Sacha Bachim: Therapie to go: 100 Psychotherapie Tools für mehr Leichtigkeit im Alltag

Das Problem ist nicht das Problem. Das Problem ist deine Einstellung zum Problem.“ (Captain Jack Sparrow in Fluch der Karibik; S. 69)

Der luxemburgische Psychotherapeut Sacha Bachim gibt dem Leser direkt praktische Beispiele, Tipps, Techniken und Methoden aus seinem psychotherapeutischen Werkzeugkoffer mit auf den Weg. Dabei geht er auf Fragen ein wie: „Wieso haben wir eigentlich diese ständigen Gefühle? Und wieso verhalten wir uns so, wie wir uns verhalten, und nicht anders?“ (S. 69)

Direkt am Anfang geht es schon los und man entdeckt als Leser erstes praktisches Handwerkszeug für die eigenen Routinen. Auf jeder Seite habe ich Text- und Pagemarker gezückt, um allerhand nützliche Textstellen zu markieren.

Dank des unterhaltsamen und charmant-humorvollen Schreibstils bin ich wissbegierig durch die Kapitel geflogen, in denen so viele ultraspannende, psychologische Aspekte beleuchtet werden. Weiterlesen

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Matthias Heine: Ausgewanderte Wörter

Dass wir in unserem Alltag viele eingewanderte Wörter verwenden, ist nicht neu. Jeden Tag sprechen wir von Computer, Fisimatenten oder ähnlichem. Aber aus unserer Sprache sind auch ganz viele Wörter ausgewandert, in alle Himmelsrichtungen und zu allen Zeiten.

Davon erzählt Matthias Heine in seinem Buch, das etliche Beispiele aufzählt. Viele davon sind bekannt, zum Beispiel Rucksack oder Kindergarten. Aber wer hätte gewusst, dass in Samoa das Wort „Fünfer“ angekommen ist oder im Ungarischen das Wort „Kupplung“.

Besonders spannend fand ich auch den „Perückenmacher“ im Russischen oder das „Hofbräuhaus“ in Korea – obwohl, das wundert dann doch eher nicht.

Interessant sind dabei die Geschichten dahinter, wie und warum kam dieses deutsche Wort in das fremde, oft weit entfernte Land. Bei manchen überrascht die Erklärung nicht, wenn zum Beispiel die Auswanderer das Deutsche mitnahmen nach Amerika. Aber wie kam der „Schraubenzieher“ ins Serbokroatische? Dabei erkennt man als Deutsche das Wort dann oft gar nicht wieder, wird es doch in den Sprachduktus und natürlich auch in die Schrift des Auswanderungslandes übernommen. Weiterlesen

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Harald Jähner: Höhenrausch: Das kurze Leben zwischen den Kriegen

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es eigentlich genau beim Kapp-Putsch, dem Spartakus-Aufstand oder Hitlers Weg zur Macht zuging, dem sei hiermit ein hochinteressantes Sachbuch empfohlen: „Höhenrausch – das kurze Leben zwischen den Kriegen“ des ehemaligen Feuilletonchefs der Berliner Zeitung, Harald Jähner.

Doch es geht in diesem Buch über die Weimarer Republik keinesfalls nur um Politik. Wir erfahren, wie der „Shimmy“ die Tanzwelt revolutionierte oder wie es im berühmten Berliner Vergnügungstempel „Moka Efti“ zuging, den Fernsehzuschauer schon aus der Serie „Babylon Berlin“ kennen könnten – oder wie der Tonfilm nach anfänglichen Schwierigkeiten dann doch das Kino eroberte.

Auch der Rolle der Frau, dem Arbeitsleben in den Großraumbüros, der Hyperinflation und der Weltwirtschaftskrise sind einige Kapitel gewidmet. Weiterlesen

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Elyas Jamalzadeh & Andreas Hepp: Freitag ist ein guter Tag zum Flüchten

Wann ist man wirklich angekommen? Wann ist eine Flucht wirklich zu Ende? Und wann ist das neue Zuhause Heimat? Und schließlich die Frage, die mich während der Lektüre dieses Buches immer wieder beschäftigte: Wie verkraftet man solche Erlebnisse?

Elyas Jamalzadeh erzählt auf ganz ungewöhnliche Weise von seinem Leben auf der Flucht. Er wurde quasi auf der Flucht geboren, denn seine Eltern waren bereits aus Afghanistan geflohen, bevor er auf die Welt kam. So wurde er im Iran geboren und war dadurch weder das eine noch das andere, weder noch Afghane noch schon Iraner. Obwohl seine Familie viele Jahre im Iran lebte, kamen sie dort nie wirklich an, wurden nie anerkannt und blieben illegal. Was bedeutete, dass keiner von ihnen offiziell arbeiten durfte, die Kinder durften nicht in die Schule und Unterstützung bekamen sie auch nicht. Er war schon fast erwachsen, als die Familie beschloss, erneut zu fliehen, und zwar nach Österreich, wo eine seiner Schwestern bereits lebte. Weiterlesen

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Josef Winkler: Die Ukrainerin. Njetotschka Iljaschenko erzählt ihre Geschichte.

Im Sommer 1981 hält es Josef Winkler in Wien nicht mehr aus. Es zieht ihn in die Abgeschiedenheit der Berge. Er quartiert sich bei einer Bergbauernfamilie in Kärnten ein und will dort ein begonnenes Manuskript fertigstellen. Bis Herbst 1982 bleibt er auf dem Unterstarzerhof bei Valentina Steiner und ihrer Familie. Er freundet sich mit der Bäuerin an, schreibt an seinem Text, hilft aber auch tatkräftig am Hof mit. Dabei erfährt er, dass Valentina 1943 aus der Ukraine verschleppt wurde und als Fremdarbeiterin auf den Starzerhof gekommen ist. Später hat sie den Hoferben geheiratet und mit ihm eine Familie gegründet. In vielen Gesprächen erzählt sie Winkler ihre Lebensgeschichte, die ihrer Schwester Lydia und ihrer Mutter Hapka.

Der Autor lässt Valentina, die aus der Ich-Perspektive berichtet und im Text Njetotschka Wassiljewna Iljaschenko heißt, ihre Erinnerungen aufrollen. Dem Leser stockt bei der Lektüre der Atem. Es ist schier unfassbar, was diese Frau mitgemacht hat. Geboren wird sie im Dorf Dubynka am Dnjepr, die Eltern sind fleißige Leute mit bescheidenem Wohlstand, bis die Russen das Land zwangskollektivieren, der Vater nicht der Kolchose beitreten will und deswegen der Familie buchstäblich alles weggenommen wird. Weiterlesen

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Dieter Georg Herbst & Thomas Heinrich Musiolik: Digital Storytelling

Durch Vernetzung der User im digitalen Kosmos lassen sich Digital Storys auf neuartige Weise gemeinsam erstellen, entwickeln und weit verbreiten. […] User können aktiv dem Verlauf der Markengeschichte folgen und diesen mitbestimmen.“ (S. 282)

Was ist Digital Storytelling, wie entstehen digitale Geschichten und warum sind zu viele Geschichten in der Unternehmenskommunikation so langweilig, obwohl sie durchaus aufwendig hergestellt sind? Die beiden Storytelling-Experten Dieter Georg Herbst und Thomas Heinrich Musiolik erklären diese Themen dank unglaublich vieler praktischer Tipps, Taktiken und Strategien sehr anschaulich und tiefgreifend. Wie ein Leuchtturm im Dschungel des Digital Storytelling. Storytelling bleibt kein abstraktes Hypewort mehr. Seite um Seite erspüren wir als Leser sogar die Bedeutung multisensorischer Erlebnisse im Storytelling. Außerdem lernen wir, was digitale Geschichten spannend macht und wie Abenteuer die Stories voran bringt. Weiterlesen

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Bianca Blasl & Wilhelm Geiger: Bauer to the people

In diesem Sommer 2022, in dem die Hälfte der Fläche der EU von Dürre oder großer Trockenheit betroffen ist, in dem die Medien von ausgetrockneten Flüssen und verschwundenen Seen berichten, fragt man sich ernstlich: Woher kommt eigentlich unser Essen? Wie geht das vonstatten mit der Lebensmittelproduktion in Österreich (und Deutschland)? Wird es trotz Klimawandel in naher Zukunft für alle genug zu essen geben? Kaum jemand aus den großen Städten kennt einen Bauern persönlich. Bianca Blasl, gelernte Agrarökonomin und vielseitig interessiert, und Wilhelm Geiger, Koch und Sozio-Ökonom, wollten wissen, wer denn die Menschen sind, die die Basisprodukte unsere Nahrungsmittel herstellen, unter welchen Bedingungen sie das tun, was sie dafür bekommen, welcher Einsatz und welcher Aufwand dafür notwendig sind, und, und, und.

