Henning Sußebach: Deutschland ab vom Wege. Eine Reise durch das Hinterland

Henning Sußebach (Jahrgang 1972) arbeitet als Redakteur und Reporter im Bereich Dossier für die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ und lebt in Hamburg. Er schreibt zeitgenössische Reportagen zu Themen der deutschen Gesellschaft und Politik, wie beispielsweise Wohnungslosigkeit oder Leben im Alter. Zuletzt erschien 2016 sein Buch „Unter einem Dach“ bei Rowohlt, in dem er über sein Zusammenleben mit einem syrischen Flüchtling berichtet. Sein neuestes Projekt „Deutschland ab vom Wege – Eine Reise durch das Hinterland“ hat Sußebach ebenfalls zu einem Buch verarbeitet, das am 22. April 2017 bei Rowohlt erschienen ist.

Bei einem Waldspaziergang an einem Neujahrsmorgen reift bei Henning Sußebach die Idee, Deutschland von Norden nach Süden abseits von Asphalt und Beton zu durchwandern. Rund 1000 Kilometer von der Ostsee bis zur Zugspitze will er Straßen und Städte weitestgehend meiden und sich über Äcker, Wiesen, Felder und Wälder zu Fuß von Mecklenburg nach Bayern durch Deutschland bewegen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Meir Shalev: Mein Wildgarten

Mein Gesamteindruck vorweg: Ein wunderbares Buch! Ich hatte größtes Vergnügen, es zu lesen. Geschrieben wurde es von Meir Shalev, der in Israel einer der bekanntesten und beliebtesten Romanciers ist. „Mein Wildgarten“ ist jedoch kein Roman, sondern eine Liebeserklärung Shalevs an seinen Garten mit all den Tieren und Pflanzen, die dort leben.

In fast fünfzig handlichen und sehr vergnüglich zu lesenden Kapiteln plaudert Shalev über Obstbäume, Anemonen, Wildbäume, Alpenveilchen und viele andere Pflanzen. Er erzählt von seinen Erlebnissen mit Ameisen, Blindmäusen, einem dummen Specht, aber auch mit Spinnen und Schlangen. Er philosophiert über die Geduld, die (nicht nur) ein Gärtner haben sollte, über das Barfußlaufen, Prokrastination und Spötteleien. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Rayk Anders: Eure Dummheit kotzt mich an

Gleich vorneweg: ich habe das Buch sehr genossen und es gerne gelesen. Da ich sowieso im selben Kulturbetrieb unterwegs bin – zwar habe ich keinen eigenen youtube Kanal, aber doch die Bühne als Forum, sowohl als Veranstalter als auch auf der Bühne – komme ich gleich zum Problem: wir schmoren im eigenen Saft. Mein guter Freund Volker Pispers hat (wahrscheinlich) aufgehört öffentlich aufzutreten, weil er es nicht mehr ertragen konnte, über 30 Jahre exzellent recherchierte Pointen in die vollen Säle tropfen zu lassen, um am Ende zu erleben, dass nichts Konsequenzen hatte. Das gipfelte in einer Art Publikumsbeschimpfung: „Nein, Sie sind nicht gemeint, sie haben ja eine Eintrittskarte für das politische Kabarett!“ Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Stephanie Lang von Langen: Entspannt mit Hund

Das Buch der Tierpsychologin Stephanie Lang von Langen beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage nach der Work-Life-Balance des Hundes. Ist schon richtig, manche Hunde haben einen engeren Terminplan als mancher Manager. Es gibt Rassen, die machen das ohne murren mit – meiner zum Beispiel nicht. Der zeigt schon sehr deutlich, wenn er keine Lust mehr hat, allerdings darf er das auch und ich höre drauf. Stephanie Lang von Langen erklärt das entspannte zusammenleben anhand der fünf Grundbedürfnisse des Hundes (fünf Grundbedürfnisse des Hundes (Ruhe, Bewegung, Bindung, Beschäftigung und Spiel), man muss ihr nicht an jeder Stelle zustimmen, aber es ist auf jeden Fall interessant zu lesen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jón Gnarr: Der Outlaw – Eine isländische Jugend am Rande der Gesellschaft

Jón Gnarrs Werdegang ist mehr als abenteuerlich: Problemkind, Punker, Anarchist, Radiokomiker, Gründer der „Besten Partei“ Islands, Oberbürgermeister von Reykjavik. Nach seiner Biografie „Indianer und Pirat“ setzt diese Autobiografie in einer schmerzlichen Zeit an: Jón landet in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche. Der Vierzehnjährige hadert mit den Regeln des Schulsystems, doch er findet etwas Zugehörigkeit. Unter Islands verlorenen Kindern ist er nicht mehr länger ein Mobbingopfer. Er ist der coole „Jonsi-Punk“.

