Scarlett Curtis (Hrsg.): The future is female!: Was Frauen über Feminismus denken

Katrin Bauerfeind erzählt von ihrer schwäbischen Oma, die es einfach hinnahm, dass ihr Mann ihren ersten, einzigen und ersehnten Urlaub in letzter Minute abgesagt hat, weil er lieber im eigenen Bett schlafen wollte. Seitdem hat sich viel verändert, denn: „Die gute Nachricht ist: Ich lebe in der besten Zeit, die es je für Frauen gab.“ Aber sie ist auch überzeugt, dass „Fortschritt kein automatisches Update“ ist, sondern „immer wieder aufs Neue erkämpft werden muss.“

Keira Knightley berichtet von der Geburt ihrer Tochter und der Zeit danach. Ihre Botschaft für die Leserinnen ist: Wir sind nicht das schwächere Geschlecht.

Emma Watson gibt Tipps für Bücher, die Mädchen und (jungen) Frauen die Augen öffnen und mehr Selbstvertrauen schenken können. Sie hat mit „Our Shared Shelf“ einen äußerst erfolgreichen feministischen Buchclub gegründet.

Und das sind nur die (mir) bekanntesten Frauen, die für das Buch „The future is female“: Was Frauen über Feminismus denken“ ihren Beitrag leisten. Mehr als 50, überwiegend junge Aktivistinnen, Autorinnen, Unternehmerinnen, Sängerinnen und Schauspielerinnen aus verschiedenen Ländern schreiben darüber, was Feminismus für sie bedeutet. Weiterlesen

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James Hawes: Die kürzeste Geschichte Deutschlands

Im Zuge der aktuellen Mode, komplexe und umfangreiche Sachverhalte einer großen Leserschaft gefällig und komprimiert nahezubringen, gibt es nun also auch „Die kürzeste Geschichte Deutschlands“. Und tatsächlich verfügt das Buch auch nur über handliche 336 Seiten. Hiervon sind gut zwei Drittel der Neuzeit gewidmet.

Man erhält aber im ersten Drittel trotzdem einen guten Überblick, was seit der Antike in dem Bereich Zentraleuropas, der heute Deutschland heißt, alles geschehen ist. Der Autor schafft es, sowohl mithilfe mancher Quellen als auch mit Vergleichen zur Populärkultur den jeweiligen Zeitrahmen lebendig erscheinen zu lassen.

So erfährt der Leser, dass „Germanien“ eine Erfindung der Römer ist, liest von der Wanderung der Germanenstämme und landet schließlich im Mittelalter, in dem nach Karl dem Großen – der vom Autor großzügig als Deutscher betitelt wird (unsere französischen Nachbarn wären da anderer Meinung…) erstmalig von so etwas wie „Deutschland“ die Rede sein. Weiterlesen

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Eva-Maria Altemöller: Herzblut: Eine Liebeserklärung an den kleinen Laden

Nach ‚Der Club der Idealisten‘ ist mit ‚Herzblut‘ im September ein neues Buch von Eva-Maria Altemöller bei Sanssouci erschienen. Geziert wird es von einem hübschen Coverbild, das eine Frau vor dem Schaufenster eines Hutladens zeigt. Es liest sich sehr angenehm, da die Sprache, der sich die Autorin bedient in so einem netten Plauderton daherkommt, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, Frau Altemöller würde einem alles persönlich erzählen.

Wie der Untertitel bereits aussagt, geht es um die kleinen Läden. So erfährt man vieles von den zahlreichen schönen und einzigartigen Geschäften, die es in Lindau gibt. Dort, am Bodensee, lebt und arbeitet die Autorin selbst und kennt sich dementsprechend gut aus. Und so erzählt, nein schwärmt sie, etwa von dem Spielzeugladen, in dem man noch Dampfmaschinen und Kaleidoskope kaufen kann, von den wunderschönen Buchhandlungen, den Papier- und Schreibwarenläden und dem großartigen Hutgeschäft, das eine ganz besondere Auswahl bietet.

Ein Lobgesang auf die noch von Inhabern betriebenen und mit Herzblut geführten Läden. Und auch ein wenig ein Stadtführer für Lindau, da man doch den einen oder anderen Insidertipp erhält. In ihrer leichten und eingängigen Sprache vermittelt Frau Altemöller wunderbar ihre Begeisterung über das, was solche noch mit Enthusiasmus und Ideen betriebenen Geschäfte von den großen Ketten und dem Internethandel abhebt. Weiterlesen

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David Sedaris: Calypso

Der 1956 geborene US-amerikanische Schriftsteller David Sedaris ist in Deutschland mit Werken wie „Nackt“ (1999) oder „Ich ein Tag sprechen hübsch“ (2001) bekannt geworden. Sein Markenzeichen sind heitere und amüsante autobiografische Texte. Er schreibt über seine große Familie mit sechs Geschwistern, das Leben als Homosexueller mit seinem Freund Hugh oder seine Erlebnisse als Autor – beispielsweise auf Lesungen. Auch sein neuestes Buch, „Calypso“, mit vielen kleineren Erzählungen bildet da keine Ausnahme. Das alles liest sich leicht und locker, ohne dass allerdings so etwas wie Spannung aufkommen würde.

