Susanne Gärtner: Borreliose – Die verschwiegene Volkskrankheit

Vereinfacht ausgedrückt, ist Borreliose eine durch Borrelia verursachte Infektionserkrankung, bei der es weder eine eindeutige Diagnose noch ein eindeutiges Erkrankungsbild gibt. Darin liegt die Tücke. Wer kann sich noch erinnern, wann und wo eine Zecke, eine Mücke oder eine Bremse gebissen oder gestochen hat? Möglicherweise hat dabei das Insekt auch andere Krankheitserreger weitergereicht. Wer eine Wanderröte auf der Haut bemerkt, kann sofort bei einem Arzt eine Behandlung mit Antibiotika beginnen. Wer diesen ersten Schritt versäumt, kann irgendwann chronisch erkranken. Viele Menschen haben Bakterien aus der Familie der Borrelia im Blut. Manche wissen es, manche nicht. Wer eines Tages unter einer chronischen Erkrankung leiden wird, läuft Gefahr, dass der Arzt an der wahren Ursache vorbei seine Diagnose und Behandlung beginnt.

Die Autorin und Heilpraktikerin Susanne Gärtner hat am eigenen Leib erfahren, wie lang- und schwerwiegend eine chronische Erkrankung sein kann. Erst als ein Arzt ihr mitteilte, sie müsse sich endgültig mit einem Rollstuhl abfinden, begehrte sie auf. Sie trug Informationen über Borreliose zusammen und probierte die unterschiedlichsten Behandlungsmethoden aus. Der Erfolg nach fünfzehn Jahren hat ihr ein neues, gesundes, selbstbestimmtes Leben geschenkt. Weiterlesen

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Bas Kast: Der Ernährungskompass

Das neue Buch des Wissenschaftsjournalisten und Autors Bas Kast hat sich in den Bestsellerlisten schnell einen der vorderen Plätze erobert. Völlig zu Recht, wie ich meine, denn es behandelt ein für uns alle äußerst wichtiges, aber leider nur zu oft vernachlässigtes Thema: die Ernährung und ihre Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Auch dem studierten Psychologen und Biologen war es lange Zeit nicht wirklich wichtig, was er aß. Eines Tages jedoch bekam er aus heiterem Himmel gesundheitliche Probleme, die ihn nachdenklich machten. Er begann sich zu fragen, ob eine gesündere Ernährung ihm wohl helfen würde. Und wenn ja, wie diese genau aussehen müsste. Welche Nahrungsmittel sind wirklich gesund? Welche ungesund? Ist es beispielsweise sinnvoll, vegan zu essen oder sollte man die Paläoernährung vorziehen?

Kast stellte schnell fest, dass er nicht der Erste war, der solche Fragen stellte. Allerdings fand er auch eine schier unüberschaubare Anzahl an sich oftmals widersprechenden Antworten in Form von Studien, Ratgebern oder sonstigen Ernährungsratschlägen. Um Ordnung in dieses Chaos zu bringen, machte er sich daran, alles was er fand, zu sammeln, zu sichten und auszuwerten. Weiterlesen

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Armin Strohmeyr: Weltensammlerinnen

Am 24. Oktober 1901 – ihrem dreiundsechzigsten Geburtstag – überwindet die Amerikanerin Annie Taylor als erster Mensch die Niagarafälle: Mit ihrem speziell angefertigten Holzfass „Queen of the Mist“ stürzt sie in 3,3 Sekunden die 53 Meter im freien Fall hinab und taucht in den wilden Strudeln unter. Sie macht es aus Geldnot, möchte mit ihrer wagemutigen, halsbrecherischen Fahrt ein Stückchen Berühmtheit erlangen, um sich ein Auskommen zu sichern. Doch bald schon verschwindet sie wieder in der Versenkung, weil sie es nicht schafft, ihre kurze Reise auf und im Fluss gut zu vermarkten.

Das machen viele der nachfolgenden Weltensammlerinnen in Armin Strohmeyrs Buch besser. Sie schreiben Bücher und Zeitungsartikel, lassen sich auf ihren Reisen filmen und interviewen. Das führt nicht unbedingt zu Reichtum, aber die meisten können von ihrer Leidenschaft leben. Doch egal, wohin sie reisen und welche Abenteuer sie bestehen, eines haben alle gemeinsam: Es sind unabhängige Frauen, die ihre Ziele mit langem Atem verfolgen. Weiterlesen

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Hala Kodmani: »Sie können mir den Kopf abschlagen, aber nicht meine Würde nehmen«

„… 1. Juni 2015

Baghdadi hat für die Provinz Rakka die allgemeine Mobilmachung ausgerufen. Also, meine Herren Daeschler, ich werde für euch beten! Aber nur, wenn ihr auch brav als Märtyrer sterbt und kein Einziger von euch übrig bleibt!“ (S. 129)

Zwischen August und Oktober 2015 wurde Ruqia von der IS hingerichtet. Weil sie insbesondere über die Unterdrückung und den Terror in Rakka bzw. Syrien auf Facebook berichtet hatte, wurde sie „Journalistin“ genannt und als gefährlich eingestuft. Denn ihre Berichte standen im Widerspruch zu den offiziellen Bekanntmachungen.

Hala Kodmani ist eine syrische-französische Journalistin, die im Rahmen ihrer Recherchen 2016 auf „Nissan Ibrahim“ aufmerksam wurde. Nissans umfangreiche Chronik beeindruckte sie so sehr, dass sie sich auf eine Spurensuche begab. Wer verbarg sich hinter dem Pseudonym Nissan, wie lebte und starb sie? Weiterlesen

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D. Graf & K. Seide: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn, gelesen von N. West

Das Alter zwischen fünf und zehn Jahren ist, so die Autorinnen, ein immens wichtiger Entwicklungsabschnitt, dem in der Fachliteratur aber häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Diese Lücke wollen Danielle Graf und Katja Seide – Betreiberinnen des beliebten Blogs www.gewuenschtestes-wunschkind.de – mit dem vorliegenden Hörbuch schließen. Durch die bedürfnis – und beziehungsorientierte Erziehung, für die sie stehen, soll es möglich werden, dass innerhalb der Familie gleichermaßen auf die Bedürfnisse aller geachtet wird. Es geht darum,  Kompromisse einzugehen, sodass niemand zurückstecken muss. Wie das funktionieren kann zeigen sie kenntnisreich und unter Einbeziehung von Fachliteratur. Sie liefern anschauliche, sehr konkrete  und nachvollziehbare Praxisbeispiele basierend auf den Leserbriefen zu ihrem Blog.

Die Bedürfnis- und Beziehungsorientierung hat häufig einen schlechten Ruf. Ihr wird nachgesagt, die Kinder würden dadurch zu Tyrannen, zu Arschloch-Kindern herangezogen. Weiterlesen

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Marissa Landrigan: Fleisch essen für Vegetarier

In diesem Buch beschreibt die junge US-Amerikanerin Marissa Landrigan ihren Werdegang zur Vegetarierin und wieder zurück zur bewusst essenden Fleischkonsumentin. Dies allerdings unter der Prämisse einer möglichst ethisch korrekten, nachhaltigen Ernährungsform.

Betrachtet man nur den sachlichen Inhalt, liest sich dieses Buch so widersprüchlich wie sein Titel. Deshalb gleich vorneweg: Dies ist nur bedingt eine Lektüre für überzeugte Vegetarier und Veganer. Aber die Wankelmütigen und die Flexitarier werden in diesem Buch vieles finden, was interessant und richtungsweisend sein kann. Dass sich Landrigans persönliche Erzählweise sehr unterhaltsam liest verwundert nicht angesichts der Tatsache, dass sie an der Universität Pittsburgh Kreatives Schreiben unterrichtet und unter anderem für den „Atlantic“ schreibt.

Essen hatte einen traditionellen Stellenwert in Marissa Landrigans italienisch geprägtem Elternhaus. Bei der Nudelherstellung, die in eine regelrechte Zeremonie ausuferte, hatten alle Familienmitglieder, von den Großeltern bis zu den Kindern, ihre Aufgabe. Fleisch zu essen war eine Selbstverständlichkeit, die niemand hinterfragte. Weiterlesen

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Meir Shalev: Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger

Die Geschichte ist wahr. Zumindest so wahr, wie sie in der Familie Meir Shalevs sein kann. Denn dort gibt es Familiengeschichten immer in verschiedenen Versionen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Ausschmückungen, je nachdem, wer sie erzählt. Und große Erzählerinnen und Erzähler sind – wenn man Meir Shalev glauben möchte – ein Merkmal seiner Familie. Erinnerung und Phantasie, schreibt er, sind in seiner Verwandtschaft ein und dasselbe.

„Die Sache war so…“ – Mit dieser Eingangsformel begann Großmutter Tonia ihre Geschichten und stellte damit klar: Was ich gleich erzähle, entspricht genau den Tatsachen. Und auch die anderen Familienmitglieder nahmen das mit dieser Einleitung für sich in Anspruch.