Die Jugendanstalt in Núpur liegt am Rande der Welt, umgeben von Meer, Felsen und meterhohen Schneehügeln. Hier wären Gitter vor den Fenstern gar nicht nötig, da es nichts gibt, wohin die Jugendlichen flüchten könnten. An diesem Ort verbringt Jón zwei Jahre seines Lebens. Tapfer gilt es, verdorbenen Walgulasch hinter zu würgen und sich morgens den Weg frei zu schippen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Florian Huber: Hinter den Türen warten die Gespenster

Dieses Buch ist kein Roman. Der promovierte Historiker Florian Huber hat vielmehr Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und andere Zeitzeugnisse aus der Nachkriegszeit in Deutschland ausgewertet, um daraus ein interessantes Gesamtbild der ersten Jahre ab 1945 zu zeichnen.

In dieser Collage kommen Frauen vor, die ohne Mann die Familie durchbringen müssen, Kinder, die ohne Vater aufwachsen, und Männer, die aus dem Krieg zurückkehren und sich im Nachkriegs-Deutschland und in ihrer veränderten Familie nicht mehr zurechtfinden. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Paul Auster: Ein Leben in Worten

Inge Birgitte Siegumfeldt ist Professorin für zeitgenössische Literatur und Literaturtheorie an der Universität Kopenhagen.

In Gesprächen mit Paul Auster, die in den Jahren zwischen 2011 und 2013 stattfanden, gewährt ihr der Autor Einblicke in sein Schaffen. Zusammen gehen sie seinen Ideen und Gedanken, aus denen seine großen Romane entstanden sind, auf den Grund.

Auch wer nicht viel von Paul Auster gelesen hat, findet in diesen Gesprächen unerschöpfliche, überaus interessante Informationen über Motivation und Entstehung seiner Texte. Letztlich offenbart sich Paul Auster, der sehr oft autobiographisches in seine Texte einfließen lässt, ein Stück weit selbst. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Yvonne Hofstetter: Das Ende der Demokratie

Was ist Digitalisierung, und was ist Internet? Ohne groß über die Hintergründe nachzudenken, benutzt fast jeder beides und genießt die Annehmlichkeiten. In der Praxis gibt es den Zugang zu einem Computernetzwerk oder Regelwerke diverser Kommunikationsprotokolle, die durch Codes und Softwaredesigns gelenkt werden. Was im ersten Fall wie ein Akt des freien Willens aussieht, ändert sich im zweiten Fall. Dort unterwirft sich der Anwender entweder den vorgegebenen Regeln oder verzichtet auf bestimmte Leistungen. Friss oder stirb. Ja oder Nein. Ein Vielleicht öffnet keine Türen, die als Schlüssel persönliche Daten verlangen. Laut Yvonne Hofstetter entsteht ein Informationskapitalismus, der von den Spuren der Anwender im Internet genährt wird. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

J. K. Rowling: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: Das Originaldrehbuch

Es muss nur Joanne K. Rowling auf dem Einband stehen – schon reißen sich alle um dieses Buch. Und wenn es dann noch irgendwie um Harry Potter geht, ist der Bestseller-Erfolg vorprogrammiert. Nach dem Manuskript zum Theaterstück „Harry Potter und das verwunschene Kind“ ist nun das Drehbuch zum Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ erschienen. Es ist ein genauso kompliziert zu lesendes und inhaltlich dünnes Werk wie das „Verwunschene Kind“. Regieanweisungen in Kursiv, fett gedruckte Szenengliederungen, vor jedem Dialog der Name – da kommt nicht gerade Lesefluss auf. Und das Erzählerische, also gerade das, was Rowlings Potter-Bücher ausgemacht hat, bleibt vollkommen auf der Strecke. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Barbara Vinken: Die Blumen der Mode

Ob man sie liebt oder hasst: Mode ist allgegenwärtig. Sie ist Repräsentation, Maskerade, Fetisch, Statement, Spiel. In diesem wundervollen Buch zeigen die Essays und philosophischen Betrachtungen kluger Köpfe wie Heinrich Heine, Emile Zola und Simone de Beauvoir, dass Kleidung alles andere als oberflächlich ist. Nichts spiegelt den Zeitgeist und die gesellschaftliche Ordnung so unmittelbar wie unsere „zweite Haut“.

Warum wird etwas zur Mode? Wie schaffte es der militärische Camouflage-Look auf den Laufsteg? Wann wurde der meterosexuelle Mann geboren? Wo hört der Schuh auf, wo fängt der Fetisch an? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: