Luisa Neubauer & Bernd Ulrich: Noch haben wir die Wahl: Ein Gespräch über Freiheit, Ökologie und den Konflikt der Generationen

Am 26. September 2021 haben wir die Wahl: Mit der Abstimmung über eine neue Bundesregierung werden auch die Weichen für die künftige Klimapolitik gestellt. Die Fridays-for-Future Aktivistin Luisa Neubauer und Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der „Zeit“, haben gemeinsam ein Buch über unseren Umgang mit der ökologischen Krise geschrieben. Die als Gespräch aufgebauten Texte behandeln umfassend verschiedene Aspekte der mit der Klimakrise verbundenen gesellschaftlichen Prozesse. Dazu gehört zum einen die Bestandsaufnahme – die Wahrnehmung des Phänomens Klimawandel aus unterschiedlichen Blickwinkeln, die Folgen der Politik der Regierung unter Angela Merkel, die Rolle der Medien bei der Beschreibung von klimatischen Veränderungen und bei der Berichterstattung über Klimaaktivisten, die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Klimadebatte oder auch die Haltung der politischen Parteien in Bezug auf die Problematik.

Zum anderen geht es auch um mögliche Folgen im nationalen und globalen Rahmen und zugleich um Strategien für nachhaltiges Wirtschaften. Wichtig dafür ist die Diskussion des Freiheitsbegriffes, der nach Ansicht beider Autoren neu definiert werden muss. Weiterlesen

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Herman van Veen: Solange es leicht ist – Geschichten übers Älterwerden

Das Älterwerden beginnt mit dem Tag der Geburt und endet mit dem Tod. Dazwischen geschieht so allerlei. In seinem Buch „Solange es leicht ist – Geschichten vom Älterwerden“ schreibt Herman van Veen über die kleinen und großen Ereignisse, die einen vom Älterwerden ablenken und auch von denen, die uns daran erinnern. Er erzählt von Begegnungen mit anderen Menschen, bekannten und unbekannten, beschreibt das Haus seiner Kinderjahre, von Alltag und Urlaub mit der Familie. Erinnerungssandalen tragen mich vom Strandurlaub mit Muscheln und Eimerchen in Katwijk aan Zee bis zum ersten Kuss in der Abschlussklasse der Oberschule. Herman van Veen teilt seine Erinnerungen an Reisen, an Lesungen und Konzerte, lässt mich seine Freude am Musizieren miterleben.

Und auch seine Freude am Zeichnen: Jedem Kapitel ist eine der Grafiken vorangestellt, welche beim Schreiben des Buches entstanden.

Die meisten Geschichten haben so etwas wie einen roten Faden, aber er trägt nicht auf. Es ist, als ob man sich mit jemandem unterhält, ein Satz ergibt den nächsten, ein Bild erzeugt ein weiteres, das Gespräch fließt dahin. Und doch behält der Autor sein Thema immer im Auge. Jeder Text beschäftigt sich auf seine Weise mit der Frage, was es mit dem Älterwerden auf sich hat, wie Menschen ihre Zeit füllen, wie sie sich verändern. Weiterlesen

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Charlie Gilmour: Elsterjahre: Wie ein kleiner Vogel mein Leben veränderte

Der Autor Charlie Gilmour ist der Adoptivsohn von David Gilmour, dem britischen Musiker und Bandmitglied der Rockgruppe Pink Floyd. Charlie Gilmour ist Jahrgang 1989 und wuchs in London und Sussex auf. Auch heute lebt er in London und schreibt für Zeitungen und Magazine. Die Geschichte über eine Elster, die er und seine Frau Yana liebevoll aufgenommen und aufgepäppelt haben, wurde zu einem Medienereignis in Großbritannien, nachdem die BBC darüber eine Dokumentation gedreht hatte.

