisse im Zusammenhang mit ihrer Schwester. Weiterlesen

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Cristina Cattaneo: Namen statt Nummern: Auf der Suche nach den Opfern des Mittelmeers

Wie oft habe ich mich, und da bin ich sicher nicht allein, bei Berichten und Fotos von ertrunkenen Geflüchteten im Mittelmeer gefragt, ob die Angehörigen der Opfer jemals erfahren, was ihren Söhnen, Männern, Brüdern widerfahren ist. Wie soll es möglich sein, ihnen mitzuteilen, dass ihre Liebsten auf der Flucht nach Europa ums Leben kamen, wenn niemand weiß, wer die Ertrunkenen sind, ja wenn sie oft noch nicht einmal geborgen und erfasst werden.

Cristina Cattaneo ist eine renommierte und erfahrene italienische Forensikerin und Professorin für Rechtsmedizin und Anthropologie an der Universität Mailand. Sie ist außerdem Leiterin des Labanof (= Laboratorio di Antropologia e Odontoligia Forense). Seit vielen Jahren befasst man sich dort mit der Identifizierung unbekannter Toter, Menschen, die Verbrechen, Unfällen oder Katastrophen zum Opfer fielen, Obdachlosen, die niemand kennt und schlussendlich auch Fremden ohne Angehörige in Italien.

Hierbei gehen die Pathologen, unterstützt von Anthropologen, Forensikern, Odontologen, Polizei und Rotem Kreuz zwei Wege: zum einen werden alle Informationen gesammelt, die die Leiche liefert wie DNA, Fingerabdrücke, Tattoos, Sklettveränderungen, medizinische Befunde  – bezeichnet mit PM = post mortem Informationen – und zum anderen alle Angaben, die über Vermisste bekannt sind wie Krankenberichte, Zahnbehandlungen, unveränderliche Kennzeichen, letzte Aufenthalte usw – bezeichnet als AM = ante mortem Informationen. Weiterlesen

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