Die Sache war so: Großmutter Tonia wanderte Anfang der 1920er Jahre aus einem Dorf, das heute in der Ukraine liegt nach Israel aus. Dort heiratete sie ihren Schwager Aaron, der seine Frau – ihre Schwester – verloren hatte und mit zwei kleinen Kindern alleine dastand. Sie wohnten im ersten, in der Jesreelebene gegründeten Moschaw Nahalal, einer Art genossenschaftlich organisiertem Dorf, und betrieben Landwirtschaft. Weiterlesen

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Jesper Juul: Leitwölfe sein: Liebevolle Führung in der Familie

Wieso Wölfe, werden Sie sich beim Lesen des Titels vermutlich fragen. Wölfe, das klingt zunächst nach Alphatier und Aggression. Doch Jesper Juul beantwortet die Frage direkt zu Beginn durchaus plausibel: „Es ist für sie eine Überlebensfrage, ihrer Gruppe gut funktionierende Anführer zu sein und sie zusammenzuhalten. Ich denke, der Schlüssel für erfolgreiche Familien heißt bei Menschen wie Wölfen: Beziehung und Vertrauen.“ (Seite 18) Eltern sollen ihre Kinder führen, sprich klar sagen was sie wollen und was nicht. Besonders Frauen tun sich, laut Jesper Juul, mit dieser Aufgabe als Leitwolf jedoch schwer – viel schwerer als die Männer. Er ermutigt sie, ihr „wahres Selbst“ (Seite 77) zu entdecken und dabei die Angst zu bewältigen, als egozentrisch abgestempelt zu werden. Nur wenn sie „ihre persönlichen Grenzen und Bedürfnisse definieren (…) werden sie in der Lage sein, gesunde Beziehungen zu ihren Kindern aufzubauen, die im Gegenzug ebenfalls wachsen und gedeihen können durch die zusätzliche Unabhängigkeit (die Jungen) und durch ein gutes, verlässliches Vorbild (die Mädchen).“ (Seite 83) Weiterlesen

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Stefano Mancuso: Pflanzenrevolution

„Pflanzenrevolution“ ist das jüngste Buch des Biologen und Pflanzenforschers Stefano Mancuso. Mancuso hat sich in den letzten Jahren unter anderem mit seinem Werk „Die Intelligenz der Pflanzen“ auch in Deutschland einen Namen gemacht. Er ist Professor an der Universität Florenz und leitet dort das Laboratorio Internazionale di Neurobiologia Vegetale.

Zum Buch: Ist uns Menschen eigentlich klar, welche Bedeutung Pflanzen für uns haben? Den Meisten ist das vermutlich gar nicht bewusst. Blumen, Bäume und Sträucher werden doch oft genug nur als leblose Gebilde in unserer Umwelt wahrgenommen. Dabei könnten wir ohne den Sauerstoff, den sie produzieren, nicht atmen. Unsere Autos könnten ohne das Öl nicht fahren, das vor Millionen von Jahren als Sonnenenergie von Pflanzen gespeichert wurde und uns nun als fossiler Brennstoff zur Verfügung steht. Mit Kohle und Gas verhält es sich ebenso. Die Aufzählung ließe sich mit Holz als einem der noch immer wichtigsten Baumaterialien oder den pflanzlichen Bestandteilen vieler Medikamente fast beliebig fortsetzen. Weiterlesen

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Bernhard Kegel: Ausgestorben, um zu bleiben

Sie leben! Obwohl vor 65 Millionen Jahren ausgestorben, sind sie omnipräsent auf Kinoleinwänden, in Kinderzimmern und in der Populärkultur anzutreffen. Das Kuriose: Es gibt kaum ein Buch für Erwachsene, welches fundiert über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse berichtet. Die stellen unser bisheriges Bild der Dinosaurier komplett auf den Kopf! Bernhard Kegel schließt mit seinem hochinteressanten, gewitzten Buch diese fast schon skandalöse Lücke. Dinosaurier waren weitaus friedliebender, kleiner, intelligenter und gefiederter als bislang angenommen. Ja, sie leben wirklich noch… millionenfach mitten unter uns! Denn Vögel und Dinosaurier sind nicht weitläufig miteinander verwandt – unsere gefiederten Freunde SIND Dinosaurier.

Vorsicht Spoiler: Freunde handfester Dino-Action müssen nun ganz tapfer sein. „Dinos ähnelten eher Rotkehlchen als Krokodilen“, wird der Paläontologe James Horner im Buch zitiert. Diese Aussage untermauert Bernhard Kegel auf vielerlei Art. Ausschlaggebend waren die sensationellen Jehol-Funde in China ab Mitte der 1990er Jahre. Konservierte Federn, mit Flaum bedeckte Raubdinosaurier inklusive pneumatischer Skelette und weiterer „vogelexklusiver“ Merkmale. Folge: 2017 wurde eine neue Einteilung der Dinosaurier vorgeschlagen. Stammbäume sollen neu geschrieben werden. Weiterlesen

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