Weil das Gefieder der kleinen Elster wie Benzol schimmert, geben Charlie und Yana dem Vogel den Namen Benzene. Von seinen Menscheneltern liebevoll zubereitet, frisst Benzene Würmer und Maden, die ihm anfangs aufopfernd und aufwändig alle zwanzig Minuten angeboten werden. Später versteckt Benzene das Fressen auch schon mal zwischen irgendwelchen Ritzen im Zimmer oder den Haaren der Pflegeeltern. Nichts scheint Yana und David zu viel zu werden, was die Beziehung zu der Elster immer enger werden lässt.  Stets sind die beiden um das Wohl des Vogels bedacht. Sogar während ihrer Hochzeitsvorbereitungen und dem späteren Fest sorgen sie sich um das Tier.  Weiterlesen

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Stefan Klein: Wie wir die Welt verändern – Eine kurze Geschichte des menschlichen Geistes

Stefan Klein erzählt mit „Wie wir die Welt verändern“ eine weitere „kurze Geschichte“ wie sie in letzter Zeit sehr populär sind. Dieses Buch also ist „Eine kurze Geschichte des menschlichen Geistes“ – und vorab gesagt: Es hält das Versprechen dieser Art Bücher. Nämlich dem Leser wissenschaftliche, oft komplexe Inhalte in interessanter Form und verständlicher Sprache nahe zu bringen

In der Schule war Geschichte schon immer eins meiner Lieblingsfächer. Besonders habe ich mich für die Antike interessiert. Und niemals losgelassen hat mich die Geschichte der Bibliothek von Alexandria. Als der Lehrer damals erzählte, dass dort, zweitausend Jahre vor unserer Zeit, angeblich schon die Pläne für eine Dampfmaschine existiert haben sollen, hat mich das bis heute beschäftigt.

Wurde lediglich aufgrund der Zerstörung der Bibliothek nichts aus diesen Plänen?? Konnten und wussten die Menschen damals viel mehr als wir heute noch ahnen? Und warum gab es dann erst jetzt, beginnend ungefähr mit der Industriellen Revolution, eine wahre Wissensexplosion? Wo es der Großteil unserer Spezies Jahrtausende lang nicht über Ackerbau und Viehzucht heraus gebracht hat? Warum ausgerechnet jetzt? Und nicht z. B. schon zur Zeit der Römer? Dieses Buch brachte mir nun endlich die Lösung: „Jedes schöpferische Denken entspricht dem Zusammenspiel vieler Menschen“. Stefan Klein legt dar, wie das Bevölkerungswachstum Innovation und Fortschritt Vorschub leistete. Weiterlesen

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Pankaj Mishra: Freundliche Fanatiker

„Man muss seine Feinde kennen, um sie besiegen zu können.“, sagte einst der chinesische General und Philisoph Sunzi. Zumindest auf der argumentativen Ebene erweist sich das Buch von Pankaj Mishra als gute Hilfe.

Als „freundliche Fanatiker“ bezeichnet der indische Autor die Ideologen des Neoliberalismus. Er beschreibt, wie sie den ideellen Unterbau des auf Freihandel und Gewinnmaximierung ausgerichteten Prinzips der Ökonomisierung und Globalisierung fast aller Lebensbereiche erdachten/erdenken und verbreiten. Selbst weitgehend im Hintergrund – ich kannte zugegebenermaßen kaum einen der genannten Autoren – liefern sie Politikern und Wirtschaftsvertretern die Argumente. Die Ideologie des Liberalismus wird als ultimative Lösung für die Menschheit dargestellt, sie beanspruchen die Deutungshoheit über unsere Wahrnehmung. Was nicht passt, wird weggelassen oder bis zur Unkenntlichkeit relativiert, Ungleichheit und Ausbeutung werden höchstens am Rande erwähnt und beschönigt.

Das Buch enthält Essays aus den Jahren 2011 bis 2020. Der Autor setzt sich mit den gängigen Narrativen westlicher Überheblichkeit auseinander, mit dem „Wir sind die Guten, also dürfen wir alles.“ Er ergänzt die weggelassenen, weil störenden Fakten. Weiterlesen

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Andrea Schomburg & Irmela Schautz: Der geheime Ursprung der Redensarten

Schon das im vergangenen Jahr erschienene Buch der beiden Verfasserinnen „Der geheime Ursprung der Wörter“ hat mich begeistert und wunderbar unterhalten. Nun bringen die Beiden einen weiteren Band heraus und das Vergnügen ist genauso groß.

Wir fragen uns doch alle hin und wieder, woher wohl die Redensart „Jemandem nicht das Wasser reichen können“ stammt oder welchen Ursprung der Spruch „Sich etwas hinter die Ohren schreiben“ hat. Wie im Vorgängerband bietet Andrea Schomburg jeweils vier mögliche Erklärungen für die Herkunft der Redensart. So kann die Leserin rätseln und grübeln, welche denn wohl die korrekte Herleitung ist. Die Fantasie der Autorin ist dabei offensichtlich grenzenlos, denn stets klingen alle vier Möglichkeiten plausibel, so dass man sich tatsächlich nicht entscheiden kann, welcher man den Vorzug gibt.

Die Lektüre dieser jeweils vier möglichen Ursprünge macht einen Heidenspaß und wenn man dann vielleicht aus dem Rätseln noch ein Gesellschaftsspiel macht, bereitet man nicht nur sich selbst eine unterhaltsame Zeit. Einen Extra-Spaß bieten die humoristischen Zeichnungen von Irmela Schautz, die jeweils die vier Erklärungen verknüpfen und wunderbar abgedreht sind. Weiterlesen

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Carina Wohlleben: Die Welt ist noch zu retten

Carina Wohlleben wohnt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Sauerland. Eine Dokumentation verändert ihr Leben nachhaltig. Es wird ihr klar, wie sehr Massentierhaltung und industrialisierte Landwirtschaft unser Klima beeinflussen. Sie bespricht in ihrem Buch die Rodung des Regenwaldes zugunsten von Sojamonokulturen. Dieses so gewonnene Soja wird in Europa zur Tiermast verwendet. Das Problem Aquakulturen findet Erwähnung, aus denen der Großteil der Fische auf unseren Tellern stammt, oder das unermessliche Leid, das unseren „Haustieren“ Rind, Schwein und Huhn angetan wird.

Für Frau Wohlleben gibt es nur eine Lösung: den Verzicht auf Fleisch und alle tierischen Produkte. Ihre gesamte Familie hat die Ernährung umgestellt und gute Erfahrungen damit gemacht. Würden alle Menschen sich Großteils pflanzlich ernähren, gäbe es, laut Frau Wohlleben, kein Tierleid, keine zerstörten Regenwälder, keine den Boden vergiftende Gülleflut und 70% weniger in der Landwirtschaft produziertes CO2. Auch unser Umgang mit dem Ökosystem Wald liegt ihr sehr am Herzen. Sie skizziert das Problem Fichtenmonokulturen mit all seinen Auswirkungen. Weiterlesen

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Sinéad Gleeson: Konstellationen. Die Sprache meines Körpers

Als Sinéad Gleeson 13 Jahre alt ist, erzwingt ihr Körper ihre Aufmerksamkeit: Schmerzen in der Hüfte, ausgelöst durch den Zerfall der Knochen, sind der Anfang einer lebenslangen Leidensgeschichte. Sie wird mehrfach operiert, verbringt immer wieder lange Wochen im Krankenhaus. Schmerz wird zum ständigen Begleiter.

Mit Ende 20 wird bei ihr eine aggressive Form der Leukämie diagnostiziert. Ihre fassungslosen und aufgelösten Eltern beruhigt sie mit der Ankündigung, sie werde nicht sterben, sondern ein Buch schreiben. Sie übersteht die Chemotherapie, überwindet den Krebs. Sie schreibt auf, was ihr in Krankenhäusern, mit Ärzten und Mitmenschen begegnet.

Am Anfang ist es vor allem die Perspektive der Patientin, die sich Ärzten und Klinikroutine ausgeliefert fühlt, nicht gehört und verstanden wird. Ihr gelingt der Schritt in die Metaebene, sie studiert die Funktionsweise eines Körpers, sammelt Informationen, will verstehen, was mit ihr geschieht.

Zugleich schärft sich ihr Blick für soziale Interaktionen. Woher kommt die Scham, die man als kranker, eingeschränkter Mensch empfindet. Wie wird man wahrgenommen, wenn man unheilbar krank ist. Wie wird man wahrgenommen, wenn man etwas wagt, das unvernünftig erscheint. Wenn man einer kaputten Hüfte und einem von Chemotherapie gebeutelten Körper eine Schwangerschaft zumutet. Sie meistert auch diese Herausforderung und schenkt zwei gesunden Kindern das Leben. Weiterlesen

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Fränzi Kühne: Was Männer nie gefragt werden: Ich frage trotzdem mal

Als ich vor etlichen Jahren in meinem Beruf begann, Karriere zu machen und die ersten Geschäftsreisen anstanden, fragte mich mein damaliger, selbst vielreisender Vorgesetzter: „Was sagt denn Ihr Mann dazu, dass Sie reisen wollen?“ Zuerst war ich völlig perplex über diese Frage und fragte dann zurück: „Und was sagt Ihre Frau zu Ihren vielen Reisen?“.

An diese Frage, die Männern nie gestellt wird, musste ich denken, als ich dieses Buch in Händen hielt. Auch wenn mein Erlebnis viele Jahre her ist, hat sich, glaube ich, seither zwar manches, aber lange nicht genug geändert. Genau das thematisiert Fränzi Kühne in ihrem Buch.

Auslöser für sie, dieses Buch zu schreiben, waren Interviews, die sie gab, nachdem sie selbst als eine der ersten Frauen in den Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft berufen worden war. In diesen Interviews wurden ihr viele Fragen gestellt, die Männer nie gefragt werden, es wurde viel über ihre Kleidung, ihr Auftreten, ihre Familie berichtet, Details über das Leben eines Menschen, die in Interviews von Männern selten bis gar nicht vorkommen. Im Laufe dieser Gespräche sammelte Fränzi Kühne all diese Fragen:  Fragen danach, wer die Kinder versorgt, während sie im Aufsichtsrat sitzt, Fragen danach, warum sie keinen Hosenanzug oder High Heels trägt, den Ausdruck der Bewunderung oder wahlweise des Mitleids mit ihrem Mann, der sie unterstützt, und weitere Fragen ähnlichen Kalibers. Weiterlesen

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Julia Barbarino: Auf der Alm – Vom Glück des einfachen Lebens: Sommer in den Bergen.

Schon als Kind begeistert sich Julia Barbarino für das „einfache Leben“. Die Berge haben es ihr angetan und als ihr mit achtzehn ein Artikel über eine Sennerin in die Hände fällt, beginnt sie sich für die Almwirtshaft zu interessieren.  2008 ist es so weit. Gemeinsam mit ihrer Schwester Sophie und zwei kleinen Kindern, eines davon ist ein Baby, geht sie auf eine Alm in Tirol. Dort sind zwölf Milchkühe, zwölf Jungrinder und zwei Kälbchen zu versorgen. Eine enorme Herausforderung für die „Greenhorn-Sennerinnen“, aber sie meistern die Aufgabe hervorragend und Julia Barbarino packt das „Almfieber“ so heftig, dass sie bis heute nicht davon „genesen“ ist. Sommer für Sommer kehrt sie in die Berge zurück und letztendlich bewirtschaftet sie mit vier Kindern im Schlepptau alleine eine Alm, unterstützt vom ihrem Mann Schorschi, der hilft, soviel es sein Beruf zulässt.

Julia Barbarino schildert den Almalltag unzensiert. Neben unzähligen schönen Momenten erlebt sie auch Unfälle der Kinder, Unwetter, Arbeit bis zur Erschöpfung und brenzlige Situationen, die Gott sei Dank gut ausgehen. Sie berichtet von Sommernächten unter freiem Himmel, Badespaß mit der Gießkanne und einer tiefen Verbundenheit mit den ihr anvertrauten Tieren. Viele Fotos, Liedertexte und einige Kochrezepte bereichern dieses Buch. Weiterlesen

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