Sie wollten hinter die Ku(h)lissen schauen, wie es im Titel schon heißt und sich selbst vor Ort ein Bild machen. Nur mehr zwei Prozent der Erwerbstätigen in Österreich sind Bauern. Blasl und Geiger haben einige von ihnen besucht, sowohl konventionell wirtschaftende Landwirte als auch Bio-Bauern. Weiterlesen

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Susan Kaufman: New York – Wie es keiner kennt

Ein intimes Porträt: fantastisches New York – so wie es kaum jemand kennt. Blinkende Lichter, Wolkenkratzer, Sirenenlärm, U-Bahn-Rattern, Taxi-Hupen, hektische Business People, Touristenmassen … All das spüre ich in keiner Sekunde, wenn ich durch den wunderschönen Bildband blättere.

Bestaunen können wir blühende Kirschblüten, charmant-elegante Stadthäuser, dekorierte Geschäfte mit fantasievollen Schaufensterfronten, einzigartige Parks, zauberhafte Blumeninstallationen an Ladenfassaden und unzählige atmosphärische Straßenbilder.

Susan Kaufman nimmt uns mit auf einen außergewöhnlich schönen Streifzug durch die Straßenzüge, weit abseits der typischen Touristenpfade und bekannten Sehenswürdigkeiten. Weiterlesen

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Jens Brambusch: Tausche Büro gegen Boot

Der Journalist Jens Brambusch stellte eines Tages fest, dass er in seinem Leben dringend etwas ändern müsse. Schließlich hat sich in seinem Umfeld insbesondere bei den Arbeitsbedingungen vieles verändert und dies leider nicht zum Guten. Statt genug Zeit für eine gründliche Recherche zur Verfügung zu haben, um die Menschen so objektiv wie möglich zu informieren, wurde er wie all seine Kollegen dazu angehalten, so schnell wie möglich einen Artikel abzufassen. Ausgewogener Journalismus wird nun der Aktualität geopfert. Systematisch hat er sich für die Arbeit aufgerieben, und dann ist da noch sein Sport, das Strandsegeln. Als sein Körper ihn zu einem Umdenken zwingt, bleibt sein Kopf beim Segeln. Wer sein Leben lang den Segelsport betreibt, kann sich auf diesem Weg auch neue Schritte denken, und zwar das Wohnen auf einem Boot.

Wie er dann tatsächlich sein Büro gegen ein Boot tauscht, nachdem er seinen kompletten Besitz verkauft hat, beschreibt er strukturiert in verschiedenen Kapiteln den Start in ein Leben als Aussteiger. In der Türkei findet er mit der Hilfe eines Freundes das passende Boot. Sein Heimathafen soll Kas werden. Weiterlesen

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Mala Kacenberg: Malas Katze

Dieses Buch ist kein Roman, sondern die Erzählung der Erlebnisse der Autorin als Kind und Jugendliche während des Zweiten Weltkriegs. Die Jüdin Mala Kacenberg wurde 1927 in Polen geboren und wuchs in einem kleinen Dorf auf, in einer kinderreichen, armen Familie.

Als die Deutschen in Polen einmarschieren und schließlich auch in ihr Dorf eindringen, als dort die Juden verraten, verfolgt, verjagt und getötet werden, flieht das Mädchen, das dank seiner blonden Haare und hellen Augen so gar nicht jüdisch aussieht. So überlebt sie als einzige der Familie, alle anderen werden deportiert und sterben.

Auf ihrer Flucht wechselt sie immer wieder die Identität, reist bis nach Deutschland, wo sie als Zwangsarbeiterin bei einer ihr freundlich gesonnenen Familie unterkommt. Immer dabei hat sie ihre Katze Malach, deren Name das jüdische Wort für Schutzengel ist.

Mala ist ein tapferes Mädchen, das sich immer wieder durchschlägt, mit Wagemut, Ideenreichtum und Pfiffigkeit und auch dank ihrer Stärke, die sie auch die schwerste Arbeit bewältigen lässt. Weiterlesen

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