Die stärksten Stellen hat das Buch, wenn es etwa um den Selbstmord von Sedaris‘ Schwester Tiffany geht und wie die Familie damit umgeht oder auch um die Kommentare des Autors zur Trump-Wahl. Weiterlesen

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Helen Jukes: Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen

Helen Jukes (Jahrgang 1984) lebt in Wales und engagiert sich für den Schutz von Bienen. Sie ist Mitbegründerin des Bee Friendly Trusts. „Das Herz einer Honigbiene hat fünf Öffnungen“ ist ihr erstes Buch und wurde am 8. Oktober 2018 beim DUMONT Buchverlag in einer Übersetzung von Sofia Blind veröffentlicht. Helen Jukes erzählt darin über einen Zeitraum von einem Jahr, wie sie die Zeit von der Idee, sich ein Bienenvolk in ihrem Reihenhausgarten in Oxford zu halten, bis zur ersten Honigernte Monate später erlebte.

Ihre Geschichte beginnt im November bei einem Gang durch den Garten voller Unkraut. Jukes ist vor ein paar Monaten wegen eines Jobs nach Oxford gekommen. Zusammen mit einer Freundin hat sie das Haus gemietet. Erste Erfahrungen mit Bienen hat sie allerdings schon Jahre zuvor in London gesammelt. Dort hatte sie Luke, einen Imker, kennengelernt und ihn einige Zeit begleitet. Unzufrieden mit ihrem Job in Oxford beschäftigt sie sich intensiv mit der Haltung eines Bienenvolkes und dem Bau eines Bienenstockes. Weiterlesen

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Linn Ullmann: Die Unruhigen

Hammars auf der Insel Farö ist der Ort, an dem Linn Ullmanns berühmter Vater Ingmar Bergman seinen Lebensabend bis zu seinem Tod 2007 verbrachte.  Die Autorin selbst verlebt in Hammars alljährlich ihre Ferien beim Vater, manchmal zusammen mit einigen ihrer neun Halbgeschwister. Linn ist das jüngste der Kinder. Mit vier Frauen war ihr Vater, der Regisseur Ingmar Bergman verheiratet gewesen, seine neun Kinder teilte er mit sechs Frauen.

Linn Ullmann wächst bei ihrer Mutter, der Schauspielerin Liv Ullmann auf. Es ist ein unstetes Leben, das der Beruf ihr abverlangt. Linn zieht mit mit der Mutter nach New York, Paris, Oslo. Hammars ist wie ein Ruhepol dagegen, obwohl es dort strenge Regeln, die der Vater aufstellt, zu beachten gilt.

Die Erinnerungen an ihre Kindheit bei der Mutter und hauptsächlich an die beim Vater in Hammars, zeigen unterschiedlichste Facetten der Künstlereltern auf. Im Schreibstil der Autorin spiegeln sich in der Vielschichtigkeit Nuancen ihres eigenen und des Lebens ihrer Eltern. Weiterlesen

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Roland Schulz: So sterben wir: Unser Ende und was wir darüber wissen sollten

Als der Deutsche Bundestag 2014 über die gesetzliche Regelung von Sterbehilfe diskutierte, stellte sich der Journalist Roland Schulz die Frage, was das denn eigentlich genau ist, das Sterben. Er begab sich auf die Suche nach einem Wissenswerk darüber, was Sterben ausmacht, und fand – so gut wie nichts. Er begann zu recherchieren und traf sich mit Menschen, die sich mit dem Sterben auskennen, mit Ärzten, Pflegern, Hospizhelfern, Pathologen, Palliativmedizinern, Bestattern und Trauerbegleitern, mit Sterbenskranken und deren Angehörigen.

Obwohl uns allen der Tod gewiss ist, versuchen viele, jeden Gedanken daran zu vermeiden. Spüren, wie die Kräfte schwinden? Schmerzen erleiden müssen, dem eigenen Körper immer weniger trauen können? Das Ende vor Augen haben? Sterben und in Vergessenheit geraten? Das ist etwas, das anderen passiert; wir verdrängen, dass es uns betrifft, vielleicht in Jahrzehnten, vielleicht schon bald.

Was passiert mit uns, wenn wir sterben? Welche biologischen und seelischen Prozesse laufen ab? Was denken und fühlen wir? Was geschieht mit unseren sterblichen Überresten und mit uns als Person, nachdem wir gestorben sind? Weiterlesen

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Nadine Sieger: Coco Chanel

Als Gabrielle Chanel 1883 im Armenhaus von Saumur geboren wird, tragen die Damen noch Korsett und können sich kaum alleine anziehen. Bei ihrem Tod 1971 in Paris ist in der Mode alles möglich. Als Coco Chanel – eine der berühmtesten Modeschöpferinnen – hat sie dazu beigetragen und das Leben unzähliger Frauen beeinflusst. „Unnötigen Prunk und sinnlosen Schnickschnack“ lehnt sie vehement ab. Frauen sollen sich frei bewegen können, unabhängig und selbstbewusst auftreten. Wie sie selbst.

Mit Anfang 20 trägt sie am liebsten Männerkleider. Bequem soll es sein, aber mit Stil. Denn „Mode ist vergänglich, Stil niemals“. Doch nichts wurde ihr in die Wiege gelegt. Mit elf Jahren, nach dem Tod ihrer Mutter, gab sie der Vater im nächstgelegenen Waisenhaus ab. Als Schausteller und Luftikus hatte er weder Zeit noch Lust, sich um seine fünf Kinder zu kümmern. Als junges Mädchen träumt Gabrielle davon, Sängerin zu werden. Doch sie muss sich eingestehen, dass ihr Talent nicht reicht. Zwei Männer werden zu ihren ersten Förderern: Étienne Balsan, ein reicher Offizier und Lebemann, der sie (als eine seiner Mätressen) für einige Jahre auf seinem Landsitz beherbergt, und Arthur „Boy“ Capel, die große Liebe ihres Lebens. Boy ist gebildet, attraktiv, verkehrt in besten Kreisen und lebt nicht nur von seinem Erbe, sondern verdient – was Gabrielle am meisten beeindruckt – sein eigenes Geld. Das möchte sie auch: unabhängig sein vom Wohlwollen anderer. Weiterlesen

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Will McCallum: Wie wir Plastik vermeiden

„Plastiktüten sind auf der ganzen Welt zu einem Symbol der Plastikkrise geworden. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von gerade einmal fünfzehn Minuten schätzen Wissenschafter, dass es zwischen 500 und 1000 Jahren dauert, bis sie sich zersetzt haben.“ (Zitat Kapitel „Plastiktütenverboten rund um den Globus“)

Allein dieses kurze Zitat zeigt eindringlich, welches Problem Plastik für die Umwelt und Tierwelt darstellt. Will McCallum hat in seinem Sachbuch zum Thema die wichtigsten Fakten rund um Kunststoffe versammelt. Dabei ist eine Dreiteilung zu erkennen: Im ersten Drittel widmet er sich allgemeinen Infos und stellt klar, dass noch vor 60 Jahren die Menschen sehr gut ohne Plastik gelebt haben. Dass sie auch irgendwie ihre Lebensmittel aus dem Supermarkt nach Hause transportiert haben, sich gewaschen haben, die Zähne geputzt haben – alles ohne Plastik. Heute allerdings ist es undenkbar auf die in sehr unterschiedlicher Form auftretenden Kunststoffe zu verzichten. Im zweiten Drittel des Buches gibt der Autor dann Tipps, wie man Plastik in den unterschiedlichen Räumen des Hauses oder im Job vermeiden kann. Im letzten Teil des Buches stellt er dann in den Mittelpunkt, wie man eine Plastikfrei-Kampagne aufziehen kann, an welchen Stellen man sich über Plastik beschweren kann und wie man das am Besten anstellt. Kurz: Wie man Menschen für die eigenen Ideen möglichst gut begeistern kann. Weiterlesen

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Tara Westover: Befreit

Tara Westover wurde 1986 in Idaho, USA, auf der Farm ihrer Eltern am Buck Peak geboren. In ihrer Kindheit bekommt sie weder einen Arzt zu Gesicht noch betritt sie jemals ein Klassenzimmer. Die Kinder werden anfangs halbherzig von der Mutter zu Hause unterrichtet, später bleibt ihnen ihre Bildung selbst überlassen. Sie können alles lernen, was sie wollen, wenn sie es sich nur selbst beibringen, nachdem sie ihre Arbeit erledigt haben. Tara arbeitet viel: Sie hilft ihrer Mutter, einer Kräuterfrau, Tinkturen zu mischen und begleitet sie bei Geburten. Sie hilft ihr beim Kochen und Spülen und sortiert schwere Metallteile auf dem Schrottplatz ihres Vaters.

Der Vater besteht darauf, dass sich die Familie auf die Tage des Gräuels vorbereitet, wenn sich die Sonne verdunkeln und eine neue Zeit anbrechen wird, wenn nur diejenigen überleben können, die auf dem rechten Weg sind. Menschen, die bedingungslos auf Gott vertrauen und nach seinen Geboten leben. Menschen, die züchtig und demütig sind und sich vor allem von den Sozialisten und den Illuminaten fernhalten, welche rechtschaffene Leute einer Gehirnwäsche unterziehen, besonders in Schulen und Krankenhäusern. Der Vater regiert mit harter Hand; niemand in der Familie stellt seine Entscheidungen in Frage, selbst wenn sie zu lebensgefährlichen Situationen führen. Weiterlesen

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